Berlin: Polizei verzeichnet täglich 2 Vergewaltigungen

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Die Jagd auf ihn währte einen Monat. Sinisa K., 29, soll seit Juni an acht Tatorten im Südwesten Berlins und im Raum Potsdam über Frauen hergefallen sein. Stets mit derselben Masche soll er seine Opfer am helllichten Tage überrumpelt haben. Anfangs freundlich, so der Verdacht der Ermittler, gewann der Tatverdächtige ihr Zutrauen, dann packte er die Frauen, zerrte sie in ein Gebüsch und verging sich an ihnen. Beim achten Mal fiel der mutmaßliche Serienvergewaltiger der Polizei Mitte Juli in einem Waldstück in die Hände. Die wochenlange Fahndung nach Sinisa K. sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Das Entsetzen war groß.

Berlin: 210 Fälle von „gemeinschaftlicher oder besonders erniedrigender Vergewaltigung“

Dagegen tauchen viele vergleichbare schwere Fälle sexueller Übergriffe in der Bundeshauptstadt nur als Fallnotiz in den Listen der Strafverfolger auf. Allein zwischen März und Anfang Juli 2020 registrierte die Berliner Polizei 210 Fälle von „gemeinschaftlicher oder besonders erniedrigender Vergewaltigung“. Das heißt: In Berlin werden an jedem Tag im Schnitt fast zwei Frauen Opfer schwerer sexueller Gewalt. Zu den Betroffenen zählten 50 Minderjährige bis 16 Jahre, darunter auch 16 Kinder.

In knapp der Hälfte der Fälle ermittelt die Kripo gegen ausländische Tatverdächtige. Dies geht aus einem Bericht der Berliner Senatsverwaltung an den fraktionslosen FDP-Abgeordneten Marcel Luthe hervor. Der Prozentsatz liegt weitaus höher als der Bevölkerungsanteil von Ausländern an der Spree, den Statista für das vergangenen Jahr auf 19,2 Prozent bezifferte.

Besorgt mahnt der Berliner Liberale Luthe gegenüber FOCUS Online: „Der weit überproportionale Anteil ausländischer Tatverdächtiger zeigt, dass hier dringend die Ursachen geklärt und transparent diskutiert werden müssen. Und dann muss wirksame Kriminalprävention betrieben werden.“ Wer seine persönliche, ideologische Agenda wichtiger findet als die Bekämpfung dieser Taten „setzt die falsche politische Priorität“, meint Luthe. Zwar seien insgesamt deutlich weniger Straftaten erfasst, „aber nicht weniger brutale Sexualdelikte. Das sollte zu denken geben.”

Senatsreport: 144 Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs

In der Senats-Antwort werden Sexualdelikte in den vergangenen vier Jahren jeweils in den Monaten zwischen März und Anfang Juli aufgelistet. Nahezu 800 Fälle über die vergangenen vier Jahre sind demnach aktenkundig. Dazu gehören auch 13 Massenvergewaltigungen. Zugleich meldet der Senatsreport 144 Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs „widerstandsunfähiger Personen“.

So begann Ende März der Prozess gegen einen Iraker, einen Portugiesen und einen Deutschen vor dem Berliner Landgericht. Die drei Männer sollen einem 18-jährigen Mädchen ein halbes Jahr zuvor in einer Wohnung in Berlin-Schöneberg ein betäubendes Medikament in die Cola gemischt haben. Anschließend fielen sie reihum über die Wehrlose her. Als die Angeklagten fertig waren, spuckten sie ihr Opfer an, beschimpften es als „Schlampe“.

Ein weiterer Fall aus Berlin: Drei Iraker und eine syrische Jugendliche wurden im August 2019 zu hohen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten eine 16-jährige syrische Migrantin in eine Falle gelockt. Bedroht durch Messer musste die Schülerin vier Stunden lang ein Martyrium über sich ergehen lassen. Wie sich herausstellte steckte hinter dem Plan die gleichaltrige Angeklagte. Es war ein Racheakt. Weil das Opfer ihr die Freundschaft aufgekündigt hatte, sollte es durch den Missbrauch zu einer „Schlampe“ werden.

Jeder fünfte Beschuldigte war noch keine 21 Jahre alt

Knapp 1000 Menschen wurden im besagten Viermonatszeitraum von 2017 bis 2020 vergewaltigt. Dabei sind fast immer Frauen und Mädchen betroffen.

Seit Jahren steigen die Sexualstraftaten in der Bundeshauptstadt an – 2019 um 15 Prozent (4809 Fälle) gegenüber dem Vorjahr. „Zu den Sexualdelikten wurden insgesamt 2857 Tatverdächtige ermittelt“, teilte die Berliner Polizei bei der Bekanntgabe der Vorjahresstatistik im März mit. Demnach besaßen 36,6 Prozent der mutmaßlichen Täter keinen deutschen Pass. Diese Quote zählt alle Sexualstraftaten mit – angefangen bei der Nötigung bis hin zum schweren Missbrauch mit Waffen oder Werkzeugen. Jeder fünfte Beschuldigte war noch keine 21 Jahre alt.

Die Aufklärungsquote liegt bei Sexualverfahren mit 65 Prozent weit über dem Schnitt an der Spree. Denn bei allen Delikten findet die Polizei nicht mal zu jeder zweiten der zuletzt gut 513.000 registrierten Fälle einen Täter.

„Das ist unterirdisch”

Berlins Innensenator Andreas Geisel zeigte sich zwar „betroffen über die Zunahme bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“. Ansonsten befand der SPD-Politiker, dass die Berliner Polizei gute Arbeit leiste.

Dass die Hauptstadtpolizei im bundesweiten Ranking immer noch das Schlusslicht bei der Verbrechensaufklärung bildet, ließ er außen vor. „Das ist unterirdisch und trägt nicht dazu bei, das Sicherheitsgefühl der Berliner zu verbessern“, monierte hingegen die Berliner CDU nach der Veröffentlichung der neuen Kriminalitätszahlen.

Michael Kretschmer, Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Berlin, hat für das schlechte Abschneiden seiner Kollegen eine einfache Erklärung. Jahrelang habe die Politik am Personal gespart. „In vielen Direktionen fährt die Kripo auf Schmalspur, dadurch gehen uns viele Verfahren durch die Lappen“, erklärt Kretschmer. Inzwischen sei man allerdings aufgewacht. „Es soll mehr neue Kräfte für die Kriminalpolizei geben, aber bis die wirklich in den Kommissariaten ankommen, vergehen noch Jahre.“

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