Bundesaußenminister Maas verlangt Aufklärung nach Angriff auf DW-Team | Aktuell Deutschland | DW

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Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat eine konsequente Aufklärung von Gewalttaten gegen Journalisten bei den Massenprotesten in den USA gefordert. Demokratische Rechtsstaaten müssten beim Schutz der Pressefreiheit “allerhöchste Standards” an den Tag legen, sagte er. Jede Gewaltausübung müsse konsequent verfolgt und aufgeklärt werden, damit Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit effektiv geschützt würden.

Kontakt zu US-Behörden aufnehmen

Maas erklärte: “Wir werden zu den Vorfällen etwa mit der Deutschen Welle, von denen wir auch Kenntnis haben, mit den US-Behörden in Kontakt treten, um auch noch genauere Umstände zu erfahren.” Journalisten müssten ihrer Aufgabe, unabhängig zu berichten, nachgehen können, ohne dass ihre Sicherheit gefährdet werde, ergänzte er.

Der in Minneapolis tätige DW-Korrespondent Stefan Simons wurde bereits zweimal von Polizisten bei seiner Arbeit behindert. Am Sonntag kamen mit Gewehren bewaffnete Beamte auf Simons zu, um ihn zur Beendigung seiner Tätigkeit zu zwingen. Nach einem kurzen Wortgefecht entschloss sich Simons dazu, mit seinem Kamerateam den Ort des Geschehens zu verlassen..

Bundesaußenminister Heiko Maas vor Deutschlandfahne (Reuters/F. Bensch)

Außenminister Maas will den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen

Bereits in der Nacht zum Sonntag war Simons kurz vor einem Live-Bericht offenbar von einem Polizeischuss aufgeschreckt worden. “Fünf Minuten, bevor wir eine Liveschalte machen wollten, hörten wir etwas an unseren Ohren vorbeisausen, das war ein Schuss.”

Auf dem Videomaterial des DW-Kameramannes ist im Hintergrund undeutlich zu erkennen, wie ein Polizist unmittelbar nach dem Geräusch einen Gegenstand herabsinken lässt wie eine Waffe nach erfolgtem Schuss. Möglicherweise feuerte er ein Gummimantelgeschoss in Richtung des Teams ab. 

Weitere Journalisten bedrängt

Auch Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters und eine schwedische Zeitungskorrespondentin wurden im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Proteste gegen Polizeigewalt bedrängt. Ein Reuters-Team wurde offenbar durch Geschosse verletzt.

Die Proteste waren nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd ausgebrochen. Der 46-Jährige starb am Montag vergangener Woche nach einem Polizeieinsatz in Minneapolis . Ein Beamter hatte minutenlang auf Nacken und Hals des Opfers gekniet. Floyd flehte mehrfach um Hilfe, bevor er das Bewusstsein verlor. Bekannt wurde die brutale Tat durch Videos von Passanten. Neben friedlichen Protesten kam es auch zu Ausschreitungen in zahlreichen Städten.

pg/gri (mit epd, rtr)

 



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