Brasilien: Politikerin soll eigenen Kindern Mord an Ehemann befohlen haben

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Dos Santos und ihr vergangenes Jahr durch rund 30 Kugeln getöteter Mann, der Pastor Anderson do Carmo, waren zentrale Figuren in Brasiliens mächtiger evangelikaler Bewegung. Neben ihren vier leiblichen Kindern adoptierten sie 50 Straßenkinder aus den Favelas – den Armenvierteln – von Rio. 

Wie die Ermittler nun erklärten, soll es Dos Santos um die Kontrolle der Finanzen des Paares gegangen sein. Demnach hatte ihr Ehemann sie daran gehindert, ihren Lieblingskindern eine “bevorzugte Behandlung” zukommen zu lassen.

Erst mit Gift, dann mit Waffen: Mehrere Mordanschläge vor Ermordung

Daraufhin habe die 59-Jährige mindestens sechs Mal versucht, ihren Mann zu vergiften, bevor sie einigen erwachsenen Kindern den Mord befohlen habe, erklärten die Ermittler. Einer ihrer leiblichen Söhne soll den damals 42-jährigen Do Carmo in der Garage des Paares in einem Vorort von Rio erschossen haben. Ein Adoptivsohn habe die Tatwaffe gekauft. Beide sitzen seit einem Jahr im Gefängnis.

Dos Santos habe versucht, es so aussehen lassen, als sei ihr Mann einem misslungenen Einbruch zum Opfer gefallen, erklärten die Ermittler. Sie warfen der Pastorin und Politikerin zudem vor, “dass ihr ganzes Bild von Altruismus und Moral nur ein Mittel war, um eine finanzielle und politische Position zu erreichen”, wie Kommissar Allan Duarte im Fernsehen sagte.

Anwalt von Beschuldigter: “Sie ist unschuldig”

Insgesamt klagte die Staatsanwaltschaft neben Dos Santos noch zehn weitere Verdächtige an. Bevor die Abgeordnete allerdings verhaftet werden kann, muss das brasilianische Parlament erst ihre Immunität aufheben. Dos Santos “ist sehr verärgert über alles, was geschieht, denn sie ist unschuldig”, sagte ihr Anwalt laut brasilianischen Medienberichten. “Sie hat dieses grausame Verbrechen nie angeordnet.”

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