Bodypositivity auf Instagram: Ich will meine Makel nicht schön finden müssen

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“Body-Positivity” auf Instagram: An alle Influencer: Ich will meine Cellulite nicht lieben müssen!

Statt auf meiner Lieblingsplattform „Instagram“ wie bisher gewohnt perfekt inszenierte Bilder vorzufinden, stoße ich vermehrt auf Dehnungsstreifen und Pickel. Die Message dahinter: Liebe dich, so wie du bist. Gleichzeitig boomen in den Story-Clips sogenannte „Beauty-Filter“ – wie passt das zusammen? Ein Kommentar.

Ex-Germanys-next-Topmodel-Teilnehmerin und Zweitplatzierte Elena Carriere ist das jüngste Beispiel: Auf Instagram teilte die Influencerin zwei Spiegel-Selfies, versehen mit den Hashtags „selflove“ (Selbstliebe) und „realvsfake“ (Wahrheit statt Unwahrheit). Auf den ersten Blick wirken die aneinandergereihten Bilder ziemlich ähnlich. Beide zeigen Model Carriere auf dem Boden sitzend in einem knappen Kleid.

Erst bei genauerem Hinsehen stelle ich fest: Während sie auf dem Foto links lasziv mit Schmollmund in die Kamera blickt und die Beine gekonnt in Szene setzt, versucht sie auf dem rechten Foto, gewollt „unattraktiv“ zu wirken. Sofern ein Model das eben kann.

Ist es nicht genauso „fake“, statt straffem Sixpack wabbelige Bauchfalten zu inszenieren?

Mühe gibt sich die 23-Jährige jedenfalls. Übertrieben beißt sie sich auf dem rechten Bild auf ihre Unterlippe, was den Eindruck von Hasenzähnen erwecken soll. Das graue Hängerkleidchen hat sie nun bis unter die Brust geschoben. Statt kerzengerade dazusitzen, geht sie ins Hohlkreuz, was eine vermeintliche „Speckrolle“ hervorbringen soll.

Darunter ermutigt sie ihre fast 500.000 Follower, ihrem Beispiel zu folgen: „Je realistischer, offener und authentischer du dich zeigst, desto mehr Menschen werden dich für das lieben, was du wirklich bist“.

Mit dieser Aussage mag Carriere zwar völlig richtig liegen, aber: Ist es nicht genauso „fake“, Hasenzähne und Fettröllchen durch eine bestimmte Haltung zu inszenieren? Schließlich bewege ich mich im „real life“ auch nicht permanent mit einem Katzenbuckel durch die Gegend, sodass sich mein Bauch wölbt.

Zelebrieren statt kaschieren: Für „Body-Positivity“-Anhänger werden Dehnungsstreifen zu „Tiger Stripes”

Die vermehrte Aufforderung, sich selbst zu lieben, kommt mir immer öfter auch auf privaten Social-Media-Profilen unter. Meine alte Schulfreundin Anna* etwa erklärt in ihren letzten Postings, jeder Körper sei „einzigartig und wunderschön“ – selbst wenn er nicht dem von der Gesellschaft konstruierten Schönheitsideal enstpreche.

 

„Body-Positivity“ nennt sich, wozu Model Elena und Ex-Kollegin Anna* im Netz aufrufen. Die Bewegung richtet sich vor allem an Frauen in sozialen Netzwerken und will diese ermutigen, den eigenen Körper vorbehaltlos zu lieben. Dehnungsstreifen etwa werden von Anhängern in „Tiger Stripes“ umbenannt und online regelrecht zelebriert statt kaschiert.

Gleiche Plattform, anderes Tool: Statt Selbstliebe beherrschen “Beauty-Filter” die Insta-Stories

In den aktuellen Instagram-Beiträgen wimmelt es also nur so vor „Selbstliebe“. Umso erstaunlicher empfinde ich es, dass bei den Instagram-Stories davon wenig zu spüren ist. Klicke ich mich durch die kurzen Clips, die 24 Stunden nach Aufnahme von selbst verschwinden, fällt auf: Viele Social-Media-Nutzer trauen sich nur mit einem „Filter“ vor die Frontkamera.

Instagram selbst bezeichnet diese „Filter“, die sich der User per Gesichtserkennung über das eigene Gesicht legen kann, als „Effekt“. In der eigens angelegten „Effektgalerie“ stoße ich auf tausende Angebote, das eigene Gesicht für den Social Media Auftritt etwas „zu tunen.“ So divers die Auswahl ist, desto ähnlicher der Effekt.

 

Je öfter ich die Filter ausprobiere, desto schöner finde ich sie – das macht mir Angst

In der Frontkamera erblicke ich mich selbst mit absurd schmalem Näschen, ebenso absurd weichgezeichneter Haut und bis zur Stirn ragenden Wangenknochen. Erschreckt stelle ich dabei fest: Während die veränderten Gesichtszüge anfangs noch zombieartig wirken, finde ich mit der Zeit Gefallen an meinen voluminöseren Lippen und den niedlichen Sommersprossen auf der Nase.

Drücke ich auf das „graue X“ und blicke nun wieder meinem eigenen, ganz unbearbeitetem Gesicht entgegen, bin ich von so viel „Realität“ fast enttäuscht.

Ich mag nicht permanent gezwungen werden, meine Pickel zu lieben

Egal ob Beauty-Filter in der Insta-Story oder Cellulite im Feed: Ich finde die Fixierung auf physische Merkmale anstrengend. Bevor ich nicht täglich mit Dehnungsstreifen in den sozialen Netzwerken konfrontiert wurde, habe ich mir über mein Bindegewebe überhaupt keine Gedanken gemacht. Die andauernde Aufforderung, vermeintliche Makel schön finden zu müssen, ist mit genauso viel Druck belastet, wie einen makellosen Körper aufweisen zu müssen.

Wäre es nicht viel entspannter, unserem Aussehen erst gar nicht so einen hohen Stellenwert zuzuschreiben? Dieser Wunschgedanke hat längst einen Namen: „Body-Neutrality“. Ich bin gespannt, wann Elena und Anna* ihn als Hashtag für sich entdecken.

*Name von der Redaktion geändert

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