Boris Johnson im Krankenhaus: Was wir über seinen Gesundheitszustand wissen

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Wann brach die Krankheit beim britischen Premier Boris Johnson aus?

Johnson hatte am 27. März seine Erkrankung am Coronavirus bekanntgegeben. Zunächst leitete der 55-Jährige aber weiter in Isolation von seinem Regierungssitz in der Downingstreet Nr. 10 in London die Geschäfte. In verschiedenen Videobotschaften zur Pandemie und auch zu seinem eigenen Gesundheitszustand gab er sich optimistisch. Man sah ihm jedoch an, dass es ihm nicht gut ging.

Wann änderte sich die Lage?

Am Sonntagabend, 5. April, wurde Johnson in das St.-Thomas-Hospital in London verlegt. Der Premier selbst hatte einen Tag später in einem Tweet erklärt, dass sich er auf Anraten seines Doktors „für einige Routine-Tests“ ins Krankenhaus begeben habe, da er noch immer Corona-Symptome habe. Er sei dennoch „guter Dinge“.

Wann verschlechterte sich die Lage?

Das Büro des Premiers teilte am Montagnachmittag mit, dass sich der Gesundheitszustand von Johnson verschlechtert habe. Zudem habe Johnson seinen Außenminister Dominic Raab gebeten, ihn bei den Regierungsgeschäften zu vertreten.

Wann wurde Johnson auf die Intensivstation verlegt?

Am Montagabend um 19 Uhr wurde der Premier auf die Intensivstation des St.-Thomas-Hospitals verlegt. Er sei bei Bewusstsein gewesen. Bislang sei eine künstliche Beatmung noch nicht nötig gewesen, berichtet der „Guardian“ am Dienstagmorgen um 7 Uhr. Derek Hill, Professor am University College in London, sagte, dem Premier könnte jedoch eine Atemhilfe gegeben werden, da er viel Sauerstoff benötige. Dieses Gerät sei ein Mittelweg zwischen einer Sauerstoffmaske und einer künstlichen Beatmung, für die die Patienten sediert werden müssten.

Wie geht es dem Premierminister?

Am Dienstag teilte ein Sprecher von Johnson gegenüber “Sky News” mit, der Premierminister sei in einem stabilen Zustand. Obwohl er nach wie vor auf der Intensivstation bleibe, sei er guter Dinge, so der Sprecher weiter.

Gibt es Informationen, wie genau die Behandlung von Johnson abläuft?

Nach einem Bericht der „Times“ soll Johnson in der Nacht zum Dienstag vier Liter Sauerstoff verabreicht bekommen haben. Zudem zitierte die Zeitung aus einem internen Papier, das besagt, dass vier Liter eine eher niedrige Sauerstoffmenge bei Intensivpatienten sind. Der Durchschnitt liege bei 15 Litern. Dies sei ein Indiz dafür, dass die Erkrankung nicht so schlimm verlaufe, wie von anderer Stelle behauptet.

Um 7.30 Uhr meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass Quellen aus Johnsons Umfeld berichtet hätten, dass sich an einem Gesundheitszustand nichts geändert habe.

Michael Gove, Minister für das Kabinettsbüro, erklärte, dass ihm nichts darüber bekannt sei, dass Johnson auch an einer Lungenentzündung leide, schreibt der “Guardian”.

Nach einem Bericht des „Guardian“ lieg die Überlebenschance für Corona-Patienten auf Intensivstationen in britischen Krankenhäusern derzeit bei 50 Prozent.

Alle weiteren Informationen zum Coronavirus im News-Ticker von FOCUS Online.

Trifft Außenminister Raab die Entscheidungen zur Corona-Lage in Großbritannien nun allein?

Laut Gove werden diese Entscheidungen vom gesamten Kabinett getroffen, nicht von Raab allein. Das Kabinett werde sich dabei auch weiterhin an den Ratschlägen von Experten orientieren, zitiert der “Guardian” Raab.

Raab ist allerdings derjenige, der die täglichen Corona-Krisensitzungen des “Kriegskabinetts” leitet, an dem die wichtigen politischen Entscheider teilnehmen – per Videocall.

Raab ist Experte für Internationales Recht mit Abschluss der Universität Cambridge Er arbeitete zunächst für eine Anwaltsfirma in der Londoner City. 2006 trat er dann ins Außenministerium ein, zu dessen Chef ihn später Premier Johnson machte. Der zweifache Vater gilt als außerordentlich ehrgeizig – und sehr kämpferisch. In seiner Freizeit boxt er gerne und er hat den schwarzen Gürtel in Karate.

Vielleicht hilft ihm sein Ehrgeiz, auch den Kampf gegen das Coronavirus erfolgreich aufzunehmen. Einfach dürfte es aber nicht werden. Erste Politiker wie der konservative Parlamentarier Tobias Ellwood hinterfragten bereits, was der 46-jährige Raab denn nun genau entscheiden dürfe. Da es keinen festen Stellvertreter für den Premierminister gibt, entscheidet dieser selbst, wer ihn vertritt.

Der konservative Politiker Michael Heseltine glaubt, dass Raab “durch die Einsamkeit des Jobs auf die Probe gestellt wird”. Heseltine hatte den früheren Premier John Major vertreten und sieht Raabs neue Position sehr skeptisch. Er sei jetzt von vielen Menschen umgeben, die “glauben, dass Boris Johnson schnell wieder zurückkommen wird und die sowieso ihre eigenen persönlichen Vorstellungen haben”, sagte er der BBC.

Ist die Übergabe der Amtsgeschäfte von Johnson an seinen Stellvertreter reine Formsache?

Die Übergabe ist keinesfalls eine reine Formsache und wirft gleich am ersten Tag der Übernahme von Johnsons Amtsgeschäften mehrere Fragen auf, was wichtige Befugnisse betrifft. So hat beispielsweise Tobias Elwood, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, von der Regierung Klarheit darüber gefordert, wer nun die Verantwortung für Angelegenheiten der Nationalen Sicherheit zuständig sei.

„Nach den Ausführungen von Michael Gove bei ‚Today‘ ist es wichtig, eine einhundertprozentige Gewissheit darüber zu haben, wer jetzt für die Fragen der Nationalen Sicherheit verantwortlich ist“, twitterte Ellwood auf seinem Account. „Wir müssen Gegner dabei antizipieren, jede wahrgenommen Schwachstelle auszunutzen“, warnte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses.

 

Gove, Minister für das Kabinettsbüro, hatte zuvor in einer Erklärung abgelehnt, sich darüber zu äußern, ob Raab auch die Verantwortung und Entscheidungsgewalt für mögliche Angriffe auf das Vereinigte Königreich während der Abwesenheit von Johnson übertragen worden seien.

Ist die Exekutivrolle des stellvertretenden Premierministers klar geregelt?

Lord Heseltine, der unter dem ehemaligen Premierminister John Major dessen Stellvertreter war, bestreitet, dass es klare Instruktionen für einen Stellvertreter gebe. Zwar glaube er nicht, dass sein Land bereits jetzt an dem Punkt angelangt sei, an dem Raab effektiv als Premierminister alle Entscheidungen treffen müsse, sagt Heseltine Radio 4 von der BBC. „Aber die gegenwärtige Dringlichkeit der Situation und die potenziellen Entscheidungen, die vielleicht schon bald getroffen werden müssten, bedeuten keinesfalls, dass Dominic Raab seinen Ermessensspielraum nutzen wird und weiß, wie er das tun muss.“

Er schätze die Lage als „äußerst schwierig“ ein, da Raab „von einer Menge Leute umgeben sein wird, die wissen, was Boris Johnson gesagt hat und glauben, dass er bald zurückkommt und die ihre eigenen Agenden haben“.

Was sagt das Militär selbst dazu?

General Sir Nick Carter, militärischer Chef des britischen Streitkräfte, zeigt sich „zuversichtlich“, dass auch nach der Übergabe der Amtsgeschäfte von Johnson an Außenminister Raab das Militär weiterhin „business as usual“ ausüben könne, was militärische Operationen betreffe. „Wir arbeiten eng mit dem Premierminister zusammen, aber natürlich gibt es auch den Nationalen Sicherheitsrat (NSC), der ihn berät und sich aus vielen Kabinettsministern und nationalen Sicherheitsberatern zusammensetzt.“

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