Börse: Bundesbank-Chef nennt Rezession unvermeidlich, EU lockert Haushaltsregeln

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Die Angst vor den Folgen des Coronavirus hat die Börsen stark fallen lassen. Die Aussichten für die Wirtschaft sind schlecht. Doch Politiker und Notenbanken stellten Milliarden bereit. Verfolgen Sie die Entwicklung im News-Ticker von FOCUS Online.

Bundesbank-Präsident Weidmann: “Rezession unvermeidlich”

Topmeldung (Samstag, 21. März, 07.29 Uhr): Bundesbank-Präsident Jens Weidmann geht wegen der Coronavirus-Krise von einer Schrumpfung der Wirtschaftskraft aus. “Eine Rezession in Deutschland ist jetzt wohl unvermeidlich”, sagte Weidmann der “Welt” (Samstag). Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus seien aber nötig, um die Ausbreitung zu stoppen.

Weidmann befürwortet die bisherigen Schritte der Bundesregierung bei der Bekämpfung der Epidemie. “Die Bundesregierung hat schnell und richtig gehandelt. Zentral erscheint mir, das Vertrauen der Bürger in das staatliche Handeln zu bewahren.” Dazu müsse der Staat auch die ökonomischen Folgen für die Menschen und die Unternehmen eindämmen und nach der Epidemie entschlossen bei der Wiederbelebung der Wirtschaft helfen. “Die Geldpolitik unterstützt, sie kann aber diesmal bei der Verteidigung nicht an vorderster Front stehen.”

Insgesamt stehe Deutschland dank solider Staatsfinanzen gut da, um die Krise zu stemmen, sagte Weidmann. “Es war genau richtig, dass Deutschland den Staatshaushalt in Zeiten guter Konjunktur konsolidiert hat. Dadurch sind jetzt Spielräume da, um mit dieser schweren Krise umzugehen.”

EU-Kommission kündigt wegen Corona-Krise Aussetzung der Defizitregeln an

Topmeldung (17.45 Uhr): Wegen der Corona-Krise will die EU-Kommission in einem nie dagewesenen Schritt die europäischen Regeln für Haushaltsdefizite der Mitgliedstaaten bis auf Weiteres aussetzen. Erstmalig aktiviere die Behörde “die allgemeine Ausweichklausel” im EU-Stabilitätspakt, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag. “Der Schritt bedeutet, dass nationale Regierungen so viel Liquidität wie nötig in die Wirtschaft pumpen können.”

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Bundesregierung plant Nachtragshaushalt von 150 Milliarden Euro

10.56 Uhr: Zur Linderung der Folgen der Corona-Pandemie plant die Bundesregierung einen Nachtragshaushalt von 150 Milliarden Euro. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstagmorgen aus Koalitionskreisen. Zuvor hatte der Deutschlandfunk darüber berichtet. Enthalten in den 150 Milliarden ist auch Geld für einen Unternehmensrettungsschirm, das bei Beteiligungen nicht auf die Schuldenbremse angerechnet wird.

Die Bundesregierung will auch die Notfallregelung in der Schuldenbremse ziehen. So soll ermöglicht werden, dass sich der Bund in der Corona-Krise deutlich höher verschuldet als bisher erlaubt. Über die Höhe eines Nachtragshaushaltes war am Freitag noch nicht endgültig entschieden worden, im Gespräch war zunächst ein Volumen zwischen 60 und 100 Milliarden Euro gewesen.

Dax erholt sich deutlich, hält Marke von 9000 Punkten aber nicht

17.54 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach Erholungsgewinnen am Vortag zum Wochenschluss weiter stabilisiert. Allerdings bröckelten die Gewinne am Freitag im Handelsverlauf etwas ab: War der deutsche Leitindex zur Eröffnung noch um fast sieben Prozent gestiegen, so ging er letztlich mit einem Plus von 3,70 Prozent auf 8928,95 Punkte ins Wochenende. Die Marke von 9000 Punkten hielt der Index damit nicht.

Am Vortag hatte der Dax um zwei Prozent zugelegt. Für die vergangenen fünf Handelstage indes ergibt sich angesichts der andauernden Verunsicherung durch die Coronavirus-Krise immer noch ein Verlust von 3,3 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte stieg am Freitag um 5,18 Prozent auf 19.521,15 Punkte.

Die geld- und fiskalpolitischen Interventionen von Notenbanken und einzelnen Staaten haben die Börsen laut Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets aktuell “in eine stabile Seitenlage gebracht”. Die heftigen Schwankungen nähmen zugleich etwas ab, was auch der Beruhigung am Ölmarkt zu verdanken sei.

Euro erholt sich nach Talfahrt

17.09 Uhr: Der Eurokurs hat sich am Freitag etwas von seinen jüngsten starken Verlusten erholt. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,0734 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0707 (Donnerstag: 1,0801) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9340 (0,9258) Euro.

Im asiatischen Handel hatte der Euro mit 1,0653 Dollar zwischenzeitlich so wenig wie letztmalig vor etwa drei Jahren gekostet. Die tendenzielle Erholung am Freitag, die zeitweise über 1,08 Dollar geführt hatte, erklärten Marktteilnehmer mit der besseren Stimmung an den Börsen. Die Donnerstagnacht verkündeten Notfallmaßnahmen der EZB wirkten auch am Freitag noch positiv nach. Der US-Dollar war vor diesem Hintergrund als Hort der Sicherheit weniger stark gefragt. Er gab zu vielen Währungen nach, so auch zum Euro.

Belastet wird der Dollar zudem durch die Befürchtung einer schweren Rezession in den USA. Am Donnerstag hatten bereits amerikanische Arbeitsmarktdaten erste Risse offenbart. Die Fachleute von der US-Bank Goldman Sachs rechnen mit einem sehr schnellen und starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. Ökonomen kalkulieren in der kommenden Woche mit rund 750.000 wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe – das wäre ein massiver Anstieg. Am Markt wurde auch auf die Ausgangssperre im großen US-Staat Kalifornien verwiesen, die das Ausmaß der Virus-Krise spiegele.

Trigema und Eterna stellen auf Masken um

16.40 Uhr: Der schwäbische Bekleidungshersteller Trigema hat wegen der Corona-Pandemie seine Produktion teilweise auf Mund- und Nasenschutz-Masken umgestellt. Seit dem Vortag seien bereits die ersten 10.000 Masken hergestellt worden, sagte Unternehmenschef Wolfgang Grupp am Freitag. “In der nächsten Woche gehen wir auf bis zu 70.000 Stück hoch, und übernächste Woche können wir dann rund 100.000 Masken schaffen.” Dem Unternehmen lägen schon Aufträge für mehr als 200.000 Stück etwa von Kliniken, Pflegeheimen, Behörden und anderen vor. Um die Nachfrage bedienen zu können, werde auch samstags gearbeitet. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Auch der Hemdenhersteller Eterna aus dem niederbayerischen Passau hat angesichts der Corona-Krise mit der Produktion von Gesichtsmasken begonnen. Nach den Schließungen im Einzelhandel sei die Herstellung von Hemden und Blusen stark heruntergefahren worden, teilte das Unternehmen mit. Im slowakischen Eterna-Werk sei stattdessen die Produktion auf Schutzmasken umgestellt worden. Künftig sollen bis zu 25.000 Masken pro Tag gefertigt werden. Auftraggeber sei die slowakische Regierung. Mit dieser Maßnahme könne die Umstellung auf Kurzarbeit verhindert werden.

Bei Trigema hieß es, wegen der Corona-Krise sei rund 50 Prozent des Absatzes weggebrochen. “Da war ich nicht ganz undankbar, dass ich vorher großspurig gesagt habe: Ich kann das nähen”, sagte Grupp. Der Preis liege bei einer Abnahme von 1000 Stück bei sechs Euro pro Maske. Da man sie waschen und kochen könne, seien sie jedoch wiederverwertbar und auf Dauer günstiger als Wegwerfmasken.

Allerdings sind die Masken nicht für intensivmedizinische Bereiche geeignet, da sie die Schutzklassen FFP2 oder FFP3 nicht erfüllten. “Sie sind beispielsweise für Pflegepersonal, Firmen, Behörden und so weiter gedacht”, sagte Grupp.

Tesla-Aktien springen an – DZ Bank stuft ab

15.51 Uhr: Die Aktien des Elektroautoherstellers Tesla waren am Freitag inmitten einer breiten Erholung am Markt gefragt – trotz einer neuen Abstufung. Die DZ Bank stufte den fairen Wert der Aktie von 360 auf 250 US-Dollar ab und riet zum Verkauf der Papiere.

Nichtsdestotrotz stiegen die Tesla-Aktien am Freitagnachmittag um 7,5 Prozent auf 459 Dollar. Vom Hoch aus haben die Papiere aber immer noch mehr als die Hälfte ihres Werts eingebüßt.

Notenbanken kämpfen gegen Dollar-Knappheit

15.48 Uhr: Die großen Notenbanken der Welt gehen in der Virus-Krise noch intensiver gegen die derzeitige Dollar-Knappheit vor. Wie die federführende US-Notenbank Fed am Freitag in Washington mitteilte, werden bestehende Leihgeschäfte in US-Dollar häufiger durchgeführt. Geschäfte mit siebentägiger Laufzeit werden anstatt wöchentlich ab kommendem Montag täglich vorgenommen. Sie sollen bis mindestens Ende April laufen. Ungeachtet dessen gibt es weiterhin Geschäfte mit dreimonatiger Laufzeit.

Die Ausleihungen, auch Swaps genannt, dienen der Versorgung der Geschäftsbanken in den jeweiligen Ländern mit Dollar-Liquidität. Diese ist infolge der Virus-Krise knapp geworden, weil die Banken eine hohe Vorsichtskasse halten und reichlich Dollar nachfragen. Der Dollar ist die weltweit dominierende Währung für Handels- und Finanzgeschäfte. Wird er knapp, kann das schwerwiegende Konsequenzen für das Finanz- und Handelssystem haben. Beteiligt an der Auktion sind neben der Fed die Notenbanken der Eurozone (EZB), Großbritanniens, Japans, Kanadas und der Schweiz.

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Auch Schweiz legt Konjunkturprogramm gegen Krise auf

15.37 Uhr: Der Schweizer Bundesrat unterstützt die Wirtschaft in der Coronakrise. In einem Konjunkturprogramm sollen zusätzlich 32 Milliarden Franken bereitgestellt werden, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss. Insgesamt stehen damit über 40 Milliarden Franken zur Stützung der Konjunktur bereit.

Mit 20 Milliarden Franken greift der Bundesrat Unternehmen mit Liquiditätsproblemen unter die Arme. Zu diesem Zweck wird ein Garantieprogramm auf den Weg gebracht. Außerdem haben ab sofort unter anderem auch Angestellte mit einem befristeten Arbeitsvertrag und Teilzeitbeschäftigte Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Das Verfahren wird vereinfacht.

Strabag meldet Kurzarbeit an

15:24 Uhr: Österreichs größter Baukonzern Strabag wird aufgrund der Coronavirus-Krise für zunächst drei Monate in der Alpenrepublik Kurzarbeit anmelden. Das teilte das Unternehmen am Freitag in Wien mit. Wie viele der 11000 Mitarbeiter in Österreich betroffen seien, werde noch festgelegt, sagte eine Sprecherin.

Konzernweit beschäftigt Strabag rund 77000 Menschen. “Das Gespenst der ‘Kündigung aller Mitarbeitenden’ ist damit vom Tisch, und darüber bin ich sehr froh”, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Birtel laut Mitteilung. Bereits am Mittwoch hatte der Konzern verkündet, dass der Betrieb auf den rund 1000 Baustellen in Österreich vorerst eingestellt werde.

Söder: Kein Ausverkauf deutscher Firmen nach Corona-Krise

14.33 Uhr: Bayern will einen Ausverkauf von Unternehmen verhindern, die durch die Corona-Krise geschwächt sind. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädierte am Freitag dafür, bei Bedarf Übernahmen deutscher Firmen und Technologie durch ausländische Investoren zu verbieten. “Wenn am Ende dieser Krise steht, dass nahezu die gesamte bayerische und deutsche Wirtschaft in ausländischer Hand ist, wir keine Steuerungsoptionen mehr haben, dann ist das nicht nur eine medizinische Krise”, sagte Söder. “Dann ist das auch eine komplette Änderung der weltwirtschaftlichen Ordnung. Auch dagegen müssen wir uns wappnen.”

US-Börsen dürften Stabilisierung fortsetzen

14.08 Uhr: Nach der Stabilisierung am Vortag zeichnen sich an den US-Börsen am Freitag Gewinne ab. Damit dürften sich die großen US-Indizes der Erholungsbewegung an den europäischen und asiatischen Aktienmärkten anschließen. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial etwa eine Stunde vor Handelsstart rund 1,3 Prozent höher bei 20.087 Punkten. Der vierfache Verfall von Futures und Optionen könnte die Volatilität nochmals anfachen.

Dow Jones
19.173,98
Pkt.

Außerbörslich

Nach dem massiven Kursverfall nimmt eine Erholung Gestalt an. “Es scheint, als ob vielen verschiedenen Maßnahmen von Regierungen und Notenbanken die Märkte nun endlich beruhigen”, schrieb Marktanalyst David Maddden von CMC Markets in einem Kommentar. So hatte die US-Notenbank ihre Dollar-Hilfen am Donnerstag ausgeweitet.

Auch technisch hat sich die Lage entspannt. “Der Markt scheint sein neues Niveau fürs erste gefunden zu haben”, schrieb der technische Analyst Marcel Mussler in einem Tageskommentar. Der S&P 500 , der am Donnerstag mit 2409 Punkten geschlossen hatte, könnte nun ein erstes Zeichen setzen. “Nach oben geht es signaltechnisch um den kurzfristigen Abwärtstrend bei 2440 Punkten. Ab dann stehen die kurzfristigen Erholungschancen erst einmal im Vordergrund”, erklärte Mussler.

McDonald’s vermittelt Mitarbeiter an Aldi

14 Uhr: McDonald’s Deutschland unterstützt in der Corona-Krise Aldi Nord und Aldi Süd. Mitarbeiter, die durch eingeschränkten Restaurantbetrieb betroffen sind, sollen dabei schnell an die Discounter vermittelt werden. Hintergrund der Initiative ist, dass die Supermärkte gerade massiv Personal brauchen. Die Verbraucher kaufen mehr als üblich ein.

Für die Kooperation haben McDonald’s Deutschland und Aldi eine Personalpartnerschaft geschlossen. Dabei werden Mitarbeiter von McDonald’s gezielt an Aldi vermittelt und dort nach Bedarf eingesetzt. Sie werden zu den bei Aldi üblichen geltenden Konditionen befristet eingestellt und können nach dem Einsatz wieder zu McDonald’s zurückkehren.

Aktuell sind deutschlandweit viele McDonald’s Restaurants geöffnet, allerdings mit beschränkten Öffnungszeiten. Je nach Verordnung der jeweils zuständigen Behörden in den Städten und Kommunen kommen daneben bestimmte Regelungen hinsichtlich Mindestabstand sowie einer begrenzt erlaubten Gästeanzahl in den Restaurants dazu.

Ölpreise erholen sich nach massivem Preissprung weiter

13.40 Uhr: Die Erholung der Ölpreise hat am Freitag an Schwung verloren. Die Notmaßnahmen führender Notenbanken im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise vom Vortag wirkten jedoch weiter stützend auf die Kursentwicklung. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 29,30 US-Dollar. Das waren 83 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI stieg um 85 Cent auf 26,07 Dollar. Im Tagesverlauf mussten die Ölpreise jedoch einen Teil der frühen Gewinne wieder abgeben.

db Ölpreis Brent
27,27
USD

Außerbörslich

Nachdem die Ölpreise in den vergangenen Tagen im Zuge der Corona-Krise und des Preiskriegs führender Ölförderländer auf ein Tief seit 18 Jahren gesackt waren, hat seit der Wochenmitte eine Erholung eingesetzt. Am Donnerstag konnte beim US-Ölpreis in der Spitze ein Rekordanstieg auf Tagessicht um 21 Prozent verzeichnet werden. Diese Dynamik ist inzwischen etwas abgeflacht.

Anleihenkurse steigen, Renditen fallen europaweit

13.06 Uhr: Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Freitag gestiegen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future legte bis zum frühen Nachmittag um 0,60 Prozent auf 169,77 Punkte zu. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf minus 0,29 Prozent.

Auch in vielen anderen Ländern der Eurozone stiegen die Kurse, wobei der Anstieg in Italien überdurchschnittlich stark ausfiel. Die Rendite fiel auf 1,64 Prozent. Am Mittwoch war sie noch auf rund 3 Prozent in die Höhe geschnellt. Griechische zehnjährige Anleihen gaben derweil zuletzt wieder etwas nach.

Insgesamt zeigte am Rentenmarkt die jüngste Notmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise weiter Wirkung. Die EZB hatte in der Nacht zum Donnerstag ein neues Kaufprogramm von Anleihen mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro angekündigt. Am Vortag hatten vor allen Staatsanleihen der wirtschaftlich schwachen Länder Italien und Griechenland stark von der Maßnahme profitiert.

Dax auf solidem Kurs – Markt ist erheblich “überverkauft”

12.11 Uhr: Am deutschen Aktienmarkt haben die Kurse am Freitag die Stabilisierung fortgesetzt. Der Leitindex Dax stieg am Vormittag um 4,75 Prozent auf 9019,10 Punkte und überwand damit wieder die Marke von 9000 Punkten. Am Vortag hatte er bereits um zwei Prozent zugelegt. “Von einer Erholung zu sprechen, wäre verfrüht. Aber wir sehen zumindest erste Anzeichen einer Stabilisierung an den Börsen”, schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Der MDax stieg um 5,9 Prozent auf 19.663,08 Punkte. Von den 60 Indextiteln verzeichneten zehn Aktien prozentual zweistellige Aufschläge. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 5,7 Prozent zu.

Die Analysten der Bank HSBC argumentieren, der deutsche Aktienmarkt sei mittlerweile erheblich “überverkauft”. So wiesen beispielsweise alle 30 Dax-Titel auf Jahressicht prozentual zweistellige Verluste auf. Rund die Hälfte der Schwergewichte komme gar auf Einbußen von mehr als 35 Prozent. Die Experten sprachen von einem “Extremzustand”.

Regierung will auf Notfallregelung bei Schuldenbremse zurückgreifen

11.21 Uhr: Die Bundesregierung will die Notfallregelung in der Schuldenbremse ziehen und so ermöglichen, dass sich der Bund deutlich höher verschulden kann. Nach dpa-Informationen soll das Kabinett am Montag eine entsprechende Regelung beschließen, der Bundestag soll im Laufe der Woche zustimmen.

Die Schuldenbremse ist seit 2009 im Grundgesetz verankert. Sie sieht vor, dass Einnahmen und Ausgaben grundsätzlich ohne neue Kredite auszugleichen sind. Die Regelung ermöglicht grundsätzlich nur, dass sich der Bund leicht verschulden kann, mit bis zu 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Laut Artikel 115 kann diese Obergrenze aber in Notfällen überschritten werden – etwa im Falle von Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen, die sich “der Kontrolle des Staates entziehen und die staatliche Finanzlage erheblich beeinträchtigen”. Der Notfallregelung muss die Mehrheit des Bundestages zustimmen. Der Bund muss in diesem Fall zugleich einen Tilgungsplan für die Schulden aufstellen.

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