Dienstunfähigkeit: Immer mehr Beamte gehen mit Mitte 50 in Ruhestand

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Im Jahr 2018 lag der Anteil der vorzeitig in Ruhestand gegangenen Bundesbeamten bei 12,2 Prozent, wie der „Siebte Versorgungsbericht der Bundesregierung“ vom März 2020 ausweist.

In dem Zahlenwerk heißt es wörtlich: „Der Anteil der Pensionierungen aufgrund von Dienstunfähigkeit ist im unmittelbaren Bundesbereich in den letzten Jahren gestiegen.“ Das gelte für Beamte der Bundesbehörden, bei der Bundeswehr sowie Richter. In absoluten Zahlen waren es „rund 580 Fälle“, wie es weiter heißt.

Zahl der Bundesbediensteten wuchs zuletzt stürmisch

Das Durchschnittsalter aller Bundesbeamten, die wegen Dienstunfähigkeit in Ruhestand gehen, liegt laut den Zahlen bei ungefähr 54 Jahren. Der Bund beschäftigt derzeit gut 200.000 Beamte und erreicht damit einen neuen Rekord. Allein in den vergangenen 24 Monaten entstanden beim Bund rund 23.500 neue Stellen. Dabei handelt es sich allerdings nicht nur um Beamte.

Bund will Zahl der Frühpensionäre drosseln

Bereits seit Jahren versuche der Bund, die Quote der Frühpensionäre zu reduzieren, berichtet die „Welt“. Dazu gehören Maßnahmen wie Abschläge auf die Pensionshöhe bei vorzeitigem Ruhestand. Diese finanziellen Einbußen nahmen im Jahr 2018 auch vier Prozent aller Ruheständler bewusst in Kauf, indem sie selbst um Frühpensionierung baten.

Für den Trend zum frühzeitigen Ruhestand auf Kosten der Steuerzahler gibt es laut dem Bericht zwei wesentliche Gründe: Das „sind die Überalterung und die steigende Arbeitsbelastung im öffentlichen Dienst“, erklärte Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes dbb, der „Welt“.

„Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr Aufgaben erfüllen“, so der dbb-Boss. Wichtige Gründe für diese Entwicklung seien die Zunahme der Migration seit 2015 sowie die aktuelle Corona-Krise.

Zu der steigenden Arbeitsbelastung kommt beim Bund kommt aus Sicht des dbb-Chefs ein entscheidender Faktor hinzu: Rund ein Drittel aller Bundesbeamten sei 55 Jahre oder älter. Das führe zu einer schlechteren gesundheitlichen Verfassung der Betroffenen, heißt es in dem Bericht.

Dank Vorruhestand werden Behördenleiter Mitarbeiter los

Doch die hohe Arbeitsbelastung – beispielsweise für Polizeibeamte im Dauereinsatz – ist wohl nur für einen Teil der Frühpensionierungen verantwortlich.

Ein weiterer Faktor ist es, den Personalbestand zu bereinigen. „Für manche Behörden war es eine Zeit lang einfacher, missliebige Kollegen wegen Dienstunfähigkeit in den Vorruhestand zu versetzen, als die dahinter liegenden Probleme anzugehen“, sagt Gisela Färber von der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer.

Aderlass an Fachkräften

Frühzeitig aus dem Dienst ausscheidende Beamte führen dazu, dass viel Know-how verlorengeht. Noch wichtiger aber sind die hohen Kosten, für die der Steuerzahler aufkommen muss. Ein Beamter in Frühpension kostet den Staat rechnerisch etwa doppelt so viel wie ein normaler Staatsdiener, erklärte die Finanzwissenschaftlerin Färber in dem Bericht.

Die Expertin rät den Behörden, mehr zu unternehmen, um die Beamten im Dienst zu halten. Als Manko benennt Färber „wenige Beförderungsmöglichkeiten“ im Öffentlichen Dienst.

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Große Unterschiede zwischen Renten und Beamtenpensionen

Die genannten Zahlen zeigen: Ein Großteil der Beamten arbeitet bis zur regulären Pensionsgrenze von maximal 67 Jahren. Dennoch ist bekannt: Ex-Staatsdiener haben wesentliche höhere Ruhegehälter als reguläre Arbeitnehmer. Das gilt selbst dann, wenn sie in den vorzeitigen Ruhestand wechseln.

Die durchschnittliche Altersrente in Deutschland lag im Jahr 2018 bei 902 Euro, wie die Deutsche Rentenversicherung ermittelte. Männer kamen danach im Schnitt auf 1087 Euro, Frauen auf 688 Euro. Von den Beträgen sind Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge bereits abgezogen.

Laut den offiziellen Zahlen erreichte das Rentenniveau normaler Arbeitnehmer 2019 im Schnitt 48,16 Prozent.

Auch interessant: 1761 Euro Minimum – Doppelt so viel Pension wie Rente: Kluft zwischen Beamten und Rentnern immer größer

Die sogenannte Beamtenversorgung sieht bei ehemaligen Staatsdienern dagegen ganz anders aus. Grund dafür ist unter anderem, dass sie infolge der gesetzlichen Bestimmungen bis zu 71,75 Prozent ihrer letzten – und damit höchsten – Dienstbezüge als Ruhegehalt bekommen. Diesen Prozentwert erreichen sie rechnerisch nach 40 Jahren, weil jedes volle Dienstjahr 1,79375 Prozentpunkte bringt. Allerdings schaffen längst nicht alle Beamten so lange Dienstzeiten – und sei es, weil sie vorzeitig ausscheiden.

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