Darf ich trotz Reisewarnung reisen? Was Urlauber 2020 wissen sollten

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Reisen trotz Corona: Darf ich trotz Reisewarnung reisen? Was Sie für Ihre Urlaubsplanung wissen sollten

70,8 Millionen Urlaubsreisen unternahmen die Deutschen im vergangenen Jahr, mehr als 70 Prozent davon gingen ins Ausland. Außenminister Maas hat die internationale Reisewarnung jetzt bis 14. Juni verlängert. FOCUS Online erklärt, was das für Ihre Urlaubsplanung bedeutet.

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland wird derzeit gewarnt, da weiterhin mit starken drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist. Dies gilt bis auf weiteres fort, vorerst bis einschließlich 14. Juni 2020.
Noch im Ausland befindliche Touristen sollten zurückreisen, solange es noch Reisemöglichkeiten gibt.“

Reisewarnung des Auswärtigen Amts (Stand: 30. April 2020)

Internationale Reisewarnung bis mindestens 14. Juni 2020

2019 gingen nach einer Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen von 70,8 Millionen Urlaubsreisen der Deutschen 74 Prozent ins Ausland. Den Osterurlaub hat das Coronavirus bereits auf dem Gewissen, jetzt müssen auch die Pfingstferien dran glauben – zumindest was Reisen ins Ausland angeht. Vom Sommerurlaub am Mittelmeer dürfen wir aber immerhin träumen – noch.

Spannend, aber gerade keine Zeit?

Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Außenminister Heiko Maas äußerte am Mittwoch nach dem Kabinettsbeschluss die Hoffnung, dass bis zum Beginn der ersten Sommerferien am 22. Juni die Grenzen zumindest zu einigen europäischen Ländern wieder für Touristen geöffnet werden können. Er betonte jedoch: „Das kann aber niemand versprechen“.

Reisewarnung ist kein Reiseverbot – erneute Rückholaktion aber unwahrscheinlich

Eine Reisewarnung bedeute aber nicht ein Reiseverbot, ergänzte Maas am Donnerstagvormittag: „Jeder muss selber entscheiden, was er tut und wohin er reist. Die Frage ist, wohin man überhaupt reisen kann. Es gibt praktisch überhaupt keinen internationalen Flugverkehr mehr. Es gibt Einreisesperren in Europa, es gibt Ausgangssperren in den meisten Ländern.“ Insofern sei die Reisewarnung vor allen Dingen ein Hinweis an die Verantwortlichkeit der Bürgerinnen und Bürger.

„Wir haben in den letzten vier Wochen 240.000 Touristen aus der ganzen Welt zurückgebracht, weil die wegen der Corona-Krise nicht mehr zurückgekommen sind. Es gab keine Flieger mehr, der Reiseverkehr ist zusammengebrochen. Das werden wir sicher nicht nochmal machen: weder über Pfingsten, noch über die Sommerferien“, mahnte der Minister. Die Reisewarnung solle den Leuten einen Hinweis geben, was verantwortlich ist und was nicht, aber: „Sie ist kein Verbot, sich von A nach B zu bewegen.“

Vorschriften in Deutschland und dem Urlaubsland genau prüfen

Doch ehe sich die ersten Reisehungrigen nun an die Urlaubsplanung werfen, sollten sie die aktuell gültigen Bestimmungen in Deutschland, aber auch in den Reiseländern kennen. In der Bundesrepublik beispielsweise ist es im Zuge der geltenden Kontaktbeschränkungen noch bis mindestens 10. Mai verboten, zu touristischen Zwecken zu reisen. Das bedeutet: Wer das Haus verlässt, darf das zwar, um zur Arbeit oder einkaufen zu gehen. Auch Familienangehörigen und Hilfsbedürftigen dürfen Sie helfen. Aber an einen Ort fahren, an dem Sie nicht gemeldet sind, ohne einen dringenden Grund dafür zu haben, das kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

Lockerungen dieser Regelungen zeichnen sich jedoch langsam ab. So beraten erste Bundesländer derzeit über eine schrittweise Wiedereröffnung von Gastronomie und Hotels, auch der Besuch von Zweit- und Ferienwohnungen steht bereits auf manch einer Agenda.

Was für Lockerungen in welchen Bundesländern besprochen werden, lesen Sie hier.

Ähnliches gilt derzeit auch für die Einreise in die meisten Länder sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU. Selbst, wenn eine Einreise möglich ist, müssen Einreisende in der Regel vielerorts in Quarantäne. Nach der empfohlenen Quarantäne-Zeit von 14 Tagen dürften die meisten Urlaube auch schon wieder ihr Ende finden.

Wer aktuell trotz Reisewarnung reisen darf

Prinzipiell erlaubt sind Reisen noch in „dringenden Fällen“, wie beispielsweise für die Arbeit oder wenn es einen Todesfall in der Familie gab, die im Ausland lebt. Reisende sollten dann allerdings dringend Dokumente mit sich führen, die den Grund ihrer Reise belegen. Erschwerend kommt hinzu, wie Minister Maas betonte, dass der internationale Flug- und Reiseverkehr derzeit weitgehend stillsteht. Ob und wie Sie in Ihr gewünschtes Zielland einreisen dürfen, erfahren Sie auf den Seiten von dessen Auslandsvertretung.

Was allerdings nach dem 14. Juni geschieht, bleibt abzuwarten. Mehrere Länder, darunter Österreich, Griechenland, Kroatien und Montenegro, haben angekündigt, ihren Tourismus nach und nach wieder hochzufahren.

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Hoffnung auf Sommerurlaub am Mittelmeer: Reisebranche gibt Sommer nicht verloren

Generell verkündete die hart von der Corona-Krise getroffene Tourismusbranche, dass sie den Sommer noch nicht verloren gebe. Das erklärte der Deutsche Reiseverband (DRV) am Mittwoch in Berlin. Sobald es die Entwicklung der Corona-Pandemie erlaube, würden Reisen zunächst in Deutschland schrittweise möglich sein. „Danach werden sukzessive auch Reisen in weitere Länder in Europa folgen, sofern es dort ähnliche Bedingungen gibt wie in Deutschland.“

Auch Reiseveranstalter Tui rechnet damit, dass die Wiederaufnahme des Tourismus in der Corona-Krise in Etappen erfolgen wird. „Eine Öffnung wird vermutlich schrittweise und regional erfolgen – so werden die Balearen und Kanaren zum Beispiel früher Gäste empfangen können als die Urlaubsregionen auf dem spanischen Festland“, schrieb Tui-Chef Fritz Joussen am Dienstag in einem Brief an die Mitarbeiter, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Der Schwerpunkt der Saison werde sich voraussichtlich nach hinten verschieben, heißt es darin. Industrie und Politik sollten aber nun „alles tun, um Reisen so weit wie möglich wieder zu ermöglichen“. So hätten Griechenland, Zypern, Bulgarien und Portugal das Gespräch mit Tui gesucht und bereiteten sich „sehr intensiv auf die Rückkehr der Touristen“ vor. Voraussetzung dafür sei eine schrittweise Anpassung von Flug- und Reisebeschränkungen. „Man darf nicht vergessen, mit den Flugbeschränkungen wird uns die volle Geschäftsgrundlage entzogen, und die Länder Südeuropas werden massiv geschwächt“, schrieb Joussen.

Fernreisen bleiben 2020 eher unwahrscheinlich

Was das Reisen in ferne Länder angeht, gibt der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, nur wenig Hoffnung: „Fernreisen werden sicherlich auf eine gewisse absehbare Zeit nicht stattfinden“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Radiosender Bayern 2. „Wir hoffen zwar, dass, wenn die Gesundheit es zulässt, die Reisebeschränkungen Schritt für Schritt wieder zurückgenommen werden können und wir wenigstens in Europa jetzt schnell wieder reisen können. Aber das Ganze geht wirklich nur langsam voran und ich glaube, dass dieses Jahr wirklich Heimaturlaub angesagt ist.“

 

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Reisewarnung ermöglicht kostenlose Stornierung von gebuchten Reisen

Die erste internationale Reisewarnung hatte Außenminister Maas am 17. März ausgesprochen – ein beispielloser Schritt. Bisher gab es solche Warnungen nur bei einer Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Kriegsgebiete wie Afghanistan oder Syrien. Sie ermöglichen eine kostenlose Stornierung von bereits gebuchten Reisen. Die aktuelle Reisewarnung war zunächst bis zum 3. Mai befristet und wurde jetzt um fünf Wochen verlängert.

Die Entwicklung der Corona-Pandemie sei noch nicht so weit, „dass wir sorgenloses Reisen empfehlen können“, sagte Maas zur Begründung. Er nannte vor allem zwei Punkte:

  • Überall gebe es noch Ausgangsbeschränkungen, Einreisesperren und Einschränkungen des Flugverkehrs. „Selbst, wenn es in einigen Ländern Lockerungen gibt, (…) muss man davon ausgehen, dass es noch Wochen dauern wird, bis sich die Dinge sowohl bei uns als auch in anderen Ländern normalisieren.“
  • Das Auswärtige Amt hat gerade erst 240.000 wegen Corona im Ausland gestrandete deutsche Urlauber nach Hause zurückgeholt. Maas will nicht das Risiko eingehen, dass wieder Zehntausende Deutsche wegen kurzfristiger Grenzschließungen festsitzen.

 

Gemeldete Coronavirusfälle in Deutschland (klicken Sie auf Ihr Bundesland)

 
 

So will der Außenminister Urlaub im Ausland nach und nach wieder möglich machen

Der SPD-Politiker will nun mit seinen EU-Kollegen nach einer gesamteuropäischen Lösung in Sachen Grenzöffnung suchen, ist inzwischen aber auch für Vereinbarungen mit einzelnen Ländern offen. „Es ist auch nicht auszuschließen, aufgrund der unterschiedlichen Verläufe der Pandemiebekämpfung in den einzelnen Staaten, dass es auch zu Differenzierungen kommen wird“, sagte er.

Damit geht er nach langem Zögern auf einen Vorschlag ein, den die österreichische Regierung bereits Mitte April gemacht hat. Das Alpenland zählt neben Italien, Spanien, der Türkei und Griechenland zu den fünf beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen im Ausland. Umgekehrt sind die Urlauber aus Deutschland für die österreichische Tourismusbranche eine Haupteinnahmequelle.

In Österreich sollen die wegen der Corona-Pandemie geschlossen Hotels bereits Ende Mai wieder öffnen, in Polen sogar bereits nächste Woche. Die Bundesregierung wird voraussichtlich erst am 6. Mai zusammen mit den Bundesländern über einen solchen Schritt entscheiden.

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Tourismusverband und Verbraucherschützer begrüßen Verlängerung

Der DRV begrüßte die Planungssicherheit, die es durch die Kabinettsentscheidung gibt. Auch deutsche Verbraucherschützer begrüßen die verlängerte Reisewarnung: „Sie bedeutet Klarheit für alle: Verbraucher und Unternehmen“, sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, am Mittwoch dem „Handelsblatt“. Reiseanbieter würden nun Fernreisen über Pfingsten und im frühen Sommer von sich aus absagen, Reisende könnten ihren Urlaub auch selbst kostenfrei stornieren.

Mit Material von dpa und AFP.

Wo Sommerurlaub dieses Jahr noch möglich sein könnte – und wo nicht

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jala

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