„Das Traumschiff“: Kapitän Silbereisen muss an Bord einschreiten

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„Du, Lennart, ich muss dir was sagen. Ich bin noch Jungfrau. Und ich möchte es bleiben bis ich heirate“, sagt Lilani. Antwortet Lennart verständnisvoll: „Sex ist überbewertet. Ich stehe eh mehr auf Kuscheln.“ Am nächsten Morgen erwacht das Paar gemeinsam in einem King-Size-Bett und ist sittlich bekleidet. Das Traumschiff ist ein großes Märchen. Draußen in der Welt wütet Corona und in der heimischen Stube schippert Prinzessin Lilani (Michaela Saba) inkognito auf einem Luxusliner, verliebt sich in Fitnesstrainer Lennart (Tommy Schlesser) und verteidigt ihre Jungfräulichkeit. Lilani hatte in Berlin studiert, soll nun in Marrakesch an der Seite ihres Vaters – ein afrikanischer Stammesfürst – dem dortigen König einen Staatsbesuch abstatten und danach ihren Platz im Fürstenhaus einnehmen. An dieser Stelle aber kommt die Liebe dazwischen.

Tourismuswerbung mit Paradiesäpfeln

Die drei Geschichten, die an Bord erzählt werden, waren schon mal prickelnder. Aber auch schon viel öder. Ansonsten erinnert das Ganze an einen Film der Tourismuswerbung. Weite Landschaften, raue Felsformationen, orientalische Märkte mit Datteln, Paradiesäpfeln und Gewürzen. Mal blitzt hinter Palmen eine Moschee auf, dort zuckt eine Schlange, dort spaziert ein Dromedar. Und mittendrin schreiten die Traumschiff-Gäste im teurer Sommergarderobe herum. Damit die Wüste noch etwas mehr zur Geltung kommt, düsen Kapitän Max Parger (Florian Silbereisen) und Hoteldirektorin Hanna Liebhold (Barbara Wussow) auf dem Motorrad durch die karge Gegend und rutschen auf Snowboards die Sanddünen abwärts. Hanna: „Ich wusste gar nicht, dass sie Marokko so gut kennen“. Kontert Max: „Jeder Mann sollte stets ein kleines Geheimnis haben.“

 

Rassistischer Schokoriegel

Leider sind viele Dialoge an Plattheit kaum zu überbieten. Wie aus einem Schnittheft für Trivialprosa reihen sich die Wörter aneinander. Da fragt der Fitnesstrainer die Prinzessin: „Darf ich dir meinen Lieblingsplatz zeigen?“ Da begrüßt die Hoteldirektorin die alternde Sängerin: „Sie haben sich überhaupt nicht verändert.“ Überraschender ist, dass sich das öffentlich-rechtliche Traumschiff neuerdings den Kampf gegen Rassismus auf die Fahne schreibt. Als Bord-Fotograf Ken Becker (Jaime Ferkic) über Prinzessin Lilian als „Schokoriegel“ spricht, kontert Trainer Lennart, er habe was gegen Rassisten. Als Ken auch noch Lilianas Land als „Bimbostaat“ tituliert, erklärt Kapitän Prager: „Mit rassistischen Randbemerkungen spaßen wir nicht.“ Übernimmt das Traumschiff jetzt den Bildungsauftrag der geschlossenen „Lindenstraße“?

„Flatter mit dem Busenwunder“

Spaßiger und dazu drollig gespielt ist die Geschichte von Rosi (Jutta Speidel), 61, die nach der „klassische Flatter“ ihres Mannes „mit einem Busenwunder“ zurück auf die Bühne möchte und deshalb ihren Bandpartner Rolf (Wolfgang Fierek) zu einem Revival überreden will. Rolf ist inzwischen Barpianist auf Kreuzfahrtschiffen und möchte nicht mehr an die alten Tage erinnert werden. Erst nach einer Virusgrippe (nein, kein Corona), die das Duo ins selbe Bett bringt, stimmt Rolf einem letzten gemeinsamen Auftritt zu. Merke: Die Probleme lösen sich unter der Sonne Marokkos so rasch in Luft auf wie eine Fata Morgana. Selbst das vom hochkarätigen Kunstfälscher Pit (René Geisler) während des Luxustörns entwendete wertvolle Bild findet in wenigen Spielfilmminuten in den Besitz von Kunstexpertin Clara (Anja Antonowicz) zurück.

Lebenslange Privatstunde

Eigentlich hatten sich Prinzessin Lilani und Fitnesstrainer Lennart schon Lebwohl gesagt. Dann aber muss Kapitän Prager ans Telefon. „Ja, Prager, ah, es kommt noch ein Passagier an Bord.“ Silbereisen schaut dabei so unschuldig wie seine Gürtelschnalle weiß ist. Dann soll Lennart zu einer Bestimmten Stelle an Bord des Schiffes gehen. Na, wer könnte da jetzt kommen? „Entschuldigung, kann ich bei ihnen noch eine Privatstunde buchen“. Es ist, oh echt jetzt, Lilani. Lächelnd sagt die Prinzessin: „Jetzt könntest du mich eigentlich mal küssen.“ Kuss und Schluss. Jedes Märchen geht mal zu Ende.

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