Corona-Live-Ticker vom 30. März: In den USA wächst die Angst | Aktuell Welt | DW

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Das Wichtigste in Kürze: 

– US-Regierung rechnet mit mindestens 100.000 Toten

– Bei Schutzkleidung gibt es eine Preisexplosion

– Ökonomen warnen vor allzu schnellen Krediten

Die Meldungen im Einzelnen – alle Zeitangaben in MESZ: 

11.33 Uhr – Österreich verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus weiter. Ab Mittwoch werden alle Supermarktketten am Eingang Schutzmasken verteilen, die dann verpflichtend tragen werden müssen, sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz.
 

11.29 Uhr – Die deutsche Volkswirtschaft wird wegen der Pandemie schrumpfen. Die sogenannten Wirtschaftsweisen rechnen in einem Sondergutachten mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von bis zu 5,4 Prozent. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat in dem Gutachten drei Szenarien dargestellt. Sie unterscheiden sich darin, wie lange die einschränkenden Maßnahmen anhalten und wie schnell es zu einer Erholung kommt. Eine Rezession im ersten Halbjahr sei auch im besten Fall unvermeidbar, heißt es in dem Papier.

11.18 Uhr – In Indien sollen zehntausende Wanderarbeiter isoliert werden, um die Pandemie einzudämmen. Die Menschen haben sich zu Fuß auf den Weg aus Städten in ihre oft Hunderte Kilometer entfernten Heimatdörfer gemacht, nachdem sie wegen der Ausgangssperre ihr Einkommen verloren. Dadurch entstand eine der größten Massenwanderung in Indiens jüngster Geschichte und die Gefahr wächst, dass sich das Virus rasch ausbreitet.

10.44 Uhr – In China ist die Zahl der Neuinfektionen nach offiziellen Angaben den vierten Tag in Folge gesunken. Am Sonntag habe es 31 neue Fälle gegeben, nach 45 am Samstag. Laut der Nationalen Gesundheitskommission sind fast alle Neuerkrankungen bei Einreisenden festgestellt worden, nur in einem Fall hat es eine Virus-Übertragung vor Ort gegeben. Damit gibt es in Festland-China  81.470 bestätigte Infizierte und 3304 Todesfälle. 

10.40 Uhr – Die kolumbianische Guerillagruppe ELN hat wegen der Corona-Krise eine vorübergehende einseitige Waffenruhe verkündet. Hintergrund des Schrittes sei die Aufforderung von UN-Generalsekretär António Guterres, alle Kampfhandlungen weltweit aufgrund des Kampfes gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzustellen, teilte die in Kolumbien vermittelnde norwegische Regierung mit. Die Maßnahme soll vom 1. bis 30. April gelten.

10.30 Uhr –  Mit vier Toten und zwei Corona-Verdachtsfällen an Bord hat das Kreuzfahrtschiff “Zaandam” inzwischen Kurs auf die Karibik genommen. Dafür fuhren die “Zaandam” und ein zweites Kreuzfahrtschiff, die “Rotterdam”, in den Panamakanal ein, wie die Kanalbehörde mitteilte. Zuvor seien rund 400 gesunde Passagiere von der “Zaandam” auf die “Rotterdam” gebracht worden. Der genaue Zielhafen der Kreuzfahrtschiffe blieb weiter unklar. Mehrere südamerikanische Häfen hatten zuvor die Aufnahme der kranken Passagiere aus Angst vor der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus abgelehnt.  

Coronafälle auf Kreuzfahrtschiff Zaandam (picture-alliance/dpa/A. Franco)

Das Kreuzfahrtschiff “Zaandam” ist weiter auf der Suche nach einem Hafen (Archivbild)

10.14 Uhr – Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber zeigt sich offen für die Nutzung einer Anti-Corona-App auf freiwilliger Basis. Wenn dabei der Datenschutz hinreichend beachtet werde, “wird es eine große Bereitschaft geben, zu teilen, sich selbst zu schützen und andere zu schützen”, so Kelber in einem TV-Interview.

09.30 Uhr – Einwohner der beiden größten Städte Vietnams müssen sich laut Ministerpräsident Nguyen Xuan Phuc auf Ausgangssperren vorbereiten. Bislang haben die Gesundheitsbehörden des südostasiatischen Landes 194 Fälle der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet, Tote gab es dadurch demnach bisher noch nicht. 

09.22 Uhr – In Großbritannien gibt es einem führenden Epidemiologen zufolge Hoffnung auf eine Verlangsamung der Coronavirus-Epidemie. Laut Neil Ferguson vom Imperial College London bekämen 40 Prozent der Menschen zudem keine Symptome. Neu entwickelte Antikörpertests könnten bereits in wenigen Tagen einsatzbereit sein.

Deutschland Lennestadt Coronavirus Schutzkleidung (picture-alliance/Hufnagel PR/U. Hufnagel)

Ein Mitarbeiter eines Gesundheitsamtes zieht sich Schutzkleidung an

09.05 Uhr – Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert, dass Deutschland die dringend benötigte Schutzkleidung selbst in großem Umfang produziert. Dafür müssten Gesundheitsminister Jens Spahn und Wirtschaftsminister Peter Altmaier den gesetzlichen Rahmen schaffen. Unterdessen hieß es vom Branchenverband VDA, die weitgehend lahmgelegte deutsche Automobilindustrie stehe zur Unterstützung bei der Herstellung von medizinischer Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten bereit. 

08.10 Uhr – Die Kurzarbeit in der deutschen Industrie wird einer Prognose des Münchner Ifo-Instituts zufolge bald drastisch steigen. 25,6 Prozent aller Firmen erwarten in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit, wie die Forscher unter Berufung auf ihre Unternehmensumfrage mitteilen. Das ist der höchste Stand seit 2010. Besonders betroffen seien Schlüsselbranchen wie die Automobilindustrie sowie der Maschinenbau und der Bereich Elektro.

07.45 Uhr – Kulturstaatsministerin Monika Grütters hält es für besonders wichtig, auch in Zeiten der Corona-Krise Kultur und Kunst weiter zu fördern. “Antworten auf letzte Fragen nach dem Sinn des Lebens finden wir nicht allein im Wirtschaftswachstum und in einem funktionierenden öffentlichen Nahverkehr”, sagte die CDU-Politikerin. Kultur sei Ausdruck von Humanität.

07.10 Uhr – Der Internetdienst Twitter hat zwei Botschaften des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gelöscht, weil sie gegen die Regeln des US-Unternehmens verstoßen. Dabei handelt es sich um zwei Videos, die zeigen, wie Bolsonaro den Sinn von Isolationsmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Zweifel zieht. Der Präsident ist dabei zu sehen, wie er am Sonntag durch die Hauptstadt Brasília läuft, sich mit Unterstützern trifft und sie drängt, die Wirtschaft am Laufen zu halten.  

07.05 Uhr – Innerhalb eines Tages ist die Zahl der registrierten Corona-Infizierten in Deutschland um 4751 auf 57.298 gestiegen. Das geht aus den Daten hervor, die das Robert Koch-Institut jetzt veröffentlichte. Insgesamt seien 455 Infizierte gestorben. 66 mehr als am Vortag. Dagegen spricht die Johns-Hopkins-Universität von 62.435 Infizierten und 541 Toten.

06.31 Uhr – In Singapur hat die Zentralbank (MAS) ihre Geldpolitik angesichts der erwarteten Rezession erwartungsgemäß deutlich gelockert. Volkswirte sprechen von dem aggressivsten Schritt seit der Finanzkrise 2009.

05.37 Uhr – Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist erneut auf unter 100 gesunken. Am Sonntag seien 78 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden in Seoul mit. Insgesamt wurden 9661 Infizierte registriert. 158 Menschen starben an COVID-19. 

05.02 Uhr – Die Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz (CDU) fordert eine Lockerung des Arbeitsverbots für Asylbewerber und Geduldete. So sollen Corona-bedingte Personalengpässe in einigen Branchen abgefedert werden. “Jetzt wird jede helfende Hand gebraucht. Deshalb ist es richtig, wenn wir jetzt Asylbewerbern und Geduldeten befristet ermöglichen, als Erntehelfer oder in der Lieferkette zu arbeiten”, sagte Widmann-Mauz.

04.00 Uhr – Russland will mit einer arbeitsfreien Woche die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie eindämmen. Das ist eine von mehreren Maßnahmen, die an diesem Montag in Kraft tritt. Auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin sollen große Teile der russischen Geschäftswelt ruhen. Die Löhne sollen aber weiter gezahlt werden. Supermärkte, Apotheken und Krankenhäuser bleiben geöffnet.

03.51 Uhr – Dem chinesischen Staatsfernsehen zufolge will der chinesische Präsident Xi Jinping die Förderpolitik für kleine und mittlere Unternehmen anpassen, um sie vor den Auswirkungen des Coronavirus zu schützen. Xi sagte, die Produktion müsse wieder aufgenommen werden, gleichzeitig müssten die Bemühungen zur Bekämpfung des Coronavirus weitergehen.

02.52 Uhr  –  Der in der Corona-Krise drastisch gestiegene Bedarf an Schutzkleidung in den medizinischen Einrichtungen in Deutschland hat laut einem Medienbericht zu einer “Preisexplosion” geführt. So sei etwa der Einkaufswert für hochwertige sogenannte FFP2-Atemschutzmasken innerhalb weniger Tage um 3000 Prozent von 0,45 auf 13,52 Euro pro Stück gestiegen, gegeben, berichten NDR, WDR und “Süddeutsche Zeitung” aufgrund gemeinsamer Recherchen.

1.47 Uhr – US-Präsident Donald Trump befürchtet, dass die Coronavirus-Krise in den USA 100.000 Menschen das Leben kosten könnte. Wenn es gelinge, die Todeszahl durch die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung so zu begrenzen, “dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht”, sagte Trump. Er ergänzte: “Das ist eine furchtbare Zahl.

USA Corona-Pandemie Präsident Trump (picture-alliance/AP Photo/P. Semansky)

US-Präsident Trump spricht von furchtbaren Zahlen in der Corona-Krise

01.27 Uhr – Japan weitet sein Einreiseverbot auf Bürger aus den USA, China, Südkorea und dem größten Teil Europas aus, berichtet die Zeitung “Asahi”. Die Regierung überlege, auch die Einreise aus einige Länder Südostasiens und Afrikas zu verbieten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Regierungsquellen.

00.38 Uhr – US-Präsident Donald Trump sagt, er werde die Richtlinien zur Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus bis zum 30. April verlängern. Ursprünglich hatte er die Maßnahmen bis zum Osterwochenende vorgesehen. Trump fügt hinzu, dass die Todesfälle durch das Coronavirus um Ostern herum ihren Höhepunkt erreichen könnten.

00.23 Uhr – US-Präsident Donald Trump wirft den Krankenhäusern vor, Beatmungsgeräte zu horten. Wir haben einige Mitarbeiter im Gesundheitswesen, einige Krankenhäuser, die Geräte, einschließlich Beatmungsgeräte, bunkern”, sagt Trump im Weißen Haus. “Sie müssen diese Beatmungsgeräte freigeben – vor allem Krankenhäuser, die sie nie benutzen werden.” 

00.00 Uhr – Forscher des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) raten einem Medienbericht zufolge vom Einsatz des Euro-Rettungsschirms ESM in der Corona-Krise ab. Die Ökonomen seien der Meinung, dass der Einsatz vorsorglicher Kreditlinien gefährlich sei. Solche Kredite könnten die Situation der betroffenen Staaten sogar noch verschlimmern, meldet die Zeitung die “Welt”.

bri/haz/se (alle agenturen, rki.de, coronavirus.jhu.edu)

 




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