Ethereum-Angebot kurz in Deflation gerutscht: Gas-Gebühren steigen stak

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Die theoretische Deflation durch das Londoner Upgrade bei Ethereum letzte Woche wurden nun auf der Blockchain tatsächlich schon kurzzeitig mal sichtbar. Es wurden fast 800 “deflationäre Blöcke” erstellt.

Ein Anstieg der Verbrennungsrate der Ethereum-Transaktionsgebühren hat dazu geführt, dass das Angebot mindestens zwei Stunden lang deflationär war. Das Netzwerk ist in den letzten Tagen stark belastet worden. Dadurch wurde viel mehr Gas verbrannt.

Ab 22:00 Uhr UTC verzeichnete der ETH Burn Bot kurzzeitig eine Verbrennungsrate von 545 Ether (ETH) pro Stunde. Da 532 ETH pro Stunde ausgegeben wurden, gab es bei dem Vermögenswert für diesen kurzen Zeitraum eine Deflation von -13 ETH.

Einige Stunden später verzeichnete der ETH Burn Bot eine größere deflationäre Verbrennung, bei der 945 Token innerhalb einer Stunde verbrannt wurden. Damit gab es vorübergehend eine negative Ausgabe von -417 ETH. Daraus wurde eine annualisierte Deflationsrate von -3,12 Prozent errechnet. 

Wenn die verbrannte Menge an ETH die Mining-Belohnung übersteigt, werden deflationäre Blöcke produziert und das Angebot nimmt vorübergehend ab. Das wurde auf einem Tracker des Beratungsunternehmens Carbono beobachtet, das bisher 791 deflationäre Blöcke verzeichnet hat. Diese werden als Blöcke definiert, bei denen die verbrannte Gebühr die Anzahl der geminten ETH überstieg.

Anzahl deflationärer ETH-Blöcke. Quelle: Carbono

Als der London Hard Fork am Donnerstag implementiert wurde, führte er den mit Spannung erwarteten Ethereum Improvement Proposal 1559 ein. Dieser Verbesserungsvorschlag sollte die Transaktionsgebührenberechnung anpassen. Im Rahmen dieser Anpassung wurden Mechanismus eingeführt, der einen Teil der Basisgebühren verbrennt.

Laut ultrasound.money, das die verbrannten Coins verfolgt, wurden bis Redaktionsschluss 25.600 ETH verbrannt. Bei den aktuellen Kursen entspricht das in knapp einer Woche rund 80 Millionen US-Dollar.

Man erwartet nicht, dass die Ethereum-Wirtschaft eine anhaltende Deflation verzeichnet. Das wird erst der Fall sein, wenn die Gebührenverbrennung mit der Reduzierung der Ausgabe von Blockbelohnungen kombiniert wird. Und damit wird dann der Übergang zum Proof-of-Stake vollständig sein.

In diesem Zusammenhang: Ethereum-Netzwerk verbrennt nach London-Upgrade 395.000 ETH pro Stunde

Für Ethereum-Nutzer sind die Nachrichten jedoch nicht nur gut, da auch die Gaspreise wieder gestiegen sind. Laut BitInfoCharts ist der durchschnittliche Transaktionspreis von rund 4 US-Dollar Ende Juli auf 20 US-Dollar gestiegen. Der Gas-Tracker von Etherscan verzeichnete einen Preis von bis zu 28,60 US-Dollar für einen Token-Swap auf Uniswap.

Der Anstieg der Nachfrage nach Ethereum-Blockplätzen wurde durch nicht fungible Token angeheizt. Der Marktplatz OpenSea, Vox von Gala Games und Axie Infinity sind unter den Top 4 in Sachen Gasverbrennung. Insgesamt wurden bisher 2.200 ETH oder 7 Millionen US-Dollar verbrannt.




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