Ausgangssperre: Was verboten und was erlaubt ist und welche Strafen drohen

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Kontaktverbot in Deutschland, Ausgangsbeschränkungen in Bayern: Welche Regeln jetzt gelten – was noch erlaubt ist, wie hoch sind mögliche Strafen?

Ausgangsbeschränkung bundesweit: Kontaktverbot in Deutschland

Am Sonntag haben die Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel folgendes für alle Menschen in Deutschland beschlossen:

  • Die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands sind auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Konkrett: “Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.”
  • In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den Angehörigen aus dem eigenen Hausstand ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Meter einzuhalten.
  • Schließen müssen alle Restaurants und Friseure.
  • Bei Verstößen gegen die neuen Regeln könnten Strafen von bis zu 25.000 Euro verhängt werden.
  • Diese Maßnahmen sollen für mindestens zwei Wochen gelten.

“Genauso darf die Wohnung natürlich zum Einkaufen, für den Weg zur Arbeit oder zum Arzt verlassen werden. Wer Menschen pflegt oder ihnen beim Einkauf hilft, darf sich dafür ebenfalls im öffentlichen Raum bewegen”, hieß es.

Eine Ausgangssperre, von der in den vergangenen Tagen immer wieder die Rede war, verhängt die Politik ausdrücklich nicht. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte, eine bundesweite Ausgangssperre sei derzeit nicht das Mittel der Wahl.

“Nach unserer Einschätzung ist nicht das Verlassen der Wohnung die Gefahr. Die Gefahr ist der enge, unmittelbare soziale Kontakt.” Es gelte eine “Null-Toleranz-Politik gegen Regelbrecher”, sagte Laschet.

Die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote in den Bundesländern

Eine Gruppe von zwölf Ländern hatte sich bereits vor der Schaltkonferenz im Grundsatz auf ein umfassendes Kontaktverbot verständigt. Dazu gehörten Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen. Demnach sollte es sich ausdrücklich nicht um eine Ausgangssperre, sondern um eine Art Kontaktverbot im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus handeln.

Was die Bundesländer bereits bekannt gegeben haben:

Baden-Württemberg

  • In Baden-Württemberg dürfen von diesem Montag an wegen des Coronavirus nur noch zwei Menschen zusammen draußen sein.
  • Ausnahmen gibt es für Familien.
  • Neu ist auch, dass Menschen, die nicht gemeinsam in einem Haushalt leben, in der Öffentlichkeit einen Abstand von 1,5 Metern zueinander halten sollen.

Das sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach einer Telefonschalte der Ministerpräsidenten am Sonntag. Zuletzt galt, dass drei Menschen im Südwesten zusammen unterwegs sein durften.

Mehr dazu: Schulen, Veranstaltungen, Nahverkehr – Virus-Alarm in Baden-Württemberg: Wo das Leben stillsteht 

Brandenburg

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält die bislang verhängten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise in seinem Bundesland hingegen zunächst für ausreichend. “Die getroffenen Maßnahmen in Brandenburg wirken”, sagte er in Potsdam.

Um Sonntag um 19 Uhr will die Landesregierung weitere Informationen bekanntgeben.

Berlin

Der Berliner Senat hat weitreichende Ausgangbeschränkungen erlassen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Das berichten der “Tagesspiegel” und der RBB. Damit schließe sich der Senat den von Bundesregierung und Bundesländern gemeinsam beschlossenen Maßnahmen weitgehend an:

  • Demnach hätten sich die Berliner “ständig in ihrer Wohnung oder gewöhnlicher Unterkunft” aufzuhalten. Vereinzelt gebe es Ausnahmen.
  • Erlaubt seien nach den Plänen der Gang zur Arbeit, das Einkaufen sowie der Gang zum Arzt, zum Therapeuten oder ins Krankenhaus.
  • Auch „kurze Spaziergänge und individualsportliche Aktivitäten“, das Gassigehen, „unaufschiebbare Behördengänge“ und Trauerfeiern im engsten Familien- und Freundeskreis seien weiterhin möglich.

Hamburg

Auch Hamburg erlässt zur Eindämmung des Coronavirus weiterreichende Beschränkungen. Alle Restaurants werden geschlossen und Ansammlungen von mehr als sechs Personen untersagt, wie Bürgermeister Peter Tschentscher am Freitag nach einer Senatssitzung mitteilte. Ausnahmen gelten demnach für Lieferdienste sowie für Familien oder Gruppen von Berufstätigen.

Hessen

Hessen erlässt deshalb ein weitgehendes Kontaktverbot. Das teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Sonntag in Wiesbaden mit:

  • Menschen dürften grundsätzlich nur noch alleine aus dem Haus gehen.
  • Für Familien und Hausgemeinschaften gebe es Ausnahmen von dieser Regel.
  • Wer Unterstützung braucht, könne von einer zweiten Person begleitet werden.
  • Ab wann genau die Vorgaben gelten sei noch offen, sagte ein Regierungssprecher.

Um die Ausbreitung des Erregers zu verlangsamen, hat das Land Hessen schon die Tage zuvor weitreichende Maßnahmen beschlossen. Seit Montag findet an den Schulen kein Unterricht mehr statt, Kitas sind geschlossen.

Lesen Sie auch: Schulen, Kitas, Unis, Info-Hotlines – welche Folgen die Virus-Krise in Hessen hat 

Niedersachsen und Bremen

  • Restaurants und Cafés müssen ab Samstagabend schließen. Der Außer-Haus-Verkauf von Speisen soll aber weiter möglich bleiben. Es geht darum, größere Menschenansammlungen in Gaststätten zu unterbinden.
  • Auch in Bremen müssen Restaurants ab Samstag schließen.
  • Noch strikter als bisher wollen die Behörden gegen Touristen vorgehen, die die ostfriesischen Inseln nicht verlassen wollen. Bisher galt eine Frist bis 25. März. Nun müssen Urlaubsgäste die Inseln Norderney, Juist und Baltrum bis Sonntag verlassen.

Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) teilte am Sonntag in Düsseldorf mit:

  • Zur Eindämmung des Coronavirus verbietet die nordrhein-westfälische Landesregierung Ansammlungen ab drei Personen in der Öffentlichkeit.
  • Ausgenommen von dem Verbot sind Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. Auch dürfen minderjährige und unterstützungsbedürftige Personen begleitet werden. Ausnahmen gelten zudem für zwingend notwendige Zusammenkünfte aus geschäftlichen, beruflichen und dienstlichen sowie aus prüfungs- und betreuungsrelevanten Gründen.
  • Außerdem würden per Rechtsverordnung alle Restaurants und Gaststätten bis zum 19. April geschlossen.
  • Friseure, Massagesalons und Tattoo-Studios, bei denen Menschen eng aufeinander treffen, müssten ebenfalls schließen.
  • Ein komplettes Ausgangsverbot gibt es somit nicht.

Mecklenburg-Vorpommern

  • Mecklenburg-Vorpommern schließt wegen der Corona-Krise die Gastronomie im Land ab Samstagabend, 18.00 Uhr.

Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag nach einer Beratung mit der Tourismuswirtschaft und dem Hotel- und Gaststättenverband mit.

  • Für mindestens zwei Wochen sind Ansammlungen von mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben.
  • Außerdem müssen Friseure, Massagesalons und Tattoo-Studios schließen. Darauf einigten sich Bund und Länder am Sonntag.

Rheinland-Pfalz

Das Land Rheinland-Pfalz wird wegen der Ausbreitung des Coronavirus ein weitgehendes Kontaktverbot erlassen. Das kündigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Sonntag an.

  • Ansammlungen von mehr als zwei Personen im privaten wie im öffentlichen Bereich sind damit grundsätzlich verboten, ausgenommen davon sind Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.
  • Einkäufe oder andere notwendige Erledigungen werden aber erlaubt bleiben, auch Spaziergänge.
  • In der Öffentlichkeit müsse aber zu Personen außerhalb des eigenen Haushalts ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.
  • Die entsprechende Rechtsverordnung solle ab Dienstag (0.00 Uhr) gelten.
  • Verstöße in der Öffentlichkeit würden von Polizei und Ordnungsbehörden sanktioniert.
  • Sie ordnete am Freitag die Schließung von Gaststätten an.

Saarland

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte am Freitag angekündigt:

  • Seit Sonntag, 0.00 Uhr, gilt eine Ausgangsbeschränkung. Damit dürfen die Saarländer die eigene Wohnung nur noch verlassen, wenn sie dafür einen triftigen Grund haben.
  • Dazu gehörten der Weg zu Arbeit, notwendige Einkäufe oder Arztbesuche. Auch gemeinsame Spaziergänge etwa in der Familie mit Abstand zu anderen bleiben weiter möglich.

Sachsen

Am Sonntag hat auch das Bundesland Sachsen bekannt gegeben, Ausgangsbeschränkungen einzuführen. Das Land verschärft damit seine Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Ausgangsbeschränkung gilt von Montag 0 Uhr an für den gesamten Freistaat.

  • Danach ist das Verlassen von Wohnung oder Haus ohne triftigen Grund untersagt, wie Innenminister Roland Wöller (CDU) am Sonntag in Dresden sagte.
  • Wege zur Arbeit und zum Einkaufen bleiben demnach erlaubt.

Schleswig-Holstein

  • Private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Grillabende oder ähnliche Veranstaltungen sowie Ansammlungen von Personen im öffentlichen Raum mit mehr als fünf Teilnehmern sind untersagt.
  • Einzige Ausnahme ist, wenn Verwandtschaftsverhältnisse ersten Grades bestehen.

Ziel der Landesregierung sei es, auf Ausgangssperren zu verzichten, hatte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gesagt. Zuvor hatte die Landesregierung unter anderem strenge Auflagen für Touristen erlassen.

Thüringen

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) verwies auf den am Donnerstag ergangenen Landeserlass, mit dem das öffentliche Leben in Thüringen massiv beschränkt wurde. In diesem heißt es unter anderem allgemein:

  • “Veranstaltungen, Versammlungen und Ansammlungen werden verboten, einschließlich solcher unter freiem Himmel.”
  • Nach dem Beschluss der Regierungschefs vom Sonntag sind die Menschen in Deutschland angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den Angehörigen aus dem eigenen Hausstand ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Meter einzuhalten.

In Thüringen könnte Jena die erste Stadt sein, die Einschränkungen verhängt: So gilt nun ein Betretungsverbot für alle öffentlichen Orte ausgesprochen. Darunter fallen Straßen, Wege, Gehwege, Plätze, öffentliche Grünflächen, Parkanlagen, Parkplätze und der Stadtwald.

Gruppentreffen statt Kontaktvermeidung: Wie Menschen die Corona-Krise ignorieren

Berlin bereitet weitere Einschränkungen vor

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat angekündigt, dass es auch für die Hauptstadt härtere Einschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Krise geben wird.

Wie der Senat in einer Pressemitteilung am Samstag erklärte, müssen Gaststätten mit Tischbetrieb für den Publikumsverkehr geschlossen werden, Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern werden untersagt. Alles Weitere lesen Sie hier: Virus in Berlin: Restaurants müssen schließen – alle Maßnahmen im Überblick

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Die Corona-Pandemie schränkt den Alltag der Menschen in Deutschland ein. Vor allem für gefährdete Gruppen wie Senioren sind auch alltägliche Aufgaben mit einem Ansteckungsrisiko verbunden. Daher ist nun Solidarität gefragt! FOCUS Online hat deshalb die Aktion “#CoronaCare: Deutschland hilft sich” gestartet. Machen Sie mit!

Weitere Infos gibt es hier.

Ausgangsbeschränkungen in Bayern

Bayern hat am 21. März als erstes Bundesland ernst gemacht und landesweite Ausgangsbeschränkungen für die kommenden zwei Wochen erlassen. Zur Eindämmung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitreichende Ausgangsbeschränkungen angekündigt.

Die Maßnahmen sollen zunächst bis zum 3. April 2020, 24 Uhr, gelten. Die Polizei werde die Einhaltung der Maßnahmen kontrollieren. Wer gegen die Vorgaben verstoße, müsse mit hohen Bußgeldern von bis zu 25.000 Euro rechnen.

Ausgangssperre in Bayern verordnet: Das müssen Bürger jetzt wissen

Das Verlassen der eigenen Wohnung ist in Bayern ab Samstag, 0 Uhr, nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem:

  • der Weg zur Arbeit
  • notwendige Einkäufe in Supermärkten und Drogerien,
  • Arzt- und Apothekenbesuche
  • Hilfe für andere Menschen
  • Besuche von Lebenspartnern, Alten, Kranken oder Menschen mit Einschränkungen (außerhalb von Einrichtungen) und die Wahrnehmung des Sorgerechts im jeweiligen privaten Bereich
  • Sport wie bspw. Joggen und Bewegung an der frischen Luft
  • Begleitung Sterbender sowie Beerdigungen im engsten Familienkreis
  • Handlungen zur Versorgung von Tieren

All dies ist aber nur alleine oder mit den Personen erlaubt, mit denen man zusammenlebt.

Verboten ist ab Samstag, 0 Uhr, in Bayern:

  • Geschäfte wie Baumärkte und Friseure dürfen nicht mehr öffnen
  • Öffnung von Restaurants und Gaststätten untersagt; Ausnahmen bilden Drive-in/To-go-Lokale
  • Treffen mit Freunden auf öffentlichen Plätzen, Straßen und in Parks verboten
  • Sport und Spaziergänge im Freien sind in Gruppen oder mit Menschen, mit denen man nicht zusammenlebt, verboten

Schon vor einigen Tagen hatte Söder gewarnt:  “Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren. Das muss jedem klar sein.”

Surftipp: Ausgangssperre ausgerufen – Das bedeutet shutdown

Im Video: Feuerwehr-Patrouille unterwegs durch München – Bürger werden über Lautsprecher gewarnt

 

Was also käme bei einer womöglich sogar bundesweiten Ausgangssperre auf die Bürger zu? Fragen und Antworten im Überblick.

Wie wird eine mögliche Ausgangssperre durchgesetzt?

Aktuell wurde in Deutschland noch keine bundesweite Ausgangssperre ausgesprochen. Der Berliner Staatsrechtler Ulrich Battis betont, dass es bei einer möglichen Einschränkung der Grundrechte zunächst rechtliche Hürden zu überwinden gebe. Es sei aber unausweichlich und vertretbar, dass in der gegenwärtigen Situation unsere Freiheitsrechte eingeschränkt würden, so der Experte.

“Ohne weiteres können die Grundrechte natürlich nicht eingeschränkt werden”, sagte Battis der “Passauer Neuen Presse”. Das Infektionsschutzgesetz sei besonderes Polizeirecht und Gesundheitsrecht. “Da sind weitreichende Einschränkungen möglich”, fügte er hinzu. Die Maßnahmen des Bundes hätten hier nur empfehlenden Charakter. Die Durchsetzung sei Sache der Länder und Kommunen.

So haben bislang (Stand 20. März) einzelne Kommunen wie der oberpfälzische Landkreis Tirschenreuth in der Kleinstadt Mitterteich und zwei weiteren Gemeinden und auch die Stadt Freiburg strikte oder teilweise Ausgangssperren verhängt. Freiburg beschloss am Donnerstagabend eine Ausgangssperre für größere Gruppen, ein sogenanntes Betretungsverbot für öffentliche Orte.

Staatsrechtler Ulrich Battis

“Es ist völlig klar, dass es in einer solchen Notlage Einschränkungen geben kann und muss.”

Was ist bei einer Ausgangssperre verboten?

Wer keinen triftigen Grund hat, dürfte das Haus auf keinen Fall verlassen. Größere Treffen mit Freunden und Bekannten auf öffentlichen Plätzen und in Parks wären strikt untersagt.

Was zum Beispiel verboten sein könnte, zeigt sich bereits in Leverkusen. Dort dürfen die Menschen wegen der Coronakrise ab sofort bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr im Freien zusammenkommen. “Zusammenkünfte von 2 oder mehr Personen unter freiem Himmel” seien untersagt, heißt es in einer Allgemeinverfügung der Stadt vom Donnerstag. Ausnahme seien Gruppen, die zusammen wohnen, zum Beispiel Familien oder Wohngemeinschaften.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie lesen Sie im News-Ticker. 

Die Stadt Freiburg hatte wegen der Corona-Pandemie ein sogenanntes Betretungsverbot ausgesprochen. Es soll für öffentliche Orte von diesem Samstag bis zum 3. April gelten. Wer sich im Freien aufhalten möchte, dürfe das nur noch allein, zu zweit oder mit Personen, die im eigenen Haushalt lebten.

Was darf ich noch draußen tun?

Das ist nicht ganz so leicht zu beantworten, denn Ausgangssperren können sich von Fall zu Fall und von Kommune zu Kommune unterscheiden. In jedem Fall dürfen Bürger weiterhin notwendige Erledigungen machen wie etwa Einkaufen gehen oder Arztbesuche. Auch die Fahrt zur Arbeit, sofern nicht Home Office möglich ist, wäre mit Genehmigung weiterhin erlaubt.

Was bei einer möglichen Ausgangssperre in Deutschland noch erlaubt sein könnte, zeigt sich am Beispiel von Mitterteich in der Oberpfalz. Das zuständige Landratsamt hat zwölf Ausnahmen für die verhängte Ausgangssperre gemacht, bei denen das Verlassen der eigenen Wohnung bzw. des Hauses erlaubt sei: Darunter fallen Einkäufe für den Bedarf des öffentlichen Lebens, der Hin- und Rückweg zur Arbeitsstätte, Gassi gehen, Tanken, Geldabheben oder auch unbedingt notwendige Hilfeleistungen für Bedürftige.

Die für Mitterteich festgelegten Ausnahmen im Überblick:

  • Hin- und Rückweg zur jeweiligen Arbeitsstätte mit Bescheinigung des Arbeitgebers
  • Einkäufe für den Bedarf des täglichen Lebens innerhalb des Stadtgebiets Mitterteich
  • Besuche von Arztpraxen, Sanitätshäusern, Optiker, Hörgeräteakustiker und Gesundheitspraxen (z. B. Physiotherapieeinrichtungen) 
  • Apothekenbesuche innerhalb des Stadtgebiets Mitterteich
  • Besuche von Filialen der Deutschen Post
  • Tanken an Tankstellen
  • Geldabheben bei Banken
  • Hilfeleistungen für Bedürftige
  • Feuerwehrkräfte und Rettungskräfte auf dem Weg zum Stützpunkt oder Einsatzort
  • Notwendiger Lieferverkehr
  • Abgabe von Briefwahlunterlagen
  • Unabdingbare Versorgungen von Haustieren

Mitterteich bietet also eine Orientierung, was auch dem Rest Deutschlands bevorstehen könnte. Dennoch können die Regeln für Ausgangssperren – sofern nicht bundesweit einheitlich festgelegt – von Ort zu Ort variieren.

Welche Strafen drohen bei Missachtung?

Wer sich einer Ausgangssperre, die es so noch nicht gab seit Bestehen der Bundesrepublik, widersetzt, müsste laut Infektionsschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe rechnen. Diese Regelung umfasst aber eher vorübergehende als längerfristige Ausgangssperren, wie der Bayreuther Staatsrechtler Stephan Rixen gegenüber rbb.de erklärt.

Kann gegen eine Einschränkung der Grundrechte geklagt werden?

Eines steht fest: Eine Ausgangssperre ist ein massiver Eingriff in die Grundrechte der Bürger und würde das Recht auf Bewegungsfreiheit unterlaufen. Dass in Deutschland nun wegen der grassierenden Corona-Pandemie Freiheitsrechte eingeschränkt werden könnten, hält Staatsrechtler Battis aber für unausweichlich: “Es ist völlig klar, dass es in einer solchen Notlage Einschränkungen geben kann und muss.” Möglichen Klagen, etwa vor dem Bundesverfassungsgericht, sind laut dem Staatsrechtler in der jetzigen Situation nicht erfolgsversprechend: “Eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe gegen die Einschränkung der Grundrechte hätte keine Chance. Das Notfallkonzept ist zwingend, verhältnismäßig und sehr einleuchtend”, sagte Battis.

Bisher nur wenige Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung gemeldet

Die Polizei meldet vereinzelte Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung in Bayern. Generell seien die Menschen diszipliniert und würden sich an die Auflagen halten, ergaben Nachfragen bei den Polizeipräsidien am Sonntagmorgen. Bei den Verstößen handelte es sich um Einzelfälle.

In Mitterteich (Landkreis Tirschenreuth) in der Oberpfalz feierten fünf Männer eine Grillparty und posteten ein Selfie davon im Internet. Sie erwartet nun eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Mitterteich hatte bereits am Mittwoch bundesweit als erste Stadt eine Ausgangssperre verhängt. Der Grund für das Verlassen der eigenen Wohnung muss dort seitdem mit Zertifikaten oder Ausweisen nachgewiesen werden.

Im Einsatzbereich des Polizeipräsidiums in Ingolstadt wurde die Polizei in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu mehreren Einsätzen gerufen, die Beamten lösten dort eine Party mit 15 Gästen auf. In Elfershausen (Landkreis Bad Kissingen) erwischten Beamte in der Nacht einen 22-Jährigen und einen 20-Jährigen in einem Auto auf einem Feldweg. Keiner der beiden konnte begründen, warum sie sich dort aufhielten.

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lob


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