Ein Drahtzieher des Genozids in Ruanda ist tot | Aktuell Afrika | DW

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Der frühere ruandische Verteidigungsminister Augustin Bizimana soll die planmäßige Tötung der Tutsi-Bevölkerung mit geplant haben. Er galt deshalb als einer der meistgesuchten Verdächtigen in der juristischen Aufarbeitung des Genozids. 

Doch Bizimana sei wohl schon im Jahr 2000 gestorben, teilte jetzt das UN-Tribunal für Ruanda mit. Sein Leichnam habe mit einem DNA-Abgleich identifiziert werden können, nachdem Ermittler auf eine Grabstätte in der Stadt Pont Noire in der Republik Kongo aufmerksam geworden waren. 

Auch Regierungschefin getötet 

Das Tribunal hatte Bizimana unter anderem Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Als Verteidigungsminister des extremistischen Hutu-Regimes habe er das Militär und mehrere Milizen kommandiert, heißt es in der Anklageschrift. Auch für die Tötung der Ministerpräsidentin Agathe Uwilingiyimana und von zehn belgischen UN-Friedenssoldaten soll er verantwortlich gewesen sein. Nach dem Ende des Genozids, der von April bis Juli 1994 dauerte, floh Bizimana ins Ausland.

Ruanda 25. Jahrestag des Völkermords an der Gedenkstätte „Kigali Genocide Memorial“ in Gisozi, Kigali (Foto: Getty Images/AFP/B. Doppagne)

Kleider von Opfern in der Genozid-Gedenkstätte in Kigali (Archivbild)

Erst am vergangenen Wochenende war in Frankreich überraschend Felicien Kabuga festgenommen worden, der unter falschem Namen nahe der Hauptstadt Paris lebte. Der Geschäftsmann und Angehörige der Hutu-Bevölkerungsmehrheit soll die Milizen finanziert haben, die 1994 rund 800.000 Tutsi, aber auch moderate Hutu massakriert haben. 

Das UN-Tribunal für Ruanda wurde 1994 vom Weltsicherheitsrat gegründet, um die Hauptverantwortlichen des Genozids vor Gericht zu stellen. Seither wurden 93 Personen angeklagt. Nach dem bestätigten Tod Bizimanas und der Verhaftung Kabugas sind noch sechs Männer zur Fahndung ausgeschrieben.
jj/sam (dpa, epd, rtr)



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