Coronavirus aktuell: Corona-Drama in Potsdam, Klinik lehnt RKI-Vorschlag ab

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Das Coronavirus breitet sich aus: In Deutschland sind bereits 2834 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben, 124.239 sind derzeit mit dem Virus infiziert. Weltweit wurden bereits mehr als 1,7 Millionen Corona-Fälle registriert. Mittlerweile verzeichnen die USA die meisten Fälle. Alle Informationen zur Corona-Krise finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Corona-Drama in Potsdam, Klinik lehnt RKI-Vorschlag ab

Topmeldung (13.56 Uhr): Trotz eines entsprechenden Vorschlags des Robert-Koch-Instituts soll das Potsdamer Bergmann-Klinikum kein „Corona-Krankenhaus“ werden. Dagegen habe sich die Stadt ausgesprochen, berichtet der „RBB“. Gezielte Verlegungen von Covid-19-Patienten in das Klinikum seien nicht vorgesehen, so ein Stadtsprecher am Ostermontag.

In dem Klinikum gibt es derzeit eine hohe Anzahl kritischer Corona-Fälle, bisher sind dort 28 Menschen an dem Virus gestorben, berichten die „Potsdamer Neuen Nachrichten“. Ein großer Teil der Toten soll sich erst im Krankenhaus infiziert haben. Das RKI, das das Krankenhaus auf Wunsch der Stadt untersucht hat, rechnet in naher Zukunft mit einer „hohen Anzahl an schweren Verläufen mit Intensiv- und Beatmungspflichtigkeit“. Dem Bericht nach ist das Ausmaß des Corona-Ausbruchs sowie die Missstände und auch die Folgen der Krise im Klinikum weit größer sind als bislang öffentlich eingeräumt. Das RKI hatte vorgeschlagen, aus dem Bergmann-Klinikum ein reines Corona-Krankenhaus zu machen – auch, um andere Krankenhäuser zu entlasten.

Gegen drei leitende Ärzte und zwei Geschäftsführer hat die Stadt Ordnungswidrigkeitsverfahren angeordnet. Hintergrund ist die Verletzung ärztlicher Meldepflichten. Die Verfahren seien an die Staatsanwaltschaft übergeben worden, um zu klären, dass keine Straftaten vorliegen.

Merkel bezeichnete Studie als “sehr wichtig”: Forscher präsentieren Corona-Plan

Topmeldung (12.08 Uhr): Kanzlerin und Ministerpräsidenten wollen über die Zukunft der harten Beschränkungen in der Corona-Krise beraten. Für die Kanzlerin dürften die weitreichende Empfehlungen der Leopoldina sehr wichtig sein.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt etwa, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. In der am Montag veröffentlichten Stellungnahme der Wissenschaftler heißt es unter anderem zu den Voraussetzungen, die Infektionen müssten auf niedrigem Niveau stabilisiert und die bekannten Hygieneregeln eingehalten werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als “sehr wichtig” für das weitere Vorgehen bezeichnet.

Die Öffnung der Schulen ist nur ein Punkt eines 19-seitigen Papiers. In der am Montag veröffentlichten Stellungnahme (“Die Krise nachhaltig überwinden”) der Wissenschaftler, die sich mit weiteren Schritten in der Corona-Pandemie beschäftigt, gibt es unter anderem folgende Empfehlungen:

  • Eine Masken-Pflicht etwa in Bussen und Bahnen.
  • Weitere Teile des öffentlichen Lebens sollen schrittweise unter bestimmten Voraussetzungen wieder normalisiert werden können. Zunächst könnten etwa der Einzelhandel, das Gastgewerbe und Behörden öffnen. Aber auch private und dienstliche Reisen sowie gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Veranstaltungen könnten wieder stattfinden. Hierfür müssten jedoch zunächst auch “notwendige klinische Reservekapazitäten aufgebaut” und auch andere Patienten wieder regulär aufgenommen werden. Als Voraussetzung wird auch jeweils genannt, dass Hygieneregeln diszipliniert eingehalten werden.
  • In den Empfehlungen heißt es unter dem Punkt “Wirtschafts- und Finanzpolitik zur Stabilisierung nutzen”, staatliche Beteiligungen sollten nur im äußersten Notfall zur Stabilisierung von Unternehmen eingesetzt werden.
  • Die Experten rufen zudem dazu auf, an der marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung festzuhalten. So sei an der Schuldenbremse im Rahmen ihrer derzeit geltenden Regeln festzuhalten. Dies erlaube gerade in so besonderen Zeiten wie der Corona-Krise eine deutlich höhere Verschuldung, verlange aber bei der Rückkehr zur Normalität wieder deren Rückführung. Allgemein heißt es in diesem Zusammenhang, die in der Krise getroffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen müssten so bald wie möglich zugunsten eines nachhaltigen Wirtschaftens im Rahmen einer freiheitlichen Marktordnung rückgeführt oder angepasst werden.

EU-Kommissionsmitarbeiter stirbt nach Coronavirus-Infektion

Topmeldung (13.12 Uhr): Ein mit dem Coronavirus infizierter Mitarbeiter der EU-Kommission ist nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gestorben. Sie sei sehr traurig über den Tod eines an Covid-19 erkrankten Mitarbeiters, schrieb die deutsche Politikerin am Montag auf Twitter. Der Mann starb demnach am Sonntag. Von der Leyen drückte seiner Familie sowie seinen Kollegen des Europäischen Forschungsrats und der Generaldirektion Forschung und Innovation der EU-Kommission ihr Mitgefühl aus.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 124.239, 2834 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 24.431 (669 Todesfälle)
  • Bayern: 32.782 (803 Todesfälle)
  • Berlin: 4583 (51 Todesfälle)
  • Brandenburg: 1973 (50 Todesfälle)
  • Bremen: 477 (15 Todesfälle) [Stand 11.04]
  • Hamburg: 3817 (56 Todesfälle)
  • Hessen: 6003 (133 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 616 (11 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 7788 (202 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 26.333 (569 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 4773 (69 Todesfälle)
  • Saarland: 2121 (48 Todesfälle)
  • Sachsen: 3764 (68 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1195 (24 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 2113 (41 Todesfälle)
  • Thüringen: 1470 (25 Todesfälle)

Gesamt: 12.04., 20.30 Uhr: 124.239 (2834 Todesfälle)

Stand vom Vortag: 11.04., 20.37 Uhr: 121.324 (2678 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

 

Gemeldete Coronavirusfälle in Deutschland (klicken Sie auf Ihr Bundesland)

 
 

Mehr Informationen im News-Ticker:

Polizei beendet Grillparty mit 51 Gästen

13.40 Uhr: Eine Grillparty mit 51 Gästen hat die Polizei in München aufgelöst. Die größtenteils zwischen 20 und 30 Jahre alten Feiernden hatten trotz Ausgangsbeschränkungen im Innenhof eines Studentenwohnheims gegrillt, wie die Polizei am Montag mitteilte. Nach einem Hinweis beendeten die Beamten die Party am Sonntagabend. Alle Beteiligten erhielten eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

“Winterschlaf” gegen Corona-Pandemie geht in Spanien zu Ende

12.29 Uhr: In Spanien durften Hunderttausende Menschen erstmals nach zwei Wochen wieder zur Arbeit fahren. Der so genannte “Winterschlaf”, mit dem die linke Regierung den Kampf gegen die Corona-Pandemie intensiviert hatte, ging in jenen Regionen des Landes zu Ende, in denen der Ostermontag kein Feiertag ist. Von der umstrittenen Verschärfung der Ausgangssperre waren vor allem das Baugewerbe und weite Teile der Industrie betroffen.

Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte am Sonntag allerdings die Spanier gewarnt, es gebe keine echte Lockerung der Ausgangssperre. “Ich will mich sehr deutlich ausdrücken: Wir sind nicht einmal am Beginn einer zweiten Phase. Erste Lockerungen wird es frühestens in zwei Wochen geben. Und die werden schrittweise und vorsichtig sein”, sagte der Regierungschef in einer Rede an die Nation. Er sprach von einem “Krieg, den wir nur vereint gewinnen können”.

Der “Winterschlaf” ging am Montag unter anderem in Madrid zu Ende, wo Polizeibeamte in U-Bahn-Stationen oder Bahnhöfen seit sechs Uhr morgens erstmals insgesamt 1,4 Millionen Schutzmasken ausgaben. In der Hauptstadt fuhren nach Medienschätzungen rund 300 000 Menschen wieder zur Arbeit. In vielen anderen Regionen wie Katalonien, Valencia, den Balearen oder dem Baskenland war aber Feiertag.

Im von der Pandemie schwer betroffenen Spanien war der Alarmzustand samt strikter Ausgangssperre jüngst um weitere zwei Wochen bis Mitternacht des 25. April verlängert worden. Die 47 Millionen Bürger dürfen seit dem 15. März nur in Ausnahmefällen aus dem Haus. Spaziergänge und Sport im Freien sind zum Beispiel – anders als in anderen Ländern – strikt untersagt.

Die positive Tendenz im Kampf gegen das Virus hielt auch über Ostern an. Am Sonntag hatten die Behörden knapp 4200 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden gemeldet. Das war eine Zunahme um 2,6 Prozent – eine vergleichsweise niedrige Zuwachsrate.

Corona: China meldet höchste Zahl an Neu-Infektionen seit Wochen

11.31 Uhr: China hat am Montag die höchste Zahl an Coronavirus-Neuinfektionen seit über einem Monat gemeldet. Insgesamt seien binnen 24 Stunden 108 Menschen mit Corona-Symptomen registriert worden, teilte die nationale Gesundheitskommission mit. Bereits am Sonntag hatte die Zahl der neuen “importierten” Fälle bei 97 gelegen. Bei den meisten Fällen handelt es sich demnach um Reisende, die aus dem Ausland in ihre Heimat zurückgekehrt waren.

In China hatte die Virus-Pandemie Ende des vergangenen Jahres seinen Ausgang genommen. Inzwischen haben die Behörden den ersten Ausbruch nach eigenen Angaben unter Kontrolle, doch wächst die Sorge vor einer zweiten Welle von Infektionen, die aus dem Ausland eingeschleppt werden.

China hatte Ende März seine Grenzen für Ausländer weitestgehend geschlossen und internationale Flüge drastisch reduziert. Alle Einreisenden müssen sich zudem grundsätzlich einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen. 

Bei den neuen Fällen handelt es sich überwiegend um chinesische Rückkehrer: Die Behörden in Shanghai hatten am Sonntag allein 51 infizierte Rückkehrer gemeldet, die mit demselben Flug aus Russland eingetroffen waren.

Trumps wichtigster Berater bringt ihn mit Corona-Aussage in Erklärungsnot

11.28 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich einmal mehr gegen Vorwürfe von Opposition und Medien gewehrt, frühe Warnungen vor dem Coronavirus ignoriert zu haben. Er verstehe nicht, warum die Medien und die US-Demokraten ihn dann so heftig für die Einführung eines Einreiseverbots aus China kritisiert hätten, schrieb Trump am Sonntagabend auf Twitter und fügte hinzu: “Korrupte Medien!”.

Ranghohe Berater des Präsidenten hatten Medienberichten zufolge bereits Ende Januar vor einer Coronavirus-Pandemie gewarnt, in deren Folge Hunderttausende Amerikaner ums Leben kommen könnten. Trump selbst beteuerte noch bis Anfang März öffentlich, das Virus sei für die USA kein Grund zur Sorge.

Die “New York Times” hatte zuletzt am Samstag über Trumps Vorgehen in der Anfangsphase der Corona-Krise berichtet und kritisiert, der Präsident habe “das Ausmaß des Risikos nur langsam zur Kenntnis genommen” und nicht rechtzeitig reagiert. Stattdessen habe er sich darauf konzentriert, die Wirtschaft zu schützen und Warnungen zurückzuweisen.

“Damals gab es eine Menge Widerstand”

Eine Ansicht die auch Anthony Fauci, Trumps wichtigster medizinischer Corona-Berater, teilt – und den Präsidenten damit in Erklärungsnot bringt. Angesprochen darauf, warum Trump trotz zahlreicher Warnungen erst so spät reagierte, erklärte Fauci nun gegenüber “CNN“: “Wissen Sie, wir konzentrieren uns nur auf Gesundheitsfragen. Dann geben wir eine Empfehlung. Oft wird diese Empfehlung angenommen, manchmal nicht. Aber es ist, wie es ist. Wir stehen dort, wo wir nun einmal stehen. Wenn wir direkt am Anfang alles runtergefahren hätten, hätten wir nun ein etwas anderes Bild. Aber es gab damals eine Menge Widerstand gegen einen solchen Schritt.” Es hätten Leben gerettet werden können, wenn öffentliche Einrichtungen früher geschlossen worden wären, so Fauci. Ein weiterer, nicht namentlich genannter, Offizieller der Trump-Regierung bestätigte gegenüber dem Sender, ab der dritten Februarwoche hätten Gesundheitsexperten dringend zu Social Distancing geraten.

In den USA ist die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie am zweiten Tag in Folge gesunken. Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore verzeichnete am Sonntagabend (Ortszeit) 1514 Todesfälle innerhalb der vorherigen 24 Stunden. Am Samstag hatte die Universität noch 1920 Corona-Tote gezählt, am Freitag 2108.

Der Gouverneur des besonders hart von der Pandemie betroffenen Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, warnte aber vor vorschneller Erleichterung. Ein “großer Rückgang” in den Totenzahlen sei noch nicht zu beobachten, erklärte er. Im Bundesstaat New York stieg die Gesamtzahl der Todesopfer auf mehr als 9000 an.

Die Gesamtzahl der Todesopfer in den gesamten USA wuchs bis Sonntagabend auf mehr als 22.000 – dies ist die höchste weltweit. Auch bei der Zahl der Infektionsfälle liegen die Vereinten Staaten an der Spitze. Die Johns-Hopkins-Universität gab sie am Sonntagabend mit rund 566.000 an. 

Kramp-Karrenbauer will möglichst einheitliche Corona-Ausstiegsregeln

10.40 Uhr: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer pocht auf ein möglichst einheitliches Vorgehen bei einem schrittweisen Ausstieg aus den harten Corona-Beschränkungen nach den Osterferien. “Es ist wichtig, dass wir möglichst einheitliche Regelungen haben. Alles andere wirft zusätzliche Fragen auf”, sagte Kramp-Karrenbauer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Es gebe auch innerhalb der Ministerpräsidentenkonferenz die feste Vereinbarung, “gemeinsam mit der Bundesregierung ein gutes Gesamtpaket auch vorstellen zu können, mit dem man möglicherweise – das hängt von der Entwicklung der Zahlen über Ostern ab – erste Schritte gehen kann”.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will an diesem Mittwoch (15. April) mit den Ministerpräsidenten in einer Schaltkonferenz die Lage in der Corona-Krise nach den Ostertagen bewerten. Zunächst war offen, ob dabei bereits weitreichende Entscheidungen getroffen werden. In der Bundesregierung wurde dies als wünschenswert bezeichnet, da die Länder bis zur darauf folgenden Schaltrunde mit der Kanzlerin am 19. April Anschlussregeln für ihre vor vier Wochen meist bis zum Ende der Osterferien terminierten allgemeinen Verfügungen erlassen müssten. Vor der Schalte mit den Ministerpräsidenten tagt am Mittwoch (9.30 Uhr) erneut das Corona-Krisenkabinett.

Lesen Sie auch: „Europa hat sich selbst zum Zentrum gemacht“: Arzt kritisiert Umgang mit Corona

Coronavirus: Heinsberger Schüler fordern Absage der schriftlichen Abiprüfungen

Montag, 13. April, 05.31 Uhr: Abiturienten im besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen haben die Landesregierung zur Absage der schriftlichen Prüfungen aufgefordert. In einem offenen Brief und einer Petition sprechen sie sich für ein Durchschnittsabitur oder Prüfungen im kommenden Jahr aus. Würden die Klausuren wie angekündigt ab dem 12. Mai geschrieben, könnte das den Notenschnitt vieler deutlich verschlechtern, argumentieren die Schüler. Bei einem Durchschnittsabitur würden die Noten der vergangenen Halbjahre die Endnote bilden.

Es gehe nicht darum, sich vor den Prüfungen zu drücken, schreiben die Schüler von acht Gymnasien. Aber viele hätten Erkrankte in der Familie, und einige bangten auch um die Arbeitsplätze ihrer Eltern – das bedeute psychischen Druck. Zudem sei der Unterricht seit Mitte Februar entfallen, den Stoff müssten sie sich daher selbst beibringen. An einigen Schulen im Kreis Heinsberg sei auch das Vor-Abitur ausgefallen. “Wir Schüler sind von dem Leid, welches die Corona-Krise mit sich gebracht hat, genauso betroffen wie der Rest der Bevölkerung auch”, heißt es in dem Brief.

Eine separate deutschlandweite Petition für ein Durchschnittsabitur hatten Schüler in Hamburg bereits im März gestartet.

Erdogan nimmt Rücktritt von Innenminister nicht an

23.16 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Rücktritt seines Innenministers abgelehnt. Süleyman Soylu habe seinen Rücktritt eingereicht, der Präsident habe diesen aber nicht befürwortet, teilte das türkische Kommunikationsministerium am Sonntagabend mit. Soylu übe das Amt des Innenministers weiter aus, hieß es.

In der Erklärung wurden zudem Soylus Verdienste hervorgehoben. Unter anderem habe dieser einen entschlossenen Kampf gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK geführt. Durch seine erfolgreichen Dienste habe er die Achtung des Volkes gewonnen.

Soylu hatte zuvor seinen Rücktritt auf Twitter bekanntgegeben und die Verantwortung für eine kurzfristig am Freitagabend verhängte Ausgangssperre wegen der Corona-Krise in 31 Städten übernommen.

Die Kommunikation der Behörden war scharf kritisiert worden, weil die Maßnahme erst zwei Stunden vor Beginn der Frist bekannt wurde und Details der Regelung zunächst unklar waren. Am Freitagabend war es deshalb zu Panikkäufen und Menschenansammlungen in den betroffenen Städten gekommen. Die Ausgangssperre galt nur für 48 Stunden und lief am Sonntag um Mitternacht (Ortszeit) aus.

Corona-Zahlen vom Ostersonntag: 124.239 Infizierte, 2834 Todesfälle

20.35 Uhr: Am Ostersonntag ist die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland auf 124.239 gestiegen. Das sind 2915 mehr als am Vortag. Das macht Mut. Zuletzt hatte es am 22. März (nach Statistik des RKI) weniger als 3000 Neuinfektionen gegeben. In den vergangenen Tag gab es noch deutlich mehr Neuinfektionen. Abzuwarten bleibt dennoch, ob es sich um einen statistischen Sondereffekt aufgrund der Osterfeiertage handelt.

Die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 erhöhte sich auf 2834. Das sind 156 mehr als noch am Samstag.

Türkischer Innenminister tritt nach verunglücktem Ausgehverbot zurück

20.56 Uhr: Nach dem verunglückten Start einer Ausgangssperre ist der türkische Innenminister Süleyman Soylu zurückgetreten. Er übernehme die volle Verantwortung für die am Freitag verhängte Ausgangssperre in mehreren Städten und die Folgen teilte Soylu am Sonntag auf Twitter mit.

Das Innenministerium hatte am späten Freitagabend kurzfristig eine weitgehende Ausgangssperre wegen der Corona-Krise für 48 Stunden in 31 Städten beziehungsweise Provinzen verhängt, darunter in den Metropolen Istanbul, Ankara und Izmir. Die Kommunikation der Behörden war scharf kritisiert worden, weil die Maßnahme erst zwei Stunden vor Beginn der Frist bekannt wurde und Details der Regelung zunächst unklar waren. Am Freitagabend war es deshalb zu Panikkäufen und Menschenansammlungen in den betroffenen Städten gekommen.

Soylu schrieb weiter, er habe das Amt des Innenministers mit stolz ausgeübt und werde dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan immer treu bleiben. Die Ausgangssperre sollte um Mitternacht enden.

Die Türkei hatte vor rund einem Monat ihren ersten Coronavirus-Fall gemeldet. Am stärksten betroffen ist nach offiziellen Angaben Istanbul. Gesundheitsminister Fahrettin Koca teilte am Sonntag via Twitter mit, die Zahl der Infizierten sei auf 56 956 gestiegen. In 24 Stunden seien zudem 97 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer auf 1198. Mehr als 3000 Menschen hätten sich erholt.

Fast 14 400 Corona-Tote in Frankreich – Maßnahmen zeigen aber Wirkung

19.45 Uhr: Weit mehr als 14 000 Menschen sind in Frankreich bisher in Folge von Covid-19 gestorben. Insgesamt seien seit Anfang März 14 393 Menschen in Krankenhäusern sowie Pflege- und Altersheimen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mit. Am vierten Tag in Folge ist die Zahl der Menschen, die auf der Intensivstation behandelt werden, leicht rückläufig. Es habe dort 220 Aufnahmen und 255 Entlassungen gegeben, es gebe also einen kleinen Rückgang von 35. Innerhalb von 24 Stunden sind in Krankenhäusern 315 Menschen gestorben – das sind etwas weniger als am Vortag.

“Diese Daten bestätigen, dass die Epidemie in unserem Land in dynamischer Weise weitergeht und es weiterhin hart trifft”, so das Gesundheitsministerium. Man beobachte den Beginn “eines sehr hohen Plateaus”, müsse aber wachsam bleiben, denn die Krankenhäuser und Intensivstationen versorgten eine sehr hohe Zahl von Patienten. Allerdings zeigten die Eindämmungsmaßnahmen erste Wirkung. “Wir dürfen in unseren Bemühungen nicht nachlassen”, warnte das Ministerium.

Frankreich zählt allein in den Alters- und Pflegeheimen mindestens 5140 Corona-Tote, das ist mehr als ein Drittel aller Todesfälle in dem Land. Den Behörden zufolge sind 24 Prozent der Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen jünger als 60 Jahre alt. Mehr als 27 186 Menschen haben seit Beginn der Epidemie geheilt das Krankenhaus verlassen – dazu müssen Zehntausende hinzugerechnet werden, die ohne Krankenhausaufenthalt wieder gesund geworden sind.

New York geht auf 10 000 Todesfälle zu – aber Patientenzahl steigt weniger stark

18.58 Uhr: Der besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffene US-Bundesstaat New York nähert sich bei weiterhin hohen Todesraten der Grenze von 10 000 Opfern. “758 Menschen haben in den letzten 24 Stunden ihr Leben verloren”, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag bei seiner täglichen Pressekonferenz. Damit liege die Zahl der Todesopfer in dem Staat mit knapp 20 Millionen Einwohnern bei 9385. Das sind etwa die Hälfte der Toten in ganz Italien und knapp 50 Prozent der Opfer in den gesamten Vereinigten Staaten.

Hoffnung machen derweil weiter die sich stabilisierenden Patientenzahlen in Krankenhäusern: Die Zahl der wegen Covid-19 in New Yorker Kliniken untergebrachten Patienten liegt seit Tagen mit nur leichten Steigerungen bei mehr als 18 000. Angesichts von Rufen nach einer schnellen Wiedereröffnung von Wirtschaft und Gesellschaft bremste Cuomo erneut. Dies werde so schnell wie möglich passieren, dürfe aber keine neue Infektionswelle erzeugen. Der Gouverneur betonte, dass noch keine Entscheidung dazu gefallen sei, ob die Schulen bis zu den Sommerferien Ende Juni geschlossen blieben.

Niedrigster Anstieg seit Langem: 430 Corona-Tote am Sonntag in Italien

Ostersonntag, 12. April, 18.25 Uhr: In Italien hat der Zivilschutz am Ostersonntag 431 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. So niedrig war der Anstieg seit längerem nicht gewesen. Insgesamt starben in dem Land seit Februar 19 899 Menschen im Zusammenhang mit der Covid-19-Krankheit, wie die Behörde in Rom mitteilte. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg moderat auf 156 363 Fälle (plus gut 4000).

Dazu erläuterte ein Experte, dass Italien zuletzt auch die Zahl der Abstriche gesteigert habe. Dies spiele hier eine Rolle. Insgesamt gebe es weiter positive Signale. Über 34 000 Menschen gelten inzwischen als wieder gesundet. Der Druck auf die Intensivstationen habe weiter nachgelassen, sagte der Chef des Zivilschutzes, Angelo Borrelli, bei seiner täglichen Pressekonferenz.

In der norditalienischen Lombardei äußerten sich die Verantwortlichen am Sonntag dennoch weiterhin besorgt: Die Lage sei noch immer nicht stabil, hieß es. In der Lombardei war die aktuelle Virus-Welle im Februar erstmals aufgefallen. Dort gibt es in Italien mit Abstand die größte Zahl der Opfer – nämlich gut 10 600 – und der Infizierten im Vergleich zu anderen Regionen.

In Italien gilt ein strenges Maßnahmenpaket im Kampf gegen die Corona-Krise mit Ausgangsverboten und Betriebsschließungen noch bis zum 3. Mai.

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