Börse: Buffett schmeißt Bankaktien raus – und setzt auf Goldförderer

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Wie aus der vierteljährlichen Aktionärsmitteilung hervorgeht, die Buffetts Investoren-Gesellschaft Berkshire Hathaway am Wochenende veröffentlich hat, verkaufte der Investor sämtliche Aktien der US-Investment Bank Goldman Sachs . Darüber hinaus reduzierte er seine Anteile an JPMorgan  Chase gleich um 61 Prozent sowie an der Großbank Wells Fargo  und der in Pennsylvania beheimateten PNC-Bank.

Buffett behandelt seine Bankbeteiligungen damit genauso wie die von Energieunternehmen und Fluggesellschaften, die er bis vor kurzem noch in seinem Milliarden-Depot geführt hatte. Den Totalverkauf der Airline-Beteiligungen hatte Buffett bereits im Mai angekündigt und sich zum Schluss auch von den amerikanischen Prestige-Gesellschaften Delta und Southwest getrennt.

Bei den Energieunternehmen hatte Buffett zuletzt seine Occidental-Papiere abgestoßen – trotz einer üppigen Dividendenvereinbarung, bei der „Oxy“ eine kräftige Rendite von acht Prozent exklusiv an Berkshire-Hathaway  gezahlt hatte. Buffett hatte den Energieriesen zuvor bei der Übernahme von Anadarko unterstützt. Als die Ölpreise in diesem Frühjahr wegen stillstehender Flugzeuge und einer rapide sinkenden Nachfrage Rekordtiefs erreicht hatten, waren US-Energieunternehmen wie Occidental ins Wanken geraten. Occidental hat deswegen seine Dividende an alle Aktionäre – außer an Buffett – auf nur noch einen Cent pro Aktie gesenkt.

Fürchtet Buffett die Bankenkrise?

Auf der Verkaufsliste standen bei Buffett auch alle seine Anteile an Restaurant Brands International, dem Besitzer von Fast-Food-Restaurants wie Burger King und Popeyes. Sie stecken in der Krise, seit Kunden aus Sorge, sich mit Corona anzustecken, zu Hause bleiben und darüber hinaus regionale Bestimmungen die Schließung einiger Restaurants erzwingen.

Bankaktien haben bisher zwar nicht annährend so viel ihres Wertes an der Börse verloren, wie Fluggesellschaften, Gastronomieketten oder Energieunternehmen. Aber offenbar sieht Buffett kein weiteres Potenzial mehr in den Papieren. Möglicherweise befürchtet er sogar einen Absturz, weil die US-Geldhäuser ähnlich wie ihre Mitbewerber in Deutschland und Großbritannien steigende Kreditausfälle erwarten und entsprechende Risikovorsorge-Positionen aufbauen müssen.

In Deutschland haben bisher Deutsche Bank  und Commerzbank  genauso wie die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen eingeräumt, dass sie steigende Kreditausfälle befürchten, wenn es zu Insolvenzen in der Wirtschaft kommt. Derzeit ist das nicht absehbar, weil eine vorübergehende Gesetzesänderung Firmen nicht zwingt, bei einer Überschuldung Insolvenz anzumelden.

Trendwende: Buffett setzt in großem Stil auf einen Goldförderer

Buffett hat, wie aus seinen jetzt vorgelegten Zahlen hervorgeht. zwischen April und Juni weit mehr Werte verkauft als gekauft. Als die Coronavirus-Krise eskalierte, fügte der gefeierte Investor seinem Portfolio nur eine einzige neue Aktie hinzu: Barrick Gold , ein in Kanada ansässiges Bergbauunternehmen, dessen Aktienkurs ähnlich wie der Goldpreis gehandelt wird.  Das Überraschende daran: Buffett hat jahrelang klar gemacht, dass er von Gold  und auch den Förderern nur sehr wenig hält.

Der Preis von Gold ist in diesem Jahr bisher um knapp ein Drittel gestiegen, weil Investoren das Edelmetall als sicheren Hafen für ihr Geld betrachten. Die kanadischen Minenbetreiber von Barrick haben den Kursanstieg des Edelmetalls mit einem Anstieg ihrer Aktien um 45 Prozent in diesem Jahr noch deutlich in den Schatten gestellt. Buffett hat damit wieder einmal seinen Ruf als Star-Investor unter Beweis gestellt, sein Depot von Barrick-Aktien ist inzwischen rund 565 Millionen Dollar wert, von der Größe her die Nummer 22 in Buffetts Depot.

Im Hauptquartier der Investment-Gesellschaft Berkshire in Omaha war jedoch auch sonst nicht alles völlig ausverkauft. Neben seinem Engagement bei dem Bergbau-Unternehmen verstärkte Buffett seine Position bei der Supermarkt-Kette Kroger, beim Medienkonzern Liberty-Media und bei Store-Capital, einem Immobilieninvestment-Trust.

Unterm Strich jedoch fällt auf, wie wenig Buffett im zweiten Quartal 2020 gekauft hat, obwohl die Erholung der Börse vom Corona-Schock längst eingesetzt hat und bereits wieder neue Allzeithochs in Sicht sind. Das Orakel von Omaha folgt damit offenbar dem Credo aus seinem Aktionärsbrief von 1986: „Wir haben Angst, wenn andere gierig sind. Und wir sind nur dann gierig, wenn andere Angst haben.“

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