Börse: Haben “Wirtschaft wie im Krieg” – Ifo-Institut veröffentlicht Prognose

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Das Coronavirus schüttelt die Märkte kräftig durcheinander. Zum Wochenauftakt schlitterte der Dax weiter ungebremst ab. Allein in der vergangenen Woche büßte der Dax rund 20 Prozent ein – der zweitgrößte Wochenverlust aller Zeiten. Immer mehr Firmen ergreifen Maßnahmen gegen die Krise, die Politik versucht zu helfen. Verfolgen Sie die Entwicklung im News-Ticker von FOCUS Online.

Nächster Indikator bricht so stark ein wie noch nie

Topmeldung (13.55 Uhr): Wie viele andere wichtige Indikatoren zuvor ist das Geschäftsklima in der US-Region Philadelphia im März noch stärker eingebrochen als erwartet. Die Coronakrise kommt offenbar immer stärker in der US-Wirtschaft an. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) fiel im Monatsvergleich um 49,4 Punkte auf minus 12,7 Zähler, wie die regionale Zentralbank am Donnerstag in Philadelphia mitteilte. Dies ist der stärkste jemals ermittelte Rückgang. Analysten hatten im Mittel einen Rückgang auf 8,0 Punkte erwartet.

Der Philly-Fed-Index misst die wirtschaftliche Aktivität in der Region Philadelphia. Ein Wert über null Punkten deutet auf eine Expansion der Wirtschaftsaktivität hin, ein Wert von unter null Punkten signalisiert einen Rückgang.

Ökonom nach Ifo-Daten: Haben eine “Wirtschaft wie im Krieg”

Topmeldung (11.34 Uhr): Uwe Burkert, der Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, äußerte sich nach Bekanntgabe äußerst schwacher Ifo-Daten pessimistisch zum Stand der deutschen Wirtschaft: “Das war so in etwa zu erwarten. Freier Fall in die Rezession. Das wird jetzt vermutlich schlimmer als in der Finanzkrise. Wir sehen, wie Teile der Industrie herunterfahren, der Einzelhandel hat sich abgemeldet, das Gastgewerbe und der Tourismus sowieso. Im Grunde ist das ein kriegswirtschaftliches Szenario. Eine Wende kann es nach den Einschätzung der Mediziner wohl erst geben, wenn ein Impfstoff entwickelt ist oder eine wirksame Therapie. Bis es soweit ist, schwebt das Damoklesschwert der Pandemie über uns.”

Ifo-Institut veröffentlicht Geschäftsklima und Prognose

(Topmeldung) 10.05 Uhr: Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich massiv verschlechtert. Der vorläufige Ifo-Geschäftsklimaindex ist im März auf 87,7 Punkte eingebrochen, nach 96,0 Punkten  im Februar. Dies ist der stärkste Rückgang seit 1991 und der niedrigste Wert seit August 2009. Insbesondere die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate verfinsterten sich wie nie zuvor. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage sind deutlich gefallen. Die deutsche Wirtschaft stürzt in die Rezession. In die vorläufige Auswertung gingen etwa 90 Prozent der üblichen Zahl der Antworten ein.

Neben dem Geschäftsklima veröffentlichte das Ifo-Institut seine Konjunkturprognose: In seinem sehr günstigsten Szenario schrumpft die Wirtschaft demnach in 2020 um 1,5 Prozent. Dabei sind aber nur kleinere Einschränkungen in der Industrie berücksichtigt. In einem zweiten Szenario, das größere Produktionseinschränkungen unterstellt, schrumpft die Wirtschaftsleistung um 6 Prozent. Ifo-Chef Clemens Fuest erklärte: „Sowohl die Unsicherheit als auch die Abwärtsrisiken sind sehr groß. Niemand weiß genau, wie sich die Absagen und Schließungen wirtschaftlich auswirken. Der weitere Verlauf hängt stark von den weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie und von Entscheidungen in anderen Ländern ab.

“Konjunktureinbruch im zweiten Quartal wird alles Bisherige übertreffen”

Der Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser ergänzte: „Es gibt keine historischen Erfahrungen mit vergleichbaren Ereignissen, aus denen wahrscheinliche Krisenverläufe abgeleitet werden könnten. Schließlich stehen aktuell nur sehr wenige Konjunkturindikatoren zur Verfügung, mit denen sich das gesamtwirtschaftliche Ausmaß der Folgen der Corona-Krise abschätzen ließe. Die meisten aktuell verfügbaren Indikatoren spiegeln bestenfalls die Lage im Februar wider. Der historische Absturz des Geschäftsklimas im März deutet allerdings darauf hin, dass der Konjunktureinbruch im zweiten Quartal alles Bisherige übertreffen wird.“

Lesen Sie alle weiteren Informationen im Ticker:

US-Börsen steuern auf erneute Abgaben zu

14.18 Uhr: Nach den deutlichen Kursverlusten zur Wochenmitte steuern die US-Börsen am Donnerstag auf erneute Abgaben zu. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial  eine Stunde vor Handelsstart rund 0,9 Prozent tiefer bei 19.711 Punkten.

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Außerbörslich

An den europäischen Börsen waren anfängliche Kursgewinne schnell dahin. Das Nothilfepaket der Europäischen Zentralbank im Umfang von 750 Milliarden Euro hatte damit nur begrenzte Wirkung entfaltet. Die angespannte Lage durch die Corona-Epidemie verhindert weiterhin eine nachhaltige Erholung. Dies kommt auch im Volatilitätsindex auf den S&P-500  zum Ausdruck: Nur bei den Kursabstürzen in den Jahren 1929 und 1987 lag dieser bislang höher.

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Außerbörslich

Der Ölfeldausrüster Haliburton will 3.500 Mitarbeiter wegen des Ölpreisabsturzes in Urlaub schicken. Die Aktie zog vorbörslich um mehr als vier Prozent an.

Abbott Labs hat unterdessen eine Eilzulassung der US-Gesundheitsbehörde für ein Corona-Testverfahren erhalten. Anleger reagierten positiv, worauf die Aktie vor Börsenstart um rund ein Prozent anzog.

Daimler auf neuem Krisentief – niedriger Wert lädt zur Übernahme ein

13.51 Uhr: Papiere von Daimler sind am Donnerstag mit minus 3 Prozent auf ein weiteres Coronavirus-Krisentief gerutscht. Das wird den Kampf um die Unabhängigkeit der Stuttgarter nicht vereinfachen, über den das “Manager Magazin” in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Der niedrige Börsenwert lade zu einer Übernahme ein, und die chinesischen Großaktionäre sicherten sich bereits weitere Anteile. “Der Konzern ist in Gefahr. Und die Nervosität in Stuttgart wächst”, hieß es.

Im Zuge des Pandemiecrashs haben sich die Daimler-Papiere bereits mehr als halbiert. Angeschlagen sind sie durch die Branchenprobleme allerdings schon länger. Seit dem Zwischenhoch Anfang 2018 verloren sie mehr als zwei Drittel an Wert.

Lastwagenkonzern MAN fährt Stammwerk herunter – andere Standorte mit Kurzarbeit

12.53 Uhr: Der Lastwagenbauer MAN hat wegen der Coronavirus-Pandemie und ausbleibender Zulieferungen seine Produktion im Stammwerk München am Donnerstag eingestellt. “In den anderen Werken wird die Produktion individuell heruntergefahren”, teilte das Unternehmen mit. Ab 23. März seien die deutschen Standorte in Kurzarbeit. Auch in den ausländischen Werken werde die Produktion zurückgefahren. Vertrieb und Service sollten “so lange es die Gesamtsituation zulässt” aufrechterhalten werden.

MAN Truck & Bus gehört zur VW-Tochter Traton und beschäftigt weltweit derzeit noch 36.000 Mitarbeiter – davon 9200 im Stammwerk München, 3700 im Dieselmotorenwerk Nürnberg, 2400 im Achsen- und Komponentenwerk Salzgitter, 6000 bundesweit im Verkauf, 2300 im Lkw-Werk Steyr (Österreich) und 6000 in den Stadtbus- und Reisebus-Werken Ankara (Türkei) und Starachowice (Polen).

Automobilzulieferer Schaeffler will Produktion zurückfahren

12.00 Uhr: Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler fährt angesichts der Coronavirus-Pandemie die Produktion im Automobilgeschäft zurück. Die Anpassung erfolge standortspezifisch und unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedarfssituationen in den Sparten, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Herzogenaurach mit. Zu dem mit Arbeitnehmervertretern verabschiedeten Maßnahmenpaket gehörten neben bewährten Instrumenten wie Schließtagen, Gleitzeitkonten und Betriebsferien auch die im Zuge der Corona-Krise verabschiedeten Regeln zur Kurzarbeit, hieß es. Die Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen laufe ab sofort.

Schaeffler betonte, dass die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter oberste Priorität habe. Zudem will der Zulieferer die Lieferketten so weit wie möglich aufrechterhalten und den Einfluss der Krise auf seine Kunden möglichst minimieren, verdeutlichte Konzernchef Klaus Rosenfeld in der Mitteilung. Viele Autobauer wie VW , Daimler , BMW , Audi oder Opel setzen die Fertigung derzeit ebenfalls aus

RWI rechnt mit schrumpfender Wirtschaft, aber stabiler Arbeitslosenquote

11.59 Uhr: Das Essener RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erwartet wegen der Coronakrise einen kräftigen Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung. Die Forscher senkten ihre Jahresprognose für das Bruttoinlandsprodukt 2020 um knapp zwei Prozentpunkte auf minus 0,8 Prozent, wie das RWI am Donnerstag mitteilte. Für das folgende Jahr sind die Essener Forscher aber optimistisch. Aufgrund von Nachholeffekten erwarten sie jetzt für 2021 ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent statt 1,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote dürfte 2020 und 2021 trotz des Produktionseinbruchs mit jeweils 5 Prozent stabil bleiben, heißt es in der Prognose weiter.

Auch Südkorea legt milliardenschweres Notfallprogramm auf

11.46 Uhr: Südkoreas Präsident Moon Jae In hat wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise ein 50 Billionen Won (36 Milliarden Euro) schweres Notfallpaket angekündigt. Wichtigster Zweck sei es, ausreichend Finanzhilfen für kleine und mittlere Unternehmen, Kleinhändler und Selbstständige zur Verfügung zu stellen, um diese vor einer Insolvenz zu bewahren, sagte Moon am Donnerstag in Seoul bei der ersten Sitzung eines wegen der Krise geschaffenen “Notfall-Wirtschaftsrats”. Das Programm zur Stabilisierung der Existenzgrundlage der Menschen sei “beispiellos in seiner Größe und Ausrichtung” wurde Moon von seinem Büro zitiert.

Das Paket wurde in dem Ad-hoc-Gremium zusammen von der Regierung, der Zentralbank und dem Finanzsektor geschnürt. Es ist die jüngste einer Reihe von Maßnahmen, mit denen sich die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens gegen die Folgen des Ausbruchs der Lungenkrankheit Covid-19 auf die wirtschaftlichen Aktivitäten abzufedern. Neben bereits früher beschlossenen Finanzhilfen hatte zuletzt die Bank of Korea die Zinsen gesenkt und das Parlament einen Nachtragshaushalt im Volumen von 11,7 Billionen Won verabschiedet.

Ökonom nach Ifo-Daten: “Freier Fall in die Rezession”

11.34 Uhr: Uwe Burkert, der Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, äußerte sich nach Bekanntgabe äußerst schwacher Ifo-Daten pessimistisch zum Stand der deutschen Wirtschaft: “Das war so in etwa zu erwarten. Freier Fall in die Rezession. Das wird jetzt vermutlich schlimmer als in der Finanzkrise. Wir sehen, wie Teile der Industrie herunterfahren, der Einzelhandel hat sich abgemeldet, das Gastgewerbe und der Tourismus sowieso. Im Grunde ist das ein kriegswirtschaftliches Szenario. Eine Wende kann es nach den Einschätzung der Mediziner wohl erst geben, wenn ein Impfstoff entwickelt ist oder eine wirksame Therapie. Bis es soweit ist, schwebt das Damoklesschwert der Pandemie über uns.”

Dax rutscht erneut ins Minus ab

11.12 Uhr: Wie schon bei vorigen Erholungsversuchen hat auch die Stabilisierung beim deutschen Leitindex Dax am Donnerstag nicht lange gehalten. Zuletzt rutschte der Index zurück ins Minus und verlor 0,59 Prozent auf 8391 Punkte. Im Hoch war der Dax noch bis auf 8625 Punkte gestiegen.

Am Vortag hatte der Dax einmal mehr einen tiefroten Tag gehabt und war um 5,5 Prozent abgesackt. Die Verluste seit Beginn des Börsen-Crash im Februar summieren sich mittlerweile auf über 5.100 Dax-Punkte oder fast 40 Prozent. Dem Börsenbarometer droht charttechnisch orientierten Experten zufolge ein weiteres Absacken in Richtung 8.000 Punkte.

Regierung plant milliardenschweres Hilfspaket für Solo-Selbstständige

10.35 Uhr: Die Bundesregierung plant einem Bericht des “Spiegel” zufolge ein üppig ausgestattetes Rettungspaket für Solo-Selbständige und andere Kleinstunternehmer, die von den Folgen der Coronakrise betroffen sind. Dafür wolle die Regierung insgesamt 40 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Zehn Milliarden Euro davon sollen demnach als direkte Zuschüsse an notleidende Ein-Mann-Betriebe und Kleinstunternehmen vergeben werden, der Rest von 30 Milliarden Euro als Darlehen.

Den Fonds wolle Finanzminister Olaf Scholz (SPD) in Form eines Sondervermögens des Bundes organisieren, das selbständig Kredite aufnehmen darf, hieß es in dem Bericht weiter. Ausgearbeitet wurden die Pläne für diesen “Solidaritätsfonds” demnach von Experten des Bundesfinanzministeriums und des Bundeswirtschaftsministeriums.

Laut “Spiegel” will das Corona-Kabinett das Vorhaben am Donnerstagmittag beraten. Das Programm bedeute den endgültigen Abschied von der schwarzen Null. Weil der Bund nach Jahren mit Überschüssen über keine Kreditermächtigungen mehr verfüge, werde für die Maßnahme ein Nachtragshaushalt erforderlich, hieß es in dem Bericht.

Das Programm solle seine Mittel schnell und unbürokratisch zur Verfügung stellen. Der Bund wolle im Nachhinein prüfen, ob die Begünstigten die Hilfen tatsächlich benötigten. Im Falle von Zuschüssen sollten sie gegebenenfalls in Darlehen umgewandelt werden. Damit wolle die Regierung sicherstellen, dass der Bund Geld, das unter Umständen unberechtigterweise ausgezahlt werde, zurückerhalte.

Ray Dalio setzt drei Milliarden Euro auf fallende Dax-Kurse

09.21 Uhr: Ray Dalio, Chef des Hedgfonds Bridgewater, geht davon aus, dass die Kurse noch tiefer fallen werden. Seit dem 12. März dieses Jahres setzt Bridgewater massiv auf fallende Kurse von europäischen Aktien. Insgesamt beträgt die Summe nach Berechnungen des Wirtschaftsdienstes Bloomberg umgerechnet 14 Milliarden Euro. Allein im deutschen Leitindex Dax ist der Fonds bei neun von 30 Konzernen Leerverkaufspositionen eingegangen. Die größte davon ist SAP mit einem Volumen von fast 900 Millionen Euro. Es folgen Allianz und Siemens mit jeweils rund 500 Millionen Dollar. Im Bereich von 100 bis 300 Millionen Euro liegen die Wetten auf fallende Kurse bei Daimler, Deutsche Börse, Deutsche Post, Deutsche Telekom und Fresenius.

Massive EZB-Hilfen geben dem Dax kaum Impulse

09.00 Uhr: Der Dax eröffnet trotz des neuen Hilfsprogramms praktisch auf dem Niveau des Vortags bei rund 8450 Punkten. Immerhin geht es dieses Mal nicht direkt zum Start bergab,

Lufthansa streicht Flugprogramm noch stärker zusammen

07.30 Uhr. Der Lufthansa 

-Konzern befindet sich wegen der aktuellen Krankheitswelle in einer existenziellen Krise. Europas größte Airline streicht ihr Flugprogramm noch stärker zusammen als bisher bekannt. Bis 19. April finden nur noch rund fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge statt, wie der Dax-Konzern am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz in Frankfurt mitteilte.

Rund 700 von 763 Passagierjets des Konzerns blieben vorläufig am Boden. Fernverbindungen bietet die Lufthansa vorerst nur noch ab Frankfurt und dreimal pro Woche mit der Tochter Swiss ab Zürich an. In München sollen nur noch Kurzstreckenflüge des Ablegers Cityline abheben. Die Maschinen sollen vorwiegend Deutsche aus dem Ausland zurückholen.

Zu einer Prognose für die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr sah sich Vorstandschef Carsten Spohr weiterhin nicht in der Lage. „Die Verbreitung des Coronavirus hat die gesamte Weltwirtschaft und auch unser Unternehmen in einen bislang ungekannten Ausnahmezustand versetzt“, sagte der Manager. Die Folgen könne derzeit niemand absehen. „Je länger diese Krise andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann.“

 

Nach EZB: Auch Trump bringt milliardenschweres Hilfspaket auf den Weg

02.01 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat ein vom Kongress beschlossenes milliardenschweres Hilfspaket in Kraft gesetzt, mit dem die Folgen der Coronavirus-Epidemie abgefedert werden sollen. Trump unterschrieb das Gesetz am Mittwochabend (Ortszeit). Die darin vorgesehenen Maßnahmen sollen rund 100 Milliarden US-Dollar kosten.

Mit dem Hilfspaket wird unter anderem die in den USA nicht landesweit gesetzlich vorgeschriebene Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ausgeweitet. Zudem werden die Kostenübernahme von Tests auf eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus garantiert und Zahlungen für Arbeitslose und Lebensmittelhilfen ausgeweitet. Das von beiden großen Parteien unterstützte Paket war vergangene Woche vom Repräsentantenhaus verabschiedet worden, am Mittwochnachmittag hatte der Senat zugestimmt.

Die Regierung arbeitet unterdessen bereits an einem größeren Konjunkturpaket, mit dem bis zu eine Billion US-Dollar (900 Milliarden Euro) in die Wirtschaft gepumpt werden soll. Die Verhandlungen mit dem Kongress über die Freigabe der Mittel laufen derzeit auf Hochtouren.

EZB setzt 750-Milliarden-Euro-Notfallprogramm auf

Donnerstag, 19. März, 00.23 Uhr: Zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise hat die Europäische Zentralbank (EZB) ein gigantisches Notfallprogramm aufgelegt. Vorgesehen sind 750 Milliarden Euro für den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen, wie die EZB in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Das Programm soll den Euro stabilisieren und mindestens bis Jahresende laufen. Das Programm erinnert an die gewaltigen Anstrengungen der EZB in der Euro- und Staatsschuldenkrise.

Nach einer außerordentlichen Telefonkonferenz des EZB-Rates versicherte die Zentralbank, sie werde “alles Notwendige” tun, um den “ernsthaftem Risiken” der Corona-Krise entgegenzutreten. So sei sie auch bereit, den 750-Milliarden-Umfang der Anleihenkäufe gegebenenfalls aufzustocken – “so viel wie nötig und so lange wie nötig”. 

Das Notfallprogramm mit dem Namen PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) solle so lange laufen, bis nach Einschätzung des EZB-Rats die von der Pandemie ausgelöste “Krisenphase” vorüber sei, aber mindestens bis Jahresende, erklärte die Zentralbank. 

“Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen”, schrieb EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Kurzbotschaftendienst Twitter. Es gebe “keine Limits bei unserem Einsatz für den Euro”. Die EZB sei entschlossen, innerhalb ihres Mandats “das volle Potenzial” ihrer Werkzeuge zu nutzen.

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Außerbörslich

„Die Zahl der Hilfsprogramme wird immer größer. Mittelfristig werde n diese ihre Wirkung auch entfalten. Kurzfristig sind bislang an den Börsen aber alle Hilfsprogramme wirkungslos verpufft“, erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Die Commerzbank sprach in einem Kommentar von einer “neuen Bazooka”. Sie werde “den Anleihen der hoch verschuldeten Staaten helfen. Allerdings würde man die EZB überfordern, wenn man erwartete, sie alleine könnte den Kursrutsch an den Aktienmärkten beenden. Dafür müsste sich wohl erst ein Abebben der Corona-Epidemie abzeichnen.”

Das PEPP soll laut EZB dazu beitragen, dass alle Wirtschaftssektoren von besseren Finanzierungsbedingungen profitieren und damit den durch die Ausbreitung des Coronavirus ausgelösten “Schock absorbieren” können. Dies betreffe gleichermaßen Familien, Firmen, Banken und Regierungen.

Lesen Sie auch:Coronavirus-Ausbruch im FOCUS Online News-Ticker

Wall Street stellt traditionellen Parketthandel ein

23.24 Uhr: Die New Yorker Börse, besser bekannt als Wall Street, stellt angesichts der aktuellen Entwicklung und Ausbreitung des Coronavirus den berühmten Parketthandel vorübergehend ein. Das teilte die Börse am Mittwochabend (MESZ) via Twitter mit. Demnach soll der Parketthandel ab dem 23. März komplett eingestellt werden, alle Transaktionen werden dann im elektronischen Handelssystem abgewickelt. Die Maßnahme werde zum Schutz der Mitarbeiter und der “Parket Community” ergriffen. Der Handel gehe allerdings uneingeschränkt und ohne Unterbrechung weiter, hieß es.

US-Autoriesen stoppen Produktion ebenfalls

19.09 Uhr: Die größten US-Autobauer General Motors (GM) und Ford haben sich mit der Branchengewerkschaft UAW auf einen vorübergehenden Produktionsstopp in Nordamerika aufgrund der Coronavirus-Krise geeinigt. Die Sicherheit der Mitarbeiter gehe vor, betonte GM-Chefin Mary Barra am Mittwoch in Detroit. Fords Nordamerika-Chef Kumar Galhotra sprach von “beispiellosen Zeiten”.

Die Bänder sollen in den USA, Kanada und Mexiko zunächst bis zum 30. März stillstehen. Laut US-Medienberichten setzt auch der dritte große US-Autobauer Fiat Chrysler die Produktion vorübergehend aus. Die Autogewerkschaft UAW hatte die Hersteller in den letzten Tagen immer stärker unter Druck gesetzt, die Produktion zur Sicherheit der Beschäftigten anzuhalten.

So gut wie alle deutschen und europäischen Hersteller hatten zuvor ähnliche Maßnahmen verkündet.

Ausverkauf bei Bundesanleihen – 30-Jährige rentieren wieder positiv

18.59 Uhr: Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Mittwoch auf Talfahrt gegangen. Börsianer sprachen von einem regelrechten Ausverkauf. Wie in den Handelstagen zuvor verkauften Anleger trotz der Coronakrise im großen Umfang Bundesanleihen, die eigentlich als sicherer Anlagehafen gelten. Ein ähnlicher Einbruch war in fast allen Ländern der Eurozone zu beobachten.

Der für den deutschen Markt richtungweisende Euro-Bund-Future fiel um 1,43 Prozent auf 168,61 Punkte. Die Rendite der zehnjährige Bundesanleihen stieg im Gegenzug auf minus 0,245 Prozent. Dreißigjährige Anleihen rentierten erstmals seit Ende Februar wieder leicht im Plus. Zuletzt lag die Rendite bei 0,065 Prozent.

Nach Einschätzung des Anleiheexperten Christoph Rieger von der Commerzbank können die Kursverluste bei Bundesanleihen mit jüngsten Anlageentscheidungen großer Vermögensverwalter erklärt werden. “Vermögensverwalter verkaufen alles, was noch einigermaßen liquide und nicht unter Wasser ist”, sagte Rieger. Mit diesen Maßnahmen wollen sich die Verantwortlichen seiner Einschätzung nach auf mögliche Abflüsse vorbereiten, die im Zuge der Virus-Krise zu erwarten sind.

US-Börsen unterbrechen Handel – Dow Jones mit massivem Verlust

18.06 Uhr: An den US-Börsen ist am Mittwoch erneut ein “Circuit Breaker” ausgelöst worden: Der marktbreite S&P 500 fiel während des Handels um über sieben Prozent, der Handel wurde daher um zunächst 15 Minuten unterbrochen. In den vergangenen Wochen lösten wegen der hohen Volatilität der Börsen bereits mehrfach “Circuit Breaker” am US-Aktienparkett aus.

Dow Jones
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Außerbörslich

Nach Wiederaufnahme des Handels stürzte der Leitindex Dow Jones zeitweise um mehr als 10 Prozent in die Tiefe auf den niedrigsten Stand seit November 2016. Zuletzt notierte der US-Leitindex 8,67 Prozent tiefer bei 19.395,94 Zählern, nachdem er am Dienstag noch um mehr als 5 Prozent gestiegen war. Der marktbreite S&P 500 verlor am Mittwoch zuletzt 7,99 Prozent auf 2327,16 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 6,89 Prozent auf 6959,36 Punkte nach.

US-Ölpreis bricht um 18 Prozent ein – drittschwächster Tag aller Zeiten

17.54 Uhr: Die Ölpreise haben am Mittwoch keinen Halt gefunden. Ungebremst fielen die Notierungen nach unten. Der Preis für das US-amerikanischen Öl West Texas Intermediate (WTI) fiel um satte 18 Prozent auf rund 22 US-Dollar je Barrel (etwa 159 Liter). Dem Börsenportal “CNBC” zufolge steuert der Kurs damit auf seinen drittschwächsten Tag aller Zeiten zu.

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Das Nordseeöl Brent fiel indes um über 10 Prozent auf 25,67 Dollar je Barrel, der tiefste Stand seit 17 Jahren. Die Ölpreise leiden derzeit einerseits unter einer schwachen Nachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie und andererseits unter einem Preiskampf zwischen den Staaten des Ölkartells Opec und Russland.

Minus 5,5 Prozent: Dax setzt ungebremste Talfahrt fort

17.52 Uhr: Die beispiellose fast vierwöchige Talfahrt am deutschen Aktienmarkt hat sich am Mittwoch fortgesetzt. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sorgt nach wie vor für immense Unsicherheit. Der Dax  rauschte um 5,56 Prozent auf 8.441,71 Punkte abwärts. Die Stabilisierung am Vortag ist damit schon wieder Makulatur. Die Verluste seit Beginn des Börsen-Crash im Februar summieren sich mittlerweile auf über 5.100 Dax-Punkte oder fast 40 Prozent. Dem Börsenbarometer droht charttechnisch orientierten Experten zufolge ein weiteres Absacken in Richtung 8.000 Punkte.

Der MDax  fiel um 5,51 Prozent auf 17.909,40 Punkte. Erstmals seit fast vier Jahren war der Index der mittelgroßen Börsenwerte am Montag wieder unter die Marke von 20.000 Punkten gesunken. Europaweit und in den USA sah es nicht besser aus als hierzulande.

Lkw-Hersteller Scania stoppt Produktion in Europa

17.33 Uhr: Der schwedische Lkw- und Bus-Produzent Scania stoppt in der nächsten Woche große Teile seine Produktion in Europa. Grund sei der Mangel an Komponenten und große Störungen in der Lieferanten- und Logistikkette infolge der Verbreitung von Covid-19 in Europa, hieß es am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Betroffen seien Produktionsstätten in Schweden, den Niederlanden und Frankreich. Wie viele Mitarbeiter freigestellt werden, teilte Scania nicht mit. Um den Transport von Waren nicht zu gefährden, sollen die Servicewerkstätten und Ersatzteilzentren geöffnet bleiben, sagte Scania-Chef Henrik Henriksson. Die Industriebetriebe in Lateinamerika, die rund ein Fünftel des Produktionsvolumens von Scania ausmachen, würden ihre Arbeit fortsetzten.

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