Börsen mit hohen Verlusten, selbst Gold ist nicht mehr sicher

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Der Corona-Virus schüttelt die Märkte kräftig durcheinander. Nach heftigen Verlusten am Montag ging es weiter bergab. Der Dax fiel weit unter die Marke von 10.000 Punkten. Die Politik sucht noch immer auf eine Antwort auf die Krise, während Ökonomen vor den Folgen warnen. Verfolgen Sie die Entwicklung im News-Ticker von FOCUS Online.

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Hoffnungslos im freien Fall: Dax verliert über 12 Prozent

Topmeldung (17.52 Uhr): Die Talfahrt der Börsen hat sich am Donnerstag ohne jeglichen Halt fortgesetzt. Der deutsche Leitindex Dax hat an nur diesem einen Handelstag ganze 12,42 Prozent auf 9161,13 Zähler verloren – der zweitgrößte Tagesverlust in der Geschichte des Börsenbarometers. Lediglich Mitte Oktober 1989 hatte es ein noch höheres Minus gegeben, als der Dax nach dem “Schwarzen Freitag” an der Wall Street auf Talfahrt gegangen war.

Erst am Montag hatte der Dax fast acht Prozent verloren und damit den nunmehr sechstschlechtesten Tag seiner Geschichte gehabt. Der Mittelwerteindex MDax verlor 10,91 Prozent auf 20.168,02 Punkte.

Nach dem heutigen Handelstag dürfte jegliche Hoffnung auf ein Vorbeischrammen an einem Bärenmarkt verpufft sein. Von seinem Rekordhoch Mitte Februar bei 13.795 Punkten aus hat der Dax 33,6 Prozent verloren. Ein Bärenmarkt beginnt ab einem Verlust von 20 Prozent vom jüngsten Hoch aus.

Dax könnte sogar unter 8000 Punkte rutschen – was für Anleger jetzt wichtig ist

Keine Unterstützung durch EZB-Maßnahmen

Ausgelöst wurde der historische Kurssturz beim Dax durch die Reisebeschränkung der USA für Bürger aus Europa und die drastischen Maßnahmen, die in Italien ergriffen wurden, um die Viruskrise zu meistern. Seit Donnerstagmorgen sind die meisten Geschäfte im ganzen Land geschlossen.

Zudem blieb die von vielen Anlegern erhoffte Beruhigung der Lage von Seiten der Europäischen Zentralbank (EZB) aus – Die Ankündigung der Währungshüter, vorerst nicht an den Zinsen zu drehen und der von der Coronavirus-Pandemie geplagten Wirtschaft mit einem Hilfspaket von 120 Milliarden Euro zu helfen, hatte keinerlei Wirkung.

„Christine Lagarde sieht nicht ihr Haus, sondern die Fiskalpolitik in der Verantwortung. Sie verhält sich damit gegensätzlich zu ihrem Vorgänger Mario Draghi. Von ihm wäre wohl eine Aussage ähnlich zu „Whatever it takes“ in diesem Umfeld zu erwarten gewesen. Die EZB unter Lagarde aber hat heute den Ball zurück an die Politik gespielt“, kommentierte hierzu Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Auch in den USA flohen die Anleger panisch aus dem Markt. Der Leitindex Dow Jones verlor zum Handelsschluss in Frankfurt 9,40 Prozent auf 21.340,21 Punkte. Auch der berühmteste Börsenindex der Welt befindet sich damit längst in einem Bärenmarkt – von seinem Hoch bei 29.568 Punkten aus hat der Dow Jones knapp 28 Prozent verloren.

Dow Jones bricht um mehr als 9 Prozent ein

Nach der Handelspause zur Eröffnung sind die US-Börsen am Donnerstag massiv eingebrochen. Der Leitindex Dow Jones verlor mehr als 2000 Punkte (mehr als 9 Prozent) und fiel auf 21.401 Punkte. Damit steuert der Dow Jones auf einen rekordverdächtig hohen Punkteverluste zu. 

Zuletzt hatte der Dow Jones im Juli 2017 so tief notiert. In den zurückliegenden drei Wochen hat der Dow mehr als 7000 Punkte oder rund ein Viertel verloren. Auch die Ankündigung stützender Maßnahmen gegen die Coronavirus-Krise durch die Europäische Zentralbank kann den fortgesetzten Ausverkauf an den weltweiten Aktienmärkte nicht bremsen. Der marktbreitere S&P 500 sackte indessen um gut 8 Prozent ab.

Dow Jones
21.407,44
Pkt.

Außerbörslich

Auch der Goldpreis schlittere trotz tiefroter Börsen merklich nach unten. In volatilen Börsenphasen ist es üblich, dass Gold steigt, da die Anleger in die als sicher geltende “Krisenwährung” zurückziehen. 

Dennoch verlor der Goldpreis am Donnerstagnachmittag 3,5 Prozent auf 1581 US-Dollar je Feinunze (rund 31,1 Gramm). Damit verlor der Preis sogar die Marke von 1600 Dollar. Noch vor wenigen Tagen hatte der Preis an der Marke von 1700 Dollar gekratzt.

Gold in Euro
1.420,12
EUR

Außerbörslich

Ökonomen erwarten “harten Konjunktureinbruch” für Deutschland

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet in Deutschland wegen der Coronavirus-Krise mit einem „harten Konjunktureinbruch“. Für das laufenden Jahr senkten die Forscher ihre Konjunkturprognose und erwarten laut der am Donnerstag in Kiel veröffentlichten Analyse ein Schrumpfen der deutschen Wirtschaft um 0,1 Prozent. Im kommenden Jahr sei dann allerdings wieder mit einem kräftigen Aufschwung in der größten europäischen Volkswirtschaft zu rechnen. Eine ähnliche Entwicklung erwarten die Forscher auch für die Eurozone ( mehr dazu hier).

Auch die Deutschlands Maschinenbauer schrauben ihre Erwartungen an das laufende Jahr angesichts der Coronavirus-Pandemie deutlich herunter. “Soweit das heute überhaupt berechenbar ist, erwarten wir für 2020 ein reales Produktionsminus von fünf Prozent”, teilte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Carl Martin Welcker, am Donnerstag mit.

 

 
 

Fällt der Dax bis auf 8000 Punkte?

Die DZ Bank warnte, dass eine absehbare Rezession wegen der Coronavirus-Pandemie den Dax bis auf 8000 Punkte absacken lassen könnte. Die weltweiten Quarantänemaßnahmen zur Bekämpfung der Virusausbreitung belasteten Versorgungs- und Lieferketten, die Reisebranche und drückten auf die Ausgaben der Konsumenten, erklärte DZ-Bank-Analyst Christian Kahler in einer Studie vom Donnerstag. Daher dürfte die europäische Wirtschaft im ersten Halbjahr schrumpfen. Kahler sieht zudem weitere Risiken. So halte sich der chinesische Aktienmarkt noch vergleichsweise gut, könnte aber jederzeit stark fallen. Hinzu kämen die aufkeimende Krise der (amerikanischen) Ölindustrie sowie drohende Unternehmenspleiten in der Luftfahrt- und Touristikindustrie. Dem stünden Entlastungen durch den stark gefallenen Rohölpreis für energieintensive Unternehmen sowie Verbraucher gegenüber.

Vor diesem Hintergrund könnten die Dax-Unternehmensgewinne laut Kahler 2020 um 10 bis 20 Prozent sinken. Würde der Dax dann seinem historischen Muster folgen, drohe ein Rezessionstief von 8000 bis 8500 Punkten.

Die aktuelle Entwicklung im News-Ticker

Ifo-Präsident Fuest: EZB-Beschlüsse “weisen in richtige Richtung”

16.07 Uhr: Der ifo-Präsident Clemens Fuest hat die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) gelobt. „Die Beschlüsse der EZB weisen insgesamt in die richtige Richtung“, sagte er am Donnerstag in München. „Sie sind vor allem darauf ausgerichtet, krisenbedingt aufkommenden Liquiditätsproblemen bei Banken und kleinen und mittleren Unternehmen entgegenzuwirken. Die Ausdehnung der Anleihekäufe mit Konzentration auf Anleihen privater Emittenten kann dazu ebenso beitragen wie die Verbesserung der Konditionen des gezielten und langfristigen Programms für die Banken-Refinanzierung  (TLTRO III).“

Fuest ergänzte: „Die Anleihekäufe könnten auch zu einer Stützung der Aktienmärkte beitragen. Zu begrüßen ist, dass auf weitere Zinssenkungen verzichtet wurde – deren Wirkung wäre angesichts der bereits heute negativen Einlagenzinsen der EZB ohnehin gering.“

Söder: “Wirtschaftlicher Corona-Infarkt” droht

16.06 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat in der Coronavirus-Krise ein “kluges Management” angemahnt und vor schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft gewarnt. “Die Sache ist wirklich sehr, sehr ernst und deswegen muss man vorurteilsfrei, ohne Scheuklappen, entscheidungsorientiert zu Ergebnissen kommen”, sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach einem Treffen der Ministerpräsidenten der Bundesländer in Berlin. “Es darf nicht zu einem wirtschaftlichen Corona-Infarkt führen.” Man müsse sich “ein kluges Management überlegen. Das sollte sich an der Finanz- und Eurokrise anlehnen”, sagte Söder weiter.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte am Donnerstag: “Ich sehe im Moment ein bisschen die Gefahr, dass wir unseren Staat in die Handlungsunfähigkeit treiben, wenn wir jetzt jegliche Veranstaltung unterbinden.”

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wurden bereits zahlreiche wichtige Branchentreffen und Veranstaltungen abgesagt. Firmen brechen Aufträge weg. Die Messewirtschaft rechnet mit milliardenschweren Umsatzrückgängen. Es drohen deutliche Rückgänge beim Wirtschaftswachstum, wie Institute und Wirtschaftsverbände bereits deutlich gemacht hatten.

Britischer Aktienmarkt steuert schlimmsten Crash seit 1987 an

15.55 Uhr: Der britische Aktienmarkt steuert auf den schlimmsten Crash seit dem “Schwarzen Montag” des Jahres 1987 zu. Zuletzt verlor der Leitindex FTSE 100 satte 9,2 Prozent. 1987 verlor der Index 10,8 Prozent.

FTSE 100
5.299,84
Pkt.

Außerbörslich

Letzte Bastion panischer Anleger: Dollar legt auf breiter Front zu

15.25 Uhr: Als eine der wenigen Anlagen hat der US-Dollar am Donnerstag zugelegt – und zwar auf breiter Front. Offenbar flüchteten viele Anleger in den Greenback, statt etwa in die “Krisenwährung” Gold, die wie die Aktienmärkte auch massiv verlor.

Zum Euro legte der Dollar 0,83 Prozent zu, ein Dollar war damit 0,8954 Euro wert. Gegenüber dem britischen Pfund gewann der Dollar sogar 1,73 Prozent zu.

US-Börsen erneut vom Handel ausgesetzt

14.43 Uhr: Am US-Aktienmarkt hat am Donnerstag erneut ein sogenannter “Circuit Breaker” ausgelöst – der Handel wird damit zum zweiten Mal in dieser Woche um 15 Minuten unterbrochen. Zuvor hatte sich ein Minus von über sieben Prozent beim Leitindex Dow Jones und S&P 500 vorbörslich angedeutet.

S&P 500
2.741,39
Pkt.

Außerbörslich

US-Märkte stehen vor neuem Horrortag

14.25 Uhr: Am New Yorker Aktienmarkt bahn sich am Donnerstag der nächste Kursrutsch an. Der wegen des Coronavirus von den USA verhängte Einreisestopp für die meisten Europäer beschleunigt die Talfahrt. So taxierte der Broker IG den Leitindex Dow Jones Industrial vor dem Auftakt fünf Prozent tiefer auf 22.367 Punkten.

Am Vortag waren an der Wall Street die Anleger erneut in Panik geraten. Der Dow hatte fast sechs Prozent eingebüßt, womit in nur drei Wochen die Kursgewinne mehr als eines Jahres zunichte gemacht wurden. Die Weltgesundheitsorganisation stuft die Verbreitung des neuen Coronavirus mittlerweile als Pandemie ein.

Schlechte Nachrichten kamen zudem aus Italien, dem in Europa am stärksten vom neuartigen Coronavirus betroffenen Land. Dort verschärfte sich die Lage. Die Regierung in Rom ordnete nach einem starken Anstieg der Todesfälle weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus an und schließt Bars und Restaurants sowie fast alle Geschäfte.

Die US-Einreiseverbote treffen die ohnehin schon schwer kriselnde Reise– und Freitzeitbranche nur noch härter. Aktien aus dem Luftfahrtsektor waren in Europa am Donnerstag bereits extrem schwach. Auch am US-Aktienmarkt taumelten abermals die Aktien von Fluggesellschaften. American Airlines ,Delta Air Lines und United Airlines verloren vorbörslich bis zu 19 Prozent.

EZB beschließt umfassendes Maßnahmenpaket

14.00 Uhr: Europas Währungshüter stemmen sich mit einem umfassenden Maßnahmenpaket gegen wirtschaftliche Folgen der Coronavirus-Krise. Die Europäische Zentralbank (EZB) steckt bis zum Jahresende 120 Milliarden Euro zusätzlich in Anleihenkäufe. Zudem sollen besonders günstige Kredite Banken dazu bewegen, mehr Kredite zu vergeben und so besonders betroffene Branchen und Unternehmen unterstützen. Das soll vor allem kleinen und mittelgroßen Firmen helfen.

Bei den Zinsen beließen die Währungshüter bei ihrer Sitzung am Donnerstag in Frankfurt vorerst alles beim Alten: Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent, Geschäftsbanken müssen weiterhin 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken.

Die Anleger reagierten enttäuscht. Der Dax fiel auf ein neues Tagestief.

Volkswagen sieht Besserung in China – bleibt aber vorsichtig beim Ausblick

13.52 Uhr: Nach dem Einbruch am chinesischen Automarkt wegen des neuen Coronavirus rechnet der Volkswagen-Konzern nach und nach mit einer Besserung der Lage. Derzeit seien bis auf 2 der insgesamt 33 Werke im Land wieder alle Fabriken am Netz, sagte ein China-Manager des Autobauers am Donnerstag. “Wir sind im Wesentlichen im Ein-Schicht-Betrieb unterwegs.” Das werde sukzessive hochgefahren, so solle in den kommenden Tagen in den Komponentenwerken wieder in den Zwei-Schicht-Betrieb übergegangen werden. Üblich in Chinas Industrie ist die Fertigung in drei Schichten.

“Wenn sich das so fortsetzt, sind wir vorsichtig optimistisch, dass wir im Juni oder Juli wieder auf Vorjahresniveau sind”, hieß es. Die konzerninternen Lieferketten habe man bisher aufrechterhalten können. Auch Zulieferungen aus China in andere Weltregionen seien nicht abgerissen. Es gebe nur “ein kritisches Bauteil”, bei dem an den europäischen Standorten aber keine Sorge vor Mangel bestehen müsse.

China hatte nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 die Neujahrsfeierlichkeiten verlängert und viele Gebiete weitgehend abgeriegelt, um die Ausbreitung einzudämmen. Auch das öffentliche Leben war in großen Teilen lahmgelegt, vor allem in den betroffenen Mega-Citys des Landes. Im Januar war der gesamte Automarkt in der Volksrepublik bei den Verkäufen um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat abgesackt, im Februar sogar um 80 Prozent.

Vorsichtig blieb der VW -Manager bei den weiteren Aussichten. “Es ist noch unklar, ob das zweite Halbjahr ein Boom-Halbjahr wird oder ob wir nur eine Normalisierung zurück zum Niveau von 2019 sehen”, sagte er. “Wir versuchen, jetzt auch auf der Kostenseite entgegenzuwirken.”

Ausverkauf geht weiter: Dax fällt auf tiefsten Stand seit Sommer 2016

12.47 Uhr: Der Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt hat sich am Donnerstag fortgesetzt. Am Mittag verlor der Dax 6,22 Prozent – 649 Punkte – auf 9788,98 Zähler. Im Tief war der Index bis auf 9676 Punkte abgesackt. Das ist der tiefste Stand seit Sommer 2016. In nicht einmal einer Handelswoche hat der Dax nun bereits 16 Prozent eingebüßt. Der MDax verlor am Donnerstag 6,41 Prozent auf 21.187,18 Punkte und der EuroStoxx 50 sackte um 5,89 Prozent ab.

Die bereits strapazierten Nerven der Anleger liegen somit blank. Die Weltgesundheitsorganisation stuft die sich weltweit verbreitende Virusseuche als Pandemie ein. Außerdem verhängten die USA einen Einreisestopp für einen Großteil der Europäer.

Seit Mitte Februar geht die Angst vor den wirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Folgen des neuartigen Coronavirus an den Finanzmärkten um. Der Dax hat in dieser Zeit inzwischen rund 30 Prozent an Wert verloren. Das keine vier Wochen zurückliegende Rekordhoch bei knapp unter 13.800 Punkten ist meilenweit entfernt.

Minus 21 Prozent in 24 Stunden: Bitcoin-Kurs fällt unter 6.200 US-Dollar

12.26 Uhr: Der Bitcoin-Kurs fällt seit Montag in die Tiefe. Mit 6.170 US-Dollar ist die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung in den letzten 24 Stunden um über 21 Prozent gefallen.

In den letzten 7 Tagen gab der Bitcoin-Kurs um über 30 Prozent nach. Nachdem er zwischen dem 7. März und dem 9. März von 9.100 US-Dollar auf 7.800 US-Dollar eingebrochen war, gab es kaum noch Unterstützungen, die den Abverkäufen am Krypto-Markt standhalten konnten – Long-Positionen scheinen bei den derzeitigen Abverkäufen nicht empfehlenswert.

Bitcoin / US Dollar (BTC/USD)
8.746,2500
USD

Bitstamp Currencies

Wer allerdings short gehen will, kann sein Stop Loss auf die Höhe des 50-Prozent-Fibonacci-Retracement-Levels bei 8.462 US-Dollar setzen. Targets wären durch die angegebenen Supports nach wie vor bei 7.297,16 und 6.245 US-Dollar.

Laut Krypto-Trader Alex Krüger ist der bullishe Trend, den der Bitcoin-Kurs seit Anfang des Jahres verfolgt hat, erst einmal vorbei.

Weitere Informationen zur aktuellen Situation am Krypto-Markt finden Sie hier: PUSH – Krypto-Crash – Bitcoin-Kurs fällt unter 6.200 US-Dollar: Die Gründe für den dramatischen Kursverfall

Deutsche Bank sieht sich gut gerüstet – Aktie auf Rekordtief

11.54 Uhr: Die Deutsche Bank sieht sich in Zeiten der Coronavirus-Pandemie gut gerüstet. “Bei aller Vorsicht bin ich überzeugt davon, dass wir diese Situation alle gemeinsam gut meistern werden. Wir haben durchdachte Krisenpläne, wir haben die Disziplin, wir haben die Finanzkraft, um in diesen Zeiten zu bestehen”, schrieb Vorstandschef Christian Sewing am Donnerstag in einer Mail an die Mitarbeiter des Dax-Konzerns.

Die Bank selbst hat nach eigenen Angaben mehrere nachgewiesene Fälle einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 in der Belegschaft. Allen Betroffenen gehe es bisher “relativ betrachtet gut”, teilte Sewing mit. Dienstreisen hat die Bank auf ein Minimum reduziert, größere Veranstaltungen wie der Festakt zum 150. Jubiläum der Deutschen Bank am 21. März in Berlin wurden abgesagt.

“Gleichzeitig wollen wir natürlich, dass unser Betrieb so reibungslos wie möglich weiterläuft”, schrieb Sewing. Kunden bräuchten gerade in der aktuellen Lage den Rat und die Lösungen der Bank, um finanzielle Herausforderungen kurzfristig meistern zu können.

Die Deutsche Bank selbst stehe geschäftlich gut da, stellte Sewing fest, der positive Trend aus dem vierten Quartal habe sich fortgesetzt. “Wir haben ein solides Fundament mit einer starken Kapital- und Liquiditätsbasis und einer hohen Qualität in unserem Kreditbuch.” Die Bank sei heute “viel besser als noch vor einem Jahr für eine schwierige Phase an den Finanzmärkten aufgestellt”.

Die Aktie der Bank gehörte indes zu den größten Verlierern unter den Dax-Aktien der vergangenen Wochen. Am Donnerstag fiel die Aktie zeitweise bis auf 5,39 Euro und damit so tief wie noch nie. Vor dem Ausverkauf stand die Aktie fast doppelt so hoch.

Dax fällt unter 10.000 Punkte

9.00 Uhr: Der Ausverkauf an den Börsen geht weiter: Der Dax fällt zum Start unter die Marke von 10.000 Punkten. Er startete in den Handel mit knapp 9800 Punkten. Das entspricht einem Minus von knapp sechs Prozent. Es ist das erste Mal seit Juli 2016, dass der Index unter diese Marke fällt. Besonders betroffen von dem Ausverkauf war die Aktie der Lufthansa , die zehn Prozent verlor und unter die Marke von 10 Euro fiel. Auch die Aktien von Wirecard  und RWE  gehören zu den großen Verlierern.

Direkter Auslöser der starken Kursverluste waren die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump zur Bekämpfung der Corona-Krise. Trump hatte am Mittwochabend (Ortszeit) unter anderem ein 30-tägiges Einreiseverbot für Menschen aus Europa verkündet. Dies bedeute, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten weiter abnehmen würden, sagte der Analyst Stephen Innes von AxiCorp.

Enttäuscht reagierten die Analysten auch auf Trumps Pläne zur Eindämmung der wirtschaftlichen Effekte der Pandemie. Der US-Präsident hatte lediglich einen Appell an den US-Kongress reduziert, die Einkommensteuer zu senken. Auch kündigte er an, dass die Fristen für Steuerzahlungen für bestimmte Unternehmen und Gruppen von Bürgern verlängert werden sollten. „Die Aktienmärkte bleiben im Panikmodus. Die gestrigen Ankündigungen aus dem Weißen Haus schürten mehr Angst, als dass sie die Investoren beruhigen konnten“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader.

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners sprach angesichts der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Reisebeschränkungen für Europäer von einem „massiver Eingriff“. Beim Konjunkturpaket sehe es zugleich so aus, als würden die Anleger Trump erst glauben, wenn er Fakten auf den Tisch legt, ergänzte er.

Fällt der Dax bis auf 8000 Punkte?

Die DZ Bank warnte, dass eine absehbare Rezession wegen der Coronavirus-Pandemie den Dax bis auf 8000 Punkte absacken lassen könnte. Die weltweiten Quarantänemaßnahmen zur Bekämpfung der Virusausbreitung belasteten Versorgungs- und Lieferketten, die Reisebranche und drückten auf die Ausgaben der Konsumenten, erklärte DZ-Bank-Analyst Christian Kahler in einer Studie vom Donnerstag. Daher dürfte die europäische Wirtschaft im ersten Halbjahr schrumpfen. Kahler sieht zudem weitere Risiken. So halte sich der chinesische Aktienmarkt noch vergleichsweise gut, könnte aber jederzeit stark fallen. Hinzu kämen die aufkeimende Krise der (amerikanischen) Ölindustrie sowie drohende Unternehmenspleiten in der Luftfahrt- und Touristikindustrie. Dem stünden Entlastungen durch den stark gefallenen Rohölpreis für energieintensive Unternehmen sowie Verbraucher gegenüber.

Vor diesem Hintergrund könnten die Dax-Unternehmensgewinne laut Kahler 2020 um 10 bis 20 Prozent sinken. Würde der Dax dann seinem historischen Muster folgen, drohe ein Rezessionstief von 8000 bis 8500 Punkten.

Der Analyst gibt sich aber auch zuversichtlich, dass „wirtschaftliche Aktivitäten, privates Leben und Medieninteresse im Frühjahr zur Normalität zurückkehren“. Für das zweite Halbjahr rechnet er dann mit einer deutlichen Erholung der Wirtschaft. Dann dürften Investoren auch wieder optimistischer für die Unternehmensgewinne werden und die Aktienkurse sollten sich erholen.

Vor diesem Hintergrund hält der DZ-Bank-Stratege eine Erholung des Dax bis zum Jahresende auf 11.500 Punkte für möglich. Zum Vergleich: Vor der Viruskrise lautete das Ziel 13.200 Punkte.

Im ersten Halbjahr 2021 sollte sich die positive Entwicklung der Aktienmärkte fortsetzen und den Dax bis auf 12.300 Punkte treiben, glaubt Kahler. Damit bliebe das Börsenbarometer aber immer noch deutlich unter seinem Rekordhoch von 13.795 Punkten aus dem Februar 2020.

Deutsche Wirtschaft leidet erheblich unter Corona-Epidemie

09.15 Uhr: Die Folgen der Corona-Epidemie schlagen auf die Unternehmen in Deutschland durch. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen leiden unter Lieferengpässen, Nachfrageausfällen oder Verzögerungen, wie das ifo Institut am Donnerstag in München mitteilte. Nur gut zwei Prozent aller Firmen berichteten von positiven Auswirkungen.

Besonders belastet wurden zwei Branchen. Mit 96 Prozent bei Reiseveranstaltern und Reisebüros und 79 Prozent im Gastgewerbe wirkten sich die bereits von mehreren Ländern erlassenen Reisebeschränkungen erheblich aus. Im Verarbeitenden Gewerbe spürten 63 Prozent der Firmen negative Auswirkungen der Epidemie. Insgesamt klagten 56,2 Prozent der 3400 befragten Unternehmen über negative Auswirkungen.

Chefstratege schimpft über die Politik: Erinnert an das Versagen vor der Großen Depression

08.45 Uhr: Christopher Smart, Chefstratege und Leiter des Barings Investment Institute, hat in einem Kommentar die mangelnde Koordination als Reaktion auf die heutige Finanzkrise mit deutlichen Worten kritisiert: „Was die Märkte in dieser Woche am meisten erschreckt haben dürfte, ist die dämmernde Erkenntnis, dass niemand Verantwortung übernimmt und es keinen Plan gibt. Es gab bisher nur sehr wenig Koordination dazu, wie Covid-19 am besten eingedämmt werden kann, wobei Präsident Donald Trump die Risiken offenbar immer noch herunterspielt“, beklagt Smart. Es habe abgesehen von einer schwachen Erklärung der G-7-Finanzminister und Zentralbankgouverneure in der vergangenen Woche keine nennenswerte Diskussion über eine finanzielle oder wirtschaftliche Reaktion gegeben. Noch schlimmer sei, dass Russland und Saudi-Arabien den globalen Schock zu nutzen scheinen, um ihre enge Öl-Agenda voranzutreiben.

Stattdessen haben „die beiden größten Volkswirtschaften ungeachtet des jüngsten Waffenstillstands einen eskalierenden Handelskrieg begonnen“, schreibt er. „Die Europäische Union hat gerade ihre zweitgrößte Wirtschaft verloren“, und die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen zu Großbritannien sind weiterhin unklar. Und Japans schwache Wachstums- und Inflationsraten ließen alle anderen erschauern.

„In vielerlei Hinsicht erinnert die heutige Welt an die finanziellen Turbulenzen vor der Großen Depression, als Kurzsichtigkeit und scharfe Ellbogen zwischen den größten Volkswirtschaften der Welt einen Zusammenbruch des goldgestützten Geldsystems auslösten, den niemand wirklich beabsichtigt hatte.“

Im Rahmen der G20 könnten nach seiner Auffassung die Eindämmung von Covid-19 und fiskalische Maßnahmen gegen den wirtschaftlichen Schock der Epidemie koordiniert werden. „Washington oder Tokio – oder jeder andere – könnte den Ball ins Rollen bringen“, fordert er. „Es bräuchte nicht viel, um anzudeuten, dass jemand das Sagen hat.“

Dax bricht vorbörslich unter 10.000-Punkte-Marke ein

08.34 Uhr: Der Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt dürfte sich am Donnerstag unter Hochdruck fortsetzen. Der Dax wird unter 10.000 Punkte erwartet. Die bereits strapazierten Nerven der Anleger liegen wieder blank, seit die Weltgesundheitsorganisation die sich zusehends weltweit verbreitende Virusseuche als Pandemie einstuft und die USA einen Einreisestopp für Europäer verhängt haben.

Eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart signalisiert der X-Dax  als vorbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex einen Verlust von 6 Prozent auf 9.810 Punkte. Damit würde der Dax  erstmals wieder seit 2016 unter die psychologische Marke von 10.000 Zählern sacken. Seit Mitte Februar die Angst vor den wirtschaftlichen und zunehmend auch gesamtgesellschaftlichen Folgen des neuartigen Coronavirus an den Finanzmärkten umgeht, summieren sich seine Einbußen aktuell auf bald 25 Prozent. Das keine vier Wochen zurückliegende Rekordhoch bei knapp unter 13.800 Punkten ist inzwischen meilenweit entfernt.

Kräftige Verluste von ebenfalls 6 Prozent werden am Donnerstag auch für den EuroStoxx 50 erwartet. In Asien ging es bereits deutlich abwärts. In den USA weist der Future auf den Dow Jones Industrial ebenfalls auf einen sehr schwachen Börsenstart an der Wall Street, nachdem der Dow bereits am Vortag um fast 6 Prozent abgesackt war.

Auch Asiens Leitbörse in Tokio bricht ein

Donnerstag, 12. März, 04.27 Uhr: Asiens Leitbörse in Tokio ist am Donnerstag angesichts wachsender Sorgen über die Folgen des Coronavirus erneut eingebrochen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte um mehr als 1000 Punkte ab und durchbrach die psychologisch wichtige Marke von 19 000 Punkten. Kurz nach 11.00 Uhr Ortszeit notierte das Börsenbarometer einen massiven Abschlag von 1015,63 Punkten oder 5,23 Prozent beim Zwischenstand von 18 400,43 Zählern. Das ist der niedrigste Stand seit April 2017.

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