Chemnitzer Messerangriff: Verdächtiger Iraker seit zwei Jahren auf der Flucht

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Mehr als zwei Jahre nach dem tödlichen Messerangriff von Chemnitz ist einer der mutmaßlichen Haupttäter noch immer auf der Flucht. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Chemnitz bestätigte an diesem Montag auf Anfrage von FOCUS Online, dass der 24-jährige Iraker Farhad Ramazan Ahmad bis heute nicht gefasst wurde.

„Der Beschuldigte ist nach wie vor untergetaucht“, erklärte Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart. „Nach ihm wird international mit Europäischem Haftbefehl gefahndet, konkrete Hinweise auf einen möglichen Aufenthaltsort gibt es jedoch noch nicht.“ Burghart bestätigte, dass weiterhin intensiv nach dem mutmaßlichen Verbrecher gesucht werde. „Zielfahnder prüfen regelmäßig, ob es neue Anhaltspunkte gibt.“

BKA-Fahndungsliste: “Verdächtiger könnte bewaffnet sein!”

Der Iraker steht auf der aktuellen Fahndungsliste des Bundeskriminalamts (BKA). In dem Steckbrief warnt die Polizeibehörde: „Vorsicht, der Verdächtige könnte bewaffnet sein!“

Die deutschen Ermittler sind sicher, dass Farhad Ramazan Ahmad am 26. August 2018 in der Chemnitzer Innenstadt den 35-jährigen Deutschen Daniel H. mit mehreren Messerstichen getötet hat. Ein zweiter Täter, der 25-jährige Syrer Alaa S., ist wegen des Angriffs bereits 2019 rechtskräftig verurteilt worden. Das Landgericht Chemnitz schickte ihn wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung für neuneinhalb Jahre ins Gefängnis. Nach der Tat war es in der sächsischen Stadt zu fremdenfeindlichen Übergriffen und Demonstrationen gekommen.

Kurz nach Bluttat aus Chemnitz geflüchtet – im Schwarztaxi

Durch die Flucht des zweiten mutmaßlichen Täters konnte der Kriminalfall bis heute juristisch nicht abschließend aufgeklärt werden. Farhad Ramazan Ahmad hatte sich kurz nach der Bluttat auf konspirative Weise aus Chemnitz abgesetzt. Zusammen mit seinem Bruder und einem Kumpel ließ er sich in einer Art „Schwarztaxi“ nach Leipzig bringen. Im Stadtteil Kleinzschocher verliert sich seine Spur.

In den ersten Wochen nach der Tat gingen bei der Polizei 42 Hinweise aus dem gesamten Bundesgebiet zum möglichen Aufenthaltsort des Gesuchten ein. Ein Zeuge berichtete, Farhad Ramazan Ahmad und dessen Bruder seien „von einem Polen“ aus Deutschland herausgebracht worden und hätten sich in den Irak abgesetzt. Anderen Hinweisen zufolge könnte der Beschuldigte in der Türkei sein.

Mehrere Straftaten: Iraker war polizei- und justizbekannt

Bereits vor dem tödlichen Messerangriff auf den Tischler Daniel H. war Farhad Ramazan Ahmad polizei- und justizbekannt. Seine Strafakte umfasst mehr als ein Dutzend Gesetzesbrüche, darunter gefährliche Körperverletzung, Drogenhandel, Diebstahl, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Beleidigung, Bedrohung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Anfang 2017 soll Farhad Ramazan Ahmad einen Syrer mit einem Messer angegriffen und verletzt haben.

Nach Recherchen von FOCUS Online reiste Farhad Ramazan Ahmad am 11. Januar 2016 nach Deutschland ein. Zwei Monate später stellte er einen Asylantrag, nahm ihn kurz darauf zurück und bat im Juli 2016 erneut um Anerkennung als Flüchtling.

Schleppendes Asylverfahren: Gericht ließ sich lange Zeit

Im Januar 2017 lehnte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) den Antrag des Irakers ab. Gegen diesen Bescheid erhob Farhad Ramazan Ahmad im Februar 2017 Klage beim Verwaltungsgericht Chemnitz, das jedoch bis zum Messer-Attentat im August 2018 keine Entscheidung traf. Erst am 9. Oktober 2018 wurde das Verfahren eingestellt – weil der Kläger „nach unbekannt“ verzogen sei, heißt es in den Akten.

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