47 Millionen Jobs in den USA bedroht: Land rutscht immer tiefer in die Krise

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Und die Börsen steigen: 47 Millionen Jobs bedroht: Die USA rutschen immer tiefer in die Corona-Krise

Nirgendwo wütet die Corona-Pandemie so heftig wie in den USA. Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Nie haben sich so viele Amerikaner arbeitslos gemeldet wie zuletzt. Die Wirtschaftskraft könnte bald historisch stark einbrechen.

Wie schlimm es um die Wirtschaft der USA steht, misst die US-Katastrophenbehörde FEMA gerne augenzwinkernd mit dem „Waffle-House-Index“. Der gibt in drei Stufen an, ob die beliebte Fast-Food-Kette, in der es rund um die Uhr Waffeln, Sandwiches, Rührei und Speck gibt, noch öffnen kann. Bei grün ist alles okay, bei gelb ist die Speisekarte eingeschränkt und einzelne Filialen geschlossen, bei rot macht die Kette alle Läden zu.

In der aktuellen Corona-Krise müsste die FEMA eine vierte Stufe einführen: Dunkelrot. Denn die Pandemie bedroht die Existenz von Waffle House. Walt Ehmer, Chef des Familienunternehmens, erklärte zuletzt in einem lokalen TV-Interview, dass ein Viertel der Filialen geschlossen habe, die meisten anderen kaum noch Kunden bedienen könnten. Der Umsatz sei um mehr als 70 Prozent eingebrochen.

10 Millionen neue Arbeitslose in nur zwei Wochen

Die Waffelhäuser sind dabei nur ein Zeichen dafür, wie schwer die Corona-Pandemie Amerikas Wirtschaft getroffen hat. In den vergangenen zwei Wochen meldeten sich zehn Millionen US-Bürger arbeitslos. Nie waren es in der Landesgeschichte mehr. Den Rekord hielt bisher das Jahr 1982 mit 695.000 Anträgen auf Arbeitslosengeld in einer Woche. Vergangene Woche waren es 6,6 Millionen.

Zehn Millionen neue Arbeitslose hatten die USA auch vor zwölf Jahren in der Finanzkrise zu verzeichnen. Damals dauerte es aber 28 Woche, bis die Schwelle erreicht wurde. Diesmal waren es nur zwei. Folglich überbieten sich Analysten mit Prognosen, wie schlimm es noch werden könnte. Die Notenbank Fed geht seit neuestem von einer Arbeitslosenquote von 30 Prozent in diesem Jahr aus. Das wären 47 Millionen US-Amerikaner ohne Job.

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29 Prozent der Wirtschaft sind bereits lahmgelegt

Was das bedeutet, rechnete die Schweizer Großbank Credit Suisse diese Woche aus: Sie erwartet für das laufende Quartal bis Ende Juni einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um annualisiert 33,5 Prozent. Das wäre der schwerste Einbruch in der Geschichte der USA seit dem Zweiten Weltkrieg. In der Finanzkrise vermeldete das Wirtschaftsministerium im schlimmsten Quartal ein Minus von 8,4 Prozent. Der Rekord liegt bisher bei minus zehn Prozent aus dem Jahr 1958, der so genannten Eisenhower-Rezession, benannt nach dem damaligen Präsidenten.

Dabei ist der Lockdown in den USA immer noch keine landesweite Regelung. Bisher haben 40 der 50 Bundesstaaten irgendeine Form von Einschränkungen beschlossen. Die Rating-Agentur Moody’s schätzt, dass rund 80 Prozent aller Bezirke davon betroffen sind. Insgesamt seien damit rund 29 Prozent der Wirtschaft aktuell lahmgelegt.

Corona-Krise könnte BIP um 75 Prozent sinken lassen

Mit solchen Einschränkungen stehen die USA nicht alleine da, es gibt sie auch bei uns in Deutschland und vielen anderen Ländern auf der Welt. Doch die Sorge ist, dass es zwischen Los Angeles und New York viel länger als anderswo dauern könnte, bis die Wirtschaft wieder öffnet.

Denn nirgendwo auf der Welt gibt es mittlerweile mehr Infizierte und mehr Todesfälle als in den USA. Laut WHO stieg die Zahl der Erkrankten allein am Mittwoch um fast neun Prozent auf rund 395.000 Fälle. 12.740 Menschen sind bereits gestorben, fast 2000 allein an einem Tag. Die Kritik an US-Präsident Donald Trump und der Regierung wird lauter. Zuletzt gaben 55 Prozent in einer Umfrage an, das Weiße Haus habe schlecht auf die Pandemie reagiert.

Trump selbst wollte die US-Wirtschaft eigentlich zu Ostern gegen den Ratschlag aller medizinischen Experten wieder öffnen. Mittlerweile ist er davon abgerückt. Doch er würde die Einschränkungen lieber heute als morgen wieder zurücknehmen. Stattdessen bleiben sie wohl noch länger. Die Infektionsrate ist viel zu hoch, um darüber überhaupt nachzudenken.

Doch jeder Tag mit Einschränkungen schadet der US-Wirtschaft enorm. Moody’s rechnete aus, dass das BIP im zweiten Quartal um 75 Prozent sinken würde, wenn die bisherigen Regelungen bis Ende Mai andauern. Das könnte sogar noch optimistisch sein, denn Moody’s geht bei seiner Analyse nur vom Jetzt-Zustand aus und hat zusätzliche Arbeitslose und Firmen-Insolvenzen gar nicht eingerechnet.

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Erster Großkonzern meldet Insolvenz an

Dabei fordert die Krise schon die ersten prominenten Opfer: Der Ölkonzern Whiting Petroleum meldete vergangenen Donnerstag Insolvenz an. Der Fracking-Spezialist aus Denver in Colorado machte zuletzt 1,5 Milliarden Dollar Umsatz und beschäftigt rund 500 Mitarbeiter. Die sollen im Insolvenzverfahren alle ihren Job behalten.

Die Firma selbst ist allerdings nur noch ein Schatten ihrer selbst. Seit Anfang Januar die ersten Corona-Patienten in China auftauchten, ist der Aktienkurs um 96 Prozent eingebrochen. Whiting Petroleum hat heute nur noch einen Börsenwert von 33 Millionen Dollar.

An der Wall Street lassen sich diese Panik-Meldungen noch nicht ablesen. Zwar liegt der S&P 500 rund 19 Prozent unter seinem Hoch Mitte Februar, er hat aber in den vergangenen zwei Wochen rund 22 Prozent an Wert hinzugewonnen – ähnlich wie der deutsche Dax. Dahinter steckt ein 2 Billionen Dollar schweres Rettungsprogramm, das die US-Regierung beschlossen hat, um die Wirtschaft zu stützen und das die Notenbank Fed sogar noch einmal verdoppeln könnte. Es hilft aber vor allem den großen, börsennotierten Unternehmen. Die kleinen Waffel-Häuser machen hingegen dicht.

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