Beatmung von Covid-19-Patienten: Studie zeigt, wer besonders oft betroffen war

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Das deutsche Gesundheitssystem und besonders seine Krankenhäuser haben der Pandemie standgehalten. Anfang März, als die Horrorbilder aus Italien kamen, war das keineswegs sicher. Jetzt sehen die Verantwortlichen einigermaßen zuversichtlich auf die weiteren Entwicklungen. Und sie arbeiten die Erfahrungen der ersten Infektionswelle mit Sars-CoV-2 auf.

Zu dieser Aufarbeitung mit Ausblick in die Zukunft gehört auch die Datenanalyse, die das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) zusammen mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) durchgeführt hat und die jetzt im Fachmagazin „The Lancet“ erschienen ist.

Die Autoren um Christian Karagiannidis von den Kliniken Köln und Carina Mostert vom WIdO haben die Daten von 10.021 Covid-19-Patienten zusammengetragen, die von Ende Februar bis Mitte April 2020 in insgesamt 920 deutschen Krankenhäusern stationär behandelt worden waren.

Hohes Sterberisiko bei alten Menschen mit künstlicher Beatmung

Antworten auf die Frage, welche Patienten im Krankenhaus landeten, wie viele davon wie lang beatmet werden mussten und welche Patienten eine besonders hohe Sterblichkeit hatten, erleichtern die Ressourcenplanung für mögliche weitere Sars-CoV-2-Infektionswellen.

Die wichtigsten Daten im Überblick:

  • Die Krankenhauspatienten mit Covid-19 waren im Schnitt 72 Jahre alt.
  • Es wurden fast gleich viele Frauen (4822) wie Männer (5199) stationär behandelt.
  • Es starben 2229 Patienten, das entspricht 22 Prozent.
  • Durchschnittlich blieben die Covid-19-Patienten zwei Wochen im Krankenhaus. War eine Beatmung nötig, verlängerte sich der Durchschnittsaufenthalt auf 25 Tage, davon 13,5 Tage am Beatmungsgerät.
  • 1727 der Patienten (17 Prozent) mussten künstlich beatmet werden.
  • Männer brauchten doppelt so oft eine künstliche Beatmung wie Frauen (1147 gegenüber 580).
  • Wer beatmet werden musste, hatte im Schnitt mehr Vorerkrankungen, zum Beispiel Herz-Rhythmus-Störungen bei 43 Prozent der Betroffenen.
  • Die Überlebenschancen bei künstlicher Beatmung lag im Schnitt bei unter 50 Prozent. Bei den Unter-60-Jährigen starben jedoch nur 28 Prozent, bei den Über-80-Jährigen 72 Prozent.

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Auch wenn fast einem Viertel der Patienten im Krankenhaus nicht geholfen werden konnte – die Sterbequote lag nicht an einem Mangel an Betreuungsplätzen auf Intensivstationen, wie in anderen europäischen Ländern. Mit 33,9 Intensivbetten auf 100.000 Einwohnen stand Deutschland schon vor der Pandemie deutlich besser da als etwa England (10,5/100.000) oder Spanien (9,7/100.000).

Die Krankenhäuser hatten ihre Kapazitäten zusätzlich erweitert, teils ganze Intensiv- beziehungsweise Isolierstationen eingerichtet. Die Studienautoren ziehen daraus den Schluss: „Ein Schlüsselfaktor, um die Pandemie einzugrenzen, ist der Zugang zu und die Verfügbarkeit von Intensivbetten.“

Datenbasis für die weitere Planung in der Pandemie

Die Daten sind nach Einschätzung der Autoren eine Grundlage, die Auslastung der Beatmungsplätze für den weiteren Verlauf der Pandemie zu planen. Sie weisen darauf hin, dass der Anteil der Beatmungen in Deutschland im internationalen Vergleich recht hoch lag. Möglicherweise wurde in Deutschland angesichts freier Beatmungsplätze früher und häufiger als in anderen Ländern eine Beatmung begonnen.

Aufgrund ausreichender Kapazitäten in Deutschland wurden auch deutlich mehr alte Menschen intensivmedizinisch betreut als etwa im schwer betroffenen und schlecht ausgestatteten Großbritannien: Dort hatten nur 20 Prozent der Über-70-Jährigen ein Bett auf der Intensivstation und nur 2,6 Prozent waren älter als 80.

In Deutschland hingegen waren mehr als die Hälfte der auf einer Intensivstation behandelten Covid-19-Patienten über 70 und 23 Prozent über 80 Jahre alt.

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