Das Ausland wundert sich – Rätsel um die niedrige deutsche Virus-Todeszahl

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Niveau bei uns deutlich niedriger: Coronavirus-Totenzahl: Aus 3 Gründen ist die Sterberate in Deutschland so gering

Das Coronavirus breitet sich weiter aus, auch in Deutschland. Doch trotz mehr als 100.000 Infizierten starben hierzulande bislang „nur“ etwas mehr als 1500 Menschen. Im weltweiten Vergleich eine fragwürdig niedrige Zahl. Internationale Medien greifen sie daher immer wieder auf – und finden einleuchtende Gründe dafür.

Weltweit gibt es inzwischen mehr als 1,2 Millionen Menschen, die nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert sind. Mehr als 270.000 gelten als bestätigt-geheilt, etwa 70.000 sind gestorben. Die größten Opferzahlen vermelden dabei derzeit Italien (15.887), Spanien (13.055) und die USA (9664). Auch in Deutschland wurden inzwischen mehr als 100.000 Menschen positiv auf das Virus getestet (Stand der Zahlen: 6. April 2020, 15.30 Uhr).

Doch im Vergleich zu beispielsweise Italien, wo auf knapp 129.000 Infizierte etwa 16.000 Tote kommen oder Frankreich, wo es auf fast 93.000 Infizierte knapp 8000 Tote sind, ist die Sterberate in der Bundesrepublik mit bislang knapp 1600 Verstorbenen eher überschaubar.

Spannend, aber gerade keine Zeit?

Das entgeht auch den anderen Staaten dieser Welt nicht: Seit Tagen berichten renommierte internationale Zeitungen über die niedrige Sterberate in Deutschland. So titelte etwa der „Guardian“ kürzlich: „Deutschlands niedrige Coronavirus-Sterberate fasziniert Experten“, die „New York Times“ fragte nach einer „Deutschen Ausnahme“.

Corona-Letalität in Deutschland sehr niedrig: Warum gibt es bei uns so wenig Tote?

 

Im Times-Artikel erklärte Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik Bonn, dass er Anrufe von Kollegen aus aller Welt erhalten würde: „Was machen Sie anders?“, würden sie ihn fragen und wissen wollen, warum die Sterberate hierzulande so niedrig sei.

 

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Wie auf alles, was mit dem neuen Coronavirus zu tun hat, gibt es auch auf diese Frage keine eindeutige Antwort. Es gibt aber durchaus Theorien, die plausibel scheinen. FOCUS Online stellt drei davon vor:

1. Tests, Isolation, Krankenhäuser: Deutschland hat sich gut vorbereitet

Zu Beginn der Corona-Pandemie gab es in Deutschland etwa 28.000 Betten auf Intensivstationen, heute sind es Schätzungen zufolge 40.000: „Ich gehe davon aus, dass wir durch die Aufstockung der vergangenen Wochen inzwischen knapp 40.000 Intensivbetten zur Verfügung haben, von denen etwa 15.000 bis 20.000 frei sind“, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, der „Rheinischen Post“ am vergangenen Donnerstag. Davon verfügten etwa 30.000 über ein Beatmungsgerät – im Vergleich zu 20.000 vor der Pandemie.

Auch beim Thema Testen loben die internationalen Medien Deutschland. Angaben des Robert Koch Instituts zufolge werden in Deutschland derzeit wöchentlich etwa 350.000 Tests durchgeführt. Insgesamt hat es hierzulande laut „worldometers.info“ bereits mehr als 918.000 Tests gegeben, das entspricht knapp 11.000 Tests pro einer Million Einwohner. Italien kommt dieser Zahl allmählich näher, Experten bemängeln jedoch, dass das Land nicht rechtzeitig genug Tests durchgeführt hat.

 

Gemeldete Coronavirusfälle in Deutschland (klicken Sie auf Ihr Bundesland)

 
 

In Frankreich, wo die Sterberate viel höher liegt als in Deutschland, wurden bisher lediglich knapp 3400 Tests pro einer Million Einwohner durchgeführt. Das kann zu einer verfälschten Wahrnehmung der Realität führen. Vielerorts wurden lange und werden teilweise immer noch nur Menschen mit starken Symptomen, also schwereren Verläufen getestet. Andere Infizierte, die nur milde oder gar keine Symptome zeigen, fallen so durchs Raster und erscheinen in keiner Statistik. Das kann die Sterberate deutlich drastischer aussehen lassen, als sie es tatsächlich ist.

Auch das Gesundheitssystem spielt eine Rolle: So wurde in den USA erst kürzlich ein Gesetz erlassen, das Corona-Tests kostenlos macht. Bislang mussten die Amerikaner für die Testung aus der eigenen Tasche zahlen – und das konnte sich nicht jeder leisten.

In Deutschland hingegen standen die Experten der Berliner Charité schon mit einem Test auf der Matte, bevor die Epidemie überhaupt ausgebrochen war. Und als nach den Winterferien die Skiurlauber zurückkamen und das Virus unter anderem aus dem beliebt-berüchtigten Österreicher Ski- und Corona-Hotspot Ischgl mitbrachten, waren Christian Drosten, Chef-Virologe an der Charité und seine Kollegen bereit. Zahlen muss den Test in Deutschland niemand selbst.

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Die Zahl der Corona-Kranken steigt, die der Fragen ebenso. FOCUS Online hat deshalb ein Experten-Netzwerk aufgebaut – und beantwortet Ihre Fragen.

2. Das Durchschnittsalter deutscher Infizierter ist niedriger als in anderen Ländern

Als Skifahrer-Krankheit eingeschleppt und zunächst vorwiegend an Schulen verbreitet, wurde das Coronavirus hauptsächlich bei Jüngeren nachgewiesen. Dass in Deutschland von Anfang an jeder Verdacht konsequent verfolgt und die Betroffenen und ihre Kontakte in Quarantäne geschickt wurden, trug dazu bei, dass nicht nur von Anfang an viele Tests gemacht wurden, sondern auch, dass das Virus nicht so schnell auf Ältere und Kranke überspringen konnte.

Das Durchschnittsalter der Infizierten in Deutschland liegt laut Robert Koch Institut bei 49 Jahren. In Ländern, in denen die Virus-Pandemie bisher einen schwerwiegenderen Verlauf nimmt, wie Italien, liegt es deutlich höher.

Das kann zum einen daran liegen, wie eine Studie aus Oxford bereits in der Vergangenheit mutmaßte, dass in Italien die Großeltern oft mit den Kindern und Enkeln in einem Haus leben, aber auch daran, dass wir Deutschen von Anfang an dafür sensibilisiert wurden, Risikogruppen zu schützen. Nun sitzen dadurch derzeit zwar viele Großeltern alleine zuhause, bleiben dafür aber gesund.

Im Video: „Bleibt mir die Spucke weg“ – Infektiologe echauffiert sich über Spahn-Aussage

 

3. Krisen hin oder her: Wir Deutsche vertrauen einander und wohl auch unseren Politikern

Dass wir so aufeinander Acht geben liegt nicht zuletzt daran, dass unsere Politiker von Anfang an transparent mit Informationen umgegangen sind. So wandte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer historischen Fernsehansprache an alle Bundesbürger und klärt sie auch heute weiterhin in regelmäßigen Updates über die neuesten Entwicklungen auf.

In Christian Drosten von der Berliner Charité scheinen die Deutschen den Wissenschaftler ihres Vertrauens gefunden zu haben, dessen Institut nicht nur mit der Entwicklung eines Corona-Tests bereits im Januar allen einen Schritt voraus war, sondern der uns seitdem kompetent und ehrlich an die Hand nimmt und mit Fachwissen versorgt.

FOCUS-Online-Aktion #CoronaCare: Deutschland hilft sich!

Die Corona-Pandemie schränkt den Alltag der Menschen in Deutschland ein. Vor allem für gefährdete Gruppen wie Senioren sind auch alltägliche Aufgaben mit einem Ansteckungsrisiko verbunden. Daher ist nun Solidarität gefragt! FOCUS Online hat deshalb die Aktion “#CoronaCare: Deutschland hilft sich” gestartet. Machen Sie mit! Alle Informationen finden Sie hier.

Auch, wenn es noch einige Coronavirus-Leugner gibt, die bis heute unbehelligt ihrer Wege gehen, so hat ein Großteil der Menschen, die in Deutschland leben, begriffen: Jetzt ist es Zeit, sich auf sich und seine Liebsten zu besinnen. Wir halten Abstand, bieten Risikogruppen unsere Hilfe an und achten darauf, die Verbreitung des Virus so weit möglich einzudämmen.

Denn wir haben verstanden, dass wir Wissenschaftlern und Forschern nur so die Zeit verschaffen können, die sie brauchen, um Sars-CoV-2 ein für alle Mal den Garaus zu machen – und das bei so geringen Opferzahlen wie möglich.

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