Chinas Wirtschaft bricht massiv ein | Aktuell Asien | DW

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Erstmals seit Jahrzehnten ist Chinas Wirtschaftsleistung gesunken. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent, wie die nationale Statistikbehörde in Peking mitteilte.

Es ist der erste negative Wert, seitdem die Volksrepublik 1992 damit begann, Wachstumszahlen quartalsweise zu veröffentlichen. Ein ganzes Jahr mit einer schrumpfenden Wirtschaft verzeichnete China zuletzt 1976. Noch 2019 war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt um 6,1 Prozent gewachsen.

Der starke Rückgang macht deutlich, wie schwer chinesische Firmen vom Ausbruch des Coronavirus getroffen wurden. Die strengen Maßnahmen gegen die Verbreitung des Erregers hatten die Wirtschaft seit Ende Januar in weiten Teilen zum Stillstand gebracht. Die Auswirkungen wurden besonders im Februar spürbar.

Virus Outbreak China Economy (Foto: picture-alliance/AP Images/Ng Han Guan)

Arbeiter am Montageband einer Autofabrik in Wuhan in der Provinz Hubei

Inzwischen nehmen die Unternehmen langsam die Arbeit wieder auf. Einige Wirtschaftsdaten deuten bereits eine Erholung an. So ließen die Außenhandelszahlen, die am Dienstag veröffentlicht wurden, eine leichte Stabilisierung erkennen. Der Rückgang der Exporte fiel im März mit einem Minus von 6,6 Prozent im Vorjahresvergleich zwar immer noch deutlich aus. Das Minus war aber nicht mehr so groß wie im Januar und Februar, als die Ausfuhren um 17,2 Prozent eingebrochen waren. Die Importe sanken im März – nach einem Rückgang um vier Prozent in den ersten beiden Monaten des Jahres – nur noch um 0,9 Prozent.

Viele Experten bezweifeln, dass das Vorkrisen-Niveau rasch wieder erreicht wird. “Eine schnelle Erholung der chinesischen Wirtschaft im zweiten Quartal ist in Anbetracht der aktuellen Lage nicht zu erwarten”, sagt etwa Max Zenglein vom China-Institut Merics in Berlin. Die Auswirkungen der fallenden globalen Nachfrage werde das Land erst in den kommenden Wochen voll zu spüren bekommen.

CHINA-ECONOMY-PMI (CN) (Foto: picture-alliance/Xinhua/G. Xulei)

Motorenfertigung in Weifang in der Provinz Shandong (Archivbild)

Die Regierung in Peking hat bereits eine Vielzahl von Maßnahmen beschlossen, um Unternehmen zu entlasten. Auch Chinas Zentralbank öffnete den Geldhahn. Doch der Umfang der chinesischen Hilfen ist nicht so groß wie die Hilfspakete, die Europa oder die USA auf den Weg gebracht haben.

Ob die Programme noch ausgeweitet werden, dürfte sich beim Nationalen Volkskongress zeigen. Der ursprünglich geplante Termin Anfang März wurde wegen der Corona-Krise abgesagt. Nun könnte das wichtigste politische Treffen des Jahres im Mai oder Juni über die Bühne gehen.

jj/sam (dpa, afp, rtr)



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