Corona-Ausbruch in NRW-Flüchtlingsheim | NRS-Import | DW

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Wie die zuständige Bezirksregierung in Köln mitteilte, wurden in der Unterkunft insgesamt 300 Personen getestet. Die 70 mit dem Virus SARS-CoV-2 Infizierten wurden demnach in einen Isolierbereich verlegt. Weitere Testergebnisse stehen noch aus. Der Großteil der positiv getesteten Menschen zeige keine oder schwache Symptome, teilte die Bezirksregierung weiter mit. Ob sich auch Betreuer und Sicherheitskräfte angesteckt haben, ist nicht bekannt. 60 negativ getestete Personen wurden unterdessen in anderen Einrichtungen untergebracht.

In dem Flüchtlingsheim finden bis zu 600 Menschen Platz, knapp 500 sollen dort zuletzt gelebt haben. Die Unterkunft in St. Augustin ist eine der zentralen Unterbringungseinrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW). Nach ihrer Registrierung bleiben Flüchtlinge in der Regel einige Wochen dort, bevor sie auf die Kommunen verteilt werden. Es waren überwiegend junge Leute, aber auch Familien dort untergebracht.

Kritik gab es von den Grünen. “Wir haben mehrfach die Forderung gestellt, diese Heime durchzutesten”, sagte der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Horst Becker dem “Kölner Stadt-Anzeiger”. Jetzt zeige sich, dass das viel zu spät passiert sei.

Gefährdungsquelle Massenunterkunft

Ähnliche Vorfälle hatte es in Nordrhein-Westfalen schon in Euskirchen und Mettmann gegeben. So wurden in Euskirchen mehr als 50 Personen in einem Flüchtlingsheim positiv auf das neuartige Coronavirus getestet, in Mettmann bei Düsseldorf kam es in einem Flüchtlingsheim zu mehr als 30 Positivfällen.

Die deutschen Bundesländer haben in der Vergangenheit versucht, die Ausbreitung des Virus mit Tests, Quarantäne, verschärften Hygienemaßnahmen und der Schließung von Gruppenräumen einzudämmen. Kinder müssen in den Wohnheimen mitunter auf Unterricht und Gruppenbetreuung verzichten. Auch wurde versucht, die Bewohner von Unterkünften in verschiedenen Sprachen über die Infektionsgefahr zu informieren.

Viele Infizierte in Schlachtbetrieb in Niedersachsen

Bei den Arbeitern mehrerer deutscher Schlachthöfe waren in den vergangenen Tagen bereits gehäuft Corona-Infektionen aufgetreten. Nun meldet ein Zerlegebetrieb in Niedersachsen 92 Infektionen in der Belegschaft. Das Unternehmen aus Dissen setzte die Produktion aus. Die betroffenen Mitarbeiter sowie deren Kontaktpersonen würden in Quarantäne geschickt, teilte der Landkreis Osnabrück mit.

Die Fleischindustrie steht wegen prekärer Arbeits- und Unterkunftsbedingungen bereits seit vielen Jahren in der Kritik. Auch hier gelten, wie bei Flüchtlingsheimen, die Massenunterkünfte als besonders anfällig für eine schnelle Ausbreitung des Coronavirus.

qu/rb (dpa, afp, ksta)



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