DGB warnt vor wachsender sozialer Ungleichheit | Aktuell Deutschland | DW

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) macht Front gegen generelle Einschnitte zulasten der Arbeitnehmer im Windschatten der Corona-Krise. “Ich warne die Unternehmen dringend davor, die Krise jetzt für zusätzlichen Arbeitsplatzabbau zu missbrauchen”, betonte DGB-Chef Reiner Hoffmann zum “Tag der Arbeit”. Wenn es wieder bergauf gehe, würden diese Fachkräfte fehlen.

Gleichzeitig warnte er vor wachsenden sozialen Ungleichheiten durch die Pandemie. “Wir kämpfen dafür, dass die Kosten der Krise nicht an den Beschäftigten hängen bleiben”, so Hoffmann. Es komme darauf an, Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern “und ein gesellschaftliches Auseinanderdriften zu verhindern”.

Deutschland - DGB Kundgebung am 1. Mai in Hamburg (picture-alliance/dpa/A. Heimken)

Teilnehmer einer Kundgebung auf dem Hamburger Fischmarkt – wegen Corona mit Abstand

Zugleich drängten die Gewerkschaften auf eine bessere Bezahlung der sogenannten Corona-Helden. “Pflegerinnen und Müllwerker, Reinigungskräfte und Paketboten, Verkäuferinnen werden in der Krise jetzt zu Recht als Heldinnen und Helden des Alltags gefeiert – sie haben mehr verdient als billigen Applaus”, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Beschäftigte in solchen systemrelevanten Berufen müssten endlich ordentlich bezahlt werden – am besten durch Tarifverträge, forderte auch die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. “Einmalzuschläge reichen nicht aus.”

“Keine Entlassungen” 

Auch der Chef der IG Metall, Jörg Hofmann, rief die Arbeitgeber auf, Beschäftigung in der Corona-Krise zu sichern. Unternehmen, die mit öffentlichen Mitteln gestützt werden, dürften nicht entlassen. Jetzt müsse sich die Sozialpartnerschaft bewähren, sagte Hofmann.

Deutschland - DGB Kundgebung am 1. Mai in Berlin (picture-alliance/dpa/C. Soeder)

Der Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin ist dieses Jahr leer

Verdi-Chef Frank Werneke beklagte, in der Corona-Krise würden wichtige Arbeitnehmerrechte ausgehebelt. Das Arbeitszeitgesetz etwa sei momentan ausgesetzt, was 12-Stunden-Schichten ermögliche. Das könne nicht so bleiben. Ihre Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen und einer besseren Bezahlung in den systemrelevanten Berufen will die Gewerkschaft notfalls mit Streiks untermauern, wie Werneke deutlich machte.

Wegen der Corona-Pandemie findet der “Tag der Arbeit” ohne größere öffentliche Demonstrationen und Kundgebungen statt. “Solidarität bedeutet in diesem Jahr: Abstand halten”, darauf wies DGB-Chef Hoffmann hin. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte zum ersten Mal seit seiner Gründung 1949 dazu aufgerufen, den 1. Mai via Internet zu feiern. In einer mehrstündigen Live-Sendung konnten Interessierte Solidariätsbotschaften von Bürgern und Politikern, Interviews mit DGB-Funktionären und musikalische Beiträge verfolgen.

Griechenland Athen Demonstration zum 1. Mai (Reuters/A. Konstantinidis)

Kundgebung zum 1. Mai in Athen

Auch im europäischen Ausland sind die Kundgebungen zum “Tag der Arbeit” weitgehend abgesagt worden. In Griechenland versammelten sich einige Hundert Mitglieder der kommunistischen Gewerkschaft PAME vor dem Parlament in Athen. Sie forderten, die Arbeitnehmer nicht den Preis für die schwere weltweite Depression wegen der Pandemie zahlen zu lassen.

se/qu (dpa, afp, rtr)



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