Ausgelaufenes Dieselöl in Sibirien erreicht Süßwassersee | Aktuell Europa | DW

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Der Gouverneur der Region Krasnojarsk, Alexander Uss, sagte russischen Medien: “Es ist ein wunderschöner See, (…) hier gibt es viele Fische und eine gute Biosphäre.” Ende Mai waren nahe der Stadt Norilsk mindestens 20.000 Tonnen Dieselöl aus einem defekten Tank ausgelaufen. Teile eines Naturreservates in der Arktis sind dadurch akut gefährdet.

Der Pjassinosee nördlich von Norilsk ist 70 Kilometer lang und 15 Kilometer breit. Aus dem See entspringt ein gleichnamiger Fluss, der für die Wasserversorgung der gesamten Taimir-Halbinsel wichtig ist. Der Fluss wiederum mündet in die Karasee, ein Randmeer des Arktischen Ozeans. Gouverneur Uss betonte, dass das Weitertreiben des Dieselstoffs unbedingt verhindert werden müsse.

Russland Norilsk Ölkatastrophe (picture-alliance/dpa/Press-service of Nornickel)

Mindestens 20.000 Liter Dieselöl haben die Natur verseucht – durch Absaugen soll der Schaden begrenzt werden

Hunderte Einsatzkräfte sind seit Tagen mit Reinigungsarbeiten beschäftigt. Bislang halten Ölsperren und Dämme den Brennstoff in den Flüssen nahe dem Kraftwerk weitgehend zurück. Am Montagabend hatten die Behörden allerdings eingeräumt, dass die schwimmenden Barrieren auf dem Fluss Ambarnaja die Ausbreitung des Ölteppichs nicht gestoppt hätten. Entweder sind die Barrieren “ineffektiv”, oder sie wurden zu spät errichtet, gab der stellvertretende Leiter des Zivilschutzes, Alexander Tschuprijan, zu bedenken.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat nach eigenen Angaben wegen geltender Corona-Beschränkungen bislang keinen Zugang zu dem verschmutzten Gebiet erhalten. Die Organisation warnte vor “verhängnisvollen Folgen”, falls die Verschmutzung die Karasee erreichen sollte.

Zu einem weiteren Unglück kam es nach Berichten der Agentur Interfax im Autonomen Bezirk der Nenzen am Montag am Polarmeer. Dort flossen rund zehn Tonnen Öl aus einem havarierten Bohrloch, nachdem es zu einem Druckabfall gekommen war. Die Situation sei zwar unter Kontrolle, hieß es. Durch schlechte Wetterbedingungen seien die Aufräumarbeiten aber erschwert worden.

uh/se (dpa, afp, rtr)



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