Ausgangsbeschränkungen: Muss mein Auto jetzt noch zum TÜV?

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Car Corona: Rechtsexperte gibt Tipps: Ausgangsbeschränkungen: Muss mein Auto jetzt noch zum TÜV?

Lange galt das Auto als Klima-Prügelknabe der Nation – das hat sich mit der Viruskrise  gedreht. Wer ein eigenes Auto hat, zählt zu den Gewinnern. Doch die Krise wirft auch Fragen auf. Rechtsexperte Michael Winter beantwortet sie – heute geht es um das Thema TÜV.

In der aktuellen Corona-Krise wird der Individualverkehr mit dem Auto attraktiver denn je. Doch was muss man bei Ausgangsbeschränkungen beachten, was ist, wenn ich keinen Werkstatt-Termin zum TÜV bekomme oder wenn mir ein Fahrverbot ins Haus steht? Wir beantworten die Fragen der Autofahrer. Heute: Was mache ich, wenn mein Wagen zur Hauptuntersuchung muss?

Muss ich in der Krise noch zum TÜV?

Neue Autos müssen erstmals drei Jahre nach ihrer Zulassung, alle anderen PKW im Rhythmus von zwei Jahren zum TÜV. Generell gilt, dass man die sogenannte Hauptuntersuchung (HU) nicht überziehen darf.  Das heißt, sie ist in dem Monat durchzuführen, der in der Zulassungsbescheinigung steht und der sich auch aus der Plakette auf dem hinteren Nummernschild ergibt. Da die Prüfstellen weiterhin geöffnet sind ( Details dazu finden Sie hier), muss man also auch in der Krise zum TÜV.

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Überzieht man dennoch und gerät in eine Kontrolle, ist dies anfangs noch kein Beinbruch, sondern wird mit Verwarnungsgeldern geahndet.

Hier gilt bei Pkw, Motorrädern und leichten Anhängern (nicht sicherheitsprüfungspflichtigen Fahrzeugen) folgende Regelung:

  • Überziehung mehr als 2 Monate: 15 Euro
  • Überziehung 4 – 8 Monate: 25 Euro

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Ab acht Monaten “drüber” gibt es Punkte

Kritischer wird es, wenn man mehr als acht Monate lang nicht zur Hauptuntersuchung vorfährt – hier sind die Folgen schon deutlich drastischer, nämlich 60 Euro Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg.

Für Nutzfahrzeuge, bei denen eine Sicherheitsprüfung vorgeschrieben ist, gelten eigene Regeln:

  • Überziehung bis zu 2 Monate: 15 Euro
  • Überziehung 2 – 4 Monate: 25 Euro
  • Überziehung mehr als 4 – 8 Monate: 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg

Verschärfte Untersuchung bereits bei zwei Monaten Verzug

Aber Achtung: Wurde der Termin länger als zwei Monate überzogen, ist eine sogenannte „Ergänzungsuntersuchung“ durchzuführen, die 20 Prozent mehr als eine normale Hauptuntersuchung kostet.

Eine „Rückdatierung“ existiert seit dem Jahr 2012 mehr, das heißt, dass auch bei überzogener Hauptuntersuchung der Monat, in dem sie durchgeführt wird, als Beginn eines neuen 2-Jahres-Zeitraums gilt.

Über den Experten

Rechtsanwalt Michael Winter studierte in Tübingen Jura und ist seit 1989 auf verkehrsrechtlichem Gebiet tätig. Als Lehrbeauftragter an der dualen Hochschule Baden-Württemberg vermittelt seine Erfahrung auch im wissenschaftlichen Bereich. Das von ihm gegründete Unternehmen “WHW Seminar & Service” bildete seit 2001 durch interaktiver Seminare eine vierstellige Zahl von Verkehrsteilnehmern unter dem Firmenmotto: “Wissen Hilft Weiter“ in den Bereichen „Verkehrssicherheit und Verkehrsrecht“ weiter. Seit Beginn der Dieselskandale klagt Winter zudem zusammen mit seinen Kooperationspartnern gegen mehrere deutsche Automobilhersteller.Hier geht’s zur FOCUS-Online-Expertenwelt

Wenn das Fahrzeug bei der Prüfung durchfällt, ist es innerhalb eines Monats erneut vorzuführen. Selbstverständlich sind die Mängel unverzüglich (d.h. schon vor Ende dieses Zeitraums) zu beseitigen. Verstreicht die 1-Monats-Frist, ist eine vollständig neue, gebührenpflichtige Hauptuntersuchung fällig.

Sonderregeln für Saisonkennzeichen

Beim Saisonkennzeichen muss eine fällige HU erst „zu Beginn des nächsten Betriebszeitraums“ nachgeholt werden. Beispiel: Ist die Hauptuntersuchung im Januar fällig und das Fahrzeug mit einem Saisonkennzeichen ab April versehen, muss man auch erst im April zum TÜV.

Wer glaubt, sich diesen Pflichten dadurch entziehen zu können, dass er sein Fahrzeug auf einem Privatgrundstück abstellt und zugelassen „einmottet“, befindet sich übrigens im Irrtum: Jedes angemeldete Fahrzeug muss innerhalb der vorgeschriebenen Frist zur Hauptuntersuchung vorgeführt werden. Es zählt nämlich nicht die tatsächliche Nutzung, sondern die“ rechtlich zulässige“ Nutzung.

Überzogene HU und Versicherungsschutz

Wie sieht es nun bei einer überzogenen Hauptuntersuchung mit dem Versicherungsschutz aus?

Generell gilt, dass dieser auch bei überzogenem TÜV erst einmal grundsätzlich besteht. Jedoch wird im Falle einer Überziehung ein Versicherer gegebenenfalls prüfen, ob man grob fahrlässig gehandelt hat – das Fahren ohne TÜV kann sich im Übrigen bereits als leichte Fahrlässigkeit darstellen.

Passiert ohne TÜV ein Unfall, wird die Haftpflichtversicherung den gegnerischen Schaden regulieren. Stellt sie jedoch (beispielsweise mithilfe eines Gutachters) fest, dass der Unfall auf sicherheitsrelevanten Mängeln (die bei einer HU festgestellt worden wären) beruht, wird sie wegen einer sog. Obliegenheitsverletzung Regress bis zur Höhe von 5000 Euro fordern können.

Bei einem Unfall ohne Fremdschaden wird der Vollkaskoversicherer seine Eintrittspflicht genauestens prüfen und gegebenenfalls Kürzungen bis hin zur Leistungsverweigerung (das beste Beispiel sind abgefahrene Reifen und ein Aquaplaning-Unfall) vornehmen.


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