Durch falsche Kommunikation verlor Merkel Machtkampf gegen Söder

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Im Kino-Erfolg „Braveheart“ kann der schottische Rebell William Wallace (Mel Gibson) die schottischen Warlords nicht überzeugen und versammelt daher die Schotten direkt hinter sich, um gegen die überlegenen Engländer zu kämpfen. Seine Parole: Wir mögen unser Leben verlieren, aber niemals unsere Freiheit. Die kurzfristige Gefahr ist der Kampf gegen die englische Armee, langfristig besiegen die Schotten jedoch ein größeres Übel: die langjährige Besatzung durch die Engländer.

Ähnlich hat es Angela Merkel am 18. März in ihrer zu recht vielbeachteten Rede zum Lockdown gemacht: Sie stellte das Leben in den Vordergrund – das kleinere Übel der Kontaktbeschränkung trat dahinter zurück. Die Horror-Bilder aus Italien halfen ihr dabei, und Merkels Pitch „Distanz heißt heute Fürsorge“ brachte das Ganze erfolgreich auf den Punkt.

“Corona ist (einigermaßen) unter Kontrolle”

In der Exit-Pressekonferenz nach den Beratungen mit den Ländern waren wir nun Zeugen, wie sich „Europe’s Crisis Manager“ (Financial Times) als „Basta-Kanzlerin“ eine krachende Niederlage einfing.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der sich in den vergangenen Wochen ohnehin schon als unbeirrbarer Krisen-Manager profiliert hatte, nutzte die Gunst der Stunde und degradierte Merkel zur Vizekanzlerin unter seiner Führung. Er, der als erster konsequent den Lockdown in Bayern herbeigeführt hatte, gab bereits einen Tag vor der Pressekonferenz bekannt, diesen beenden zu wollen. Was davon symbolisch bleibt: Söder prescht vor, Merkel muss folgen – mit einem sauertöpfischen Blick, der ausdrückt: Mit Euch spiele ich nicht mehr…

Souveränität geht anders – auch in der verbalen Kommunikation. Schauen wir in die Pressekonferenz: Markus Söders „Corona ist unter Kontrolle“ klingt deutlich besser als Merkels „Corona ist einigermaßen unter Kontrolle“. Nur ein Wort, aber je kürzer der Pitch, desto besser kommt er bei den Menschen an.

Ein weiteres Beispiel für die mangelnde Fortune Merkels: Der BDI fordert „ready for restart“, die Kanzlerin sagt nur, dass die Wirtschaft auch loslegen kann, wenn es vom Bund nicht sofort eine „Schippe“ mit Konjunkturprogrammen gibt. Das klingt schon wieder nach Spielverderberin.

Bürger hätten wohl noch etwas warten können

Dass Merkel „man“ statt „ich“ oder „wir“ sagt, unterstreicht ihre Passivität und ist zudem wenig präzise und schon gar nicht emotional. Sie wirkt wie ein Spielball, nicht wie Europas Krisenmanagerin am Steuerrad. Ihre Aussage: „Das ist immer noch eine ganz klare Beschränkung der Kontakte“ klingt auch nicht wie ein klares Statement, sondern eher wie ein trotziger Beweis, dass die Kanzlerin nicht alle Verhandlungspositionen kampflos aufgibt.

Bleibt nur die „Obergrenze“ für Infektionen. Wenn 50 von 100.000 Bürgern in einem Bundesland erkranken, kommen neue Beschränkungen. Dass Merkel auch hier die Erhöhung der Zahl von 35 auf 50 als Erfolg verkauft, ist Ironie. Dass sie, die in der Flüchtlingskrise nie eine Obergrenze wollte, nun selbst mit einer Obergrenze aufwartet, eine weitere.

Tragisch, dass Merkels naturwissenschaftlicher Blick in dieser Krise richtig war, er aber nur für ein kurzes Comeback ihrer Stärke reichte. Am Ende bleibt: Angela Merkel hat als strenge Mutter, die die Geschenke erst Heiligabend verteilen wollte, gegen die lässigen Väter verloren, weil sie Krise können und trotzdem ein Geschenk bereits vor dem Glöckchen-Klingeln spendieren. Dass die Bürger durchaus willig gewesen wären, bis zur Bescherung zu warten, zeigen Umfragen, wonach 70 Prozent der Bundesbürger die Beschränkungen für richtig halten und 40 Prozent die Öffnung sogar zu übereilt erscheint.

Politik ist wie ein Pitch: Merkel hat ihn am Mittwoch leider verloren. Die gleiche emotionale Rede mit gutem Pitch, wie ihre TV-Ansprache vom 18. März, hätte die Kanzlerin nicht nur an das Volk, sondern vor allem an die Ministerpräsidenten halten sollen. Das waren die harten Brocken, die überzeugt werden mussten. Darauf war sie doch spätestens seit den „Öffnungsdiskussionsorgien“ und ihrem verpufften „Basta“ vorbereitet.

Braveheart William Wallace erging es ähnlich – die Schotten gewannen zwar die letzte Schlacht gegen das englische Heer, aber William Wallace wurde verraten und an die Engländer ausgeliefert.

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