Börse: Fed stellt Dollar aus Europa unter Quarantäne – US-Ölpreis bricht ein

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Das Coronavirus schüttelt die Märkte kräftig durcheinander. Zum Wochenauftakt schlitterte der Dax weiter ungebremst ab. Allein in der vergangenen Woche büßte der Dax rund 20 Prozent ein – der zweitgrößte Wochenverlust aller Zeiten. Immer mehr Firmen ergreifen Maßnahmen gegen die Krise, die Politik versucht zu helfen. Verfolgen Sie die Entwicklung im News-Ticker von FOCUS Online.

EZB setzt 750-Milliarden-Euro-Notfallprogramm auf

Topmeldung (Donnerstag, 19. März, 00.23 Uhr): Die Europäische Zentralbank (EZB) will als Reaktion auf die schnell fortschreitende Ausbreitung des Coronavirus ein Notfallprogramm mit einem Umfang von 750 Milliarden Euro umsetzen.  Das teilte sie am späten Mittwochabend auf ihrer Website mit. Demzufolge wolle sie staatliche und öffentliche Wertpapiere aufkaufen, um einer negativen Entwicklung des Euro-Kurses entgegenzuwirken. Das Programm soll mindestens bis Ende des Jahres laufen.

Wall Street stellt traditionellen Parketthandel ein

Topmeldung (23.24 Uhr): Die New Yorker Börse, besser bekannt als Wall Street, stellt angesichts der aktuellen Entwicklung und Ausbreitung des Coronavirus den berühmten Parketthandel vorübergehend ein. Das teilte die Börse am Mittwochabend (MESZ) via Twitter mit. Demnach soll der Parketthandel ab dem 23. März komplett eingestellt werden, alle Transaktionen werden dann im elektronischen Handelssystem abgewickelt. Die Maßnahme werde zum Schutz der Mitarbeiter und der “Parket Community” ergriffen. Der Handel gehe allerdings uneingeschränkt und ohne Unterbrechung weiter, hieß es.

 

US-Autoriesen stoppen Produktion ebenfalls

Topmeldung (19.09 Uhr): Die größten US-Autobauer General Motors (GM) und Ford haben sich mit der Branchengewerkschaft UAW auf einen vorübergehenden Produktionsstopp in Nordamerika aufgrund der Coronavirus-Krise geeinigt. Die Sicherheit der Mitarbeiter gehe vor, betonte GM-Chefin Mary Barra am Mittwoch in Detroit. Fords Nordamerika-Chef Kumar Galhotra sprach von “beispiellosen Zeiten”.

Die Bänder sollen in den USA, Kanada und Mexiko zunächst bis zum 30. März stillstehen. Laut US-Medienberichten setzt auch der dritte große US-Autobauer Fiat Chrysler die Produktion vorübergehend aus. Die Autogewerkschaft UAW hatte die Hersteller in den letzten Tagen immer stärker unter Druck gesetzt, die Produktion zur Sicherheit der Beschäftigten anzuhalten.

So gut wie alle deutschen und europäischen Hersteller hatten zuvor ähnliche Maßnahmen verkündet.

US-Börsen unterbrechen Handel – Dow Jones mit massivem Verlust

Topmeldung (18.06 Uhr): An den US-Börsen ist am Mittwoch erneut ein “Circuit Breaker” ausgelöst worden: Der marktbreite S&P 500 fiel während des Handels um über sieben Prozent, der Handel wurde daher um zunächst 15 Minuten unterbrochen. In den vergangenen Wochen lösten wegen der hohen Volatilität der Börsen bereits mehrfach “Circuit Breaker” am US-Aktienparkett aus.

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Nach Wiederaufnahme des Handels stürzte der Leitindex Dow Jones zeitweise um mehr als 10 Prozent in die Tiefe auf den niedrigsten Stand seit November 2016. Zuletzt notierte der US-Leitindex 8,67 Prozent tiefer bei 19.395,94 Zählern, nachdem er am Dienstag noch um mehr als 5 Prozent gestiegen war. Der marktbreite S&P 500 verlor am Mittwoch zuletzt 7,99 Prozent auf 2327,16 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 6,89 Prozent auf 6959,36 Punkte nach.

US-Ölpreis bricht um 18 Prozent ein – drittschwächster Tag aller Zeiten

Topmeldung (17.54 Uhr): Die Ölpreise haben am Mittwoch keinen Halt gefunden. Ungebremst fielen die Notierungen nach unten. Der Preis für das US-amerikanischen Öl West Texas Intermediate (WTI) fiel um satte 18 Prozent auf rund 22 US-Dollar je Barrel (etwa 159 Liter). Dem Börsenportal “CNBC” zufolge steuert der Kurs damit auf seinen drittschwächsten Tag aller Zeiten zu.

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Das Nordseeöl Brent fiel indes um über 10 Prozent auf 25,67 Dollar je Barrel, der tiefste Stand seit 17 Jahren. Die Ölpreise leiden derzeit einerseits unter einer schwachen Nachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie und andererseits unter einem Preiskampf zwischen den Staaten des Ölkartells Opec und Russland.

US-Notenbank Fed stellt Dollar-Noten aus Europa unter Quarantäne

Topmeldung (16.16 Uhr): Die US-Notenbank Fed stellt wegen der Ausbreitung des Coronavirus aus Europa zurückgelieferte Dollar-Banknoten unter Quarantäne. Das bestätigte ein Fed-Sprecher gegenüber der “Wirtschaftswoche”. Bisher galt eine solche Vorsichtsmaßnahme nur für Asien. Das Handling von Bargeld sei in den Federal Reserve Banken, die Währungslieferungen aus Asien empfangen, so modifiziert worden, dass diese sieben bis zehn Tagen gelagert werden müssen, bevor sie sie weiter geben. Diese Maßnahme gelte nun auch für Lieferungen aus Europa, so der Sprecher. Dabei handele es sich um eine Vorsichtsmaßnahme.

Vor einer Woche hatte einer der obersten Seuchenschützer der Schweiz vor mit Coronaviren belasteten Banknoten gewarnt. „Viren auf Banknoten können eine Gefahr darstellen, wenn man sich nach dem Anfassen nicht die Hände wäscht und ins Gesicht greift“, sagte Mark Witchi, Leiter der Sektion Impfempfehlung und Bekämpfungsmaßnahmen im Berner Bundesamt für Gesundheit, gegenüber der “Wirtschaftswoche”.

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Nach EZB: Auch Trump bringt milliardenschweres Hilfspaket auf den Weg

Donnerstag, 19. März, 02.01 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat ein vom Kongress beschlossenes milliardenschweres Hilfspaket in Kraft gesetzt, mit dem die Folgen der Coronavirus-Epidemie abgefedert werden sollen. Trump unterschrieb das Gesetz am Mittwochabend (Ortszeit). Die darin vorgesehenen Maßnahmen sollen rund 100 Milliarden US-Dollar kosten.

Mit dem Hilfspaket wird unter anderem die in den USA nicht landesweit gesetzlich vorgeschriebene Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ausgeweitet. Zudem werden die Kostenübernahme von Tests auf eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus garantiert und Zahlungen für Arbeitslose und Lebensmittelhilfen ausgeweitet. Das von beiden großen Parteien unterstützte Paket war vergangene Woche vom Repräsentantenhaus verabschiedet worden, am Mittwochnachmittag hatte der Senat zugestimmt.

Die Regierung arbeitet unterdessen bereits an einem größeren Konjunkturpaket, mit dem bis zu eine Billion US-Dollar (900 Milliarden Euro) in die Wirtschaft gepumpt werden soll. Die Verhandlungen mit dem Kongress über die Freigabe der Mittel laufen derzeit auf Hochtouren.

Ausverkauf bei Bundesanleihen – 30-Jährige rentieren wieder positiv

18.59 Uhr: Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Mittwoch auf Talfahrt gegangen. Börsianer sprachen von einem regelrechten Ausverkauf. Wie in den Handelstagen zuvor verkauften Anleger trotz der Coronakrise im großen Umfang Bundesanleihen, die eigentlich als sicherer Anlagehafen gelten. Ein ähnlicher Einbruch war in fast allen Ländern der Eurozone zu beobachten.

Der für den deutschen Markt richtungweisende Euro-Bund-Future fiel um 1,43 Prozent auf 168,61 Punkte. Die Rendite der zehnjährige Bundesanleihen stieg im Gegenzug auf minus 0,245 Prozent. Dreißigjährige Anleihen rentierten erstmals seit Ende Februar wieder leicht im Plus. Zuletzt lag die Rendite bei 0,065 Prozent.

Nach Einschätzung des Anleiheexperten Christoph Rieger von der Commerzbank können die Kursverluste bei Bundesanleihen mit jüngsten Anlageentscheidungen großer Vermögensverwalter erklärt werden. “Vermögensverwalter verkaufen alles, was noch einigermaßen liquide und nicht unter Wasser ist”, sagte Rieger. Mit diesen Maßnahmen wollen sich die Verantwortlichen seiner Einschätzung nach auf mögliche Abflüsse vorbereiten, die im Zuge der Virus-Krise zu erwarten sind.

Minus 5,5 Prozent: Dax setzt ungebremste Talfahrt fort

17.52 Uhr: Die beispiellose fast vierwöchige Talfahrt am deutschen Aktienmarkt hat sich am Mittwoch fortgesetzt. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sorgt nach wie vor für immense Unsicherheit. Der Dax  rauschte um 5,56 Prozent auf 8.441,71 Punkte abwärts. Die Stabilisierung am Vortag ist damit schon wieder Makulatur. Die Verluste seit Beginn des Börsen-Crash im Februar summieren sich mittlerweile auf über 5.100 Dax-Punkte oder fast 40 Prozent. Dem Börsenbarometer droht charttechnisch orientierten Experten zufolge ein weiteres Absacken in Richtung 8.000 Punkte.

Der MDax  fiel um 5,51 Prozent auf 17.909,40 Punkte. Erstmals seit fast vier Jahren war der Index der mittelgroßen Börsenwerte am Montag wieder unter die Marke von 20.000 Punkten gesunken. Europaweit und in den USA sah es nicht besser aus als hierzulande.

Lkw-Hersteller Scania stoppt Produktion in Europa

17.33 Uhr: Der schwedische Lkw- und Bus-Produzent Scania stoppt in der nächsten Woche große Teile seine Produktion in Europa. Grund sei der Mangel an Komponenten und große Störungen in der Lieferanten- und Logistikkette infolge der Verbreitung von Covid-19 in Europa, hieß es am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Betroffen seien Produktionsstätten in Schweden, den Niederlanden und Frankreich. Wie viele Mitarbeiter freigestellt werden, teilte Scania nicht mit. Um den Transport von Waren nicht zu gefährden, sollen die Servicewerkstätten und Ersatzteilzentren geöffnet bleiben, sagte Scania-Chef Henrik Henriksson. Die Industriebetriebe in Lateinamerika, die rund ein Fünftel des Produktionsvolumens von Scania ausmachen, würden ihre Arbeit fortsetzten.

Bosch fährt Produktion im europäischen Ausland herunter

17.28: Der Technologiekonzern Bosch drosselt wegen des Coronavirus seine Produktion an einigen Standorten im europäischen Ausland. Einzelne Werke in Frankreich, Italien und Spanien setzen derzeit vorübergehend die Produktion aus oder fahren sie herunter, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Insgesamt könnten Produktion und Lieferketten aktuell aber weitgehend aufrechterhalten und der Bedarf der Kunden gedeckt werden. Angesichts der dynamischen Entwicklung der Lage stehe man im engen Austausch mit Kunden und Lieferanten und passe die Maßnahmen kontinuierlich an.

Dow Jones kracht unter 20.000 Punkte

16.27 Uhr: Die US-Börsen haben ihren Ausverkauf am Mittwoch am Nachmittag nochmals beschleunigt. Nach einem ohnehin miserablen Start schlitterte der Dow Jones zuletzt um 5,87 Prozent auf 19.991 Punkte ab. Damit fiel der Leitindex des amerikanischen Markts erneut unter die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Punkten. Diese hatte er in den Vortagen bereits kurzzeitig zum ersten Mal seit etwa drei Jahren unterschritten.

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US-Börsen rutschen deutlich ab – Boeing abermals mit massivem Verlust

16.10 Uhr: Die US-Aktienmärkte haben zur Wochenmitte einen Großteil ihrer klaren Vortagesgewinne wieder abgegeben. Die Coronakrise und ihre weltweit und in vielen Lebensbereichen spürbaren Folgend beunruhigen die Anleger nach wie vor.

Der Dow Jones Industrial fiel am Mittwoch gleich nach Eröffnung unter die Marke von 20.000 Punkten, berappelte sich aber wieder etwas. Zuletzt notierte der Leitindex 4,35 Prozent tiefer bei 20.313,70 Zählern, nachdem er am Dienstag um rund 5,2 Prozent gestiegen war. Der marktbreite S&P 500 verlor am Mittwoch zuletzt 4,04 Prozent auf 2427,00 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 3,15 Prozent auf 7238,75 Punkte nach.

Schlusslicht im Dow waren aber wieder einmal die Titel von Boeing mit minus 15 Prozent. Der angeschlagene US-Luftfahrtriese hat in der Coronavirus-Krise eine 13,8 Milliarden Dollar schwere Kreditlinie vollständig ausgeschöpft. Zudem bemüht sich Boeing intensiv um Staatshilfen. Diese würden der gesamten Industrie zugute kommen, da ein großer Teil davon für Zahlungen an Zulieferer eingesetzt würde, teilte Boeing mit. Medien zufolge versucht Boeing, bei der US-Regierung mehr als 20 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern für sich selbst und Unternehmen aus seiner Produktionskette zu bekommen.

Arbeitsminister Heil: Lohnlücken wegen Kurzarbeit gemeinsam abfedern

16.09 Uhr: In der Corona-Krise wollen Politik und Sozialpartner Lohnlücken beim Kurzarbeitergeld gemeinsam abfedern. Das sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Mittwoch nach einem Spitzentreffen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften am Mittwoch in Berlin. Außerdem sollten “unverhältnismäßige Lohneinbrüche” bei einem Arbeitsausfall wegen notwendiger Kinderbetreuung vermieden werden.

Aufsichtsbehörde ESMA unter Druck – mehr und mehr Länder wollen Leerverkaufsverbot

15.57 Uhr: Die jüngsten Leerverkaufsverbote an den Börsen durch mehrere europäische Länder erhöhen den Druck auf die europäische Wertpapieraufsicht Esma. Denn die rasante Talfahrt der Aktienmärkte weltweit infolge der Coronavirus-Krise geht nach wie vor fast ungebremst weiter. Marktexperten und Politiker fordern ein einheitliches Handeln, nachdem Frankreich, Italien, Spanien und auch Belgien Leerverkäufe ganz oder zumindest teilweise verboten haben. Doch hierzulande sieht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) noch keinen Handlungsbedarf, wie eine Sprecherin der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch sagte.

Mit Leerverkäufen werden Aktien verkauft, die lediglich geliehen sind. Dies dient zum einen der Absicherung von bestehenden Positionen. Zum anderen kann so aber auch auf fallende Kurse spekuliert werden. Denn dann können die verkauften Papiere zu einem späteren Zeitpunkt günstiger zurückgekauft werden. Dieses Vorgehen kann den Druck auf ohnehin fallende Aktienkurse noch erhöhen.

Allerdings gibt es auch Kritiker des Verbots von Leerverkäufen. Diese verweisen darauf, dass damit die Liquidität eines Marktes und damit dessen Stabilität verringert wird. Zudem wird bezweifelt, dass dadurch überhaupt die erwünschte Wirkung erzielt werden kann.

Analysten: Ausmaß und Folgen der Pandemie “historisch beispiellos”

14.57 Uhr: “Der Dax befindet sich weiterhin im Crash-Modus”, stellte Analyst Martin Utschneider von der Bank Donner & Reuschel am Mittwoch fest. Nachhaltig entschärfen werde sich die Lage wohl erst mit einem umfassenden Rückgang der Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten. Die Unsicherheit über die Folgen der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Krise sei immer noch extrem hoch und spreche für weiterhin heftige Schwankungen an den Märkten. Utschneider sprach von “wiederkehrenden kurzfristigen und einschneidenden Rücksetzern”.

Die Strategen der Deutschen Bank zeigten sich beeindruckt vom Ausmaß der Pandemie und ihren Folgen: Peter Hooper sprach von “historisch beispiellosen Ereignissen”. Die Wachstumsraten dürften im ersten und zweiten Quartal so stark einbrechen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Alle Prognosen seien derzeit mit hohen Unsicherheiten behaftet.

Volkswirt Edgar Walk vom Bankhaus Metzler prognostizierte, “dass die Zahl der Infizierten im April im Trend sinkt und die Wirtschaftspolitik bis dahin eine Konkurswelle verhindern konnte”. Ab Mai könnte dann die Quarantäne gelockert werden und die Weltwirtschaft habe gute Chancen auf eine spürbare Erholung.

Porsche fährt Produktion ebenfalls herunter

14.39 Uhr: Auch der Sportwagenbauer Porsche stoppt wegen der Ausbreitung des Coronavirus seine Produktion. Das Stammwerk in Zuffenhausen sowie das Werk in Leipzig bleiben von diesem Samstag an zunächst für zwei Wochen geschlossen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Primär gehe es um den Schutz der Belegschaft, darüber hinaus gebe es inzwischen aber auch Engpässe in den globalen Lieferketten, die eine geordnete Produktion nicht mehr zuließen.

“Mit diesen Maßnahmen leistet unser Unternehmen seinen Beitrag, die Belegschaft zu schützen und die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen”, betonte Vorstandschef Oliver Blume. “Die tatsächlichen Folgen sind noch nicht absehbar. Für Prognosen ist es deshalb zu früh. Klar ist, dass 2020 ein sehr herausforderndes Jahr wird.”

Die Konzernmutter Volkswagen und auch Audi hatten zuvor schon angekündigt, ihre Werke herunterzufahren. Daimler und BMW stoppen ebenfalls vorübergehend die Produktion

Talfahrt geht weiter: Dow Jones eröffnet mit über 1000 Punkten im Minus

14.35 Uhr: Nach den europäischen Märkten haben auch die Börsen in den USA zur Wochenmitte mit massiven Verlusten eröffnet. Der Leitindex Dow Jones, in dem die 30 größten Börsenkonzerne des Landes notiert sind, sackte zum Auftakt über 1300 Punkte ab. Zuletzt verlor der Index noch 5,27 Prozent – rund 1120 Punkte – auf 20.118 Zähler.

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Ökonom Fuest lobt “Helikoptergeld”-Vorstoß in den USA

14.29 Uhr: Clemens Fuest, der Präsident des ifo-Instituts, lobt den Vorstoß der USA zu Direktzahlungen an die Haushalte dort. “In den USA ist es sinnvoll, Schecks an Haushalte zu verschicken”, schrieb Fuest am Mittwoch in einem Kommentar. Der Grund: In den USA gebe es keine Grundsicherung, und Unterstützung für dortige Arbeitnehmer mit geringem Einkommen gebe es nur wenn sie arbeiten – was momentan massiv eingeschränkt sei, so Fuest.

Deutschland wiederum brauche ein solches “Helikoptergeld” allerdings nicht, merkte Fuest an. Die öffentlichen Investitionen, die zudem in den USA geplant seien, würden dem Ökonomen zufolge kaum helfen, “weil sie einen langen Vorlauf haben und jetzt auch gar nicht umzusetzen wären”. Die Maßnahmen würden aber helfen, sobald die wirtschaftliche Erholung einsetze, so Fuest.

EZB-Chefin Lagarde: Euro-Wirtschaft könnte 2020 ganze 5 Prozent einbüßen

14.52 Uhr: Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, rechnet laut einem Zeitungsbericht wegen der Coronakrise mit einem drastischen Konjunktureinbruch im Euroraum. Der Effekt könne zwischen 2 und 10 Prozentpunke der Wirtschaftsleistung betragen, soll Lagarde am Dienstagabend in der Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs zu den Folgen der Krise gesagt. Das berichtet die “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ) am Mittwoch unter Berufung auf hochrangige EU-Diplomaten.

Zuletzt war die EZB von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,8 Prozent für 2020 ausgegangen. In der EZB seien die Aussagen von Lagarde laut “FAZ” grundsätzlich bestätigt worden. Grundlage sei eine Kalkulation der Folgen, die ein einmonatiges Herunterfahren der Wirtschaft hätte, heißt es dort. Dies verringere das Wachstum um 2,1 Prozentpunkte. Dann dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um 1,3 Prozent schrumpfen.

Wenn der Lockdown drei Monate betrage, was realistisch sei, verringere sich das Wachstum laut dem Bericht um 5,8 Prozentpunkte auf dann minus 5 Prozent. Das wäre mehr als im Zuge der Finanz- und Eurokrise. 2009 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum um 4,4 Prozent. In Brüssel wird momentan mit einem Höhepunkt der Ausbreitung des Virus im Mai gerechnet. Ein Minus von 10 Prozent sei eine extreme Annahme mancher Fachleute, die Lagarde sich nicht unbedingt zu eigen mache, hieß es laut “FAZ” in der EZB. Bei einem Herunterfahren der Wirtschaft von mehr als drei Monaten sei das aber nicht unrealistisch, hieß es dort zugleich

Media-Markt-Mutter Ceconomy kassiert Jahresziele ein – Märkte bleiben überall geschlossen

14.16 Uhr: Der Eletronikeinzelhändler Ceconomy kassiert wegen wegbrechender Geschäfte im Zuge der Coronakrise seine Jahresziele. Zwar würden Maßnahmen zur Geschäftssicherung, wie Kostensenkungen und Investitionskürzungen ergriffen, teilte der Mutterkonzern von von Media Markt und Saturn am Mittwoch in Düsseldorf mit. Doch die Auswirkungen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus seien aktuell aber nicht zuverlässig verhersagbar. Der Mitte Dezember abgegebene Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 werde daher zurückgezogen.

Nach aktuellem Stand bleiben alle Media Markt- und Saturn-Märkte in Österreich, der Schweiz, Belgien, Italien, Spanien, Polen, Luxemburg sowie Deutschland vorerst geschlossen, wie es weiter hieß. Zwar nutzten die Kunden zunehmend das Online-Angebot, dennoch dürften Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) unter den aktuellen Entwicklungen leiden.

Finanzminister Scholz stellt Italien weitere Finanzspritzen in Aussicht

14.11 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz hält Finanzhilfen für Italien durch den Rettungsfonds ESM grundsätzlich für denkbar. Europa verfüge mit dem Fonds “über die nötige Kampfkraft in der Krise”, sagt Scholz der Wochenzeitung “Die Zeit” laut einer Vorabmeldung vom Mittwoch. Er halte es zwar noch für nicht angeraten, den ESM zu aktivieren. Die Euroländer seien überzeugt, die Probleme bewältigen zu können. “Wenn es anders kommen sollte, werden wir unserer Verantwortung gerecht werden”, so Scholz.

Auf die Frage, ob ein solches Programm in Deutschland politisch vermittelbar wäre, sagt Scholz: “Ach, da dürfen Sie auf den deutschen Finanzminister vertrauen.” An den Finanzmärkten war in den vergangenen Tagen über einen möglichen Einsatz des ESM spekuliert worden, weil Italien bereits hoch verschuldet ist und nun zusätzliches Geld für die Stützung der Konjunktur ausgeben will.

Italien ist durch den Ausbruch des Corona-Virus besonders betroffen. Die Rendite von italienischen Staatsanleihen ist in diesem Monat extrem stark gestiegen. Anfang März lag die Rendite zehnjähriger Anleihen bei rund einem Prozent. Am Mittwoch stieg sie zeitweise bis auf fast drei Prozent. Zuletzt lag sie bei 2,881 Prozent. Für denn italienischen Staat wird also die Aufnahme von neuen Schulden deutlich teurer. Italien hat in der Eurozone die höchsten Renditen nach Griechenland.

 

Euro taumelt weiter – Pfund auf tiefstem Stand seit 1985

13.43 Uhr: Der Kurs des Euro ist am Mittwoch wieder unter 1,10 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde im Mittagshandel mit 1,0980 Dollar gehandelt. Am Morgen war sie noch kurzzeitig bis auf 1,1045 Dollar gestiegen, um dann wieder unter Druck zu geraten. Am Dienstag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,0982 Dollar festgesetzt.

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Erneut gab es starke Kursverluste beim britischen Pfund. Im Handel mit dem Dollar rutschte der Kurs im Mittagshandel auf 1,1828 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit 1985.

Währungsanalyst Wolfgang Kiener von der BayernLB verwies zur aktuellen Dollarstärke darauf, dass Unternehmen angesichts der Unsicherheit rund um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Dollar-Liquidität nachfragten, um sich auf Unwägbarkeiten vorzubereiten. Außerdem bleibe die Risikosabneigung zunächst hoch und stärke wegen der in Krisen-Hochphasen sehr ausgeprägten Tendenz zu Kapitalanlagen im eigenen Land der US-Anleger den Dollar.

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