Börse: US-Notenbank senkt Leitzins auf fast null Prozent

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Der Corona-Virus schüttelt die Märkte kräftig durcheinander. Nach heftigen Verlusten am Montag ging es speziell am Donnerstag weiter bergab. Der Dax fiel auf Wochensicht um rund 20 Prozent – der zweitgrößte Wochenverlust aller Zeiten. Immer mehr Firmen ergreifen Maßnahmen gegen die Krise, die Politik versucht zu helfen. Verfolgen Sie die Entwicklung im News-Ticker von FOCUS Online.

US-Notenbank senkt Leitzins auf fast null Prozent

22.08 Uhr: Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins in den USA auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Das ist ein ganzes Prozentpunkt im Vergleich zum vorherigen Status. Damit reagiert die Notenbank – auch unter dem Druck von Präsident Trump – auf die Corona-Krise.  “Die Auswirkungen des Coronavirus werden die wirtschaftliche Aktivität kurzfristig belasten und ein Risiko für die konjunkturelle Entwicklung bedeuten”, begründete die Fed den Schritt.

Insolvenzspezialist warnt vor Firmenpleiten-Welle

13.48 Uhr: Zahlreiche Firmen könnten der Belastung durch die Corona-Krise nicht standhalten. Das sagt einer der bekanntesten deutschen Insolvenzverwalter, Lucas Flöther, voraus. In einem Interview mit dem Handelsblatt sagte er: “Natürlich waren auch die Anschläge am 11. September 2001 oder die Finanzkrise nach der Lehman-Pleite große Belastungen. Trotzdem waren diese Ereignisse nicht vergleichbar mit der derzeitigen Krise. Wir erleben eine absolute Ausnahmesituation, die Unternehmen durch alle Branchen sehr hart trifft. Das reicht vom Automotive-Sektor über die Luftfahrtindustrie bis zur Messewirtschaft.”

Vor allem Unternehmen, deren Geschäftsmodell nicht ausgereift ist oder die bisher auf günstige Kredite angewiesen waren, könnten der Wirtschaftsschwäche zum Opfer fallen, sagte Flöther dem Interview. Auch viele Start-Ups müssten bald ums Überleben kämpfen. Flöther rechnet mit zahlreichen Firmenpleiten. Daher fordert er die Bundesrgierung auf, das Insolvenzrecht zu lockern, etwa mit einer befristete Lockerung der Insolvenzantragspflicht bei Überschuldung.

Bericht: Bayer zahlt für Vergleich zehn Milliarden Dollar

Topmeldung (11:50 Uhr): Bayer steuert im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken von Glyphosat-Unkrautvernichtern laut “Wall Street Journal” auf eine Lösung zu. Das Unternehmen habe sich mit sechs Anwaltskanzleien, die im Auftrag Zehntausender Kläger verhandelten, auf einen Vergleichsentwurf geeinigt, hieß es WSJ zufolge am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf Insider. Der Kompromiss sehe eine Zahlung in der Größenordnung von zehn Milliarden Dollar vor. Die Dimension entspräche in etwa den Markterwartungen.

Bayer kommentierte die Spekulationen nicht und verwies lediglich auf laufende Verhandlungen. Der deutsche Agrarchemie- und Pharmakonzern hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto enorme Rechtsrisiken aufgeladen. Zuletzt war Bayer laut eigenen Angaben mit rund 48 600 US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Monsanto-Produkten mit dem Wirkstoff Glyphosat konfrontiert. Die Klagewelle hat den Dax-Konzern nicht nur an der Börse stark unter Druck gebracht.

Die ersten drei Glyphosat-Prozesse in den USA hatte Bayer verloren und hohe Schadenersatzurteile kassiert, allerdings will der Konzern die Schuldsprüche in Berufungsverfahren aufheben lassen. Zeitgleich laufen hinter den Kulissen schon seit Monaten auf Hochtouren Vergleichsgespräche unter der Aufsicht des US-Staranwalts Ken Feinberg, der als Vermittler zwischen Bayer und Klägern verpflichtet wurde. Alle weiteren US-Gerichtsverfahren bislang wurden vertagt, um den Streitparteien Zeit für Verhandlungen zu verschaffen.

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Nike schließt zahlreiche Geschäfte wegen Coronavirus – auch in Europa

12.59 Uhr: Der Sportartikelhersteller Nike schließt ab kommendem Montag zahlreiche Geschäfte, wie der Sender “CNBC” berichtet. Betroffen seien laut Bericht die USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Westeuropa. Die Schließung gelte vorerst bis 27. März.

Bericht: Volkswagen stellt Mitarbeiter mit Kindern wegen Corona frei

15.51 Uhr: Mit Blick auf die Corona-bedingte Schließung von Schulen und Kitas geht der Volkswagen-Konzern auf seine Mitarbeiter mit Kindern zu. Man biete “allen Beschäftigten mit Kindern, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben und von Schließungen betroffen sind, eine erhöhte Flexibilität an”, zitierte die Branchen- und Wirtschaftszeitung “Automobilwoche” am Samstag aus ihr vorliegenden internen Unterlagen. 

Dazu zählten die “Entnahme von Freizeitkontingenten” und “erweiterte Möglichkeiten für mobile Arbeit”. Auch solle es eine “erneute Wandlungsmöglichkeit aus dem Tarifvertrag über die Gewährung einer tariflichen Zusatzvergütung” geben. 

Bei VW gibt es dem Bericht zufolge für bestimmte Beschäftigtengruppen ein jährliches Wahlrecht. Statt der Zahlung der tariflichen Zusatzvergütung könne eine Wandlung in bezahlte Freistellung in Anspruch genommen werden, zitiert die “Wirtschaftswoche” aus einer Personalinformation. 

Die Regelungen sollen zunächst für alle Standorte in Niedersachsen gelten. Analog solle mit dem Standort Kassel verfahren werden, kündigte der Konzern an. In der nordhessischen Stadt produziert VW unter anderem Getriebe und Motoren.

US-Nobelpreisträger: Wirtschaftliche Folgen der Coronakrise werden noch unterschätzt

12.22 Uhr: Der US-Nobelpreisträger Robert Shiller rechnet als Folge der Corona-Epidemie mit einer globalen Rezession wie nach der Finanzkrise von 2008. Die wirtschaftlichen Folgen der Infektionskrankheit würden “noch immer unterschätzt”, sagte Shiller dem Magazin “Spiegel” laut einer Vorabmeldung vom Samstag. Viele Länder müssten demnächst ähnliche Quarantänemaßnahmen verordnen wie China oder Italien. “Das bedeutet, dass wir mit Sicherheit eine weltweite Rezession bekommen werden”, sagte der US-Professor. Es sei denkbar, dass der Einbruch Ausmaße wie nach der Finanzkrise im Jahr 2008 annehmen könne.

Zugleich kritisierte Shiller das Krisenmanagement von US-Präsident Donald Trump. Die US-Regierung habe “viel zu langsam reagiert”, sagte er. “Trump war mehr damit beschäftigt, die Leute in Sicherheit zu wiegen, als wirksame Maßnahmen gegen die Krankheit in Gang zu setzen”, kritisierte der US-Ökonom.

Er verglich Trump mit dem früheren US-Präsidenten Herbert Hoover, der während der Weltwirtschaftskrise Anfang der Dreißigerjahre mit verfehlten Prognosen für ein baldiges Krisenende seine Glaubwürdigkeit verspielt hatte. Das könne nun auch Trump passieren, sagte Shiller. “Die Coronakrise könnte zu Trumps Hoover-Moment werden.”

Apple schließt alle Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen

Samstag, 14. März, 09.20 Uhr: Apple schließt wegen der Coronavirus-Ausbreitung alle seine Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen. Man wolle damit dazu beitragen, die Krankheit zu bremsen, erklärte Firmenchef Tim Cook am Samstag. Der iPhone-Konzern hat außerhalb Chinas rund 460 hauseigene Geschäfte, in den vergangenen Tagen hatte Apple bereits die Stores in Italien dichtgemacht. Die gut 40 Apple Stores in China sind inzwischen nach zum Teil längeren Schließungen alle wieder geöffnet. Die Coronavirus-Krise hatte in den vergangenen Wochen auch die iPhone-Produktion beeinträchtigt.

Zuvor hatte Apple neben  Microsoft und Snap ihre anstehenden Entwicklerkonferenzen in den USA wegen der Coronavirus-Risiken abgesagt. Apples WWDC, die traditionell im Juni stattfindet, werde in diesem Jahr zu einem Online-Format wechseln, kündigte der iPhone-Konzern am Freitag an. Die App-Entwickler sollen trotzdem Zugang zu neuer Software erhalten.

Auch die für den 19. bis 21. Mai geplante Microsoft Build in Seattle solle nun als ein «Digital-Event» stattfinden, teilte der Software-Konzern mit. Seattle gehört zu den Gebieten in den USA, die aktuell besonders stark von der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus betroffen sind.

Snap will seinen für Anfang April in Los Angeles geplanten Partner Summit nun zu einem späteren Zeitpunkt nachholen, wie eine Sprecherin bestätigte. Die Firma hinter der populären Foto-App Snapchat hielt lange an dem Termin fest, weil die Veranstaltung einen eher kleineren Rahmen habe.

Bereits abgesagt wurden auch die für Mai angesetzten Konferenzen von Facebook und Google – und sollen durch Online-Übertragungen ersetzt werden.

Für die Tech-Firmen sind die jährlichen Veranstaltungen, zu denen mehrere Tausend Software-Entwickler und Journalisten aus aller Welt anreisen, eine wichtige Plattform, um neue Produkte vorzustellen und Kontakt zu den Partnern zu halten.

Lufthansa streicht die Dividende

22.51 Uhr: Die Lufthansa-Aktionäre bekommen für das vergangene Geschäftsjahr wegen des Coronavirus keine Ausschüttung. Das erklärte der Dax-Konzern am Freitagabend. So will die Lufthansa sicherstellen, in der Krise liquide zu bleiben. Vorangegangen waren der Mitteilung Gerüchte über mögliche Staatshilfen.

Der Coronavirus verhagelt dem Dax-Konzern die Nachfrage. So lagen in der vergangenen Woche die Neubuchungen bei den Konzernairlines rund 50 Prozent niedriger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, teilte das Unternehmen mit. Darüber hinaus verzeichnen die Fluglinien eine deutlich steigende Anzahl von Flugstornierungen.

Die Lufthansa reagiert, indem sie das Flugprogramm in den kommenden Wochen weiter um bis zu 70 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung reduziert. “Außerdem senkt der Konzern Sach- und Projektkosten, beabsichtigt Kurzarbeit einzuführen und verhandelt über die Verschiebung geplanter Investitionen.” Trotzdem erwartet der Konzern einen Betriebsgewinn weit unter Vorjahr.

Gold setzt Talfahrt fort

18.17 Uhr: Während sich die Aktienmärkte zum Wochenschluss stabilisierten, hat sich der Preis für Gold weiter deutlich verbilligt. Zuletzt sank der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) des gelben Edelmetalls um 3,4 Prozent auf 1522 US-Dollar. In Euro gerechnet fiel der Kurs um 2,49 Prozent auf 1376 Euro je Feinunze.

Gold in Euro
1.378,31
EUR

Außerbörslich

Normalerweise steigt Gold in volatilen Börsenphasen, das Edelmetall gilt dann als “sicherer Hafen”. Allerdings zog es den Goldpreis in dieser Handelswoche mit nach unten – Marktbeobachter vermuten, dass Anleger ihre Bestände auflösen, um Liquidität für nun eingehende Margin Calls zu haben.

Dax stabilisiert sich – historischer Wochenverlust bleibt

17.52 Uhr: Nach seinem zweitschwächsten Tag aller Zeiten hat sich der deutsche Leitindex Dax am Freitag stabilisiert. Zwischenzeitlich massive Erholungsgewinne gingen jedoch im Handelsverlauf verloren, sodass der Index letztlich 0,77 Prozent höher bei 9232,08 Punkten schloss. Die Wall Street hielt sich nach der Ankündigung breiter staatlicher Hilfen gegen die Coronavirus-Krise zur Stunde etwas besser als der deutsche Aktienmarkt.

Am Donnerstag hatte der Dax mit dem zweitgrößten prozentualen Tagesverlust in seiner gut Dreißigjährigen Geschichte unter der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Zählern geschlossen. Aus Wochensicht ergibt sich ein Minus von rund 20 Prozent – der zweitgrößte Wochenverlust, den die Dax-Anleger je erlebt haben. Der MDax der mittelgroßen Werte legte am Freitag um 0,44 Prozent auf 20.256,48 Punkte zu.

Erster Coronavirus-Fall bei Volkswagen

17.06: Bei Volkswagen gibt es den ersten bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion in Deutschland. Ein Mitarbeiter des Standorts Baunatal bei Kassel sei nach der Rückkehr von einer privaten Reise positiv auf den neuen Erreger getestet worden, hieß es am Freitag aus dem Konzern. Er sei nun in häuslicher Quarantäne. Dem Mann gehe es gut, nähere Angaben machte das Unternehmen nicht. Fünf Kollegen, die Kontaktpersonen waren, seien vorsorglich ebenfalls nach Hause geschickt worden. Man stehe in engem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden. Die schon länger geltenden Vorschriften zu Hygiene und Gesundheitsschutz an den einzelnen VW-Standorten seien weiterhin in Kraft. 

Erholung nur Strohfeuer: Dax rutscht ins Minus zurück

16.40 Uhr: Erneut hat sich die zunächst kräftige Erholung am deutschen Aktienmarkt als Strohfeuer erwiesen. Nachdem der Leitindex Dax zwischenzeitlich mehr als sieben Prozent im Plus notiert hatte, schmolzen die Gewinne nach Eröffnung der US-Börsen immer weiter dahin. Zuletzt drehte der Dax sogar ins Minus und verlor 0,03 Prozent auf 9158 Punkte. Der Dow Jones hält sich nur noch leicht im Plus.

“Es droht ein deflationärer Schock”

16.10 Uhr: In einem aktuellen Kommentar beleuchtet Joe Foster, Portfolio Manager bei VanEck, wie sich das Coronavirus weltweit auf die Märkte und den Goldmarkt auswirkt. Er warnt: Es ist es aus zwei Gründen extrem schwierig, eine durch das Coronavirus gebeutelte Wirtschaft zu stimulieren. Zum einen gibt es einen deflationären Schock, denn die Arbeitstätigkeit, das Reise- und Freizeitverhalten und andere Formen der wirtschaftlichen Aktivität nehmen ab oder werden ganz eingestellt. Zum anderen wird es wahrscheinlich zu Engpässen aufgrund von Unterbrechungen in den globalen Lieferketten kommen, welche normalerweise inflationär wirken würden. Solange die Menschen und Unternehmen ihre normale Aktivität nicht wieder aufnehmen können, werden Zinssenkungen oder quantitative Lockerungen, unabhängig davon, wie hoch sie ausfallen, keinen großen Effekt haben. Davon abgesehen haben die Zentralbanken wenig oder gar keinen Spielraum. In den USA liegt das Zielband für die Fed Funds Rate mit 1,0 Prozent bis 1,25 Prozent bereits tief, und in weiten Teilen Europas und in Japan sind die Leitzinsen jetzt schon negativ.

Sollte es zu einer Rezession kommen, dann liegt seines Erachtens das größte Risiko in der Verschuldung. Das Wachstum der Unternehmensgewinne war zuletzt rückläufig, und Goldman Sachs prognostiziert für dieses Jahr überhaupt keinen Anstieg. Gleichzeitig liegen die Schulden der Unternehmen auf Rekordniveau, ebenso wie die risikoreichen Leveraged Loans. Darüber hinaus werden in einer Rezession wahrscheinlich mehr Schuldtitel auf Junk-Status herabgestuft, was viele Fonds zum Verkauf zwingen könnte. Dies sind die finanziellen Risiken, die Gold in der nächsten Rezession nach oben treiben könnten.

Erholungsgewinne an den Börsen schwinden immer weiter

16.16 Uhr: Der Dax hat am Freitagnachmittag einen weiteren Teil seiner zuvor deutlichen Erholungsgewinne eingebüßt. Er folgte damit den US-Börsen, deren Erholungsgewinne ebenfalls abbröckelten.

Zuletzt legte der deutsche Leitindex noch um 2,14 Prozent auf 9357,55 Punkte zu, nachdem er zeitweise wieder dicht an die Marke von 10.000 Punkten geklettert war. Eine Ankündigung umfangreicher Staatshilfen durch die Bundesregierung zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise hatten dazu beigetragen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand 3,24 Prozent im Plus bei 2627,59 Zählern. In den USA gewann der Dow Jones Industrial noch 2,70 Prozent auf 21.772,00 Punkte.

US-Verbraucherstimmung trübt sich deutlich ein

15.54 Uhr: Angesichts der Verschärfung der Coronavirus-Krise hat sich die Stimmung der US-Verbraucher im März merklich eingetrübt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima fiel gegenüber dem Vormonat um 5,1 Punkte auf 95,9 Zähler, wie die Universität am Freitag auf Basis einer ersten Schätzung mitteilte. Der Rückgang fiel jedoch nicht ganz so deutlich aus wie erwartet. Volkswirte hatten nur mit 95,0 Punkten gerechnet.

Der Indikator befindet sich trotz des Rückgangs weiter auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Im Vormonat hatte er mit 101 Punkten den höchsten Stand seit März 2018 erreicht.

Die Daten wurden im Zeitraum 26. Februar bis 11. März erhoben. In dieser Zeit war die Viruskrise in China und Italien bereits mit voller Wucht ausgebrochen, in den USA befand sich die Krise im Anfangsstadium. Die Erwartungen der Verbraucher trübte sich stärker ein als die Beurteilung der aktuellen Lage.

Offiziell: Lufthansa berät mit Bundesregierung über Staatshilfen

15.35 Uhr: Die Lufthansa lotet wegen der immensen Folgen des Coronavirus die Chance auf staatliche Unterstützung aus. “Wir sprechen mit den Regierungen der Heimatmärkte über mögliche Staatshilfen”, sagte ein Konzernsprecher am Freitag und bestätigte damit einen Bericht aus der Online-Ausgabe des “Handelsblatts”. Neben der deutschen Regierung sei man mit den Regierungen von Österreich, Belgien und der Schweiz im Gespräch, in denen der Konzern mit seinen Tochtergesellschaften Austrian, Brussels und Swiss vertreten ist.

Der Zeitung zufolge nimmt Lufthansa-Chef Carsten Spohr an einer Runde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel teil, in der es um das neuartige Coronavirus und die Folgen etwa für die Wirtschaft gehen solle. Der Lufthansa-Konzern hat wegen des immensen Nachfrageeinbruchs und Einreiseverboten einen Großteil des Flugangebots für die kommenden Wochen gestrichen.

Dem “Handelsblatt” zufolge werden im Vorstand derzeit Szenarien durchgespielt, den Flugbetrieb eine Zeit lang sogar weitgehend einzustellen. Entschieden sei aber noch nichts. “Die Situation ist im Moment außerordentlich dynamisch”, zitiert die Zeitung eine Quelle aus dem Umfeld des Unternehmens. Der Konzernsprecher wollte diese Darstellung nicht kommentieren.

Aktienmärkte geben Erholungsgewinne wieder teilweise ab

15.22 Uhr: Die Ankündigung umfangreicher Staatshilfen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag zeitweise eine kräftige Erholung beschert. Der Dax stieg zunächst wieder dicht an die Marke von 10.000 Punkten. Am Nachmittag bröckelten die Gewinne mit denen der US-Börsen wieder großteils ab. Das Plus belief sich zuletzt auf 3,91 Prozent, womit der Leitindex bei 9519,70 Punkten stand. Tags zuvor hatte er mit dem zweitgrößten prozentualen Tagesverlust in seiner 30-jährigen Geschichte unter der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Zählern geschlossen.

Der MDax stieg am Freitag um 3,46 Prozent auf 20.865,08 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte zugleich um 4,67 Prozent vor. Auch in den USA ging es zunächst wieder deutlich nach oben, allerdings bröckelten die Gewinne auch wieder rasch ab. Der Dow Jones Industrial legte zuletzt nur noch um 2,7 Prozent zu, nach fast 6 Prozent zum Handelsstart. Die Unsicherheit nach dem größten Börsencrash seit 1987 bleibt weiter hoch.

Lufthansa will Hilfe vom Staat

15.05 Uhr: Die Lufthansa will wegen Flugausfällen Staatshilfen beantragen. Das meldet das “Handelsblatt”. Bei den Staatshilfen gehe es vor allem um Liquiditätshilfen. Die Zeitung beruft sich auf eine interne Videobotschaft von Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Darin heißt es, man wolle mit den Regierungen über mögliche Staatshilfen reden. Ein Unternehmenssprecher habe die Informationen bestätigt, schreibt das “Handelsblatt”. Der Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung, Thomas Jarzombek, will sich mit der Luftfahrtbranche am Montag zu Gesprächen treffen.

US-Börsen schließen sich Erholung an – Leerverkäufer schließen Positionen

14.52 Uhr: Der Crash am US-Aktienmarkt ist am Freitag zunächst gestoppt worden. Der Leitindex Dow Jones Industrial, der seit Wochenbeginn um 18 Prozent eingebrochen war, rückte im frühen Handel um 3,8 Prozent auf 21.999,02 Punkte vor. Damit befindet sich der Dow jedoch noch immer auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2018. Auf Wochensicht ist für den Dow ein Verlust von rund 15 Prozent aufgelaufen.

Dow Jones
23.185,62
Pkt.

Außerbörslich

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in den USA hatte die US-Börsen zuletzt schwer belastet. Analysten bezeichneten zudem die bisherigen Maßnahmen der US-Regierung gegen das Virus als unzureichend oder nicht angemessen.

Händler sprechen angesichts der Erholung von einer technischen Gegenbewegung auf die enormen Verluste der vergangenen Wochen. Spekulative Anleger, die im Crash auf weiter fallende Kurse gesetzt hätten, schlössen vor dem Wochenende nun ihre sogenannten Short-Positionen, mit denen sie auf fallende Kurse wetten, und strichen Gewinne ein. Das stütze den Markt.

Der marktbreite S&P 500 erholte sich um vier Prozent auf 2519,24 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um knapp vier Prozent auf 7549,39 Zähler aufwärts.

Wegen Corona-Krise: EU rechnet mit stark schrumpfender Wirtschaft

14.08 Uhr: Die Wirtschaft in der Europäischen Union wird nach Einschätzung der EU-Kommission wegen der Coronavirus-Krise dieses Jahr schrumpfen. Ursprünglich war mit 1,4 Prozent Wachstum für 2020 gerechnet worden – nun werde das Wachstum “unter Null fallen, womöglich sogar erheblich”, sagte ein hoher Kommissionsbeamter am Freitag in Brüssel.

Buffett-Holding Berkshire Hathaway hält Jahresversammlung ohne Aktionäre ab

13.47 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie wird Berkshire Hathaway die diesjährige Jahresversammlung ohne die Anteilseigner abhalten – eigentlich eine langjährige Tradition. Das teilte die Holding des Börsenveterans Warren Buffett am Freitag mit.

“Ich bedauere diese Entscheidung sehr”, kommentierte Buffett. In der Finanzbranche gilt die Aktionärsversammlung als legendäres Event, allein 2018 pilgerten “CNBC” zufolge mehr als 40.000 Personen zum “Woodstock des Kapitalismus” nach Omaha im US-Bundesstaat Nebraska, dem Sitz des Konzerns.

Unterdessen konnte sich die A-Aktie Berkshires – das preislich teuerste Papier der Welt – nicht dem Abwärtssog der Märkte entziehen. Derzeit kostet ein Anteil 272.000 US-Dollar, noch vor wenigen Wochen stand der Kurs indes bei 347.000 Dollar.

Dax weitet Gewinne auf über sieben Prozent plus aus – US-Futures mit “Limit Up”

13.20 Uhr: Nach der Ansage der Bundesregierung, unbegrenzt Kredite zur Unterstützung der Wirtschaft vergeben zu wollen, hat der deutsche Aktienmarkt seine Erholungsgewinne noch einmal kräftig ausgeweitet. Zuletzt legte der Dax um 7,19 Prozent auf 9819 Zähler zu, im Hoch stand er gar bei 9185 Punkten.

Besonders stark stiegen dabei die Anteile der Lufthansa. Airlines dürften besonders hart unter der Ausbreitung des Coronavirus leiden, da Länder teilweise ihre Grenzen schließen. Nichtsdestotrotz stiegen die Titel an der Dax-Spitze um über 18 Prozent und glichen damit sogar die Kursverluste des Vortages aus.

An den US-Börsen zeichnet sich unterdessen ebenfalls eine Erholung vom verulstreichsten Handelstag seit dem “Schwarzen Montag” 1987 an. Die Futures auf den Dow Jones deuteten einen Sprung um über 1000 Zähler an, bei den Futures auf den marktbreiteren S&P 500 kam es wegen Gewinnen von über fünf Prozent sogar zu einem “Limit Up” – eine obere Schranke für Kursveränderungen eines einzelnen Handelstages.

Corona-Krise: Regierung sagt Kredite ohne Begrenzung zu

12.40 Uhr: Finanzminister Scholz befürchtet, dass das Coronavirus „spürbare Folgen“ für die Wirtschaft haben werde. Nichtsdestotrotz sei die Bundesregierung finanziell gut ausgestattet, um „mit vielen Milliarden die notwendigen Maßnahmen auf den Weg zu bringen“.

Die Bundesregierung will den Unternehmen etwa mit unbegrenzten Kreditprogrammen helfen. Außerdem sollen sie umfassende Steuererleichterungen erhalten. „Wenn man das alles zusammenrechnet, werden das Milliarden sein, die zunächst nicht in der Staatskasse landen“, so Scholz weiter.

Dax baut Erholungsgewinne kräftig aus

12.15 Uhr: Gegen Freitagmittag hat der Dax seine Erholungsgewinne nach dem zweitschlechtesten Handelstag aller Zeiten deutlich ausgebaut. Zuletzt gewann der Leitindex des deutschen Aktienmarkts 5,22 Prozent auf 9638 Punkte hinzu – ein neues Tageshoch.

Wegen Virus-Krise: Altmaier schließt Verstaatlichung von wichtigen Firmen nicht aus

Freitag, 13.03.2020, 11.42 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier schließt in der Coronavirus-Krise die vorübergehende Beteiligung des Staates an strategisch wichtigen Unternehmen nicht aus. Er habe in seiner Industriestrategie diese Möglichkeit bereits genannt, etwa wenn es um Firmen aus hochsensiblen Bereichen gehe, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” (aktuelle Ausgabe). “Auch in einer Krise wie der durch das Coronavirus können sich ähnliche Fragen im Hinblick auf die technologische und wirtschaftliche Souveränität stellen.”

Derzeit sehe er aber keine größere Zahl von Verstaatlichungen kommen, sagte Altmaier. “Wir werden sehr genau hinschauen, welche Auswirkungen eine Pleite haben kann, und alles Erforderliche unternehmen.”

Unter die Arme greifen will Altmaier zudem der Pharmaindustrie, die derzeit viele Medikamente aus Asien bezieht. “Es ist die richtige Idee, einseitige Abhängigkeiten zu minimieren und in sensiblen Bereichen die nationale Souveränität wiederzugewinnen”, sagte der Minister. “Ich kann mir gut ein gemeinsames europäisches Projekt für die Arzneimittelproduktion vorstellen.”

Seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht Altmaier wenig Spielraum für Hilfen. Stattdessen seien vor allem “die klassischen Instrumente der Wirtschaftspolitik” gefragt. An der “schwarzen Null” beim Bundeshaushalt will Altmaier trotz milliardenschwerer Hilfsprogramme festhalten. “Der entscheidende Faktor unserer Stabilitätspolitik ist die Schuldenbremse, wie sie im Grundgesetz verankert ist. Solange wir uns daran halten, werden wir den Kurs der Solidität nicht verlassen.”

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