100.000 deutsche Urlauber werden zurückgeholt | Aktuell Welt | DW

0
143
Werbebanner


Es ist die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik. Weit mehr als 100.000 Deutsche halten sich nach Schätzungen der Bundesregierung noch im Ausland auf und können wegen der COVID-19-Pandemie nicht in ihre Heimat zurück. Betroffen sind vor allem Urlauber in Marokko, Ägypten, Malta, Argentinien, der Dominikanischen Republik, auf den Philippinen und den Malediven. 

In die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts eintragen 

Das Auswärtige Amt in Berlin fordert alle Deutschen im Ausland auf, – soweit es noch nicht geschehen ist – Kontakt zu ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluggesellschaft aufzunehmen. Betroffene können sich auf der Internetseite des Auswärtigen Amts (http://dpaq.de/A2xmq) über die weiteren Planungen informieren und sich in eine Krisenvorsorgeliste (www.elefand.diplo.de) eintragen. So will das Ministerium einen Überblick darüber bekommen, wie viele Leute von wo zurückgeholt werden müssen.

Allerdings berichten Urlauber in sozialen Netzwerken, dass die Seite der Krisenvorsorgeliste wegen Überlastung immer wieder nicht zu erreichen ist.

Am Dienstag starteten die beiden ersten von der Bundesregierung gemieteten Chartermaschinen der Lufthansa in die philippinische Hauptstadt Manila. Insgesamt will die Regierung so schnell wie möglich 30 bis 40 Maschinen auf den Weg in die Urlaubsgebiete bringen. Für diese Rückholflüge – so Außenminister Heiko Maas in der Deutschen Welle – sollen bis zu 50 Millionen Euro ausgegeben werden.

“Bitte bleiben Sie zu Hause!”

Maas sprach gleichzeitig eine Warnung für alle touristischen Reisen weltweit aus. Auch das hat es so noch nie gegeben. Reisewarnungen gibt es normalerweise nur bei Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Bürgerkriegsländer wie derzeit Syrien, Afghanistan oder den Jemen. Sie können kostenlose Stornierungen ermöglichen. “Wir müssen verhindern, dass weitere Deutsche im Ausland stranden”, begründete Maas gegenüber der DW den ungewöhnlichen Schritt. “Bitte bleiben sie zu Hause!”

Wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus hatten in den vergangenen Tagen zahlreiche Länder ihre Grenzen abgeriegelt und Flugverbindungen gekappt. Da Deutschland inzwischen zu den Hauptrisikoländern zählt, sind Bundesbürger besonders stark von den Einschränkungen betroffen.

Chaos in Marokko 

Viele Reisende sind verunsichert. “Wir sitzen es momentan einfach im Hotel aus, informieren uns minütlich über alle Kanäle”, schilderte David Niehus aus Parsberg in Bayern, der in Marrakesch festsitzt, seine Gefühle. Eigentlich hätten er und seine Familie bereits am vergangenen Sonntag zurück nach Deutschland fliegen sollen – aber die marokkanischen Behörden untersagten ohne große Vorankündigung Flug- und Fährverbindungen nach Europa. Erst am Montagabend kündigte Tourismusministerin Nadia Fettah Alaoui an, außerplanmäßige Flüge zulassen zu wollen.

An den Flughäfen in Marokko bildeten sich daraufhin Schlangen von Reisenden, die Flüge umbuchen oder Tickets kaufen wollten. Allerdings berichteten zahlreiche Deutsche in sozialen Netzwerken, auch Alternativflüge seien immer wieder annulliert worden.

Lufthansa-Maschinen (picture-alliance/dpa/A. Dedert)

Die Urlauber sollen überwiegend mit Lufthansa-Maschinen nach Hause geholt werden – hier auf dem Frankfurter Flughafen

Allein in Marokko sitzen 4000 bis 6000 deutsche Touristen fest. Die Regierung in Rabat hatte am Sonntag bis zum 31. März fast alle internationale Verkehrsverbindungen – Flüge und Fähren – eingestellt. Nach Angaben des Auswärtigen Amts fliegt nur noch Air France von einigen Airports ins Ausland.

Auch Ägypten will Flugverbindungen kappen 

Am Donnerstag will auch Ägypten alle internationalen Flugverbindungen ins Ausland streichen – zunächst bis zum 31. März. Dort halten sich noch mehr als 30.000 deutsche Touristen auf, vor allem an den beliebten Urlaubsorten am Roten Meer. In der Dominikanischen Republik in der Karibik sind es etwa 10.000, auf Malta 5000 und auf den Philippinen und in Argentinien jeweils etwa 1000 deutsche Urlauber.

Spanien Zwei Touristen mit Gesichtsmasken am Flughafen in Palma de Mallorca (Getty Images/AFP/J. Reina)

Vom Airport in Palma de Mallorca starten noch Maschinen nach Deutschland

Die Regionalregierung der Balearen rief alle rund 25.000 auf Mallorca und den anderen spanischen Inseln noch verbliebenen Touristen dazu auf, schnellstmöglich in ihre Heimat zurückzukehren. Aus Spanien gibt es noch reguläre Flüge nach Deutschland.

Auch aus anderen Urlaubsländern können Reisende teilweise noch mit regulären Flügen zurückkehren. Lufthansa und TUI bringen Deutsche bereits seit dem Wochenende mit Sonderflügen aus Urlaubsgebieten nach Hause. Wegen der Reisebeschränkungen für Deutsche wird es allerdings immer schwieriger, Landegenehmigungen zu bekommen.

Deswegen musste sich nun auch die Bundesregierung einschalten. Außenminister Maas bat um Geduld: “Wir bitten um Verständnis, auch wenn wir alles Menschenmögliche tun, dass wir nicht in jedem Fall eine 24-Stunden-Lösung vorhalten können.” Maas sprach von einem “einmaligen Programm” und machte damit deutlich, dass es zu einem späteren Zeitpunkt noch erheblich schwieriger werden würde, nach Deutschland zurückzukehren.

Wer die Rückholflüge in Anspruch nimmt, muss sich nach Angaben der Bundesregierung auch finanziell daran beteiligen. Der genaue Ticketbetrag soll erst später festgelegt werden. Wahrscheinlich wird der Preis etwa dem eines Economy-Tickets entsprechen.

se/gri (dw, auswärtiges amt, dpa, rtr, afp)




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

Krypto-Nachrichten ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Werbebanner

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

drei × 1 =