Börse: Uns droht Weltwirtschaftskrise wie 1929, sagt Top-Ökonom

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Der Corona-Virus schüttelt die Märkte kräftig durcheinander. Zum Wochenauftakt schlitterte der Dax weiter ungebremst ab. Allein in der vergangenen Woche büßte der Dax rund 20 Prozent ein – der zweitgrößte Wochenverlust aller Zeiten. Immer mehr Firmen ergreifen Maßnahmen gegen die Krise, die Politik versucht zu helfen. Verfolgen Sie die Entwicklung im News-Ticker von FOCUS Online.

US-Regierung will Schecks an Bürger schicken

Topmeldung (17.15 Uhr): Die US-Regierung plant, zur Linderung der finanziellen Folgen der Corona-Epidemie Schecks an amerikansiche Arbeitnehmer zu versenden. „Wir schauen gerade, ob wir Amerikanern sofort Schecks zukommen lassen können“, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin bei einer Pressekonferenz mit Präsident Donald Trump in Washington. Die Schecks sollen innerhalb der nächsten zwei Wochen versendet werden.

Über die Höhe der ausgezahlten Summen will das Weiße Haus in Zusammenarbeit mit den Republikanern im Kongress beraten. unklar ist auch noch, wer die Schecks erhalten soll – und wer nicht.

Trump sagte auf der Pressekonferenz, man arbeite an einem „großen“ und „kühnen“ Paket. Auch Fluggesellschaften und Hotelindustrie sollen Unterstützung bekommen. Mnuchin sagte, für Airlines sei die aktuelle Krise härter als die Krise nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Trump sagte, die Regierung wolle nicht, dass Fluggesellschaften pleite gingen oder Menschen ihre Jobs verlören.

Der US-Präsident hatte bereits mehrfach umfangreiche Hilfen in Aussicht gestellt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise abzufedern. Mehrere US-Medien – darunter „New York Times“ und „Washington Post“ – berichteten, die Regierung arbeite an einem Hilfspaket von 850 Milliarden US-Dollar. Die US-Regierung hatte sich bereits auf ein Milliardenpaket für Familien verständigt.

Top-Ökonom: Müssen eine Billion ausgeben – und das ist nur der erste Schritt

Topmeldung (13.59 Uhr): Der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff fürchtet angesichts der weltweiten “Lockdowns” im Kampf gegen das Corona-Virus eine neue Weltwirtschaftskrise wie 1929 – und fordert die Regierungen zu größeren Hilfspaketen auf. “Dieser Schock ist einzigartig und mit keinem seit der Spanischen Grippe 1918/19 vergleichbar. Wir erleben die erste wirklich globale Krise seit der Großen Depression”, sagte Rogoff dem Wirtschaftsmagazin “Capital”.

Die Regierungen in den USA und Europa müssten ihren gesamten fiskalischen Spielraum nutzen, um die Folgen der Krise zu bekämpfen. “Das ist wie im Krieg. Die USA sollten eine Billion Dollar ausgeben, ohne mit der Wimper zu zucken”, so der Ökonom und Experte für Finanzkrisen. “Und das ist vermutlich nur der erste Schritt.” Auch die Reaktion in Europa reiche noch nicht aus. “Auch Europa müsste bis zu einer Billion Dollar ausgeben.” Nur mit gewaltigen Anstrengungen könnte es eine rasche Erholung geben.

Konkret forderte der ehemalige Chefökonom des IWF drei Formen von Finanzhilfen: Erstens, massive Investitionen und den Ausbau von Notfalleinrichtungen im Gesundheitssystem. Zweitens, direkte Hilfen für Branchen, die nun unverschuldet in die Krise rutschen – wie die Tourismusindustrie und Gastronomie, aber auch die Luftfahrtbranche. Und drittens sollte man vor allem Menschen mit geringem Einkommen direkt mit Geld unterstützen.

Deutschland, so Rogoff, habe bisher richtige Schritte unternommen – müsse aber noch mehr tun. Da das Land eine gute Haushaltsbilanz habe und nur eine Staatschuldenquote von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung, könne Deutschland zur Not seine Schuldenquote auch verdoppeln. “Das wäre nicht das Ende der Welt.” Diese Krise habe das Potenzial, “dauerhaften gewaltigen Schaden anzurichten, selbst wenn wir in einem Jahr aus der Krise sind. Das ist, also würden jemand für die Wirtschaft die Pause-Taste drücken.”

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Ikea schließt alle Märkte in Deutschland

Topmeldung (09.17 Uhr): Der Möbelhändler Ikea schließt ab Dienstag alle 53 Einrichtungshäuser in Deutschland. Man wolle damit die Ausbreitung des Coronavirus hemmen und die Mitarbeiter schützen, erklärte das Unternehmen in Hofheim bei Frankfurt. Man komme der Verantwortung als großer Einzelhändler nach, erklärte Deutschland-Geschäftsführer Dennis Balslev laut einer Mitteilung. Die Maßnahme gilt bis auf Weiteres. Der Online-Shop soll ebenso wie das Kunden-Servicecenter weiter geführt werden. Ikea ist Deutschlands größter Möbelhändler.

Lesen Sie alle weiteren Informationen im Ticker:

Daimler stoppt wegen Coronavirus Großteil der Produktion in Europa

17.13 Uhr: Der Autobauer Daimler stoppt wegen der Ausbreitung des Coronavirus einen Großteil seiner Produktion in Europa. Die Maßnahme beginne noch in dieser Woche und dauere zunächst zwei Wochen, teilte der Konzern am Dienstag mit.

Märkte springen nach neuen Fed-Hilfen an – Dax deutlich im Plus

16.34 Uhr: Die Ankündigung der US-Notenbank Fed, von der Virus-Krise betroffenen Unternehmen mit einem neuen Hilfsprogramm auszuhelfen, hat die Märkte am Dienstag zurück ins Plus drehen lassen.

Der US-Leitindex Dow Jones gewann zuletzt nach einem wackligen Handel 2,78 Prozent auf 20.704 Punkte hinzu. Noch zu Handelsbeginn war der Dow kurzfristig zum ersten Mal seit drei Jahren unter 20.000 Punkte gefallen.

In Frankfurt zog auch der Dax am Nachmittag wieder zurück in die Gewinnzone. Zur Stunde notiert der Dax 2,33 Prozent höher bei 8946 Punkten. Im Tief hatte der Leitindex des deutschen Aktienmarkts mit 8423 Punkten mehr als 500 Punkte niedriger notiert.

Ford stellt Produktion in Europa vorerst ein – Werk in Köln betroffen

16.16 Uhr: Wie mehrere andere Autobauer stellt auch Ford seine Produktion in Europa vorerst ein. Ab Donnerstag sollen an den deutschen Standorten in Köln und Saarlouis sowie anderen Standorten in Europa die Bänder stillstehen, wie der Autobauer am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte bereits der “Express” berichtet. Ausnahme seien Motorenwerke von Ford in Großbritannien. Wie lange der Produktionsstopp anhalten werde, sei noch unklar, sagte ein Sprecher. Neben dem Schutz der Mitarbeiter ist auch eine extrem sinkende Nachfrage Schuld an der Maßnahme. Zuvor hatten auch schon andere Autohersteller bekanntgegeben, die Produktion vorerst einzustellen.

Kurzarbeit bis Ende des Jahres hatte der Autobauer für den Kölner Standort bereits im Februar beantragt. Ob diese Maßnahme auch für weitere Standorte geplant sei, konnte das Unternehmen zunächst nicht bestätigen.

US-Notenbank Fed legt Hilfsprogramm für Unternehmen auf

15.57 Uhr: Die US-Notenbank Federal Reserve, kurz Fed, hat am Dienstag ein neues Hilfsprogramm für Unternehmen angekündigt. Wie die Fed am Dienstag mitteilte, wird ein während der Finanzkrise 2008 aufgelegtes Kreditprogramm reaktiviert. Mit dem Programm will die Zentralbank indirekt amerikanischen Unternehmen und Haushalten unter die Arme greifen. Der Schritt ergänzt massive Zinssenkungen bis an die Nulllinie und zusätzliche Wertpapierkäufe über 700 Milliarden Dollar, die am Sonntag angekündigt wurden.

Das Kreditprogramm sieht vor, dass sogenannte “Commercial Paper” aufgekauft werden. Dabei handelt es sich um meist kurzfristige Schuldverschreibungen, die in der Regel von Unternehmen ausgegeben werden. Sie decken damit einen Teil ihres Kreditbedarfs. Als Käufer treten häufig Banken auf. Da die Geldhäuser wegen der Virus-Krise selbst unter Druck stehen, springt die Fed ein, um keine Kreditengpässe entstehen zu lassen. In den vergangenen Tagen sei es schon zu erheblichen Verspannungen auf dem entsprechenden Markt gekommen, teilte die Fed mit.

Die Fed kauft die Papiere jedoch nicht selbst, sondern über ein spezielles Finanzvehikel (SPV). Das amerikanische Finanzministerium stellt dazu eine Sicherungsleistung über 10 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Die Finanzierung des Finanzvehikels übernimmt die Fed.

Dow Jones fällt erstmals seit drei Jahren unter 20.000 Punkte

15.21 Uhr: Der US-Leitindex Dow Jones ist am Dienstag zum ersten Mal seit drei Jahren unter die Marke von 20.000 Punkten gefallen. Allerdings erholte sich der Index danach leicht und notierte zuletzt mit plus 0,12 Prozent bei 20.235 Punkten wieder etwas höher.

Dow Jones
20.974,05
Pkt.

Außerbörslich

Ford fährt Werk in Köln runter

15.15 Uhr: Nach VW, Audi und Opel fährt nun auch der US-Autobauer Ford seine Produktion herunter. Wie der “Express” berichtete, sollen die Bänder im Kölner Werk ab Donnerstag stillstehen. Das Blatt beruft sich dabei auf ein Schreiben des Betriebsrats. Am 20. April soll dann versucht werden, die Produktion wieder hochzufahren.

US-Börsen drehen nach leichter Erholung ins Minus – Dax weiter deutlich im Minus

14.46 Uhr: Die US-Börsen haben ihre frühen Erholungsgewinne nach wenigen Handelsminuten wieder abgegeben. Der Dow Jones als Leitindex des amerikanischen Marktes verlor zuletzt gut ein halbes Prozent. Am Vortag hatte der Dow Jones den größten Punkteverlust aller Zeiten und den schlechtesten Tag seit dem “Schwarzen Montag” 1987 verbucht.

Auch der Dax notierte zuletzt wieder deutlicher im Minus. Zuvor hatte der Leitindex des deutschen Aktienmarkts einen Teil seiner Verluste eingedämmt. Zur Stunde verlor der Dax 1,6 Prozent bei 8597 Punkten.

 

Chefvolkswirt Gitzel: Rezession “nicht mehr abwendbar”

14.16: Der Einbruch der ZEW-Konjunkturerwartungen in Folge der Coronavirus-Krise ist laut der VP Bank nur ein temporärer Schock. Eine Rezession sei nicht mehr abwendbar, schreibt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank in einem Kommentar am Dienstag. Allerdings solle man das große Bild nicht aus den Augen verlieren, die Krise stelle keine Geschäftsmodelle in Frage. Die Wirtschaft müsse vielmehr eine Durststrecke überstehen, wozu viele Unternehmen laut Gitzel auch auf Reserven zurückgreifen können, die in einem “rekordlangen” Aufschwung angelegt worden seien.

Wenngleich an den Finanzmärkten aus Sicht des Ökonomen vor allem auf die Volumina von Hilfspaketen geachtet werde, sei vor allem die Ausgestaltung in Form von bürokratischen Vorgaben entscheidend. Er plädiere hier für “Geschwindigkeit” vor “Genauigkeit”, um Insolvenzen zu vermeiden. Der Staat solle also möglichst unbürokratisch Gelder bereit stellen.

Der wichtige Frühindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel im März im Vergleich zum Vormonat von 8,7 auf minus 49,5 Punkte. Die Befragung deutscher Finanzexperten war damit so stark eingebrochen wie seit Beginn der Umfrage im Dezember 1991 nicht. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf minus 30 Punkte gerechnet. Neben den Konjunkturerwartungen trübte sich auch die Einschätzung der aktuellen Lage stärker als erwartet ein.

Banken besorgen sich 109 Milliarden Euro bei der EZB

13.40 Uhr: Die Banken des Euroraums haben sich inmitten der Virus-Krise bei der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Liquidität in dreistelliger Milliardenhöhe eingedeckt. Wie die EZB am Dienstag in Frankfurt mitteilte, haben die 110 beteiligten Banken Zentralbankgeld in Höhe von 109,1 Milliarden Euro abgerufen. Das Geld steht ihnen gut drei Monate zur Verfügung.

Die Refinanzierung ist Teil eines großen Pakets, dass die EZB in der vergangenen Woche zur Abfederung der Virus-Krise aufgelegt hatte. Die Geschäfte sollen verhindern, dass die Geldhäuser in finanzielle Engpässe geraten. Zudem dienen sie als Brückenfinanzierung, bis im Juni noch weitere Refinanzierungsrunden starten.

Türkische Notenbank senkt Leitzins außerplanmäßig

13.22 Uhr: Die türkische Zentralbank hat auf die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus reagiert und die Leitzinsen gesenkt. Der einwöchige Leitzins fällt um 1,0 Prozentpunkte auf 9,75 Prozent, wie die Notenbank am Dienstag in Ankara mitteilte. Die Entscheidung fiel auf einer außerordentlichen Sitzung. Regulär sollte an diesem Donnerstag eine Entscheidung getroffen werden. Ökonomen hatten für diese Termin mit einer Senkung um lediglich 0,50 Prozentpunkte gerechnet.

“Da die Ausbreitung des Coronavirus die globalen Wachstumsaussichten geschwächt hat, haben die Zentralbanken in den Industrie- und Schwellenländern koordinierte expansive Maßnahmen ergriffen”, heißt es in einer Mitteilung der Notenbank. “Die Pandemie wird hinsichtlich ihrer globalen Auswirkungen auf die Kapitalströme, die Finanzmärkte, den internationalen Handel und die Rohstoffpreise genau beobachtet.”

Die zuletzt positive Entwicklung der türkischen Wirtschaft habe sie widerstandsfähiger gegenüber externen Schocks gemacht, schreibt die Notenbank. Man werde aber angesichts der Auswirkung der Coronavirus-Krise alles tun, um die Wirtschaft zu schützen. Die Notenbank werde alle verfügbaren Instrumente einsetzen. Man beschloss eine Reihe von Maßnahmen, um die Liquiditätsversorgung der Banken zu sichern.

Dax-Erholung verpufft – Index sackt um ein Prozent ab

12.37 Uhr: Der Versuch einer Stabilisierung am deutschen Aktienmarkt hat am Dienstag ein rasches Ende gefunden. Der Dax, der in den ersten Handelsminuten um fast fünf Prozent gestiegen war, gab diese Gewinne schnell wieder ab. Gegen Mittag fiel der Leitindex um etwas mehr als zwei Prozent auf 8558 Punkte. Schon in den vergangenen Wochen waren Erholungsversuche zumeist rasch in sich zusammengefallen.

Am Montag hatte der Leitindex wegen des neuartigen Coronavirus weitere gut fünf Prozent verloren und war zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit September 2013 eingebrochen.

Auch der MDax  gab anfängliche Gewinne rasch wieder ab und verlor zuletzt 2,6 Prozent auf 18.731,10 Punkte. Der Index der mittelgroßen Börsentitel war am Vortag erstmals seit fast vier Jahren unter die Marke von 20.000 Punkten gefallen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab leicht nach.

Morgan Stanley macht globale Rezession zum Basisszenario

11.43 Uhr: Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat eine globale Rezession zum Basisszenario ihrer ökonomischen Prognosen erklärt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Verweis auf einen Kommentar, den Morgan Stanley seinen Kunden schickte.

Die Bank geht nun davon aus, dass die Weltwirtschaft im laufenden Jahr nur noch um 0,9 Prozent wachsen wird. Damit ist das Wachstum niedrig genug, um es als Rezession zu deklarieren. Allerdings werde die Weltkonjunktur damit immer noch stärker anziehen als im Krisenjahr 2009, merkt Bloomberg an.

“Während die Antwort der Politik einen Schutz auf der Abwärtsseite gibt, wird der Schaden durch den Einfluss von Covid-19 und die engeren finanziellen Umstände einen materiellen Schock auf die Weltwirtschaft ausüben”, schrieben die Ökonomen der Bank.

ZEW-Konjunkturerwartungen brechen stärker ein als je zuvor

11.21 Uhr: Angesichts der Coronavirus-Epidemie sind die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten so stark eingebrochen wie seit Beginn der Umfrage im Dezember 1991 nicht. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel im März zum Vormonat um 58,2 Punkte auf minus 49,5 Punkte, wie das Institut am Dienstag in Mannheim mitteilte. Es ist der niedrigste Stand seit Dezember 2011. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf minus 30 Punkte gerechnet. Neben den Konjunkturerwartungen trübte sich auch die Einschätzung der aktuellen Lage stärker als erwartet ein.

“Der extrem starke Einbruch der ZEW-Konjunkturerwartungen war zu erwarten. Für die Konjunktur stehen die Signale auf Rot”, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach die Daten. Die Finanzmarktexperten gingen aktuell von einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal aus und hielten auch für das zweite Quartal einen Rückgang für sehr wahrscheinlich. Für das Gesamtjahr 2020 erwarte die Mehrheit der Experten derzeit einen auf die Corona-Pandemie zurückzuführenden Wachstumsrückgang des realen BIP von etwa einem Prozentpunkt.

Vorbörsliche Gewinne am US-Markt schmelzen weg

11.08: Nach dem größten Punkteverlust des Dow Jones und dem schlechtesten Tag der US-Börsen nach dem “Schwarzen Montag” 1987 visieren die Kurse dort einen kaum veränderten Start an.

Noch zu Beginn des Futures-Handels deuteten die Terminkontrakte ein Plus beim Dow Jones von 700 Punkten an. Dieser vorbörsliche Zuwachs schmolz auf nur noch plus 16 Punkte dahin – ein praktisch unveränderter Start. Noch im frühen Futures-Handel stiegen die Kurse indes so stark, dass ein “Limit Up” ausgelöst und die Gewinne dadurch begrenzt wurden.

Britischer Arbeitsmarkt vor Coronavirus in guter Verfassung

11.05 Uhr: Der Arbeitsmarkt in Großbritannien hat sich vor der internationalen Ausbreitung des Coronavirus unter dem Strich robust gezeigt. Die Arbeitslosenquote stieg in den drei Monaten bis Januar leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Damit hat sie sich etwas vom tiefsten Stand seit Mitte der 1970er Jahre entfernt, der in den drei Monaten zuvor erreicht worden war. Analysten hatten im Schnitt mit einer stabilen Quote gerechnet.

Die Beschäftigung stieg dagegen etwas stärker als in den drei Monaten zuvor. Nach 180.000 Stellen im Schlussquartal 2019 wurden in den drei Monaten bis Januar 184 000 neue Jobs geschaffen. Die Beschäftigungsquote liegt weiter auf einem Rekordwert von 76,5 Prozent, die Quote beschäftigter Frauen beträgt 47,5 Prozent – ebenfalls ein Rekordwert.

Lufthansa arbeitet an “Luftbrücke für ganz Deutschland”

10.56 Uhr: Wie die “Bild“-Zeitung berichtet, arbeitet die Lufthansa derzeit an einer Luftbrücke zur Warenversorgung. „Lufthansa wird alles dafür tun, um auch die Lieferketten für die Versorgung der deutschen Bevölkerung aus der Luft aufrecht zu erhalten. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Luftbrücke für ganz Deutschland“, wird Lufthansa-Chef Carsten Spohr dort zitiert.

Außerdem würden sich die Krisenstäbe von Lufthansa und der Bundesregierung zusammenschalten und konkrete Sonderflüge für ihre Passagiere planen. Parallel würden Crews eingeteilt und über ihre Sondereinsatzpläne informiert. “Die 747-Flotte und LH Cargo spielen Szenarien durch, wie und wo unsere Jumbos für Frachtflüge eingesetzt werden können”, so Spohr weiter. “Auch hier läuft Crewplanung parallel.”

Vapiano-Aktie auf Rekordtief – Gastronom braucht Staatshilfen

10.51 Uhr: Die ohnehin schwer angeschlagene Restaurantkette Vapiano trifft die Coronavirus-Krise zur Unzeit. Um das in den kommenden Wochen notwendige Geld aufzutreiben, ist das Unternehmen auf die von verschiedenen Regierungen in Europa angekündigten finanziellen Unterstützungsprogramme im Rahmen der Covid-19-Krise angewiesen. An der Börse sorgte die Meldung für ein neues Rekordtief von 1,51 Euro.

Zum Vergleich: Das Rekordhoch hatte im Januar 2018 noch bei 25,20 Euro gelegen. Inzwischen hat die Vapiano-Aktie 94 Prozent des damaligen Wertes verloren und wird an der Börse kaum noch gehandelt.

VW und Audi unterbrechen die Produktion

10.33 Uhr: Auch Audi wird seine Produktion in Ingolstadt und Neckarsulm unterbrechen, wie die Nachrichtenagentur “Reuters” berichtet. “Die Produktion in den Audi-Werken wird bis zum Ende der Woche kontrolliert runtergefahren”, teilte Audi-Betriebsratschef Peter Mosch der Agentur mit.

Der VW-Konzern hatte zuvor mitgeteilt, die Produktion in zahlreichen Werken wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus vorübergehend aussetzen zu wollen. An den allermeisten Standorten solle an diesem Freitag (20. März) die letzte Schicht laufen, hieß es am Dienstag aus dem Betriebsrat in Wolfsburg.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus schließt der Konzern für voraussichtlich zwei bis drei Wochen einen Großteil seiner Werke in Europa. Produktionsunterbrechungen gibt es demnach bereits diese Woche in Werken in Spanien, Portugal, Italien und in der Slowakei; in China dagegen wurde die Produktion bereits wieder aufgenommen.

In den vergangenen Tagen hatte es auch in deutschen Werken erste bestätigte Fälle von Infektionen mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 gegeben. Der Betriebsrat beriet nun mit dem Vorstand über die Lage. Aus Sicht der Mitarbeitervertreter reicht die beschlossene Unterbrechung der Fertigung bisher aber nicht aus.

„Im Vordergrund stand die Situation der Kolleginnen und Kollegen im direkten Bereich, wo auf den Montagelinien Schulter an Schulter an unseren Fahrzeugen gearbeitet wird“, hieß es. Das Robert-Koch-Institut empfehle jedoch etwa Mindestabstände, die an den einzelnen Arbeitsstationen nicht einzuhalten seien. „Wir dringen hier auf verbindliche Ansagen“, erklärte der Betriebsrat in Richtung Management.

Dax schlittert tief ins Minus zurück

10.01 Uhr: Der deutsche Leitindex Dax hat die Auftaktgewinne am zweiten Handelstag der Woche nicht lange gehalten. Nur eine Stunde nach Börseneröffnung notiert der Dax wieder im Minus. Zuletzt verlor der Index 1,42 Prozent auf 8617 Zähler. Zur Eröffnung war der Dax bis über 9000 Punkte gestiegen.

Nur vier der 30 Dax-Werte notierten zur Stunde im Plus. Größter Gewinner waren dabei die Linde-Aktien mit einem Plus von gut drei Prozent. Am Indexende standen erneut die Aktien des Triebwerksbauers MTU Aero Engines. Die Papiere waren bereits am Vortag besonders schwach gewesen.

Engpass bei Erntehelfern droht – Verein fordert “Passierschein”

09.46 Uhr: In der Landwirtschaft gibt es wegen der Coronakrise aber auch Sorgen. Vor der anstehenden Spargelsaison droht vielen Landwirten ein Engpass bei Erntehelfern. Wegen der Coronakrise gelinge es derzeit nicht, Helfer aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern zu bekommen. “Wir laufen auf eine bedrohliche Situation zu”, sagte der Vizepräsident des Landvolks in Niedersachsen, Ulrich Löhr. Teile der Ernte müssten womöglich auf den Feldern bleiben. Auch der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauern befürchtet Engpässe bei der Ernte, für die mehr als 180.000 Saisonarbeitskräfte benötigt werden. Viele Polen blieben aus Angst vor einer Infektion in diesem Jahr zu Hause.

Bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hieß es, vor allem die geschlossene Grenze nach Polen sorge für Unruhe, da auf vielen Höfen Arbeitskräfte aus Osteuropa im Einsatz sind. In Brandenburg befürchtet der Beelitzer Spargelverein große Ernteeinbußen. Hunderte Helfer aus Rumänien könnten nicht anreisen, sagte der Vorsitzende Jürgen Jakobs der dpa. Er forderte eine Art “Passierschein” für gebuchte Erntehelfer. Auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wird befürchtet, dass viel zu wenig Arbeitskräfte zum Ernten kommen.

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Dax eröffnet deutlich im Plus

09.00 Uhr: Der Dax erholt sich nach seinem Absturz vom Vortag. Er startet deutlich über der Marke von 9000 Punkten in den Handel.

VW-Chef Diess will Produktion wegen Coronavirus für zwei Wochen aussetzen

Dienstag, 17. März, 08.56 Uhr: Welche Folgen der Schritt für die Produktion beim größten Autohersteller der Welt hat und wie lange die Maßnahme anhält, war zunächst unklar. VW-Chef Herbert Diess sagte, viele Standorte richteten sich auf zwei Wochen Unterbrechung ein. Die deutschen VW-Standorte waren nach jüngsten Angaben des Konzerns bisher nur von relativ wenigen nachgewiesenen Sars-Cov-2-Infektionen betroffen. Am vergangenen Wochenende waren Fälle im Werk Baunatal bei Kassel sowie im Stammwerk Wolfsburg bekannt geworden.

Den betreffenden Beschäftigten soll es jüngsten Angaben zufolge gut gehen, sie sind in häuslicher Quarantäne. VW hatte zuletzt etwa Hygiene- und Abstandsvorschriften verschärft, auch Kantinen sollten geschlossen werden. Dienstreisen wurden eingeschränkt, größere Versammlungen verschoben.

Vorstand und Betriebsrat hatten sich kürzlich an die Belegschaft gewandt. „Uns ist klar, dass wir auch bei Volkswagen mit Fällen von Corona rechnen müssen“, hieß es in einem Brief an die Mitarbeiter. „Es geht aber darum, die Ausbreitung einzudämmen. Denn so schützen wir die Schwachen in der Gesellschaft: unsere Eltern und Großeltern, Lungenkranke, Asthmatiker und alle anderen Risikopersonen.“

Mehr als 630.000 Menschen arbeiten bei VW

Der größte deutsche Industriekonzern hat weltweit mehr als 670.000 Beschäftigte, auch in vielen anderen Ländern gelten inzwischen erhöhte Vorsichtsmaßnahmen. Bisher waren die Lieferketten nach offiziellen Angaben nicht nennenswert unterbrochen oder gefährdet.

Am frühen Morgen hatte die Kernmarke VW noch Zahlen fürs abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert. Dabei sprach Diess davon, dass 2020 “ein sehr schwieriges Jahr” werde: “Die Corona-Pandemie stellt uns vor ungekannte operative und finanzielle Herausforderungen.” Auch die konjunkturelle Lage mache Sorgen. “Durch die Bündelung unserer Kräfte, eine enge Zusammenarbeit und gute Moral im Konzern wird es uns gelingen, die Corona-Krise zu bewältigen.”

Auch andere Autohersteller schließen ihre Werke wegen der Corona-Epidemie. So hatten Fiat und die Opel-Mutter PSA diesen Schritt angekündigt.

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