Corona-Pandemie: Bolsonaro negativ getestet – “Zweite Corona-Welle ist schon da”

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Die Corona-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem: Mehr als 15 Millionen Menschen haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert, 204.397 davon in Deutschland. Die USA melden nahezu täglich neue Rekordzahlen. Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt lesen Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Corona-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: Im Corona-Vorzeigeland schnellen die Neu-Infektionen in die Höhe (15.10 Uhr) +++ Kretschmer: “Die zweite Corona-Welle ist schon da” (07.09 Uhr)+++ 773 neue Fälle in Deutschland – R-Wert überschreitet kritische Marke (21.00 Uhr)

TOP-NEWS: Im Corona-Vorzeigeland schnellen die Neu-Infektionen in die Höhe

15.10 Uhr: In Südkorea, das immer wieder als Vorbild im Kampf gegen das Coronavirus bezeichnet wird, wurde am Samstag der höchste Anstieg neuer Infektionen seit fast vier Monaten registriert. Nach Behördenangaben steckten sich 113 Menschen an, 86 von ihnen waren zuvor im Ausland. Damit wurden zum ersten Mal seit dem 1. April mehr als hundert neue Fälle innerhalb von 24 Stunden registriert.

Mehr Infektionen wurden in dem asiatischen Land nur am 31. März registriert, als die Behörden 125 neue Fälle meldeten. Die Zahl der insgesamt verzeichneten Infektionen liegt nun bei 14.092.

Südkorea war eines der ersten Länder, in denen sich das Coronavirus nach seiner Entdeckung in China ausbreitete. Die Behörden bekamen das Virus aber durch ein umfangreiches Programm zur Fallverfolgung, Testung und Behandlung der Infizierten unter Kontrolle, ohne auf Ausgangssperren zurückgreifen zu müssen.

In Vietnam, wo die Ausbreitung des Coronavirus dank schneller und rigoroser Quarantäne-Maßnahmen und einer intensiven Rückverfolgung der Fälle schon seit Ende April als eingedämmt galt, meldeten die Behörden die erste Neuinfektion seit fast hundert Tagen. In der Stadt Danang wurde ein 57-jähriger Mann positiv auf das Virus getestet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Sein Fall gilt demnach als die erste lokale Übertragung seit dem 16. April.

Texanisches Krankenhaus schickt sterbende Covid-Patienten nach Hause

13.11 Uhr: Wer im texanischen Starr County mit Covid-19 im Krankenhaus liegt, muss zukünftig harte Entscheidungen fürchten. Denn wie aus einem Bericht der Lokalzeitung “Fort Worth Star-Telegram” hervorgeht, soll das einzige Bezirkskrankenhaus nun in Covid-Patienen, bei denen noch eine Chance auf Heilung besteht und solche, deren Lage als aussichtslos gilt, unterscheiden. Jene Corona-Patienten, für die keine Hoffnung mehr bestehe, würden somit mehr oder weniger zum Sterben nach Hause geschickt, heißt es in dem Beitrag.

Das Blatt zitiert Jose Vasquez, den Chef der zuständigen Gesundheitsbehörde, mit den Worten:  “Wir befinden uns in einer verzweifelten Lage. So wie die Dinge gerade laufen, können wir weder im Starr County Memorial Hospital, noch im Bezirk so weiter machen wie gewohnt. Die Zahlen sind erschütternd.” Und weiter: “All die Patienten, für die höchstwahrscheinlich keine Hoffnung mehr besteht, sollten lieber im Kreise ihrer Familie und der Liebe ihres Zuhauses gepflegt werden, anstatt Tausende Meilen entfernt allein in einem Krankenhauszimmer zu sterben.”

Vierter Tag in Folge mit mehr als 1000 Corona-Toten in den USA

16.14 Uhr: Die USA haben am vierten Tag in Folge mehr als 1000 Tote in der Corona-Pandemie verzeichnet. Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) registrierte am Freitag 1156 Tote infolge einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der Neuansteckungen lag ein weiteres Mal bei mehr als 70 000 innerhalb von 24 Stunden, wie aus der JHU-Statistik am Samstag hervorging: Die Forscher verzeichneten am Freitag 73 715 Infektionen mit dem Virus.

Seit Beginn der Pandemie wurden in den USA insgesamt mehr als 4,1 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 145 000 Menschen kamen ums Leben. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den USA war im Frühjahr zurückgegangen, nahm seit Juni aber wieder alarmierend zu. Die täglichen Todeszahlen liegen zwar weiterhin unter denen vom bisherigen Höhepunkt der Krise im Frühjahr, steigen aber an.

Brasiliens Präsident Bolsonaro negativ auf Coronavirus getestet

15.56 Uhr: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat seine Infektion mit dem Coronavirus eigenen Angaben zufolge überwunden. Ein neuer Corona-Test sei negativ ausgefallen, schrieb der Staatschef am Samstag auf Twitter. Wann der Test gemacht wurde, war zunächst unklar.

Bolsonaro hatte vor zwei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne in der Präsidentenresidenz in Brasília. Mehrere Tests in den vergangenen Wochen waren positiv ausgefallen.

Nach den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als zwei Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Über 85 000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird.

Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus mehrfach als „leichte Grippe“ und lehnte Einschränkungen und Schutzmaßnahmen ab. Eigenen Angaben zufolge nahm er das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin ein, dessen Wirksamkeit gegen das Virus Sars-CoV-2 bislang nicht nachgewiesen ist.

Spahn prüft Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer

12.11 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lässt eine Pflicht zu Corona-Tests für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten prüfen. “Wir prüfen auch eine rechtliche Verpflichtung”, sagte Spahn am Samstagmorgen im Deutschlandfunk. Bei den Neuinfektionen gebe es derzeit “so eine hohe Zahl wie lange nicht”, sagte er zur Begründung. “Was wir im Moment haben, sind viele kleinere Ausbrüche.” Die hohe Zahl habe “vor allem zu tun eben mit Reiseaktivitäten, Reiserückkehrern aus bestimmten Regionen”.

Eine solche Test-Pflicht würde deutlich über den Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern vom Freitag hinausgehen: Sie hatten beschlossen, auf deutschen Flughäfen Teststellen einzurichten, bei denen sich Reiserückkehrer kostenlos auf eigenen Wunsch auf das Virus testen lasen können.

Spahn wies darauf hin, dass für verpflichtende Tests hohe rechtliche Hürden bestünden: “Das ist ja ein Eingriff in die Freiheit, jemanden zum Test zu verpflichten”, sagte er. Die Gerichte schauten “sehr genau hin, dass jeder Eingriff verhältnismäßig” sei.

Bevorzugt wolle er weiter auf Vernunft und Einsicht der Bürger setzen, sagte Spahn. Reisende müssten “eigenverantwortlich wahrnehmen, dass Mobilität, dass Reisen per se mit Risiko verbunden” sei. “Wir werden es möglich machen, dass jeder Reiserückkehrer sich testen lassen kann.” Dabei gelte, dass “sich im Zweifel einer zu viel testen lässt als einer zu wenig”.

Entwarnung in Vechta: 870 Corona-Tests bei Wiesenhof negativ

09.30 Uhr: Nach einem größeren Corona-Ausbruch bei Mitarbeitern einer Hähnchenschlachterei im niedersächsischen Lohne sind 870 erneute Corona-Tests negativ ausgefallen. Zwölf Mitarbeiter wurden bei Tests, die die Firma Oldenburger Geflügelspezialitäten (OGS) selbst durchgeführt hat, positiv getestet. Vier Laborergebnisse stehen noch aus, wie der Landkreis Vechta am Freitagabend mitteilte.

“Ich bin sehr erleichtert, dass sich bei den Testreihen in dieser Woche nur wenige Neuinfektionen ergeben haben”, sagte Landrat Herbert Winkel (CDU). Das zeige, dass die getroffenen und verschärften Hygienemaßnahmen bei der Firma OGS den gewünschten Erfolg hätten und einen Weiterbetrieb ermöglichten.

TOP-NEWS: Kretschmer: “Die zweite Corona-Welle ist schon da”

Samstag, 25. Juli, 07.09 Uhr: Die zweite Infektionswelle der Corona-Pandemie ist nach Einschätzung des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) bereits in Deutschland angekommen. “Die zweite Corona-Welle ist schon da. Sie findet bereits jeden Tag statt. Wir haben jeden Tag neue Infektionsherde, aus denen sehr hohe Zahlen werden könnten”, sagte Kretschmer der Düsseldorfer “Rheinischen Post”.

Die Aufgabe bestehe darin, mit den Gesundheitsämtern diese Welle jeden Tag neu zu brechen. Das klappe “erstaunlich gut”, sagte Kretschmer. Deutschland könne durch sein föderales System viel präziser vorgehen als zentralistisch regierte Länder wie Frankreich oder Polen. Die Ministerpräsidenten könnten abwägen, was gezielt für einzelne Regionen geregelt werden könne. “Das ist nur im Föderalismus möglich.”

Kretschmer kann der Pandemie auch eine positive Seite abgewinnen: “Die Corona-Pandemie ist die erste zentrale gemeinsame Krisenerfahrung in Deutschland. Und das Schöne ist: Die Menschen in Ost und West ticken in dieser Krise gleich.” 30 Jahre nach der Wiedervereinigung gebe es da keine Unterschiede. “Corona ist der beste Beweis dafür, dass dieses Land zusammengewachsen ist.”

“Haben es nicht verstanden”: Briten-Premier Johnson gesteht Fehler in Coronakrise ein

05.06 Uhr: Am ersten Jahrestag seines Amtsantritts hat der britische Premierminister Boris Johnson am Freitag Fehler im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie eingestanden. “Wir haben (das Virus) in den ersten Wochen und Monaten nicht in der Art und Weise verstanden, wie wir das gerne getan hätten”, sagte der konservative Politiker im Gespräch mit der BBC. Vor allem das Ausmaß der Übertragung durch Menschen, die keine Symptome zeigten, sei unterschätzt worden.

Auf die Frage, ob der Lockdown und andere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in dem Land zu spät gekommen seien, antwortete Johnson ausweichend. Es handle sich um “offene Fragen” unter Wissenschaftlern, sagte der Premier.

Der Epidemiologe und ehemalige Regierungsberater Neil Ferguson vom Imperial College hatte kürzlich gesagt, dass mindestens die Hälfte der mehr als 45 500 Sterbefälle in Großbritannien hätten verhindert werden können, wäre der Lockdown im März eine Woche früher durchgesetzt worden. Die Regierung hatte zunächst auf das Konzept einer sogenannten Herdenimmunität gesetzt und erst vergleichsweise spät eingelenkt. Großbritannien gilt als das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas.

Auch die massenhafte Überführung von Patienten aus Krankenhäusern in Pflegeheime, ohne sie vorher getestet zu haben, gilt Fachleuten als massiver Fehler, der Tausende das Leben gekostet haben dürfte. Die Regierung von Premierminister Boris Johnson fokussierte sich auf den Ausbau von Kapazitäten für Intensivbetten. Neben fehlenden Tests hatten Berichten zufolge auch viele Heime Schwierigkeiten, an Schutzausrüstung zu kommen.

Es gibt sogar Grund zu der Annahme, dass der Pandemie in Großbritannien viele Menschen zum Opfer gefallen sind, die nie auf das Coronavirus getestet wurden. Zahlen der Statistikbehörden zufolge wurden inzwischen beinahe 55.000 Todesfälle erfasst, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 im Totenschein erwähnt wurde. Die sogenannte Übersterblichkeit für die Zeit der Pandemie liegt Berechnungen der “Financial Times” zufolge bei über 65 000. Mit Übersterblichkeit ist die Differenz zwischen der Zahl der Todesfälle in diesem Jahr und dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gemeint.

Probleme mit Corona-Warn-App auch auf iPhones

22.42 Uhr: Die Corona-Warn-App macht nicht nur auf Smartphones mit Android-Betriebssystem, sondern auch auf iPhones Probleme. Nach Recherchen von tagesschau.de funktioniert auf vielen iPhones die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft. Nutzerinnen und Nutzer seien teilweise über Wochen nicht über die App informiert woren, ob sie Kontakt zu Infizierten hatten oder nicht, berichtete das Webportal der ARD am Freitagabend.

SAP, das die App zusammen mit der Deutschen Telekom entwickelt hat, räumte den Fehler dem Bericht zufolge ein. “Da gibt es Probleme, und ich hoffe ganz stark, dass die entweder sehr, sehr schnell beseitigt werden oder wir einen wirksamen Workaround finden, (…) um trotzdem die Funktionalität auf die Beine zu stellen”, wurde der Software-Architekt der Corona-Warn-App bei SAP, Thomas Klingbeil, zitiert.

Das Problem soll bei iPhones ebenso wie bei einigen Android-Geräten die Hintergrundaktualisierung sein. Eigentlich soll die Corona-Warn-App auch dann im Hintergrund weiterlaufen und Daten aktualisieren, wenn sie nicht geöffnet ist. Wenn es eine Begegnung mit einer Person gab, die dann positiv auf das Coronavirus getestet wurde, soll das Handy den Besitzer eigentlich aktiv mit einer Benachrichtigung auf das erhöhte Risiko hinweisen. “Das Problem, das wir haben, ist, dass die Hintergrundaktualisierung vom Betriebssystem offenbar nicht aufgerufen wird”, so Klingbeil.

Zuvor hatte die “Bild”-Zeitung bereits über ähnliche Probleme bei einigen Android-Geräten berichtet. Demnach hatte die App auf vielen Android-Smartphones wochenlang nur schlecht oder gar nicht funktioniert. Nutzer seien im Zweifel nicht oder zu spät gewarnt worden, hieß es, da sich die Anwendung im Hintergrund nicht immer automatisch aktualisiert habe.

TOP-NEWS: 773 neue Fälle in Deutschland – R-Wert überschreitet kritische Marke

21.00 Uhr: Der besorgniserregende Trend bei der Zahl der Neuinfektionen hält an. In den vergangenen 24 Stunden wurden von den Gesundheitsämtern der Länder 773 neue Fälle gemeldet. Elf Menschen starben.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt nach RKI-Schätzungen nun bei 1,08 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 204.397, 9086 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 36.828 (1841 Todesfälle)
  • Bayern: 50.127 (2617 Todesfälle)
  • Berlin: 8956 (223 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3544 (173 Todesfälle)
  • Bremen: 1745 (55 Todesfälle)
  • Hamburg: 5290 (230 Todesfälle)
  • Hessen: 11.591 (517 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 843 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 14.160 (648 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 46.956 (1726 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 7398 (238 Todesfälle)
  • Saarland: 2819 (174 Todesfälle)
  • Sachsen: 5510 (224 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1981 (63 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3311 (155 Todesfälle)
  • Thüringen: 3338 (182 Todesfälle)

Gesamt (Stand 24.07.2020, 20.40 Uhr): 204.397 (9086 Todesfälle)

Vortag (Stand 23.07.2020, 20.09 Uhr): 203.624 (9075 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 189.400

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 5911.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,08 (Stand 24.07.20)

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 24.7., 0.00 Uhr, bei 1,16 (Vortag: 1,05). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

189.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, womit aktuell von 5911 aktiven Fällen, also infizierten Personen auszugehen ist.

Viele Krankenhäuser rechnen wegen Corona-Krise mit Defizit

20.37 Uhr: Zahlreiche deutsche Kliniken befürchten, infolge der Corona-Pandemie in die roten Zahlen zu rutschen. Das berichtet die “Süddeutsche Zeitung” (Wochenende) unter Berufung auf die “Krankenhausstudie 2020” der Unternehmensberatung Roland Berger, die am Montag veröffentlicht werden soll.

Für die Untersuchung wurden den Angaben zufolge Geschäftsführer der 600 größten deutschen Kliniken befragt. 57 Prozent von ihnen rechnen demnach für 2020 mit einem Defizit. Vergangenes Jahr hätten nur 32 Prozent der Krankenhäuser ein Minus verzeichnet.

Besonders düster sehen die Manager großer Kliniken mit mehr als 1000 Betten die Lage: In dieser Gruppe rechneten sogar 72 Prozent mit Verlusten im laufenden Geschäftsjahr, heißt es in dem Bericht. Der Abwärtstrend erkläre sich vor allem mit der schwachen Auslastung während der Pandemie-Hochphase im März und April.

Mitte März hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Krankenhäuser angewiesen, die Zahl der Beatmungsplätze hochzufahren und genügend Intensivbetten für Covid-19-Patienten freizuhalten. Bei Weitem nicht alle dieser Betten wurden benötigt. Deshalb sei die Belegung der Intensivstationen großer Häuser mit mehr als 1000 Betten um 27 Prozent gesunken, auf Normalstationen sogar um 37 Prozent, heißt es dem Bericht zufolge in der Studie.

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