Corona-Live-Ticker vom 14. April: RKI mahnt zu anhaltender Pandemie-Disziplin | Aktuell Welt | DW

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Die Meldungen im Einzelnen – alle Zeiten in MESZ:

13.03 Uhr – Spanien hat bei den Corona-Neuinfektionen den niedrigsten Anstieg seit Verhängung der Ausgangssperre vor einem Monat registriert. Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen sei um 1,8 Prozent auf 172.541 Fälle gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Anfang April hatte der tägliche Zuwachs noch bei rund acht Prozent gelegen. Bei der Zahl der Corona-Toten gab es den Angaben zufolge nach einem Rückgang am Montag nun einen leichten Anstieg auf 567 Fälle. Damit starben in Spanien bereits 18.056 Infizierte. 

12.21 Uhr – Paketzusteller dürfen einem Berliner Gericht zufolge ihre Mitarbeiter auch in der Corona-Krise nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigen. Mehrere private Paketdienste unterlagen mit entsprechenden Eilanträgen, wie das Verwaltungsgericht in der Hauptstadt mitteilt. Sie hatten für die Osterfeiertage wegen des aktuell erhöhten Paketaufkommens und des hohen Krankenstands eine Ausnahme des im Arbeitszeitgesetz geregelten Beschäftigungsverbots für Sonn- und Feiertage erwirken wollen.

12.18 Uhr –  Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt darauf, dass Bund und Länder bei der möglichen Lockerung der Corona-Maßnahmen an einem Strang ziehen werden. Von den Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Regierungschefs der Länder am Mittwoch erwarte er eine “einheitliche Entscheidung”, sagt Spahn bei einem Besuch in Gießen. Es sei aber “völlig normal”, dass es zunächst in der Politik – ebenso wie in der Gesellschaft – Debatten über das richtige Vorgehen in der Corona-Krise gebe. Der Gesundheitsminister räumte ein, dass die Bevölkerung “mit sehr starken Einschränkungen” konfrontiert sei, es aber auch eine “hohe Zustimmung” zu den Maßnahmen gebe. 

12.15 Uhr –  Die Corona-Pandemie wird nach Befürchtungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch viele weitere Opfer fordern. “Wir haben sicherlich noch nicht den Höhepunkt gesehen”, sagt WHO-Sprecherin Margaret Harris in Genf. Rund 90 Prozent der bestätigten Fälle seien in den USA und Europa erfasst worden, erklärte Harris. Sie bestätigte einen Wiederanstieg der bestätigten Corona-Fälle in China, dem Ursprungsland des Erregers. Rund 90 Prozent der neuen Fälle in China seien Infizierte, die aus anderen Länder eingereist seien. 

12.04 Uhr – Angesichts der günstigen Entwicklung bei den Corona-Zahlen zieht Österreichs Regierung eine positive Zwischenbilanz. “Wir sind auf Kurs”, sagt Regierungschef Sebastian Kurz (ÖVP) in Wien. Die Disziplin und das Durchhaltevermögen der Bürger hätten dazu geführt, dass nun mit der Öffnung der kleinen Geschäfte sowie der Bau- und Gartenmärkte ein erster Schritt in Richtung “neue Normalität” gemacht werden könne. Weiterhin gelte die Maßgabe: “So viel Freiheit wie möglich, so viel Einschränkungen wie notwendig.” Mit dem großen Andrang bei den Baumärkten, wie er vielerorts berichtet werde, habe er gerechnet.

11.43 Uhr –  Vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel über Wege aus den Anti-Corona-Maßnahmen hat Bayerns Regierungschef Markus Söder vor einem Überbietungswettbewerb gewarnt. “Wir brauchen einen sicheren und besonnenen Weg aus der Corona-Krise”, schreibt der CSU-Politiker auf Twitter. “Unsere Maßnahmen wirken, aber wir dürfen keinen Rückschlag riskieren.” Vorsichtige Erleichterungen könne es nur mit zusätzlichem Schutz geben. “Es sollte kein Überbietungswettbewerb entstehen, der die Menschen verunsichert”, schrieb er. Zuvor hatten sich verschiedene Politiker mit Forderungen nach einer Rückkehr zur Normalität zu Wort gemeldet.

11.30 Uhr  Die französische Wirtschaft wird nach Einschätzung der Regierung härter von der Corona-Krise getroffen als bisher angeommen. “Wir gehen von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um acht Prozent aus”, sagt Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire dem Fernsehsender BFMTV mit Blick auf das laufende Jahr. Der Minister will seinen revidierten Haushaltsplan am Mittwoch vorlegen. In der vergangenen Woche war Frankreichs Regierung bei der Budgetplanung noch von einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um lediglich sechs Prozent im laufenden Jahr ausgegangen. 

11.15 Uhr Der nordrhein-westfälische Landtag verabschiedet das vieldiskutierte Epidemie-Gesetz. CDU, FDP, SPD und Grüne sowie ein fraktionsloser Abgeordneter stimmen in dritter Lesung für den überarbeiteten Gesetzentwurf, der der Landesregierung im Falle einer Verschärfung der Corona-Krise besondere Durchgriffsrechte ermöglicht. Die AfD votiert dagegen. In dem überarbeiteten Gesetz ist die ursprünglich geplante Zwangsverpflichtung von medizinischem Personal für den Kriseneinsatz in Krankenhäusern nicht mehr vorgesehen. Ärzte, Pflegepersonal und Rettungskräfte können sich stattdessen nun in ein Freiwilligenregister eintragen. Zudem ist das Gesetz bis Ende 2021 befristet.

11.12 Uhr Geschlossene Schulen wegen der Corona-Pandemie ausgerechnet im Jahr des Schulabschlusses – davon sind in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bis zu 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler betroffen. Je nach Abgrenzung der Abschlussklassen können an allgemeinbildenden Schulen derzeit zwischen 962 000 und 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler nicht in die Unterrichtsräume zurückkommen, teilt das Bundesamt mit. Die Abschlussklassen der beruflichen Schulen seien in dieser Schätzung nicht enthalten.

10.50 Uhr – Das türkische Parlament verabschiedet wegen der Corona-Krise ein Gesetz zur Entlassung von bis zu 90.000 Gefangenen. Das Gesetz stieß im Vorfeld auf scharfe Kritik, weil Inhaftierte unter Terrorvorwürfen, darunter Regierungskritiker und Journalisten, von der Regelung ausgenommen sind. Das von der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP eingebrachte Gesetz wird von der ultranationalistischen MHP unterstützt. 279 Abgeordnete stimmen dafür, 51 dagegen. Das Parlament hat 600 Sitze. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass die Haftzeit von Risikogruppen in Hausarrest umgewandelt wird.

10.43 Uhr Australien droht wegen der Corona-Krise die höchste Arbeitslosigkeit seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Die Arbeitslosenquote werde sich bis Ende Juni auf zehn Prozent verdoppeln, sagt Ministerpräsident Scott Morrison dem Sender Channel Nine. Damit würde erstmals seit 1994 wieder ein zweistelliger Wert erreicht. Ohne staatliche Hiilfsmaßnahmen wie das 130 Milliarden Australische Dollar (rund 76 Milliarden Euro) große Paket zur Sicherung von Arbeitsplätzen, Hilfen für Universitäten und kostenlose Kinderbetreuung würde die Arbeitslosigkeit bis auf etwa 15 Prozent klettern, sagt Morrison. 

10.43 Uhr Als erste Autofabrik in Tschechien hat das Hyundai-Werk im östlich gelegenen Nosovice nach mehr als dreiwöchiger Corona-Pause den Betrieb wieder aufgenommen. Dies bestätigt ein Firmensprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der südkoreanische Automobilhersteller hatte die Produktion in seinem einzigen Werk in der Europäischen Union am 21. März im Zuge der Maßnahmen gegen das neuartige Coronavirus gestoppt. Zu Beginn arbeiteten nur zwei der üblichen drei Schichten. Es gelten zudem verschärfte Hygienevorschriften. 

10.38 Uhr Nach vierwöchiger Schließung wegen der Corona-Krise sind in Österreich wieder zahlreiche Geschäfte geöffnet. Von der Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen profitierten kleine Läden wie Buchgeschäfte, Parfümerien und Boutiquen. Auch Bau- und Gartenmärkten war es erlaubt, unter strengen Hygiene-Auflagen wieder Kunden zu bedienen. Vereinzelt bildeten sich bei einigen Baumärkten schon vor Öffnung der Geschäfte lange Schlangen. Zu den Vorschriften zählt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das Abstandhalten. Dies gilt auch für jeden, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. Mit der stufenweise Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen wagt Österreich als eines der ersten Länder in Europa einen Schritt in Richtung Normalität. 

Schlange vor einem Baumarkt in Graz

Schlange vor einem Baumarkt in Graz

10.17 Uhr In den Krankenhäusern in Deutschland sind nach den Worten von RKI-Präsident Lothar Wieler aktuell ausreichend Intensivbetten und Beatmungsgeräte vorhanden, um die Krise zu beherrschen. “Bei der derzeitigen Dynamik werden keine Engpässe prognostiziert”, sagt Wieler in Berlin.

Eine Krankenschwester in einer Schweriner Kinik überprüft ein Beatmungsgerät

Eine Krankenschwester in einer Schweriner Kinik überprüft ein Beatmungsgerät

10.12 Uhr – Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, ruft dazu auf, trotz “einiger positiver Tendenzen” bei der Entwicklung der Infektionszahlen die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin unvermindert einzuhalten. “Lassen Sie uns nicht nachlassen”, sagt Wieler in Berlin. Es gebe noch keine Hinweise darauf, dass der Corona-Ausbruch in Deutschland eingedämmt sei, betont Wieler. Es sei aber gelungen, sie zu verlangsamen, vor allem durch das Einhalten der Regeln.

10.08 Uhr In Russland steigt die Zahl der Neuerkrankungen so stark wie nie. In den vergangenen 24 Stunden habe es 2774 neue Fälle gegeben, teilt das Krisenzentrum mit. Am Vortag waren es 2558 gewesen. Damit gibt es den Angaben zufolge nun insgesamt 21.102 positiv getestete Personen. Die Zahl der Menschen, die an den Folgen des Virus gestorben seien, habe sich um 22 auf 170 erhöht.

10.08 Uhr – Papst Franziskus hat angesichts der Corona-Krise zu Einheit und Eintracht gemahnt. Nur so könne die schwierige Zeit überwunden werden, sagte das Oberhaupt der Katholiken bei seiner Frühmesse in der vatikanischen Residenz Santa Marta. Die Pandemie bringe nicht nur gesundheitliche Gefahren mit sich. Ein weiteres Problem seien Spaltungstendenzen und Uneinigkeit. 

09.52 Uhr – Von den aktuellen Schulschließungen in Deutschland sind insgesamt rund 10,7 Millionen Schülerinnen und Schüler betroffen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, besuchen davon im laufenden Schuljahr rund 8,3 Millionen allgemeinbildende Schulen und 2,4 Millionen berufliche Schulen. Derzeit wird über die schrittweise Öffnung der Schulen nach den Osterferien diskutiert. 

09.08 Uhr – Polen will die Beschränkungen für die heimische Wirtschaft ab Sonntag wieder schrittweise lockern. “Vom 19. April an werden wir langsam damit beginnen, die Wirtschaft wieder anzufahren”, verkündete Gesundheitsminister Lukasz Szumowski im polnischen Radio. Zunächst würden dann wahrscheinlich die Einschränkungen für Geschäfte gelockert. Eine definitive Entscheidung solle spätestens am Mittwoch fallen. 

08.46 Uhr – In Deutschland ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen um 2082 auf 125.098 gestiegen. Das vermeldete das Robert-Koch-Institut in seiner täglichen Aufstellung, die auf den aus den Bundesländern übermittelten Zahlen basiert. 

07.15 Uhr – Der Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, fordert für die von der Corona-Krise besonders betroffenen Hartz-IV-Bezieher 100 Euro mehr im Monat. Unter anderem seien die vielen geschlossenen Tafeln zu einem erheblichen Problem für deren Stammkunden geworden, sagte Schneider im ARD-Morgenmagazin.

07.05 Uhr – Indien verlängert die Ausgangssperren wegen des Coronavirus um mindestens zweieinhalb Wochen. Die ursprünglich heute auslaufenden Maßnahmen werden bis mindestens 3. Mai verlängert, sagte Premierminister Narendra Modri. In wirtschaftlicher Hinsicht zahle das Land zwar einen “hohen Preis” für die Ausgangssperren, aber Menschenleben seien wichtiger. In Indien wurden nach offiziellen Angaben bislang rund 7500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert. 

06.51 Uhr – Australien und Neuseeland wollen trotz erster Erfolge im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus an den verhängten Ausgangs- und Reisebeschränkungen festhalten. Geduld sei das Gebot der Stunde, erklärte Australiens Premierminister Scott Morrison. Er verwies auf Länder wie Singapur und Südkorea, die nach ersten Lockerungen eine zweite Infektionswelle erlebt hatten.

06.38 Uhr – Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat sich für eine einheitliche Corona-App in der Europäischen Union ausgesprochen, um die Ausbreitung des Erregers SARS-CoV-2 zu bremsen. “Wichtig ist, dass wir nicht bei einem Flickenteppich aus 27 Corona-Apps und 27 Datenschutzregimen landen, sondern möglichst abgestimmt vorgehen”, erklärte der SPD-Politiker. 

05.01 Uhr – Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland versichert, dass alle freiheitsbeschränkenden Maßnahmen nach der Corona-Krise wieder zurückgenommen werden: “Als Justizministerin werde ich darauf hinwirken, dass die Einschränkungen keinen Tag länger aufrechterhalten werden als unbedingt nötig ist, um Leben und Gesundheit zu schützen.”

04.34 Uhr – Wegen der Coronavirus-Pandemie sind die Präsidenten- und Parlamentswahlen in der Dominikanischen Republik verschoben worden. Statt wie bisher geplant am 17. Mai sollen sie nun wegen des Gesundheitsnotstands erst am 5. Juli stattfinden, wie die Wahlbehörde des Karibikstaates mitteilte.

03.52 Uhr – China lässt einem Medienbericht zufolge zwei experimentelle Impfstoffe zur Bekämpfung des neuen Coronavirus für Humantests zu. Die Impfstoffe würden von einer in Peking ansässigen Einheit der Sinovac Biotech und dem Institute of Biological Products, einer Tochtergesellschaft der staatlichen China National Pharmaceutical Group in Wuhan entwickelt.

03.12 Uhr – Im Streit über eine Lockerung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den USA hat Präsident Donald Trump die Entscheidungshoheit für sich reklamiert. Er habe bei der Frage der Wiederöffnung Amerikas infolge der Coronavirus-Epidemie die “allumfassende Macht”, sagte Trump im Weißen Haus. Er reagierte damit auf Äußerungen von Gouverneuren mehrerer US-Bundesstaaten, die zuvor erklärt hatten, sich bei der Aufhebung der von ihnen verhängten Beschränkungen untereinander abstimmen zu wollen.

03.00 Uhr – Die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen mit SARS-CoV-2 liegt nach Angaben der amerikanischen Johns Hopkins Universität mittlerweile bei knapp zwei Millionen. Rund 120.000 Menschen starben demnach an den Folgen der Krankheit. Fast 450.000 gelten als genesen. Experten gehen bei sämtlichen Aspekten allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus.

01.30 Uhr – Der Einreisestopp der USA für Reisende aus dem Schengenraum, Großbritannien und Irland bleibt vorerst bestehen. In Italien und Spanien gehe es in der Corona-Krise noch immer nicht gut und Frankreich habe gerade erst Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verlängert, begründete US-Präsident Donald Trump die Entscheidung.

00.48 Uhr – Der Internationale Währungsfonds gewährt 25 seiner ärmsten Mitgliedsländer im Rahmen seines “Catastrophe Containment and Relief Trust” sofortige Schuldenerleichterungen. Das solle ihnen ermöglichen, ihre ohnehin geringen finanziellen Ressourcen beispielsweise für medizinische Zwecke zu nutzen.

qu/djo (alle Agenturen)



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