Coronavirus: RKI setzt Risiko auf “hoch” – kein Ibuprofen bei Corona-Verdacht

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Das Coronavirus breitet sich weiter aus – das öffentliche Leben kommt mehr und mehr zum Erliegen. In Deutschland gibt es derzeit 19 Todesfälle und mehr als 6900 bestätigte Corona-Infizierte. Weltweit sind es bereits fast 175.000 Infizierte. Alle Informationen zum Coronavirus-Ausbruch finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Die Krisenmanager: Jetzt sprechen Spahn und Söder zur aktuellen Corona-Lage

Topmeldung (12.08 Uhr): Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war heute zu Gast im bayerischen Kabinett. Jetzt berichten er und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) über die aktuelle Lage. “Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber es gibt Anlass zur Sorge”, beginnt Söder. Es handele sich um einen Charaktertest für die Gesellschaft, sagt der CSU-Chef. Er erinnert die Bevölkerung noch einmal daran, dass keine Notwendigkeit zu Hamsterkäufen bestehe.

Der bereits ausgerufene Katastrophenfall werde ergänzt um Katastrophenstab in der Staatskanzlei, sagt Söder. “Wir stellen 400 Leute in den Gesundheitsbehörden an.” Die Personen sollen aus anderen Verwaltungen kommen. Dies sei wichtig, um Entlastungen für die Gesundheitsämter zu schaffen.

“Wir versuchen Maß und Mitte zu finden”, so Söder. Die Politik richte sich nach den medizinischen Empfehlungen. “Machen Sie alle mit. Lassen Sie uns unterhaken. Achten Sie darauf, wo Sie hingehen und was Sie tun.” Söder weiter: “Ostern und die Osterferien werden in Bayern verbracht – am besten daheim. Bayern soll durch diese Krise durchkommen. Dafür steht die ganze Staatsregierung parat.”

Spahn lobt das „vorausschauende Handeln“ in Bayern. „Ich nehme eine große Bereitschaft wahr, einander zu helfen“, sagt Spahn. Es gehe darum, jetzt zu verzichten, um gemeinsam durch diese schwere Zeit zu kommen. „Schenken Sie dem Verkäufer, der Verkäuferin im Supermarkt, in der Drogerie einfach mal ein Lächeln oder dem Logistikfahrer einen freundlichen Wink. Und schenken Sie all denjenigen, die unter starkem Stress arbeiten, Ihre Mithilfe.“

WHO: Bei Coronavirusverdacht ohne ärztlichen Rat kein Ibuprofen

Topmeldung (11.59 Uhr): Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Menschen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen. Es gebe zwar keine neuen Studien, aus denen hervorgehe, dass Ibuprofen mit höher Sterblichkeit verbunden sei, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Dienstag in Genf. Aber die Experten prüften die Lage zur Zeit. “Wir raten, im Verdachtsfall Paracetamol und nicht Ibuprofen einzunehmen”, sagte Lindmeier. Dies beziehe sich ausschließlich auf die Einnahme ohne ärztlichen Rat, betonte er.

Der französische Gesundheitsminister hatte am Wochenende mit einem Tweet, in dem er vor Entzündungshemmern wie Ibuprofen warnte, Aufsehen erregt. Der nationale Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon hatte sich ähnlich geäußert und von der Einnahme sogenannter nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) abgeraten. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen neben Ibuprofen auch Acetylsalicylsäure (ASS; Aspirin) und Diclofenac. Es gibt einen Beitrag im Fachjournal “Lancet“, in dem eine mögliche unerwünschte Wirkung von Ibuprofen erwähnt wird. Die Fallzahl der Studie ist aber äußerst gering.

In Frankreich steht Ibuprofen seit 15. Januar nicht mehr frei vorne in der Apotheke, sondern nur noch hinter dem Schalter. Die Apotheker verkaufen es weitgehend ohne Rezept. Damit soll jedoch eine entsprechende Beratung sichergestellt sein.

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) schloss am Wochenende nicht aus, dass insbesondere ASS, aber auch Ibuprofen, bei der Lungenerkrankung Covid-19 nicht hilfreich sein könnten. “Ibuprofen hemmt die Blutgerinnung, das wäre ein möglicher Hinweis”, erläutert der Virologe. Damit steige das Risiko für innere Blutungen. “Bei Paracetamol ist das nicht der Fall.”

RKI stuft die Gefahr des Coronavirus für Bevölkerung ab heute als hoch ein

Topmeldung (10.12 Uhr): Das Robert-Koch-Institut hat die Gefahr des Coronavirus für die Bevölkerung aktuell als hoch eingestuft. “Hintergrund sind die steigenden Fallzahlen und die Alarmsignale aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst”, sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstag. Auch Universitätskliniken hätten zunehmend Schwierigkeiten mit der steigenden Zahl an Fällen. “Wir müssen alles dafür tun, die Infektionsketten zu durchbrechen”, so RKI-Chef Wieler. “Wir müssen davon ausgehen, dass die Infektionszahlen sehr viel höher sind, als uns übermittelt.”

Jede Person, die isoliert werde, verlangsame die Verbreitung des Virus, betont Wieler nochmals. Der RKI-Chef appelliert an die Landräte: “Sie müssen frühzeitig erkennen, wenn Sie Hilfe brauchen. Sie müssen frühzeitig den Ernst der Lage erkennen. Auch die Kliniken, die noch nicht so stark betroffen sind, müssen sich jetzt darauf vorbereiten, die Kapazität an Intensivbetten hochzufahren. Wir erwarten das von allen Hospitälern.”

Altmaier: Coronakrise dürfte bis Ende Mai andauern

Topmeldung (10.44 Uhr): Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier geht davon aus, dass die Coronakrise bis Ende Mai andauert. Er erwarte, “dass wir sicherlich den ganzen Monat April und den ganzen Monat Mai mit den Folgen zu tun haben”, sagte Altmaier am Dienstag in der RTL/ntv-Sendung “Frühstart”. Es werde in dieser Zeit noch eine “erhebliche Zahl von Neuinfektionen” geben. “Deshalb würde ich niemandem raten, darauf zu setzen, dass das in acht Tagen wieder vorbei ist.” 

Japan und Südkorea hätten bemerkenswerte Erfolge im Kampf gegen das Virus erzielt, merkte der CDU-Minister an. Das zeige, dass man diese Krise in den Griff bekommen könne, “aber das ist auch eine Geduldsfrage”.

Gelder, Kredite und Bürgschaften müssten jetzt schnell und praxisorientiert bereitgestellt werden, sagte Altmaier weiter. “Wir haben nicht Wochen, wir haben Tage, damit das alles steht.” Er hoffe und erwarte auch, “dass alle ihren Beitrag leisten, dass wir so schnell wie möglich Geld auch überweisen können”. 

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen weltweit – Deutschland holt Tausende Touristen zurück

Topmeldung (9.10 Uhr): Wegen der Corona-Krise hat die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Das sagte Außenminister Heiko Maas am Dienstag in Berlin. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten.

“Das Coronavirus erfordert einschneidende Maßnahmen”, erklärt der Bundesaußenminister und betont, dass jeder seinen Beitrag leisten müsse.

“Wir werden alles dafür tun, um den Tausenden Touristen in den nächsten Tagen die Rückkehr aus dem Ausland zu ermöglichen”, so Maas weiter. Man müsse davon ausgehen, dass der internationale Flugverkehr in Zukunft stark eingeschränkt sein werde. Vor allem aus den besonders betroffenen Gebieten Marokko, den Philippinen, der Dominikanischen Republik, Ägypten und den Malediven wolle man die Deutschen so schnell wie möglich zurückholen.

In Marokko gebe es außergewöhnlich viele deutsche Touristen, so der Außenminister. Deshalb bedeutet das, dass man dort besonderen Aufwand betreiben müsse. Bis zu 50 Millionen Euro sollen insgesamt für die Rückholaktionen der Deutschen im Ausland zur Verfügung gestellt werden. Maas sprach von einer “Luftbrücke” für im Ausland gestrandete deutsche Touristen.

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Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 6931

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

Baden-Württemberg: 1105 (3 Todesfälle) 

Bayern: 1067 (5 Todesfälle) 

Berlin: 283  

Brandenburg: 94  

Bremen: 56 

Hamburg: 260 (1 Todesfall)

Hessen: 342

Mecklenburg-Vorpommern: 51 

Niedersachsen: 391 

Nordrhein-Westfalen: 2493 (10 Todesfälle/Landkreis Heinsberg besonders betroffen) 

Rheinland-Pfalz: 297 

Saarland: 85 

Sachsen: 152

Sachsen-Anhalt: 77

Schleswig-Holstein: 123 

Thüringen: 55 

Gesamt: 6931 (19 Tote, mindestens 59 Geheilte) 

Gesamt: Vortag 5665 

Quelle: Landesgesundheitsministerien (Stand 16.03., 18.20 Uhr)

 

 
 

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Wichtige Telefonnummern bei Coronavirus-Verdacht

Die Regierung empfiehlt: Bei Covid-19-Symptomen ist es besser anzurufen, statt im Wartezimmer zu sitzen.

Alles Weitere zum Ausbruch des Coronavirus lesen Sie hier im Ticker von FOCUS Online

Zahl der Corona-Toten steigt in NRW auf zehn

11.19 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Todesfälle ist in Nordrhein-Westfalen auf zehn gestiegen. Zwei ältere vorerkrankte Menschen starben in Aachen und Eschweiler, wie Stadt und Städteregion Aachen am Dienstag mitteilten. Ein etwa 80 Jahre alter Mann aus Aachen sei mehrfach vorerkrankt gewesen. Er starb am Montagabend in einem Aachener Krankenhaus.

Ein über 80 Jahre alter Mann aus Würselen war demnach ebenfalls vorerkrankt. Er starb in einem Eschweiler Krankenhaus. Es sind die ersten Todesfälle in Stadt und Städteregion Aachen. Hier gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums 175 nachgewiesene Infektionen. Die Region liegt damit hinter Heinsberg und Köln im oberen Bereich.

Corona-Krise: Einzelhandel fordert “sofort Direktzahlungen” vom Staat

8.49 Uhr: Der Einzelhandel schlägt angesichts der bevorstehenden Schließungen von Geschäften Alarm. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert von der Bundesregierung “sofort Direktzahlungen”, um eine Welle von Insolvenzen abzuwenden, wie HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” vom Dienstag sagte. “Alle Kosten laufen ja weitestgehend weiter, die Löhne, die teuren Mieten, Rechnungen müssen bezahlt werden.”

Die Zahlungen des Staats müssten einerseits an große Kaufhausketten fließen. “Wir brauchen aber auch eine breite Unterstützung des Mittelstands”, sagte Genth. Konkret forderte er rasche und praktikable Bürgschaften der staatlichen Förderbank KfW ohne Eigenbeteiligungen der Händler.

Sollte der Shutdown sich über zwei Monate hinziehen, werde der Einzelhandel in Deutschland dies nicht überstehen, warnte Genth. Mit jedem Tag Schließung verliere der Handel im No-Food-Bereich, zu dem etwa Textilien, Möbel, Unterhaltungselektronik und Parfümerien zählen, 1,15 Milliarden Euro. In der Woche summiere sich der Verlust auf sieben Milliarden Euro.

Nur ein neuer Fall in Wuhan

7.39 Uhr: In der chinesischen Stadt Wuhan, wo das Virus Ende 2019 zuerst ausbrach, gibt es einen Hoffnungsschimmer. Drei Monate nach dem ersten Nachweis des Virus wurde dort den Behörden zufolge am Montag nur ein neuer Infektionsfall verzeichnet. Insgesamt habe es in China an diesem Tag 21 neue Fälle von Covid-19 gegeben. Das berichtet “Welt” unter Berufung auf chinesische Gesundheitsbehörden.

Die chinesische Metropole stellt jeden Rückkehrer aus Übersee 14 Tage zentral unter Quarantäne. Die Kosten tragen die jeweiligen Personen selbst. Derweil wurden die Reisebeschränkungen in der Provinz Hubei, in der Wuhan liegt, gelockert. Arbeiter können zum Teil wieder in lange geschlossene Fabriken zurückkehren.

Corona-Krise: Qantas reduziert internationale Flüge um 90 Prozent

07.10 Uhr: Die australische Fluggesellschaft Qantas und ihr Billigflieger Jetstar werden wegen der Coronavirus-Pandemie ihre internationalen Flüge um 90 Prozent reduzieren. Das gilt bis mindestens Ende Mai. Damit reagiert das Unternehmen auf die sinkende Nachfrage. Wie Qantas am Dienstag erklärte, spiegelt der Schritt hauptsächlich, welche Folgen die drastischen Quarantäne-Anforderungen für die Möglichkeit haben, in die Ferne zu reisen. Auch Inlandsflüge werden reduziert – um etwa 60 Prozent. 150 Flugzeuge blieben am Boden.

Auch andere Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa, hatten zuvor angekündigt, ihre Flüge deutlich zurückzufahren. Weltweit gelten in vielen Ländern Reisebeschränkungen. Am Sonntag hatte die australische Regierung verkündet, dass sich alle Reisende nach ihrer Ankunft 14 Tage in heimische Quarantäne begeben müssen.

Deutsche Kliniken rechnen schon bald mit drastischem Anstieg der Corona-Patienten

Dienstag, 17.03., 06.14 Uhr: Die deutschen Krankenhäuser erwarten, dass die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken in den nächsten Tagen drastisch steigen wird. Sollte es bis Ende der Woche 20.000 bestätigte Infektionsfälle in Deutschland geben, sei damit zu rechnen, dass davon bis zu 1500 Patienten in den Krankenhäusern behandelt werden müssten, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In Deutschland gibt es derzeit 6931 Infizierte.

Dies wäre nach seinen Angaben eine Verdreifachung der Zahl der derzeit in den Klinken behandelten Corona-Patienten. Die Krankenhäuser seien aber auf einen solchen Anstieg der Corona-Krankenzahlen vorbereitet, betonte Gaß. “Das würde sie nicht überfordern.”

Der DKG-Präsident sagte, es gehe angesichts der Pandemie jetzt darum, die Kapazitäten der Intensivstationen “von Tag zu Tag auszudehnen”. In zwei oder drei Monaten sei es möglich, die Zahl der Intensivbetten von derzeit 28.000 auf rund 34.000 aufzustocken. Auch die Zahl der Beatmungsgeräte von derzeit 20.000 Stück müsse erhöht werden.

“Steigt die Zahl der behandlungsbedürftigen Corona-Kranken weiter an, wird im Extremfall in den nächsten Monaten die Hälfte der Patienten auf den Intensivstationen aus Corona-Patienten bestehen”, sagte Gaß. 

Söder: Brauchen im Kampf gegen Corona mehr Tempo in Deutschland

22.48 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert im Kampf gegen das Coronavirus ein noch schnelleres und entschlosseneres Handeln von Bund und Ländern. “Ich glaube, wir brauchen auch ein Stück mehr Tempo in der deutschen Politik”, sagte Söder am Montagabend im ZDF. “Die Herausforderung ist größer als gedacht. Wir können nicht endlos darüber debattieren, wir müssen entscheiden.” Es gebe in den Ländern “den einen oder anderen, den muss man noch überzeugen”. Er sei aber froh, dass am Ende doch alles klappe “und dass wir jetzt im Gleichklang sind”, sagte der CSU-Chef.

Ausgangssperren wie in einigen anderen europäischen Ländern schloss Söder erneut nicht aus. “Ich kann Ihnen keine Garantie abgeben, was in einer Woche ist”, sagte er, betonte aber: “Wir handeln immer angemessen, wir handeln immer nach Empfehlung der Virologen.” Grundsätzlich sagte Söder: “Ich möchte, dass wir keinen Tag zögern, wenn wir die Empfehlung bekommen, jetzt zu handeln.”

San Francisco verhängt Ausgangssperre

22.11 Uhr: Die US-Westküstenmetropole verhängt wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine Ausgangssperre. Die Bürgermeisterin der Stadt, London Breed, kündigte am Montag auf Twitter an, ab Mitternacht Ortszeit (Dienstag 08.00 Uhr MEZ) seien die Bewohner San Franciscos aufgefordert, zu Hause zu bleiben, “außer für grundlegende Bedürfnisse”. Notwendige Regierungsstellen und wesentliche Geschäfte blieben geöffnet, betonte sie. Der Schritt basiere auf dem Rat von Gesundheitsexperten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. “Das Wichtigste ist, so viel wie möglich zu Hause zu bleiben”, mahnte Breed. Es sei nicht nötig, umherzueilen, um Lebensmittel zu besorgen. Diese Läden blieben geöffnet.

Merkel: “Wir kommen schneller durch die Phase, je besser sich jeder Einzelne an die Regeln hält”

20.45 Uhr: Mit drastischen Einschränkungen wollen Bund und Länder die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland bremsen. “Das sind Maßnahmen, die es so in unserem Lande noch nicht gegeben hat”, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montagabend in Berlin. Es gehe darum, soziale Kontakte zu verringern. Das wirtschaftliche Leben, die Energieversorgung und die medizinische Versorgung sollten aufrecht erhalten werden, sagte Merkel. Das Gesundheitssystem solle nicht überfordert werden. Bund und Länder beschlossen einen insgesamt anderthalbseitigen Handlungskatalog, den Merkel komplett vorlas (einen Überblick finden Sie im Tickereintrag von 17.55 Uhr weiter unten).

Die Umsetzung der nun beschlossenen Maßnahmen obliege den Ländern und Kommunen. “Natürlich wird es Kontrollen geben”, betonte die Kanzlerin, die nüchtern und gefasst auftrat. Sie hoffe, “dass es ein gewisses Einsehen der Menschen gibt”, sagte Merkel. Es sei beispielsweise sinnlos eine Schule zu schließen, wenn sich die gleichen Schüler dann woanders treffen. “Wir kommen desto schneller durch diese Phase hindurch, je mehr sich jeder einzelne an diese Auflagen und an diese Regelungen hält.”

Eine Vielzahl von Geschäften soll geschlossen, Gottesdienste sowie Treffen in Vereinen verboten und Spielplätze gesperrt werden, wie aus dem Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder hervorgeht. Die Maßnahmen sollen ab sofort gelten.

Frankreich verhängt Ausgangssperre – EU schließt laut Macron alle Außengrenzen

20.19 Uhr: Im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus schränkt Frankreich die Bewegungsfreiheit seiner Bürger stark ein. Die Menschen dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um einzukaufen oder zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen, sagte Staatschef Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache. “Wir sind im Krieg”, sagte er.

Die Europäische Union wird nach Angaben von Macrons ab Dienstagmittag ihre gesamten Außengrenzen schließen. Diese Maßnahme solle für 30 Tage gelten, sagte der Präsident am Montagabend in einer Fernsehansprache. “Alle Reisen zwischen nicht-europäischen Ländern und der Europäischen Union werden für 30 Tage ausgesetzt.”

Frankreich verschiebt zudem die zweite Runde der Kommunalwahlen. Er habe sich mit den Präsidenten des Senats und der Nationalversammlung aber auch mit seinen Vorgängern darüber verständigt, sagte Staatschef Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache. Macron erklärte außerdem, dass alle laufenden Reformen auf Eis gelegt seien, darunter die umstrittene Rentenreform.

Die erste Runde der Wahlen hatte am vergangenen Sonntag stattgefunden. Danach hatte es in der französischen Öffentlichkeit deutliche Kritik gegeben, dass vor dem Hintergrund der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Krise im ganzen Land gewählt wurde.

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