Coronavirus: Ermittler decken Millionenbetrug mit Atemmasken auf – NRW betroffen

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Das Coronavirus breitet sich in Deutschland aus: 1577 Menschen sind bereits gestorben, 98.945 sind mit Covid-19 infiziert. Weltweit wurden bereits mehr als eine Million Fälle registriert. Mittlerweile verzeichnen die USA die meisten Corona-Fälle weltweit. Alle Informationen zur Corona-Krise finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

731 neue Tote in New York – 20 Prozent der Polizisten krankgemeldet

Topmeldung (17.59 Uhr): Die Zahl der neuen Todesopfer in der Corona-Krise hat im Bundesstaat New York von Montag auf Dienstag einen weiteren Höchststand erreicht. In der Zeit seien 731 coronainfizierte Menschen gestorben, sagte Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. Insgesamt lag die Zahl der Toten in dem besonders heftig getroffenen Bundesstaat damit bei etwa 5.500. In den Vortagen waren jeweils um die 600 Patienten gestorben. Insgesamt liegt die Zahl der positiv getesteten New Yorker bei über 138.000. Cuomo bekräftige erneut, dass der Höhepunkt der Krise in New York scheinbar erreicht sei. Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten sei zuletzt nicht mehr stark angestiegen.

Auch die New Yorker Polizei ist von der Corona-Pandemie schwer betroffen. Mindestens zwölf Mitarbeiter seien bereits in Zusammenhang mit mutmaßlichen Coronavirus-Infektionen gestorben, berichtete der Nachrichtensender CNN. Mehr als 2.000 weitere Mitarbeiter seien mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Fast 7.000 Polizeibeamte hätten sich aus den unterschiedlichsten Gründen krankgemeldet und könnten derzeit nicht zum Dienst erscheinen, das seien rund 20 Prozent der uniformierten Einsatzkräfte des NYPD. Bürgermeister Bill de Blasio betonte allerdings, die Situation bessere sich allmählich. Immer mehr Polizisten würden sich nach überstandenen Krankheiten zurück zum Dienst melden. Es gebe derzeit keine Überlegungen, Aushilfs-Einsatzkräfte anzufordern. „Wir haben die Situation mit dem sehr großen Kader, den das NYPD hat, im Griff.“

Der Bürgermeister kündigte an, die drastischen Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus bis Ende April zu verlängern. Schulen und nicht dringend benötigte Geschäfte würden bis zum 29. April geschlossen bleiben.

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Schwerkranke Corona-Patienten dürfen nicht zugelassenes Mittel testen

Topmeldung (16.44 Uhr): Besonders schwer erkrankte Corona-Patienten dürfen künftig mit dem noch nicht zugelassenen Wirkstoff Remdesivir behandelt werden, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Das hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn genehmigt, wie ein Sprecher am Dienstag bestätigte. Der Wirkstoff wurde von einem US-Pharmaunternehmen ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt. Es gebe erste Anzeichen für eine Wirksamkeit auch gegen das Coronavirus, hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA vergangenen Freitag festgestellt und einen Einsatz des Mittel für Schwerkranke ohne Behandlungsalternative (“Compassionate use”) empfohlen. Dem folgte die deutsche Behörde.

Aktuell ließen sich zu einer Wirksamkeit aber keine Aussagen machen, betonte ein Sprecher der deutschen Arzneimittelbehörde. Es gebe nur Anzeichen. “Die Ergebnisse laufender klinischer Prüfungen bleiben abzuwarten.” Bundesweit seien im März drei klinische Prüfverfahren für den Wirkstoff als Mittel gegen die Corona-Infektion genehmigt worden, sagte der Sprecher. Wie lange sie dauern würden, lasse sich nicht prognostizieren. Der sofortige Einsatz als nicht zugelassener Wirkstoff an Patienten sei streng reglementiert. In Frage kämen nur Patientengruppen, für die es sonst keine Therapiealternative mehr gebe. Die Kosten bei solchen sogenannten Härtefallprogrammen trägt der Hersteller. Die behandelnden Ärzte oder Kliniken wenden sich in solchen Fällen direkt an den Hersteller.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 98.945, 1577 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 20.029 (427 Todesfälle)
  • Bayern: 25.355 (444 Todesfälle)
  • Berlin: 3862 (28 Todesfälle)
  • Brandenburg: 1511 (31 Todesfälle)
  • Bremen: 395 (9 Todesfälle)
  • Hamburg: 3088 (18 Todesfälle)
  • Hessen: 4668 (64 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 531 (8 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 6218 (108 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 20.814 (297 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 3917 (33 Todesfälle)
  • Saarland: 1605 (30 Todesfälle)
  • Sachsen: 3097 (35 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 989 (12 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 1678 (20 Todesfälle)
  • Thüringen: 1188 (13 Todesfälle)

Gesamt (Stand 06.04., 20.23 Uhr): 98.945 (1577 Tote)

Stand vom Vortag: 05.04., 20.10 Uhr: 95.940 (1449 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

 

Gemeldete Coronavirusfälle in Deutschland (klicken Sie auf Ihr Bundesland) test mit gesamt

 
 

Mehr Informationen im News-Ticker:

Ausreiseverbot für chinesische Millionenstadt Wuhan beendet

19.31 Uhr: In der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan ist das wegen der Corona-Pandemie verhängte Ausreiseverbot ausgelaufen. Mit dem Ende der Maßnahme in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit, 18.00 Uhr MESZ) strömten tausende Menschen zu den Zügen am Bahnhof, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Es ist das erste Mal seit dem 23. Januar, dass die Bewohner Wuhan verlassen dürfen.

Aus der Millionenstadt waren Ende Dezember die weltweit ersten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet worden. Die Hauptstadt der Provinz Hubei wurde wegen der Ausbreitung des Erregers als erste chinesische Stadt komplett abgeriegelt, später folgte fast die gesamte Provinz. 

Inzwischen hat sich die Lage entspannt, und seit Ende März beendeten die chinesischen Behörden schrittweise die Abschottungsmaßnahmen. Für Wuhan galt allerdings zunächst weiter ein Ausreiseverbot. 

NRW orderte zehn Millionen Atemmasken: Bayrische Ermittler decken Millionenbetrug auf

19.07 Uhr: Ein international angelegter, millionenschwerer Betrug mit nicht existierenden Atemschutzmasken ist von Ermittlern aus Bayern aufgedeckt worden. Geschädigte seien zwei Vertriebsfirmen mit Sitzen in Hamburg und Zürich, teilte die Staatsanwaltschaft Traunstein am Dienstag mit. Sie sollten rund zehn Millionen Masken für knapp 15 Millionen Euro an das Land Nordrhein-Westfalen liefern. Der Geschäftsführer der beiden Unternehmen kommt aus dem oberbayerischen Traunstein.

Die Firmen hatten laut Mitteilung schon eine Anzahlung von rund 2,4 Millionen Euro an die vermeintlichen Lieferfirmen geleistet, nach geschickten Täuschungsmanövern der Täter. Als die Masken nicht wie geplant ankamen, habe der Geschäftsführer am 30. März Anzeige erstattet. Offenbar noch rechtzeitig: Mehr als zwei Millionen des überwiesenen Geldes seien inzwischen auf Konten im Ausland entdeckt und eingefroren worden, berichtete die Staatsanwaltschaft. Auch Nordrhein-Westfalen hatte schon bezahlt – rund 14,7 Millionen Euro an das Schweizer Vertriebsunternehmen. Davon seien 12,3 Millionen Euro schon wieder zurückbezahlt worden.

Der Geschäftsführer hatte laut Mitteilung Mitte März von den Betrügern Angebote für die Schutzmasken erhalten. Die Landesregierung in Düsseldorf hatte großes Interesse und orderte rund zehn Millionen Stück. Über mehrere europäische Zwischenhändler sollte die Ware in den Niederlanden übergeben werden. Rund 52 Lieferfahrzeuge standen den Ermittlern zufolge schon bereit, um die dringend benötigten Schutzmasken aus den Niederlanden nach Nordrhein-Westfalen zu bringen, ab der Grenze in Deutschland sogar mit Polizeieskorte.

Derzeit laufen noch Ermittlungen in mehreren Ländern. Die Täter hätten die Identität einer Firma im europäischen Ausland gekapert, berichtete die Staatsanwaltschaft. Nähere Angaben machte sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. In Traunstein ist eine Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft zur Verfolgung der grenzüberschreitenden Kriminalität befasst, das sogenannte Traunsteiner Modell. Auch Beamte der Kriminalpolizei sowie Ermittlungsbehörden in mehreren europäischen Ländern sind im Einsatz.

Von der Leyen verschiebt Bekanntgabe von Exit-Strategie auf Bitten einiger EU-Länder

17.07 Uhr: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will eine gemeinsame europäische Strategie zur schrittweisen Lockerung der Beschränkungen in der Corona-Krise vorschlagen. Ziel sei ein koordiniertes und einheitliches Vorgehen in der Europäischen Union, sagte ihr Sprecher Eric Mamer am Dienstag.

Die ursprünglich bereits für diesen Mittwoch angekündigte Veröffentlichung der Strategie wurde allerdings am Dienstagnachmittag verschoben. Aus Kreisen der EU-Kommission hieß es, Hintergrund seien Bitten aus einigen Mitgliedsstaaten, die nicht zu früh ein Signal der möglichen Lockerung der Beschränkungen setzen wollten. Die Strategie der Kommission sei fertig, werde aber erst nach Ostern veröffentlicht.

 

Einige Länder hatten erste Maßnahmen zur Lockerung angekündigt, darunter Österreich und Dänemark. Mamer sagte, diese Maßnahmen habe man noch nicht bis ins Letzte analysiert. Doch hätten sie den Ansatz, schrittweise vorzugehen, der auch beim Konzept der EU-Kommission eine wichtige Rolle spielen werde. Gut sei, dass die Staaten nicht nur die Kommission, sondern auch die übrigen EU-Länder vorab informiert hätten, sagte Mamer. “Wir halten es für sehr wichtig, dass das in koordinierter Art und Weise passiert.”

Gericht bestätigt Gottesdienstverbot wegen Corona-Pandemie

16.55 Uhr: Der Kasseler Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat den Eilantrag eines Christen gegen das Gottesdienstverbot in der Corona-Krise abgelehnt. Dabei handele es sich zwar um eine in der jüngeren Vergangenheit beispiellose Einschränkung der Religionsfreiheit, erklärte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Diese massiven Eingriffe seien aber durch gesetzliche Grundlagen getragen und zur Erreichung eines legitimen Ziels, der befristeten Verhinderung weiterer Infektionen und der Gewährleistung einer möglichst umfassenden Versorgung von Covid-19-Patienten. Der Beschluss ist unanfechtbar. (Aktenzeichen: 8 B 892/20.N)

Das Land Hessen hatte am 17. März Schritte beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Die Regierung untersagte dabei Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Einrichtungen anderer Glaubensgemeinschaften. Dagegen hatte ein Mitglied der römisch-katholischen Kirche geklagt: Das Grundrecht der Religionsfreiheit dürfe nicht eingeschränkt werden und das Verbot sei unverhältnismäßig.

Laut den Kasseler Richter ist ein Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zumindest momentan nicht festzustellen. Auch der Einwand des Klägers, die Freiheit der Religionsausübung sei nicht durch Gesetz oder Verordnung einschränkbar, greife nicht. Dieses Grundrecht finde seine Grenzen dort, wo dies zum Schutz der Grundrechte Dritter oder anderer mit Verfassungsrang ausgestatteter Rechtswerte notwendig sei. Dies sei hier in Bezug auf Leben und Gesundheit anderer Menschen der Fall.

Corona-Todesfälle: Schweden meldet starken Anstieg

15.53 Uhr: In Schweden hat sich die Zahl der Corona-Toten binnen eines Tages um mehr als hundert erhöht. Nach Angaben der schwedischen Gesundheitsbehörde vom Dienstag starben in dem skandinavischen Land inzwischen 591 Menschen an dem neuartigen Coronavirus. Die 114 neuen Todesfälle seien jedoch nicht alle in den zurückliegenden 24 Stunden registriert worden, einige seien mit Verzögerung gemeldet worden. Insgesamt infizierten sich in Schweden nach Angaben der Behörden bislang 7.693 Menschen mit dem Erreger. In den vergangenen Tagen sei ein leichter Rückgang bei den neu registrieren Infektionsfällen festgestellt worden, sagte der Epidemiologe Anders Tegnell. Es sei aber noch zu früh zu sagen, ob der Höchststand bereits erreicht sei.

 

Die schwedische Regierung verfolgt in der Pandemie bisher eine andere Strategie als die meisten anderen europäischen Staaten. In dem Land mit rund zehn Millionen Einwohnern gibt es keine Ausgangsbeschränkungen; Grundschulen, Restaurants und Bars blieben geöffnet. Die Regierung rief die Menschen lediglich dazu auf, Abstand zu halten und nach Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten. Zudem gilt ein Versammlungsverbot für mehr als 50 Menschen sowie ein Besuchsverbot in Pflegeheimen. Inzwischen strebt die Regierung aber erweiterte Befugnisse im Kampf gegen das Virus an.

42 Bewohner in Altenheim in Niedersachsen mit Coronavirus infiziert – zwei verstorben

15.29 Uhr: In einem Altenheim im niedersächsischen Bramsche bei Osnabrück sind 42 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert worden. 16 von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden, zwei sind inzwischen gestorben, wie der Landkreis Osnabrück am Dienstag mitteilte. Bei sieben der 91 Mitarbeiter war ein Test positiv. Der Gesundheitsdienst habe inzwischen strenge Auflagen für die Einrichtung erlassen. So wurde angeordnet, dass die infizierten Bewohner, die Kontaktpersonen und die gesunden Bewohner voneinander getrennt betreut werden müssen.

Am Mittwoch vergangener Woche hatte das Heim gemeldet, dass ein Bewohner mit dem Coronavirus infiziert sei. Laut Landkreis hatte es dabei angegeben, umfangreiche Maßnahmen zur Hygiene und Isolation in der Wohngruppe umzusetzen. Am Samstag habe der Kreis allerdings einen Hinweis erhalten, dass es in dem Heim bereits mehr als 20 Menschen mit erhöhter Temperatur gebe und die hygienischen Zustände unzureichend seien. Eine Kontrolle bestätigte die Hinweise, woraufhin von den Bewohnern Abstriche gemacht und ins Labor geschickt wurden.

Inzwischen überwache der Landkreis, ob die verhängten Auflagen auch beachtet werden. Das Personal werde geschult. Eine Evakuierung des Heimes sei im Moment nicht sinnvoll, hieß es.

Boris Johnson „stabil“, aber nach wie vor auf der Intensivstation

14.15 Uhr: Nachdem der britische Premierminister am gestrigen Abend auf die Intensivstation verlegt wurde, hat ein Sprecher von Boris Johnson am Dienstagmittag neue Informationen über dessen Gesundheitszustand bekanntgegeben. Sein Zustand habe stabilisiert.

Johnson musste demnach bislang nicht an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden. Dem Premierminister werde zwar Sauerstoff zugeführt, aber er “atmet selbstständig ohne jegliche Unterstützung”. Die Ärzte konnten auch eine Lungenentzündung ausschließen, berichtete sein Sprecher.

Singapur galt als Corona-Vorzeigeland – doch jetzt droht die zweite Welle

13.59 Uhr: Lange galt Singapur als Maßstab für gutes Corona-Krisenmanagement. Der Stadtstaat vermelde stets geringe Infektionszahlen – dank entschlossener und frühzeitiger Maßnahmen galt er als Vorbild für vielen andere Länder. Nun wächst aber die Sorge vor einer zweiten Virus-Welle.

Mittlerweile stoßen die Maßnahmen des Landes – Grenzschließungen, Nachverfolgung der Infizierungskette – an ihre Grenzen. Mittlerweile meldet die Johns-Hopkins-Universität 1375 Infizierte und sechs Todesfälle. Bis Ende Februar hatte Singapur nur etwa 100 Infektionen. In den vergangenen Tag wuchs die Zahl nun deutlich, um etwas mehr als 50, am Sonntag sogar um 120 neue Fälle. Nun wurden zwei Unterkünfte mit insgesamt 20.000 Wanderarbeitern unter Quarantäne gestellt, Schulen und nicht lebensnotwendige Geschäfte geschlossen. Ministerpräsident Lee rief die Bürger dazu auf, zu Hause zu bleiben. Auch er befürchtet eine weitere Verschlechterung der Lage.

Corona-Krise: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther geht von schrittweiser Lockerung nach Ostern aus

13.48 Uhr: Der Schleswig-Holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther geht von einer schrittweisen Lockerung der Corona-Auflagen nach Ostern aus. „Wir beginnen also demnächst eine Phase, wo wir aller Voraussicht nach gewisse gesellschaftliche Dinge wieder ermöglichen“, sagt Günther in einem Interview mit der Wochenzeitung „Zeit“. „Die Schließung etwa von Restaurants und Cafés war auch deshalb nötig, weil der Abstand nicht eingehalten wurde – anfangs war auch nicht das Bewusstsein für die notwendigen Verhaltensregeln vorhanden. Das ist jetzt anders. Da, wo es räumlich möglich ist, den Abstand zu wahren, kann man Regelungen auch wieder lockern.“

Als entscheidendes Datum nennt Günther den 14. April. An diesem Tag kommen die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen, um über eine mögliche Aufhebung der Verhaltensregeln zu beraten. „In Schleswig-Holstein wird kurz danach schon Abitur geschrieben“, so Günther. „Wir müssen den Menschen eine klare Perspektive aufzeigen.“

Paris verbietet tagsüber Sport im Freien

12.50 Uhr: Die Stadt Paris verschärft die ohnehin strengen Ausgangsbeschränkungen weiter und verbietet Sport an der frischen Luft zwischen 10 und 19 Uhr. Die neue Regelung gelte ab Mittwoch, teilten Bürgermeisterin Anne Hidalgo und die Polizeipräfektur am Dienstag mit. Sport sei weiterhin zwischen 19 Uhr und 10 Uhr erlaubt, wenn der Andrang auf den Straßen am geringsten sei. Paris hatte bereits vor drei Wochen alle Parks und Grünflächen geschlossen und Sportlerinnen und Sportler so auf die Fußgängerwege gedrängt. Außerdem sind Spaziergänge und Sport im ganzen Land auch nur noch im Radius von einem Kilometer zur Wohnung und eine Stunde am Tag erlaubt.

Jean-François Delfraissy, der Leiter des wissenschaftlichen Rates, bemängelte, dass sich am Wochenende bei schönem Wetter zahlreiche Menschen in der Hauptstadt nicht an die Ausgangsbeschränkungen gehalten hätten. Er bezeichnete das im Interview des Senders BFMTV als “eine Form des kollektiven Suizids”. Seiner Auffassung nach sollten die Ausgangsbeschränkungen noch bis mindestens Anfang Mai beibehalten werden. Die Regelungen gelten in Frankreich seit gut drei Wochen. Das Haus zu verlassen, ist nur erlaubt, wenn es absolut notwendig ist.

Japans Regierungschef ruft Notstand für Tokio wegen Coronavirus aus

12.39 Uhr: Japans Regierungschef Shinzo Abe hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand für Tokio und sechs andere Provinzen ausgerufen. Die Maßnahme tritt am Mittwoch in Kraft und gilt bis zum 6. Mai für Tokio, die drei Nachbarprovinzen Chiba, Kanagawa und Saitma sowie Osaka, Hyogo und Fukuoka. Damit dürfen die Behörden die Bürger anweisen, in ihren Häusern zu bleiben, sowie die Schließung von Schulen und anderen Einrichtungen verordnen. Eine harte Abschottung wie in Italien oder Frankreich ist das aber nicht. Bürger können bei Missachtung weder belangt werden, noch können Firmen gezwungen werden, zu schließen. Doch dürften die Aufrufe der Behörden psychologischen Druck auf das Volk ausüben, sie zu befolgen.

Kritischer Tweet zur Corona-Krise: Erdogan zeigt Promi-Moderator an

12.27 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den prominenten Moderator Fatih Portakal wegen Kritik am Umgang der Regierung mit der Corona-Krise angezeigt. Erdogans Anwalt Ahmet Özel habe wegen “völlig falscher und manipulativer Aussagen” in den sozialen Medien die Eröffnung eines Verfahrens gegen Portakal beantragt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Erdogan werfe dem Moderator Präsidentenbeleidigung vor.

Hintergrund der Anzeige ist nach Angaben von Anadolu ein Tweet des Moderators von Montagabend, in dem er ironisch eine zuvor von Erdogan gehaltene Rede kommentiert. Portakal deutete mit dem Tweet an, dass Erdogan wegen der Corona-Krise bald auch noch an die Ersparnisse der Bürger auf den Banken wolle, nachdem er sie schon zu Spenden aufgerufen hatte. Die Bankenaufsichtsbehörde BDDK erklärte, sie habe ebenfalls eine Beschwerde gegen Portakal eingereicht, weil dieser mit seinen Aussagen das Ansehen der Bank beschädige.

Erdogan hatte vergangene Woche an seine Landsleute appelliert, wegen der Corona-Krise für wirtschaftlich Benachteiligte zu spenden. Erdogans Anwalt Özel betonte laut Anadolu, dass die Spenden freiwillig seien. Im März hatte Erdogan ein Wirtschaftspaket von umgerechnet rund 14 Milliarden Euro vorgestellt, mit dem unter anderem Firmen Unterstützung erhalten, deren Existenz durch die Corona-Krise bedroht ist.

Portakal moderiert die Nachrichten des Senders Fox TV. Bereits in der Vergangenheit hatte Erdogan scharf auf die regierungskritischen Äußerungen des Moderators reagiert.

14-Jähriger will Freundin besuchen und landet in Polizeigewahrsam

12.07 Uhr: Trotz Ausgangsbeschränkungen hat ein 14-Jähriger seine Freundin besuchen wollen – und ist von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Der Jugendliche erzählte den Polizisten am Würzburger Hauptbahnhof, dass er mit dem Zug aus Schweinfurt gekommen sei und den Bus verpasst habe, mit dem er zu seiner Tante weiterfahren wollte, teilte die Polizei am Montag mit. Dies stellte sich jedoch als Ausrede heraus und der Jugendliche wurde in der Nacht auf Samstag in Gewahrsam genommen.

Später in der Nacht wurde der 14-Jährige von seiner Mutter abgeholt. Weder sie noch die Eltern seiner 15-jährigen Freundin wussten den Angaben zufolge von dem geplanten Besuch. Gegen den Jungen wird wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ermittelt.

Wegen hoher Todesrate: Frankreich startet große Corona-Testaktion in Altenheimen

11.45 Uhr: Frankreich will die Bewohner von Altenheimen flächendeckend auf das neuartige Coronavirus testen lassen. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte umfassende Tests ab diesem Dienstag an. Grund ist die hohe Todesrate: In französischen Altenheimen und Pflegeeinrichtungen starben nach offiziellen Angaben schon mehr als 2400 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Das ist knapp ein Viertel der insgesamt 8911 Toten im Land.

Gesundheitsminister Véran sagte, alle Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen sollten “ab dem Auftreten des ersten bestätigten Falls” von Covid-19 in ihrer Einrichtung getestet werden. Damit könnten Kranke isoliert und eine Ansteckung weiterer Bewohner verhindert werden.

Der französische Verband der Altenheim-Betreiber hatte zuvor gewarnt, im Fall einer ungebremsten Ausbreitung des Coronavirus sei in den Einrichtungen mit “mehr als 100.000 Todesfällen zu rechnen”.

“Letzten Tage waren bedrückend”: Kritik an Schwedens Corona-Strategie

10.21 Uhr: Schweden verfolgt in der Pandemie eine andere Strategie als die meisten anderen europäischen Staaten. Es gibt keine Ausgangsbeschränkungen; Schulen, Restaurants und Sportstätten sind nach wie vor geöffnet. Die Regierung rief die Menschen lediglich dazu auf, Abstand zu ihren Mitmenschen zu halten und nach Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten. Bisher weist das Land aber relativ niedrige Infektionszahlen auf: Bis Montag erkrankten nach offiziellen Angaben 7206 Menschen am Coronavirus, 477 starben.

Die Kritik am schwedischen Sonderweg wird jedoch immer lauter. Eine Krankenschwester von der Uni-Klinik Uppsala postete etwa einen Hilferuf auf Social Media – der seitdem viel Beachtung findet, der Beitrag wurde bereits über 40.000 Mal geteilt. In dem Beitrag, den sie auf Facebook veröffentlichte, beklagt Anne Rosendahl die plötzliche Zunahme von Corona-Patienten und die damit verbundene Anstrengung. „Die letzten Tage waren erdrückend, jetzt strömen die Patienten mit Covid-19 wirklich zu uns, und sie sind krank, sehr schwer krank. Von denen, die wir derzeit betreuen, ist die Hälfte jünger als 50 Jahre. Und nicht jeder hat Vorerkrankungen.“ Dazu veröffentlichte sie ein Foto von sich, das die Erschöpfung durch die Strapazen der letzten Stunden deutlich macht. „Wir befinden uns in einer beispiellosen Situation.“

Rosendahl schrieb auch von den personellen Anstrengungen, die die Corona-Lage in ihrem Krankenhaus verursacht. Kollegen würden Ferien und Elternurlaub absagen, aus dem Ruhestand zurückkommen, Überstunden machen und von anderen Abteilungen auf die Intensivstation wechseln. „Mitarbeiter aus anderen Kliniken kommen zu uns.“ Abschließend richtete sie noch einen Appell an ihre Mitbürger, sich „an die bestehenden Regeln zu halten“. Das Verhalten von heute werde sich darauf auswirken, „wie es in zwei Wochen in meinem Job zugeht“.

Die schwedische Regierung strebt im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie inzwischen vorübergehend mehr Befugnisse an. “Wir sehen die Notwendigkeit, schnell handeln zu können, wenn die Situation dies erfordert. Letztendlich geht es darum, Menschenleben zu schützen”, erklärte Gesundheitsministerin Lena Hallengren am Montag. Bei der Opposition rief ein entsprechender Gesetzesentwurf Kritik hervor.

Durch die neue Regelung könnte die Regierung ohne Zustimmung des Parlaments öffentliche Versammlungen weiter einschränken und Geschäfte schließen lassen. Die zusätzlichen Befugnisse würden zunächst nur für drei Monate gelten. Das Parlament muss dem Gesetzesentwurf noch zustimmen.

Der Chef der Konservativen, Ulf Kristersson, erkannte an, dass es einen Bedarf nach schnellem Handeln in Krisenzeiten gebe. Allerdings müssten auch Krisen-Maßnahmen “demokratisch legitimiert” sein, betonte er.

Mit Coronavirus infiziert: Britischer Premierminister Johnson auf Intensivstation verlegt

09.52 Uhr: Der mit dem Coronavirus infizierte britische Premierminister Boris Johnson ist auf die Intensivstation verlegt worden. Das erklärte eine Sprecherin am Montagabend. „Im Verlauf des Nachmittags hat sich der Zustand des Premierministers verschlechtert“, sagte die Sprecherin. „Auf den Rat seiner Mediziner hin wurde er auf die Intensivstation des Krankenhauses verlegt.“ Britischen Medien zufolge sei Johnson noch bei Bewusstsein, benötige aber womöglich bald ein Beatmungsgerät. Trotzdem soll er vier Liter Sauerstoff benötigt haben. Das schreibt die “Times” und beruft sich auf das Krankenhaus. Normalerweise benötigen Patienten auf der Intensivstation wohl 15 Liter, so die Zeitung. Das weise daraufhin, dass es Johnson besser gehe, als Intensivpatienten normalerweise.

Johnson hatte sich am Sonntagabend ins Krankenhaus begeben, nachdem er „anhaltende Symptome“ verspürt hatte. Es handle sich um eine „Vorsichtsmaßnahme“, betonte seine Sprecherin am Sonntag. Der britische Premierminister war am 25. März positiv auf das Coronavirus getestet worden. Außenminister und Vize-Premier Dominic Raab soll vorerst die Amtsgeschäfte übernehmen.

Noch Anfang März hatte der Premierminister damit geprahlt, dass er Menschen in einem Krankenhaus, darunter Covid-19-Patienten, die Hände geschüttelt habe. Das werde er auch weiterhin tun, sagte er damals.

Nachdem Johnson von seiner Infektion erfuhr, arbeitete er zunächst isoliert im Regierungssitz in der Downing Street weiter. In seinen Videobotschaften zur Pandemie gab er sich optimistisch, er wirkte aber bereits angeschlagen und hatte auch deutlich an Gewicht verloren. Am Sonntag musste er dann in die Klinik gebracht werden.

Die britische Regierung steht im Kampf gegen die Pandemie unter erheblichem Druck: Durch einen Schlingerkurs verlor sie wertvolle Zeit, um den Ausbruch einzudämmen. Im chronisch unterfinanzierten Gesundheitsdienst NHS (National Health Serice) gibt es zudem nicht genügend Tests, Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräte. Erste Kliniken meldeten britischen Medien zufolge sogar einen Mangel an Sauerstoff für die Beatmung der Lungenkranken.

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