Coronavirus-News: Rückkehr zur Normalität? Spahn will Plan bis Ostern haben

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Corona-Krise in Deutschland: 156 Menschen sind bereits gestorben, 32.888 sind mit dem Coronavirus infiziert. Weltweit wurden bereits mehr als 300.000 Fälle registriert. Das öffentliche Leben kommt zunehmend zum Erliegen. Alle Informationen zum Coronavirus finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Corona-Krise: Spahn will bis Ostern einen Plan für öffentliches Leben haben

Topmeldung (14.12 Uhr): Nicht nur die Bürger sehnen sich nach Rückkehr zur Normalität. Auch in der Bundesregierung werden Überlegungen angestellt, wie lange eine Kontaktsperre, wie sie derzeit wegen der Corona-Epidemie gilt, in einer freiheitlichen Gesellschaft durchhaltbar ist. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich im Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ überzeugt, man werde dabei nicht „um die digitale Nachverfolgung von Kontakten, also um das Handy-Tracking“ herumkommen. „Wir sehen,“ so Spahn, „dass es einem demokratischen Staat wie Südkorea gelungen ist, mit diesem Verfahren das Virus zu bekämpfen und trotzdem das öffentliche Leben weitgehend aufrechtzuerhalten.“

Bis Ostern will Spahn ein entsprechendes Gesamtkonzept erarbeiten. Dazu werde auch gehören, die Älteren „möglicherweise über mehrere Monate zu bitten, ihre Kontakte stark einzuschränken und im Zweifel zuhause zu bleiben.“

Nach erneutem Anstieg der Infizierten-Zahlen schaltet Putin das Militär ein

Topmeldung (13.41 Uhr): Russlands Präsident Wladimir Putin will sich am Mittwoch in einer Fernsehansprache zur Coronavirus-Pandemie äußern. Diese “Notwendigkeit” habe sich nach einem mehrstündigen Treffen zur Coronavirus-Krise am Dienstag ergeben, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Putin werde die Arbeit an seinem Redemanuskript “bald” beenden und dann seine Ansprache halten.

Russland mobilisiert nach einem Bericht der “BBC” im Kampf gegen das Virus sein Militär. Präsident Wladimir Putin habe für die kommenden Tage Übungen angeordnet, damit man bereit sei, gegen das Virus zu kämpfen.

Putin hält außer seinen Neujahrsansprachen nur selten Fernsehansprachen. In seiner letzten Fernsehansprache im August 2018 ging es um die unbeliebte Rentenreform.

Russland, das 144 Millionen Einwohner hat, hat bislang 658 Coronavirus-Fälle gemeldet. Am Dienstag hatte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin aber eingeräumt, dass in Russland wohl deutlich mehr Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert seien. Seinen Angaben zufolge haben die Behörden kein “klares Bild” vom Ausmaß der Krise, weil nur wenig getestet wird.

Sobjanin, ein enger Vertrauter Putins, leitet Russlands Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Pandemie. Für die Hauptstadt Moskau hatte er zuletzt strenge Maßnahmen verordnet: Er schloss Schulen und Freizeitstätten und verbot Versammlungen. Ab Donnerstag müssen alle Menschen über 65 Jahren in ihren Wohnungen bleiben.

Von Putin forderte Sobjanin ähnliche Maßnahmen für ganz Russland. Zuletzt hatte der russische Präsident mehrfach betont, die Lage im Land sei unter Kontrolle.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 32.888, 170 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder (Stand: 25.03.2020, 14.02 Uhr).

Baden-Württemberg: 6043 (41 Todesfälle)

Bayern: 6362 (31 Todesfälle)

Berlin: 1425 (3 Todesfälle)

Brandenburg: 443 (1 Todesfall)

Bremen: 183 (1 Todesfall)

Hamburg: 1237 (1 Todesfall)

Hessen: 1617 (5 Todesfälle)

Mecklenburg-Vorpommern: 219 (keine Todesfälle)

Niedersachsen: 2071 (7 Todesfälle)

Nordrhein-Westfalen: 9087 (61 Todesfälle), Landkreis Heinsberg besonders betroffen

Rheinland-Pfalz: 1480 (5 Todesfälle)

Saarland: 433 (3 Todesfälle)

Sachsen: 1018 (5 Todesfälle)

Sachsen-Anhalt: 377 (1 Todesfall)

Schleswig-Holstein: 544 (4 Todesfälle)

Thüringen: 349 (1 Todesfall)

Gesamt (Stand: 24.03, 21.03 Uhr): 32.888 (156 Todesfälle)

Stand vom Vortag (23.03., 20.14 Uhr): 28.981 (120 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien)

Lesen Sie dazu: Rätsel um die Corona-Toten: Warum in Deutschland weniger Infizierte sterben

Mehr Meldungen im News-Ticker:

Hamburg startet neuen Test im Kampf gegen Corona am Freitag

13.11 Uhr: In Hamburg soll von Freitag an ein neuer Antikörper-Test gegen das Coronavirus zum Einsatz kommen. „Damit kann man überstandene Infektionen nachweisen“, sagt Marylyn Addo, Leiterin der Infektiologie am Universitätsklinikum Eppendorf, der „Zeit“. „So wird unterscheidbar, wer durch die kursierenden Erreger noch in Gefahr und wer schon immun ist.“ Der Test wurde vom UKE zusammen mit einer Pharmafirma entwickelt. Der Vorteil: Wer nachweisbar Antikörper gegen das Coronavirus gebildet hat und somit immun ist, kann nach derzeitigem Wissensstand sorglos anderen Menschen helfen. „Wir machen den Antikörper-Nachweis hier auch, wahrscheinlich ab Freitag“, sagt Thomas Fenner, Chef des Labors „Dr. Fenner und Kollegen“. Es ist das älteste Medizinlabor Hamburgs.

Unterdessen arbeiten die Wissenschaftler – auch am Hamburger UKE – mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Wann es einen Impfstoff geben wird, ist bislang unklar. Im Juni könnte es in Deutschland aber offenbar zumindest erste Tests an Menschen geben, wie Infektologin Addo vom Hamburger UKE der „Bild“-Zeitung sagte. Auch Experten wie Klaus Cichutek vom Paul-Ehrlich-Institut, der deutschen Zulassungsbehörde für Impfstoffe, rechnen mit ersten klinischen Prüfungen noch 2020.

Am UKE werden derzeit Impfstoffstudien vorbereitet, so Infektologin Addo. „Diese werden wahrscheinlich erst in der zweiten Jahreshälfte starten“, sage sie dem Blatt. „Wenn alles sehr gut verläuft, könnte ein Impfstoff im nächsten Jahr auf den Markt kommen.“ Das US-Unternehmen Moderna testet bereits seit letzter Woche einen Impfstoff an Freiwilligen.

Prinz Charles positiv auf Coronavirus getestet

11.52 Uhr: Der britische Thronfolger Prinz Charles ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das teilte der Palast am Mittwoch in London mit. Er habe nur milde Symptome und sei ansonsten bei guter Gesundheit, hieß es weiter. Mit seinen 71 Jahren gehört Prinz Charles jedoch bereits zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko durch die Lungenkrankheit Covid-19.

Prinz Charles (71) positiv auf Coronavirus getestet

 

Seine Frau, Herzogin Camilla (72), sei ebenfalls getestet worden, bei ihr wurde aber den Angaben zufolge keine Infektion festgestellt. Das Paar sei nun in häuslicher Isolation auf Schloss Balmoral in Schottland. Wo sich der Prince of Wales das Virus eingefangen haben könnte, war zunächst unklar. Charles habe in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von Terminen wahrgenommen. Er arbeite nun von zuhause aus, hieß es in der Mitteilung.

Ob auch Königin Elizabeth II. (93) und ihr Mann, Prinz Philip (98), getestet wurden, war zunächst unklar. Die beiden hatten sich bereits in der vergangenen Woche nach Schloss Windsor, westlich von London, zurückgezogen. Sie gelten wegen ihres hohen Alters als besonders gefährdet.

Charles und Camilla hatten noch vor wenigen Wochen über das Coronavirus gescherzt. “Ich bin in Selbstisolation”, sagte Herzogin Camilla, als sie bei einem Besuch des Londoner Verkehrsmuseums (London Transport Museum) Anfang März einen Ein-Personen-Bunker betrat.

Spanien verzeichnet mehr Todesopfer als China

11.51 Uhr: Spanien verzeichnet nun mehr Corona-Todesopfer als China. Das teilte die Regierung mit. Die Lage in dem Land ist angespannt. Mehrere Hotels werden bereits seit Tagen genutzt, um Hunderte Covid-19-Patienten aufzunehmen und Krankenhäuser der Millionenstadt zu entlasten. Die Region Madrid ist das Epizentrum der Krise in Spanien. Nach Angaben der Johns Hopkins University sind in Spanien mehr als 3400 Menschen am Coronavirus gestorben.

„Wird unser Land nicht lange überstehen“: Oberbürgermeister warnt vor Folgen des Shutdowns

11.45 Uhr: Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Einschränkungen gewarnt. „Ich befürchte, lange wird unser Land einen nahezu vollständigen Shutdown nicht überstehen“, schrieb er in einem Gastbeitrag der „Rheinischen Post“.

Schon jetzt gebe es erste Insolvenzen, die „vollmundig angekündigten großzügigen staatlichen Rettungsschirme“ würden mangels staatlicher Einnahmen auf Dauer wohl nicht durchzuhalten sein, sagte Geisel. Hinzu komme wegen der Kontaktverbote bereits eine „signifikante Zunahme“ von Inobhutnahmen und Betretungsverboten wegen häuslicher Gewalt. Die Schließungen von Schulen und Universitäten brächten das solidarische Miteinander der Generationen in Gefahr. Es sei zu befürchten, dass junge Menschen zunehmend gegen die Maßnahme rebellierten, weil sie sich von den Gefahren der Infektion nicht selbst betroffen fühlten.

Bewohner einer Behinderteneinrichtung an Corona-Folgen gestorben

10.49 Uhr: Ein 78-jähriger Bewohner einer Einrichtung für geistig Behinderte in Koblenz ist an den Folgen einer Corona-Ansteckung gestorben. In dem Wohnhaus der Caritas und einer Schwestereinrichtung im nahen Weißenthurm zeichnet sich nach Angaben des Wohlfahrtverbands Caritas “eine dramatische Situation ab”: In beiden Gebäuden gebe es jeweils mehrere Corona-Infektionen bei Bewohnern und Mitarbeitern. Ein Sprecher der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz und damit des zuständigen Gesundheitsamtes sagte am Mittwoch, der 78-jährige Mann mit geistiger Behinderung sei am Dienstag gestorben.

Die Koblenzer Caritasdirektorin Martina Best-Liesenfeld zeigte sich laut Mitteilung vom Dienstag “tief erschüttert”. Das Gesundheitsamt habe für das Wohnhaus Eulenhorst mit dem Todesfall und in der weiteren Caritas-Einrichtung St. Franziskus in Weißenthurm eine Quarantäne angeordnet. “Positiv getestete Bewohner verbleiben bei stabilem Gesundheitszustand im Haus. Alle Bewohner mit Symptomen werden vorerst so gut wie möglich isoliert”, erklärte die Caritas. Besucher seien verboten, Mitarbeiter dürften nur noch ohne weitere Kontakte zwischen ihrem Zuhause und den Einrichtungen pendeln.

Da die geistig behinderten Bewohner der beiden Häuser tagsüber wegen der Corona-Pandemie nicht mehr eine Werkstatt oder Tagesförderstätte besuchen könnten, ist nun laut Caritas mit mehr Personalaufwand eine Betreuung rund um die Uhr in den Wohngebäuden nötig. Der Wohlfahrtsverband rief Freiwillige mit und ohne Vorkenntnisse auf, bei der Betreuung zu helfen.

USA: Teenager stirbt an Coronavirus

9.36 Uhr: In den USA sorgt der erste bekannt gewordene Todesfall eines minderjährigen Menschen durch den neuartigen Coronavirus für Alarm. Der verstorbene Teenager aus Lancaster nördlich von Los Angeles sei bei “guter Gesundheit” gewesen, bevor er sich mit dem Virus infiziert habe, sagte am Dienstag der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti. Zum Geschlecht und genauen Alter des oder der verstorbenen Minderjährigen machten die Behörden keine Angaben.

Garcetti und andere Behördenvertreter appellierten an die jungen Menschen in Kalifornien, die geltenden Ausgangsbeschränkungen ernst zu nehmen. “Dies kann auch Euch treffen”, sagte Garcetti über das Coronavirus. Der Erreger mache “bei Alter, Rasse oder Einkommensniveau keinen Unterschied”, sagte die oberste Gesundheitsbeamte von Los Angeles, Barbara Ferrer.

Kalifornien ist einer der am härtesten von der Pandemie getroffenen US-Bundesstaaten. Für den gesamten Westküstenstaat gilt seit vergangener Woche eine Ausgangssperre. Im Großraum der Millionenmetropole Los Angeles stieg die Zahl der Corona-Infizierten zuletzt deutlich an. Es gab dort bis Dienstag mindestens 662 bestätigte Fälle und elf Todesopfer der Pandemie.

RKI empfiehlt nun Corona-Tests für nahezu jeden

08.25 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt nun Corona-Tests für nahezu jeden. Die Wissenschaftler sprechen sich dafür aus, künftig Ärzte, Pflegekräfte und andere Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen grundsätzlich zu testen, wenn sie akute Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen. Auch Risikopatienten sollten unabhängig der Schwere ihrer Erkrankung getestet werden. Gleiches gelte sogar auch für Personen „ohne bekannte Risikogruppen“ – sofern eine „hinreichende Testkapazität“ gegeben sei. Das RKI hat eine sogenannte „Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte“ dementsprechend angepasst. Ein Kontakt zu Covid-19-Patienten oder ein Aufenthalt in einem „Risikogebiet“ ist demzufolge ab sofort nicht mehr ausschlaggebend dafür, ob eine Person getestet wird oder nicht. Auch die Schwere der Symptomatik ist unerheblich.

Aus den Laboren kam am Dienstag Kritik an einer zu „breiten Testung“. Laborkapazitäten sollten nicht unnötig ausgereizt werden. Der Vorsitzende des Berufsverbands Akkreditierte Labore in der Medizin Michael Müller sagte einem Bericht der „Ärztezeitung“ zufolge: „Nur, wenn wir als Ärzte in dieser Phase solidarisch alle Ressourcen angemessen einsetzen, kommen wir gut durch die Pandemie.“

Das RKI hatte am Dienstag zudem die Falldefinition angepasst: Es wird demnach jetzt auch als Coronavirus-Fall gezählt, wenn jemand Kontaktperson eines bestätigten Falls ist und Symptome zeigt. Diese Fälle sind in der Meldung der Krankenhäuser inbegriffen.

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Corona-Krise: Regierung stuft New York nun als Hochrisikogebiet ein

08.15 Uhr: Die Metropole New York entwickelt sich zunehmend zum Brandherd in der Coronakrise in den USA: US-Vizepräsident Mike Pence sagte am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus, inzwischen kämen 60 Prozent aller neuen Fälle in den USA aus dem Großraum New York. Die Infektionsrate in der Ostküstenmetropole liege bei eins zu eintausend – rund fünf bis zehn Mal höher als in dem ebenfalls schwer betroffenen Bundesstaat Washington an der Westküste der USA. Pence rief New Yorker, die die Stadt verlassen haben, dazu auf, sich in eine 14-tägige Selbstquarantäne zu begeben. “Wir müssen den Großraum New York City als Hochrisikogebiet betrachten.”

Weitere Meldungen zum Coronavirus finden Sie auf den nächsten Seiten.

 

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