ARD-Mann entlockt Höcke entlarvende Aussagen – und beweist Sinn von Interview

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Soll man jetzt wirklich darüber diskutieren, ob ein öffentlich-rechtlicher Sender den Partei- und Fraktionsvorsitzenden der größten Oppositionspartei in einem Land interviewen darf, weil der der rechte Flügelmann der AfD ist? Das schlägt der WDR-Mann und Monitor-Chef Georg Restle vor. Denn der Grundsatz der Ausgewogenheit habe Grenzen. Eine Grenze sei dort, “wo es um Parteien oder Politiker geht, die unseren demokratischen Freiheiten und Grundrechten feindlich gegenüberstehen”, sagte Restle der “Zeit”.

Höcke-Interview verdeutlicht, wie zerstritten die AfD ist

Nun hat also der MDR knapp 37 Minuten lang Björn Hecke interviewt. Wer zwischen elf Uhr und 11.37 Uhr den Livestream auf der Seite des Senders verfolgt hat, konnte einiges lernen über die AfD und Höckes Rolle darin. Vor allem konnte er erfahren, wie zerstritten diese Partei ist und wie gefährlich nahe Höcke der Grenze zwischen “noch demokratisch” und “schon rechtsradikal” kommt. Dies herausgearbeitet zu haben, ist das Verdienst des Moderators Lars Sänger, der überaus professionell agierte. Höcke zu interviewen hat sich gelohnt.

Man erfuhr, dass die politischen Parteien für Höcke ganz grundsätzlich “zu viel Macht im Staat” hätten, die durch die Einführung von Volksabstimmungen auf Bundesebene limitiert werden sollte. An dieser Stelle wandte der Moderator Sänger ein, die von Höcke angestrebte “Überwindung des Parlamentarismus” sähen viele Menschen anders, auch in der AfD. Höcke verteidigte nochmals den Versuch, den FDP-Mann Kemmerich mit den Stimmen der AfD als Ministerpräsidenten von Thüringen zu etablieren, also ein “bürgerliches” Bündnis gegen Rot-Rot-Grün zu bilden, wie er es ausdrückte.

Sänger bestritt, dass man dies “bürgerlich” nennen dürfe, kritisierte die “Finte” der AfD und fragte, ob es denn “moralisch in Ordnung” gehe, so zu agieren, wo doch die AfD ansonsten ihren angeblich hohen moralischen Standard betone. Taktik gehöre nun einmal zum Handwerkszeug, gab Höcke zu – um sodann gegen die “Gottkanzlerin” Angela Merkel zu wettern, die mit einer Intervention aus Südafrika die “formal” demokratische Wahl habe zurück abwickeln lassen. Sängers Nachfrage, weshalb die AfD ihren eigenen Mann im dritten Wahlgang nicht mehr unterstützt und stattdessen Kemmerich “gelockt” habe, ließ Höcke letztlich unbeantwortet.

Höcke beschuldigt Meuthen

Dank Sängers Nachfragen wissen wir jetzt, dass Höcke den offensichtlichen Kurs des Bundes-Parteivorsitzenden Meuthen, in der AfD eine “Brandmauer” nach rechts zu ziehen, für völlig falsch hält. Den Ausschluss des “Flügel”-Kollegen Andreas Kalbitz nannte Höcke einen “schweren Fehler”. Meuthens Kurs, über eine “Partei-Ausschlussflut” die AfD zu führen, versetze die Partei in einen schädlichen “Selbstbeschäftigungsmodus”. Dunkel drohte Höcke in Richtung Meuthen, eines Tages werde sich die Parteibasis schon noch von ihm abwenden.

Über den vom Verfassungsschutz beobachteten, inzwischen aufgelösten “Flügel” berichtete Höcke, dieser habe im Machtkampf mit dem früheren Parteivorsitzenden Bernd Lucke eine wichtige Rolle gespielt, sei aber inzwischen “historisiert”. Wobei Moderator Sänger wissen wollte, wie man das eigentlich macht, einen Verein aufzulösen, den es offiziell nie gegeben habe. Jedenfalls, ließ Höcke sich daraufhin entlocken, gebe es jene Menschen noch, die seinerzeit den “Flügel” ausgemacht hätten – und die hätten ihre Gesinnung auch sicherlich nicht geändert – ebenso wenig wie er selbst. Allerdings gebe es “kein Netzwerk” mehr, behauptete Höcke.

Höcke: Corona ist “vorbei”

Der AfD-Mann hat auch nichts dagegen, wenn bei der für das kommende Wochenende angesetzten Corona-Demonstration Angehörige rechtsradikaler Organisationen mitlaufen, der NPD und des sogenannten “Dritten Weges”. Diese Offenheit nannte Höcke “normal” und ließ sich auch nicht von der Bemerkung Sängers irritieren, mit dabei seien Verschwörungstheoretiker und Menschen, die “nicht mehr auf dem Boden der Verfassung” stünden. Dass AfD-Parteichef Meuthen inzwischen vor Corona-Leugnern warne, findet sein Thüringer Parteifreund “stigmatisierend”.

Höcke ist im übrigen der Auffassung, Corona sei “vorbei” und werde auch nicht wieder kommen. An der Grippe stürben weitaus mehr Menschen als an Corona. Die Maßnahmen der Berliner Regierung nannte Höcke einen “Generalstreik von oben” – Moderator Sänger widersprach unter Hinweis auf die historisch belastete Vokabel “Generalstreik”.

Größte Oppositionspartei sollte am Diskurs teilhaben

Sängers hartnäckige Fragen, wie lange Höcke sich noch in der AfD halten könne, wo doch die AfD selbst sich inzwischen wie im Fall Kalbitz auf den Verfassungsschutz stütze, beantwortete Höcke mit einigen Tiraden auf die Verfassungsschützer, die doch oft versagt hätten. Er empfahl, “diese Regierung”, gemeint war die Große Koalition in Berlin, “müsste vom Verfassungsschutz beobachtet werden”. Schließlich setze sie in der Corona-Politik Grundrechte außer Kraft.

Zurück zur Eingangsfrage: Soll man jemanden wie Höcke interviewen (dürfen)? Gegenfrage: Die AfD wurde in Thüringen mit 23 Prozent der Stimmen gewählt. Gehört es zum öffentlich-rechtlichen Auftrag, die größte Oppositionspartei vom politischen Diskurs auszuschließen, weil der Sender sie womöglich unappetitlich findet? Wer Höcke nicht mehr im Fernsehen sehen will, kann versuchen, ihn zu verklagen. Aus der AfD auszuschließen. Oder einfach ausschalten.

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