Drei chinesische Anti-Zensur-Aktivisten verschwunden | Aktuell Asien | DW

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Chen Mei, Cai Wei und dessen Freundin Tang seien seit dem 19. April verschwunden, teilte der Bruder Chens westlichen Nachrichtenagenturen mit. Er gehe davon aus, dass die drei verhaftet worden seien, sagte Chen Kun. Den Familien von Cai und dessen Freundin teilte die Pekinger Polizei lediglich mit, dass sich die beiden unter “häuslicher Überwachung an einem bestimmten Ort” befänden. Ihnen würde “Anstiftung zum Streit und Provokation” vorgeworfen.

Mit diesem vage definierten Vorwurf gehen die Behörden in China regelmäßig gegen Aktivisten und Dissidenten vor. Bei einer Verurteilung auf der Grundlage dieses Vorwurfs drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Berichte aus Wuhan veröffentlicht

Zum Verbleib seines Bruders Chen Mai habe er von der Polizei noch keine Auskunft erhalten, sagte Chen Kun. Da aber sowohl Chen als auch Cai an der Anti-Zensur-Initiative Terminus2049 beteiligt gewesen seien, vermute er, dass ihr Verschwinden mit dem Projekt zu tun habe.

Terminus2049 hat es sich zur Aufgabe gemacht, von der chinesischen Zensurbehörde blockierte oder gelöschte Nachrichtenartikel oder Social-Media-Beiträge wieder zugänglich zu machen beziehungsweise wiederherzustellen. In den vergangenen Monaten veröffentlichte die Gruppe im Internet eine Reihe von Beiträgen zur Coronavirus-Pandemie, darunter auch persönliche Berichte von Bürgern der am schwersten vom Coronavirus betroffenen Metropole Wuhan.

Was verschweigt Peking?

Die von Terminus2049 bereitgestellten Beiträge behandelten auch Themen, die aus Sicht der chinesischen Regierung offenbar als sensibel eingestuft werden; etwa den Zeitpunkt, an dem entdeckt wurde, dass das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Unter anderem verbreitete Terminus2049 den bekannten Report des Arztes Ai Fen vom Wuhan Central Hospital, einer der ersten Whistleblower die vom Ausbruch der Virus-Epidemie berichteten. Dafür wurde Ai im Januar von den chinesischen Behörden gerügt. Chinesische Bürger aber auch das Ausland werfen Peking vor, wichtige Informationen über das Coronavirus und den Ausbruch der Lungenkrankheit COVID-19 zurückzuhalten.

Empörte Reaktionen

Das Verschwinden der Terminus-Aktivisten rief in China empörte Reaktionen hervor. “Welchen Streit haben sie gesucht und welchen Ärger haben sie provoziert? Zeigt mir Beweise”, schrieb etwa die Soziologieprofessorin von der Tsinghua-Universität in Peking, Guo Yuhua, bei Twitter.

ww/uh (afp, afpe, rtre)



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