Altersarmut – Krauthausen: Werde im Alter arm sein. Das Gesetz will es so

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Ich habe eine Teilzeitstelle als Projektmanager bei einer NGO und arbeite freiberuflich und ehrenamtlich als Moderator, Medienproduzent und Aktivist. Insgesamt komme ich so auf 40 bis 60 Arbeitsstunden pro Woche. Brutto verdiene ich damit insgesamt 2500 Euro im Monat, bleiben mir netto rund 1600 Euro.

Gehalt irgendwo im Niedriglohnsektor – Altersarmut droht

Das klingt erst einmal nicht schlecht, aber: Aufgrund meiner Behinderung bin ich im Alltag auf Assistenz angewiesen – zum Beispiel beim Aufstehen, Waschen oder Essenzubereiten. Assistenz, die Geld kostet. Doch sobald ich eine bestimmte Einkommensgrenze überschreite, zieht mir das Sozialamt rund ein Viertel des darüber hinaus gehenden Einkommens ab, gemessen am Bruttolohn. Netto kann die Zuzahlung also noch einmal deutlich höher ausfallen. Diese Grenze liegt, je nach Bundesland und Art des Einkommens, bei oder sogar unter 2500 Euro des monatlichen Bruttoverdienstes. Würde ich also einen Arbeitsvertrag in Vollzeit abschließen, würde mein Gehalt irgendwo im Niedriglohnsektor landen. 

Dabei ist mir klar: Um meinen Lebensunterhalt irgendwie zu finanzieren, muss ich arbeiten. Nur weiß ich nicht, ob ich bis 67 durchhalte. Also habe ich beschlossen, in meiner zweiten Lebenshälfte genügsamer zu leben, um mich auf die Altersarmut vorzubereiten.

Mehr als 50.000 Euro darf ich fürs Alter nicht ansparen

Seit Anfang 2020 gibt es eine große Neuerung. Nun darf ich 50.000 Euro statt bisher 25.000 Euro ansparen, alles Weitere zieht der Staat ein. Aber Hand aufs Herz: Wie soll ich es mit einem Nettomonatsverdienst von 1600 Euro überhaupt schaffen, etwas zu sparen? Wenn ich all meine Ausgaben für Miete, Essen, Kleidung, Körperpflege und Reisen abziehe, bleiben mir im Monat 100 bis 200 Euro; die lege ich für größere Anschaffungen wie eine Waschmaschine beiseite. Eine private Altersvorsorge wie Bausparvertrag oder Lebensversicherung ist da nicht drin. 

Ich finde, es ist ein Skandal, dass Menschen mit Behinderungen nicht nur mit den alltäglichen Barrieren zu kämpfen haben, sondern – sobald sie im Berufsleben stehen – auch noch für den Abbau von Barrieren, zum Beispiel durch Assistenz, mitzahlen. 

Dabei brauche ich die Assistenz so oder so. Ob ich arbeite oder nicht. Doch gehe ich arbeiten, zahle ich nicht nur Steuern und Sozialabgaben, sondern gebe auch noch das ab, was ich angeblich „zu viel“ verdiene. Ich fordere, dass wir in unserem Sozialstaat nicht weiter die behindern, die sowieso schon mit Barrieren zu kämpfen haben. Sondern dass wir ihnen genauso ein Recht auf Einkommen und finanzielle Absicherung durch das Ansparen von Geld geben wie Menschen ohne Behinderung.

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Der Beitrag erschien zuerst auf Xing.

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Auf ungewöhnliche Art hat sich Sebastian Dao aus Jena seinen Traum von der finanziellen Freiheit erfüllt. Er hat in Garagen investiert. Inzwischen besitzt er weit über 100 Garagen und dazu noch 50 Stellplätze. Damit verdient er jeden Monat genug, um schon jetzt den Ruhestand zu planen.

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