Coronavirus: Über 500.000 Infizierte in den USA – Millionen Briten droht Hunger

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Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus: In Deutschland sind bereits 2523 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben, 117.787 sind derzeit mit dem Virus infiziert. Weltweit wurden bereits mehr als eine Million Corona-Fälle registriert. Mittlerweile verzeichnen die USA die meisten Fälle weltweit. Alle Informationen zur Corona-Krise finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

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Coronavirus zwingt Millionen Briten zum Hungern

Topmeldung (11.08 Uhr): In Großbritannien zwingen die Folgen des Coronavirus möglicherweise Millionen Briten zum Hungern. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der gemeinnützigen Gesundheitsorganisation Food Foundation und des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

Demnach gaben drei Prozent der Befragten an, sie hätten seit Beginn der Corona-Krise mindestens einen Tag lang komplett auf Essen verzichten müssen – weil sie kein Einkommen mehr hatten, die Regale im Supermarkt leergekauft waren oder weil sie nicht das Haus verlassen durften. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung Großbritanniens entspräche das 1,5 Millionen Menschen. 14 Prozent der Befragten erklärten, mindestens eine Person in ihrem Haushalt habe seit Beginn der Krise schon auf Essen verzichtet oder Portionen reduziert.  

Die Umfrage wurde nach Angaben der Food Foundation von Dienstag bis Donnerstag mit 4300 repräsentativ ausgewählten Personen in England, Schottland und Wales durchgeführt. Die Zahlen decken sich mit britischen Medienberichten, wonach die Essensausgaben und Tafeln des Vereinigten Königreiches derzeit einen zusätzlichen Ansturm von Hilfsbedürftigen erleben. „Die Essensausgaben in unserem Netzwerk erleben einen Anstieg in der Kundenfrequenz von 300 Prozent, verglichen mit derselben Zeit im letzten Jahr“, sagte eine Koordinatorin der Wohlfahrtsorganisation Independent Food Aid Network dem britischen „Guardian“. „Aber es gibt immer noch Schwierigkeiten, genügend Essen heranzuschaffen.“ Die Situation gerate „außer Kontrolle“.

Die Krise sei zu groß, um sie den Tafeln und den Kommunen zu überlassen, erklärte Anna Taylor, Direktorin der Food Foundation, in einer Pressemitteilung. „Jetzt braucht es rasche und wesentliche Investitionen der Zentralregierung, die den Familien, die sich kein Essen leisten können, auf direktem Wege Geld zukommen lassen muss.“

Insgesamt starben in Großbritannien bislang fast 9000 Menschen den Folgen einer Coronavirus-Infektion. Am Freitag meldeten die Behörden 980 neue Todesfälle. Dies war der bislang höchste Anstieg der Corona-Toten binnen eines Tages. Der britische Premierminister Boris Johnson, selbst mit dem Virus infiziert, war zeitweise auf die Intensivstation verlegt worden.

3D-Modell zeigt: Erreger können noch minutenlang in der Luft nachgewiesen werden

Juncker: „Dass Deutschland seine Grenzen geschlossen hat, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack“

Topmeldung (09.20 Uhr): Der ehemalige EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat Deutschland wegen der in der Corona-Krise verhängten Einreisebeschränkungen an der Grenze zu Luxemburg kritisiert. „Dass Deutschland seine Grenzen zu einem Land wie dem meinen einfach geschlossen hat, zu Luxemburg, wohin 200.000 Deutsche jeden Tag zur Arbeit pendeln, das hat einen sehr bitteren Nachgeschmack hinterlassen“, sagte Juncker der „Welt“ (Samstag) und weiteren europäischen Zeitungen.

Deutschland kontrolliert wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März an den Grenzen zu Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz. Bis auf wenige Ausnahmen dürfen nur noch Deutsche, Ausländer mit Wohnort und Aufenthaltsberechtigung in Deutschland, Berufspendler und Lastwagenfahrer, die wichtige Güter ins Land bringen, einreisen – außerdem EU-Bürger, die auf dem Weg in ihre Heimat Deutschland durchqueren müssen.

Juncker äußerte sein Unverständnis darüber, dass „Staaten, die vor 25 Jahren das erste Schengener Abkommen unterzeichnet haben, über Nacht auf die Idee kommen, dass eine simple Grenzschließung reicht, um einer so großen Herausforderung zu begegnen“. Der frühere Kommissionspräsident forderte dem Bericht zufolge, der Gesundheitsschutz – speziell bei Epidemien – müsse künftig in die Zuständigkeit der EU fallen.

Die EU-Kommission brauche hier wie in anderen Bereichen das Initiativrecht. „Ich weiß, dass dies eine Änderung der EU-Verträge nötig macht“, sagte Juncker. „Aber es ist angesichts der jüngsten Erfahrungen offensichtlich.“

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 117.787, 2523 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 23.478 (614 Tote)
  • Bayern: 30.862 (721 Todesfälle)
  • Berlin: 4446 (46 Tote)
  • Brandenburg: 1867 (48 Todesfälle)
  • Bremen: 451 (13 Todesfälle) (Stand 09.04.)
  • Hamburg: 3642 (38 Todesfälle)
  • Hessen: 5677 (112 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 600 (11 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 7411 (171 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 24.499 (502 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 4592 (60 Todesfälle)
  • Saarland: 2072 (42 Todesfälle)
  • Sachsen: 3601 (64 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1137 (18 Tote)
  • Schleswig-Holstein: 2032 (39 Todesfälle)
  • Thüringen: 1420 (24 Todesfälle)

Gesamt: 10.04., 21.17 Uhr: 117.787 (2523 Todesfälle)

Stand vom Vortag: 09.04, 19.48 Uhr: 112.348 (2292 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

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Gemeldete Coronavirusfälle in Deutschland (klicken Sie auf Ihr Bundesland)

 
 

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Mehr Informationen im News-Ticker:

Rassistische Attacken auf Afrikaner in China: „Ich schlafe seit vier Tagen unter einer Brücke“

14.42 Uhr: Zwangsräumungen, willkürliche Anordnungen zur häuslichen Isolation und Massen-Infektionstests: Die afrikanische Gemeinschaft in China beklagt, dass sie in der Corona-Krise zum Ziel von Rassismus und Diskriminierung durch Bewohner und Behörden geworden ist. Afrikaner in der südchinesischen Metropole Guangzhou berichteten der Nachrichtenagentur AFP, dass sie unter dem Generalverdacht stünden, mit dem Coronavirus infiziert zu sein – und trotz negativer Tests zum Verlassen ihrer Wohnungen gezwungen würden. 

In China gibt es nach offiziellen Angaben kaum noch neue Infektionsfälle mit dem Erreger Sars-Cov-2, fast alle neu registrierten Fälle werden von den Behörden als von Ausländern eingeschleppt angegeben. In Guangzhou nahmen die rassistischen Attacken gegen Afrikaner zu, nachdem die Lokalregierung kürzlich erklärt hatte, dass mindestens acht Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, sich zuvor im als „Little Africa“ bekannten Stadtteil Yuexiu von Guangzhou aufgehalten hätten.

Nach offiziellen Angaben gibt es in Guangzhou 114 „importierte“ Coronavirus-Fälle. Bei 16 Infizierten handelt es sich demnach um Afrikaner, die anderen seien aus dem Ausland zurückgekehrte Chinesen. Mehrere Betroffene sagten der AFP, sie seien wegen des Verdachts auf eine Corona-Infektion von den Behörden gezwungen worden, ihre Wohnungen zu verlassen. Von Hotels seien sie abgewiesen worden.

„Ich schlafe seit vier Tagen unter einer Brücke“, sagte der aus Uganda stammende Student Tony Mathias, der nach eigenen Angaben am Montag von Polizisten aus seiner Wohnung vertrieben wurde. Zu essen habe er nichts. „Ich kann nirgendwo Lebensmittel kaufen, kein Geschäft oder Restaurant bedient mich“, sagte der 24-Jährige. Er fühle sich „wie ein Bettler auf der Straße“.

Die Polizisten, die seine Wohnung geräumt hätten, hätten ihm nicht gesagt, ob er sich testen lassen oder in Quarantäne gehen solle, sagte Mathias. Sie hätten ihm lediglich gesagt, er solle „in eine andere Stadt gehen“. Eine Anfrage von AFP zu dem Fall wollte die Polizei in Guangzhou nicht beantworten.

Auch in chinesischen Online-Diensten kursierten zuletzt vermehrt rassistische Kommentare, in denen Afrikaner attackiert wurden. Internetnutzer aus Guangzhou forderten etwa die Abschiebung aller Afrikaner aus der Stadt. Vor rund einer Woche hatte das US-Außenministerium eine Reisewarnung speziell an schwarze US-Bürger sowie solche mit Kontakten zu Afrikanern für Guangzhou herausgegeben.

Das chinesische Außenministerium räumte vergangene Woche ein, dass es „Missverständnisse“ mit der afrikanischen Gemeinschaft gegeben habe. Ein Sprecher versicherte: „Ich möchte betonen, dass die chinesische Regierung alle Ausländer in China gleich behandelt.“

Berlin: Mann nach Spuck-Attacke gefasst

14.26 Uhr: Ein 43-Jähriger soll in Berlin-Tiergarten eine Frau angespuckt haben, als diese ihn wegen einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus mit ausgestrecktem Arm auf Distanz halten wollte. Nach kurzer Flucht sei es gelungen, den Tatverdächtigen auf der Straße des 17. Juni festzunehmen, teilte die Polizei am Samstag mit.

Die 22 Jahre alte Frau gab demzufolge an, sie habe Angst, durch die Spuck-Attacke am Freitagnachmittag infiziert worden zu sein. Nach Feststellung der Personalien kam der 43-Jährige vorerst wieder frei. Laut Polizei wird gegen ihn wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt.

Über 70.000 Corona-Infektionen im Iran gemeldet

13.45 Uhr: Im Iran haben sich nach Angaben der Behörden inzwischen mehr als 70.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Binnen 24 Stunden wurden 1837 Neuinfektionen gemeldet, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Kianusch Dschahanpur, in Teheran mitteilte. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen stieg demnach auf 70.029. Zugleich wurden nach seinen Angaben 125 neue Corona-Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Toten durch eine Coronavirus-Infektion stieg den Behörden zufolge damit auf 4357.

Der Iran ist eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder weltweit. Das Land hatte seinen ersten Fall am 19. Februar gemeldet. Seither stiegen die Zahlen steil an. Allerdings gehen ausländische Experten von einer noch deutlich höheren Zahl von Infektionen und Todesfällen in dem Land aus.

Die Führung in Teheran schloss bisher Schulen und Universitäten sowie Kinos und schiitische Pilgerstätten. Auch gibt es ein Verbot von Reisen zwischen den Städten des Landes. Allerdings sollen bestimmte Geschäfte, für die ein “geringes Risiko” angegeben wird, wieder öffnen dürfen. Dadurch soll die ohnehin notleidende Wirtschaft wieder etwas gestärkt werden.

Linke will 200 Euro „Pandemiezuschlag“ für Hartz-IV-Empfänger

13.25 Uhr: Die Linke im Bundestag fordert angesichts der Corona-Krise staatliche Sonderzahlungen für Arbeitslose und Geringverdiener. Es müsse auf Hartz IV und Sozialhilfe „einen Pandemiezuschlag von 200 Euro pro Monat und Person“ geben, sagte die Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Samstag. Sie verwies darauf, dass derzeit viele Tafeln geschlossen und die Kosten für einige Güter gestiegen seien.

Zusätzliche Hilfe benötigten Familien mit geringem Einkommen und im Hartz IV-Bezug. Da die Corona-bedingte Schließung von Schulen und Kindertageseinrichtungen zum wochenlangen Wegfall des dort angebotenen kostenlosen Mittagessens führe, müssten die betreffenden Familien nun über längere Strecken selbst für die Mahlzeiten ihrer Kinder aufkommen. Dies bedeute finanzielle Mehrbelastungen.

Familien treffe die Corona-Krise somit doppelt hart, sagte Zimmermann, die auch Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag ist. Sie verlangte deshalb eine staatliche Ausgleichszahlung: „Ich fordere die Bundesregierung auf, so schnell wie möglich allen betroffenen Familien rückwirkend ab 1. März einen monatlichen Zuschuss zur Verfügung zu stellen, um die Mehrkosten für das Mittagessen auszugleichen.“

Zimmermann verwies auf die jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Demnach haben deutschlandweit rund 450.000 Kinder Anspruch auf ein kostenfreies Mittagessen im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets, darunter 257.000 im Alter von sechs bis 15 Jahren sowie 155.000 unter sechs Jahren.

Klopapier-Diebe und Beschimpfungen – Alltag eines Kassierers im Supermarkt

12.51 Uhr: Ein 18-jähriger Kassierer einer großen Supermarkt-Kette aus Nordrhein-Westfalen berichtet dem Nachrichtenportal Watson von seinem angespannten Arbeitsalltag während der Corona-Krise: „Ich habe teils wirklich Angst zu arbeiten, da jeder dieser Kunden das Virus in sich tragen könnte und es selbst noch nicht mal weiß.“ Beschimpfungen vonseiten der Kunden sowie versuchte Diebstähle von Toilettenpapier seien an der Tagesordnung.

Wegen der Corona-Krise haben viele Kunden in den vergangenen Wochen große Mengen von Klopapier, Nudeln oder Konserven eingekauft. Deswegen haben zahlreiche Läden Mengenbeschränkungen für bestimmte Produkte eingeführt. Das stößt häufig auf Unverständnis: „Die Leute versuchen, jeweils Familienmitglieder einzeln reinzuschicken und somit mehr abzugreifen“, sagt der Kassierer gegenüber watson.

Auch versuchten Kunden, beliebte Produkte wie Toilettenpapier zu stehlen, um das Limit zu umgehen: „Das bedeutet, dass sie unter ihren Tüten im Einkaufswagen mehrere Pakete Klopapier verstecken.“

Auf Zurechtweisungen reagierten einige Einkäufer ungehalten: „Ich erinnere mich an einen Mann, der versuchte, 40 Pakete Mehl zu kaufen. Er wurde laut und beteuerte, dass es ihm der Kauf der Ware ,zusteht‘ und ich ,die ganze Scheiße‘ jetzt abkassieren soll.“

Andere Kunden hingegen bedankten sich mit kleinen Geschenken und Pralinen: „Das gibt uns Mut und Ansporn“, sagt der Kassierer. „Wir Einzelhändler geben unser Bestes, es läuft nun mal nicht alles reibungslos momentan.“

Corona-Krise: Bundesregierung stellt Dutzende Millionen für Entwicklungsländer bereit

11.38 Uhr: Die Bundesregierung will Entwicklungsländer in der Corona-Krise mit zusätzlichen 150 Millionen Euro unterstützen. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag) berichteten, soll diese Summe dem Welternährungsprogramm (WFP) zur Verfügung gestellt werden. „Die ärmsten Menschen in Entwicklungsländern werden durch die Corona-Krise besonders hart getroffen“, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Besonders betroffen seien die Menschen in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern, die Lage dort sei dramatisch. „Wir müssen alles tun, um diese Menschen vor dem Hungertod zu bewahren.“ Dem Bericht zufolge gehen allein 30 Millionen Euro in den Libanon und 56 Millionen Euro in die Sahel-Region.

Die staatliche Förderbank KfW warnte davor, in der Corona-Krise die Entwicklungsländer aus dem Blick zu verlieren. „Die ärmeren Länder brauchen Unterstützung, gerade jetzt“, erklärte KfW-Vorstand Joachim Nagel in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. „Sonst gehen alle Entwicklungsfortschritte der vergangenen Jahre verloren; auch drohen Unruhen und rasch ansteigende Kriminalität. Deshalb ist es richtig, dass Deutschland und Europa umfangreiche Hilfspakete schnüren wollen.“

Kretschmann: „Die meisten werden nach der Corona-Krise erstmal ärmer sein“

11.13 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann erwartet für die Zeit nach der Corona-Krise harte Verteilungskämpfe. „Machen wir uns nichts vor: Das wird eine harte Debatte geben, wer die Kosten für die Rettungspakte trägt“, sagte der Grünen-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Letztlich werde die gesamte Bevölkerung dafür bezahlen: „Die meisten Menschen werden nach der Corona-Krise erstmal ärmer sein.“

Baden-Württemberg zum Beispiel spanne für fünf
Milliarden Euro einen Schutzschirm, der Betrag sei binnen zehn Jahren zu tilgen. „Das heißt: Eine halbe Milliarde im Jahr muss im Haushalt anderswo eingespart werden. Das Geld fällt ja nicht vom Himmel.“

Mehr als eine halbe Million Menschen in USA an Corona erkrankt

Samstag, 11. April, 07.18 Uhr: In den USA gibt es inzwischen mehr als eine halbe Million nachgewiesene Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Das ging am späten Freitagabend (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Knapp 18.700 Infizierte starben demnach. In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, gibt es deutlich mehr bekannte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 als in jedem anderen Staat der Welt. Die Zahlen der einzelnen Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und einer hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen.

Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten relativ zur Bevölkerungszahl bislang in Spanien. Dort starben demnach rund 33 Menschen pro 100 000 Einwohner nach einer Infektion. In Italien waren es rund 30, in den USA waren es 5 Todesfälle pro 100 000 Einwohner, in Deutschland 3.

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Coronavirus: Pflegeheim in St. Augustin nach Hilferuf teilevakuiert

23.09 Uhr: Ein Pflegeheim in St. Augustin ist am Freitag teilevakuiert worden, weil es nicht mehr genug Personal gab. “40 oder 50 Bewohner werden gerade von den Rettungskräften verlegt – ganz ruhig, ohne Blaulicht”, sagte der Landrat im Rhein-Sieg-Kreis, Sebastian Schuster (CDU), am Freitagabend in der “Aktuellen Stunde” des WDR. “Das Personal des Heims hat gesagt ‘Wir kriegen das nicht hin’ – und dann haben wir uns gezwungen gesehen zu evakuieren”, sagte der Landrat weiter. Laut WDR hat das Heim 70 Bewohner. 38 Pflegekräfte seien positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Die Dienstpläne des Heims für Ostern seien schon fertig gewesen – und dann seien am Mittwoch Mitarbeiter positiv getestet worden, am Donnerstag weitere, so Schuster. “Und dann war scheinbar keine Personalreserve vorhanden und dann hat man gesagt ‘Das ist der Notstand’.” Es sei eine Katastrophe, wenn eine solche Einrichtung “die weiße Fahne raushängt und sagt: Wir schaffen es nicht”.

Im Rhein-Sieg-Kreis sind bislang insgesamt 923 Personen positiv auf SARS CoV2 getestet worden, wie der Landrat am Freitag mitgeteilt hatte. 116 Fälle gibt es in St. Augustin – der Ort hat damit im Kreis die meisten bestätigten Corona-Infizierten. Acht Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, sind in St. Augustin bislang gestorben.

“Auch wenn sich die Gesamtlage weiter positiv entwickelt, verstärkt sich die Problematik in den Altenheimen deutlich”, hatte der Landrat am Donnerstag mit Blick auf den gesamten Kreis mitgeteilt. “Daher liegt unser Fokus darauf, insbesondere für das lange Wochenende sicherzustellen, dass die Systeme bestmöglich funktionieren.”

Im WDR sagte er mit Blick auf das teilevakuierte Heim: “Wir werden einen Plan machen, dass uns das nicht nochmal so erwischt, wie es ja schon in Wolfsburg und Würzburg der Fall war. Wir müssen uns da besser aufstellen.”

Spätestens nach Ostern: Innenministerium befürchtet “Isolationsmüdigkeit” der Gesellschaft

22.30 Uhr: Die Bundesregierung sorgt sich angesichts der strengen Kontaktsperren um die Stimmung in der Bevölkerung. “Nach Ostern spätestens ist damit zu rechnen, dass eine ‘Isolationsmüdigkeit’ auftritt”, heißt es in einem Strategiepapier des Innenministeriums von Horst Seehofer (CSU) zu “psychosozialen und soziologischen Effekten” der Coronakrise, berichtet der “Tagesspiegel“.

Es sei davon auszugehen, dass “die derzeit bestehende hohe Zustimmungsrate für die Maßnahmen massiv sinkt und die Notwendigkeit, Sinnhaftigkeit und rechtliche Zulässigkeit der Maßnahmen deutlich hinterfragt wird”.

Das Bundesinnenministerium mahnt deshalb, dass die “Durchhaltefähigkeit der Bevölkerung” erhalten bleiben müsse.

An Covid-19 erkranktes Kind in Frankreich gestorben

22.16 Uhr: In Frankreich ist ein an Covid-19 erkranktes Kind auf der Intensivstation gestorben. Das Kind sei jünger als zehn Jahre gewesen, die Todesursache erscheine aber “vielfältig”, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Freitagabend.

Die Zahl der Menschen, die in Krankenhäusern gestorben seien, ist innerhalb von 24 Stunden um 554 Fälle auf 8598 gestiegen. Hinzu kämen 433 weitere Fälle innerhalb eines Tages in Alters- und Pflegeheimen. Hier liegt die Gesamtzahl bei knapp 4600. Damit liegt die Zahl der Toten insgesamt bei knapp 13.200.

“Nur gemeinsam werden wir das Virus besiegen. Zu Hause zu bleiben bedeutet, gegen das Virus vorzugehen, gegen die Krankheit vorzugehen, Leben zu retten. Seit einigen Tagen sehen wir die ersten Auswirkungen der Eindämmung”, sagte Salomon. Derzeit würden gut 7000 Menschen auf Intensivstationen behandelt – das sind etwas weniger als am Vortag.

Länder-Chefs warnen vor vorschneller Lockerung der Corona-Regeln

21.28 Uhr: Die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darin unterstützt, Erwartungen an eine baldige Lockerung des öffentlichen Lebens zu dämpfen. Für sie stehe „der Schutz der Bevölkerung an erster Stelle“, sagte Dreyer der Süddeutschen Zeitung (Osterausgabe). Ihre Regierung bereite mit Experten aus Gesundheit, Wirtschaft und Bildung zwar Szenarien für eine allmähliche Rückkehr in normale Verhältnisse vor. Dabei spielten Vorbeugung und der Schutz von gefährdeten Gruppen eine große Rolle. Klar sei aber auch: „Denkbare Lockerungen können nur mit einer großen Hygiene-Offensive einhergehen. Wir alle müssen uns darauf einstellen: Unser Alltag wird noch lange von Abstandsregeln und hohen Hygienestandards bestimmt werden.“

Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht die Gefahr, mit einer zu schnellen Lockerung eine zweite Welle der Pandemie zu riskieren, die erneute Einschnitte erzwingen könnte. „Ein zweiter Shutdown wäre wirtschaftlich und auch gesellschaftlich schwer zu verkraften“, sagte Kretschmann der SZ.

US-Experten: Weltweit mehr als 100.000 Tote durch Coronavirus

19.54 Uhr: Weltweit sind nach Angaben von US-Experten bereits mehr als 100.000 Menschen an den Folgen der Corona-Pandemie gestorben. Das geht aus Daten der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität von Freitag hervor. Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionsfälle lag demnach bei mehr als 1,6 Millionen. In den USA wurden in absoluten Zahlen bislang die meisten Infektionen gemeldet, gefolgt von Spanien und Italien.

Die Webseite der Johns-Hopkins-Universität wird häufiger aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Ausgangsverbote in Italien werden bis Mai verlängert

19.49 Uhr: Die italienische Regierung verlängert die strikten Ausgangsverbote für die 60 Millionen Bürger um rund drei Wochen bis zum 3. Mai. Das sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Freitag in Rom. Die Maßnahmen gelten seit dem 10. März und waren bislang bis zum Ostermontag angeordnet.

Die Ausgangsbeschränkungen in Italien sind noch wesentlich strenger als in Deutschland. Die Menschen dürfen nur ausnahmsweise das Haus verlassen, etwa wenn sie zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen müssen. Und sie müssen dafür eine schriftliche Bestätigung bei sich haben. Auch ein Großteil der Unternehmen ist geschlossen.

In Italien ist von der Corona-Pandemie extrem stark betroffen. Zwar hat sich die Ansteckungswelle zuletzt verlangsamt. Trotzdem meldete der Zivilschutz am Freitag 570 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden. Insgesamt starben in Italien seit dem Beginn der Viruswelle im Februar fast 19 000 Infizierte.

Mehr als Italien: Großbritannien meldet 980 Corona-Todesfälle an einem Tag

18.23 Uhr: Großbritannien hat erstmals mehr Todesfälle an einem einzigen Tag durch das Coronavirus verzeichnet als Italien. Die Zahl der Toten stieg bis Donnerstagabend um 980, wie der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag mitteilte. Italien hatte an seinem bislang schlimmsten Tag am 27. März 969 Tote erfasst.

Corona-Krise: Sachsen will Quarantäne-Verweigerer wegsperren

17.49 Uhr: Wer sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat, muss sich selbst in Quarantäne begeben. Wer gegen die Auflage verstößt, muss mit harten Konsequenzen rechnen. In Sachsen werden Quarantäne-Verweigerern sogar weggesperrt. Das teilte das Sozialministerium des Freistaates dem “MDR” mit.

So habe die Landesregierung insgesamt 22 Zimmer in vier psychiatrischen Kliniken freigeräumt. Hier sollen die Menschen eingeschlossen werden, die gegen die Quarantäne-Auflagen verstoßen. Die sächsische Sozialministerin Petra Köpping (SPD) sagte dem “MDR” dazu: „Falls es im Einzelfall dazu kommen sollte, dass sich Menschen den Anordnungen widersetzen, ist es aber notwendig, die von den Gesundheitsämtern angeordneten Maßnahmen mit Zwang durchzusetzen.“ Die Polizei soll die Quarantäne-Verweigerer überwachen.

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