“Anne Will”: Sahra Wagenknecht greift im TV Weltgesundheitsorganisation an

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Die Radikalen in Deutschland sind Luxus: AfD ist Prada, Impfgegner sind Gucci, Verschwörungstheoretiker sind Valentino. Sie tauchen erst wieder im Bewusstsein auf, wenn die echten Probleme der Menschen gelöst scheinen. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, hat einst Bert Brecht festgestellt. Wandeln wir das Zitat ab für die Neuzeit, in der wir leben: Erst kommt die Sicherheit, dann kehrt der Wahn zurück.

Gleich zu Beginn listet der ARD-Sonntagstalk „Anne Will“ aktuelle und repräsentative Zahlen auf. 66 Prozent der Deutschen halten die Maßnahmen der Bundesregierung gegen Corona für „gerade richtig“. Für 15 Prozent sind sie „zu schwach“. Und nur 17 Prozent halten die Einschränkungen für „übertrieben“. Zwei Drittel sind also völlig einverstanden mit der Politik.

Die britische Wochenzeitung „Economist“ analysiert: „Kein Land wird so gut aus der Krise kommen wie Deutschland.“ Doch die öffentliche Diskussion in diesem Deutschland bestimmen gerade wieder einmal die Menschen, die alles für blöd halten, so irgendwie. Die keine Masken mögen. Die keine Merkel mögen. Die das Virus blöd finden. Die blöd sind, weil sie glauben, dass es das Virus nicht gibt.  

Karl Lauterbach: „Vorsorgemedizin kennt keine Helden“

Karl Lauterbach, der seit Wochen augenscheinlich hauptberuflich von Corona-Talk zu Covid-19-Diskussion tingelt, bringt das Dilemma auf den Punkt. „Die Vorsorgemedizin kennt keine Helden“, befindet der SPD-Politiker, „man kann sich nur aussuchen, wie man scheitert.“ Reagiert sie zu zögerlich, übernimmt sie die Verantwortung für viele Tote. Agiert sie konsequent, empfindet das die Öffentlichkeit wie der Fallschirmspringer, der sich sagt: Warum soll ich noch den Fallschirm aktivieren, ist doch schon 3000 Meter gut gegangen…

Dem Virus ist all das völlig einerlei. „Das Virus kennt nicht unser Grundgesetz“, sagt Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie müsste es wissen. Die FDP-Frau ist zwar keine Virologin, aber immerhin Bundesjustizministerin gewesen. Auch die Politiker in diesem Sonntagstalk formieren sich nicht zur Kritik an der Regierungspolitik. Waren die Maßnahmen angemessen? „Eher ja“, sagt Leutheusser-Schnarrenberger. „Richtig“, befindet auch die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht: „Es gibt nicht das Recht auf eigene Freiheit, wenn ich damit andere schädige.“ „Die Hygienemaßnahmen haben Tausende Menschenleben gerettet“, erklärt auch Karl Lauterbach, SPD.

„Populisten, insbesondere die AfD, versuchen das zu nutzen“

Die Regeln werden lockerer, die Normalität kehrt zurück – oder zumindest eine Ahnung davon -, und genau in dem Moment versammeln sich die Menschen auf den Straßen zum Demonstrieren. Paradox? Corona ist eher ein Mittel zum Zweck, legt der Journalist Olaf Sundermeyer dar. Der 47-Jährige berichtet von Anti-Corona-Kundgebungen, die er besucht hat. Auf der Straße seien nicht die eigentlich Betroffenen, nicht die Gastronomen und nicht die Geschädigten, beschreibt er. Seine Überzeugung: „Populisten, insbesondere die AfD, versuchen das zu nutzen.“

Und wieder findet der ARD-Sonntagstalk zum Schulterschluss. „Es gibt Verrückte, denen muss man kein Podium geben“, urteilt die Linke Sahra Wagenknecht. Und FDP-Frau Leutheusser-Schnarrenberger stimmt ein: „Mir stehen die Nackenhaare zu Berge, wenn ich sehe, wie das instrumentalisiert wird.“

Wagenknecht kritisiert WHO: “Zu 80 Prozent privat finanziert”

Wagenknecht findet dennoch, dass im Zuge des Lockdowns „nicht alles so gut erklärt“ war. Es habe widersprüchliche Auftritte gegeben. Vor allem vom RKI habe sie sich „mehr Professionalität gewünscht“. Die Linken-Frau sagt: „Jetzt nehmen wir die Lockerungen wieder zurück – teilweise in einer widersprüchlichen Form. Ich kann niemandem erklären, warum Fitnessstudios wieder öffnen und Kitas noch zu sind.“

Wichtig sei, die Menschen nicht pauschal in die rechte Ecke zu schieben. Dies sei 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise ein Fehler gewesen. Vielmehr sei entscheidend, wie man nun mit den wirtschaftlichen Fragen umgehe.

Und schließlich übt die Linke noch Kritik an der Weltgesundheitsorganisation (WHO): „Es ist ein Problem, dass die WHO zu 80 Prozent privat finanziert wird. Nicht jeder, der die aktuellen Einschränkungen in Frage stelle, sei ein Verschwörungstheoretiker.

Und was sagt die Wissenschaft? Die kommt natürlich auch an diesem Abend im öffentlich-rechtlichen Corona-Fernsehen zu Wort. Als Talkgast ist Bernhard Pörksen eingeladen. Der Medienwissenschaftler beobachtet aktuelle die „dritte Polarisierungswelle“. Flüchtlinge. Klima. Jetzt also Corona. So ordnet der Professor an der Universität Tübingen den aktuellen Protest ein. Und dann wiederholt es auch der Wissenschaftler noch einmal: „Weil die Maßnahmen gewirkt haben, wirken sie als unverhältnismäßig.“

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