Corona-Fälle beim 1. FC Köln: Welche Wirkung sie auf die Bundesliga-Saison haben

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Drei Corona-Fälle beim 1. FC Köln bringen den geplanten Neustart der Deutschen Fußball Liga (DFL) ins Wanken. Nicht viel, doch klar ist: Stabil ist das Konstrukt “Bundesliga-Fortsetzung” nicht. Kurz vor der entscheidenden Konferenz von Bund und Ländern wurden zwei Spieler und ein Physiotherapeut nach positiven Corona-Tests in Quarantäne geschickt. Ist der Wiederbeginn in Gefahr?

Die restlichen Profis des 1. FC Köln trainieren normal weiter. Doch was bei einem Coronafall im laufenden Bundesliga-Spielbetrieb getan werden würde, weiß derzeit niemand. Während der DFB und die DFL die Lage entspannt sehen, schlagen Kritiker Alarm.

Keine Sorge: DFB-Chefmediziner gibt grünes Licht

Trotz der Coronafälle in Köln war zuletzt aus DFL-Kreisen zu hören: Das Konzept funktioniert. “Wir sehen jetzt im Alltag, dass unser Konzept frühzeitig Risiken erkennt und reduziert”, sagte DFB-Chefmediziner Tim Meyer einer Mitteilung des 1. FC Köln zufolge.

Meyer leitet eine Taskforce für die Fortsetzung des Spielbetriebs. “Wir sind überzeugt, dass wir den Spielern mit unserem Konzept die Ausübung ihres Berufs unter bestmöglichem Infektionsschutz ermöglichen können.”

Aber wie genau soll das umsetzbar sein?

Alle in Quarantäne? Das Risiko des Mannschaftstrainings

Die Bundesligisten hoffen, noch im Mai wieder spielen zu dürfen. Sie testen bereits seit Donnerstag bei Spielern und Vereinsmitarbeitern.  Vor allem, um so gut es geht auszuschließen, dass infizierte Profis am Mannschaftstraining teilnehmen. Das soll kommende Woche beginnen. Hier könnte das Problem liegen: Denn wird ein Spieler oder Trainer innerhalb der Mannschaft positiv getestet, wäre strittig, ob die komplette Mannschaft in Quarantäne müsste.

Für Innenminister Horst Seehofer (CSU) ist der Fall klar: “Wenn es einen Corona-Fall in einer Mannschaft oder bei der Mannschaftsbetreuung gibt, dann müssen der gesamte Klub und gegebenenfalls auch die Mannschaft, gegen die man zuletzt gespielt hat, zwei Wochen lang in Quarantäne”, sagte er der “Bild am Sonntag”.

Kölns Mannschaftsarzt widerspricht in Teilen. “Es stimmt nicht, dass bei einem vergleichbaren Fall in einer anderen Branche per se alle in Quarantäne müssten”, sagte er.

Melden müssen die Vereine den Gesundheitsämtern und der DFL nur positive Testergebnisse. DFB-Arzt Meyer betonte den “engen Austausch mit den zuständigen Gesundheitsbehörden und den medizinischen Experten”. Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle äußerte im TV-Sender “Sky”, dass die Fälle zeigen, dass das Konzept greife.

DFL-Konzept ist anfällig – Spielbetrieb jederzeit in Gefahr

Der DFL-Plan ist fragil. Denn positive Corona-Tests in der Mannschaft hätte wohl deutlich gravierendere Auswirkungen – bis hin zur möglichen Quarantäne der Mannschaft. Der Spielbetrieb der gesamten Liga stünde dann infrage.

“Die bisherigen Maßnahmen sowie die Strategie regelmäßiger Tests haben sich dahingehend bewährt, dass wir jetzt mit individuellen Lösungen reagieren können”, sagte der zweite FC-Geschäftsführer Horst Heldt. Die Spieler müssen sich an die strengen Hygienevorgaben des DFL-Konzepts halten, das von den zuständigen Behörden bislang sehr wohlwollend beurteilt wurde.

“Negative Symbolkraft”: Was die Gegner einer Fortsetzung sagen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erneuerte seine Kritik an einer Fortsetzung. “Wahrscheinlich 2 Spieler, 1 Mitarbeiter infiziert. Rest trainiert weiter”, schrieb Lauterbach bei Twitter: “Wer mit Covid-19 trainiert, riskiert Schäden an Lunge, Herz und Nieren. Ich wundere mich, dass Spieler das mit sich machen lassen. Fußball soll Vorbild sein, nicht “Brot und Spiele”.”

 

Auch SPD-Partei-Vize Kevin Kühnert zweifelt den Sinn eines Liga-Neustarts an. “Der Fußball fügt sich damit einen erheblichen Imageschaden zu, mutmaßlich einen größeren, als es die Pandemie tut”, sagte Kühnert dem “Münchner Merkur”. “In so einer Phase möchte der Profifußball den Spielbetrieb wieder aufnehmen – das hat eine ungeheure negative Symbolkraft”, sagte der 30-Jährige.

Erheblicher finanzieller Schaden: Was die Befürworter sagen

Der Fußball und seine vermeintliche Sonderrolle – seit Wochen ein Thema, das Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic nicht verstehen kann. “Ich sehe nur den Schaden, wenn der Fußball nicht wieder spielt. Ich verstehe natürlich, wenn jemand mit Fußball nichts anfangen kann. Aber warum sollte man dagegen sein?”, sagte Bobic der “Süddeutschen Zeitung”. “Wir bereiten uns darauf vor, wieder anfangen zu können, genau wie jeder Restaurantbesitzer und jedes Unternehmen, das wieder loslegen möchte und muss.”

Eine unmittelbare Wirkung auf den Plan der DFL haben die Coronafälle in Köln nicht – ganz im Gegenteil. DFL und DFB sehen sich in ihrem Konzept bestärkt. Fraglich bleibt, wie die Politik die Situation bewertet.

Sollten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch ihr Einverständnis geben, könnte der Ball in der Bundesliga ab dem 16. Mai wieder rollen, oder eine Woche später, am 22. Mai. Das hochsensible Konstrukt “Bundesliga-Fortsetzung”, von dem aktuell niemand weiß, wie lange und wie sicher es hält.

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