Euro: Nach der Krise wird der Wert unseres Geldes erodieren, warnt Ökonom

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Die Sorgen wachsen, dass die Geldflut von Notenbanken und Staaten die Inflation in die Höhe schießen lassen wird. Im Interview spricht Top-Ökonom Thomas Mayer über die Gefahr der Geldentwertung und darüber, warum der Euro in Gefahr ist.

FOCUS-MONEY: Herr Mayer, viele Leute machen sich aktuell große Sorgen um ihr Geld. Das Thema Inflation steht dabei oft an erster Stelle. Womit müssen wir rechnen?

Thomas Mayer: Wissen Sie, als Ökonom sucht man immer nach Modellen, mit denen man die Wirklichkeit verstehen kann. Oft genug versteigen sich meine Kollegen dann in komplizierten mathematischen Verrenkungen. Aber ich bin im Lauf der Zeit darauf gekommen, dass uns die Wirtschaftsgeschichte mindestens so viel erzählen kann wie diese mathematischen Modelle. Seit der Finanzkrise habe ich mich intensiv mit Wirtschaftsgeschichte und mit Hyperinflations-, Depressions- und Deflationsphasen beschäftigt. Mir fiel auf, dass der sogenannte Ruhr-Kampf in Deutschland 1922/23 eine sehr interessante Analogie zu unserer derzeitigen Situation darstellen könnte.

Zur Person

Thomas Mayer ist Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute. Davor war er bis 2012 Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Außerdem war er einige Jahre für den Internationalen Währungsfonds und Goldman Sachs tätig.

MONEY: Inwiefern?

Mayer: Damals marschierten französische und belgische Truppen ins Ruhrgebiet ein, um ihren Forderungen nach Reparationen Nachdruck zu verleihen. Das Deutsche Reich rief in der Folge zu passivem Widerstand auf. Die Arbeiter in der Kohle- und Stahlindustrie legten also für eine gewisse Zeit die Arbeit nieder. Es entstand so eine Unterbrechung in der Wirtschaft, ganz ähnlich, wie wir sie derzeit erleben. Nun mussten die Arbeiter natürlich weiterhin mit Geld versorgt werden, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten. Also hat das Deutsche Reich die Löhne bezahlt und dafür frisches Geld drucken lassen. Die Folgen kennen wir: Durch die Finanzierung der Löhne über die Druckerpresse der Reichsbank erreichte die Hyperinflation ihren Höhepunkt.

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Hyperinflation in Deutschland?

MONEY: Müssen wir in Deutschland mit einer neuen Hyperinflation rechnen?

Mayer: Ganz so weit würde ich nicht gehen. Eines kann man aus der Historie aber auf jeden Fall lernen: Wenn man die Produktion unterbricht und die Nachfrage durch Geldschöpfung weiter finanziert, ist hinterher eine Konsumentenpreisinflation wahrscheinlich, und zwar wahrscheinlicher als eine Asset-Preisinflation wie nach der Finanzkrise.

“Wir sitzen in der Falle”

MONEY: Können Sie das noch genauer erklären?

Mayer: Geld wird dieses Mal eben nicht über Bankkredite für wohlhabendere Kreise geschaffen, um deren massenhaften Bankrott zu verhindern, sondern es wird für den Staat erzeugt, der es über die Hilfsprogramme an Bedürftige gibt. Das ist auch richtig so. Die Leute brauchen jetzt das Geld, um ihre laufenden Kosten zu bezahlen. Vermutlich wird die Inflation zuerst niedrig bleiben oder sogar fallen. Wenn die Krise endet, wird aber mehr von diesem neu geschaffenen Geld in den Konsum fließen. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass aktuell eher weniger als mehr investiert wird. Das heißt, wir kommen aus der Krise höchstwahrscheinlich mit weniger Produktionskapazitäten heraus. Manche vorhandenen Kapazitäten werden wohl künftig dauerhaft wegfallen. Wenn nun mehr Geld als Güter da ist, werden die Preise zu laufen beginnen. Und wenn die Zentralbanken vor Zinserhöhungen zurückschrecken, sinkt das Vertrauen in die Stabilität des Geldes. Dann wird die Inflation schneller steigen und es kann in manchen Ländern zu einem Vertrauensverlust ins Geld kommen.

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MONEY: Könnten die Zentralbanken die Zinsen denn überhaupt erhöhen?

Mayer: Das ist in der Tat ein Problem. Die Staaten haben für die Hilfsprogramme hohe Schulden aufgenommen, welche die Zentralbanken zu großen Teilen durch den Kauf von Staatsanleihen finanziert haben. Können sie diese Staatsanleihen je wieder in den Markt bringen? Da habe ich meine Zweifel. Die Zinsen würden steigen. Die Staaten haben aber bereits extrem hohe Schulden und können sich höhere Zinsen nicht leisten. Das heißt, wir sitzen in der Falle und werde da ohne Schmerzen nicht mehr herauskommen.

Italiens Schuldenberge

MONEY: Können Staaten wie beispielsweise Italien ihre Schuldenberge realistischerweise überhaupt jemals zurückzahlen?

Mayer: Wenn man sich die Geschichte anschaut, dann stößt man auf zwei Möglichkeiten, wie man mit hohen Schuldenbergen, wie sie oft in Kriegszeiten entstanden sind, fertigwerden kann.

MONEY: Das wären?

Mayer: Eine Möglichkeit ist Inflation, kombiniert mit finanzieller Repression. Das heißt, man lässt die Inflation nach oben laufen und drückt den Nominalzins darunter. Dadurch wachsen die Nominaleinkommen dank Inflation schneller als die Schuldenlast. So kann man langsam die Schuldenquote verringern. Das haben beispielsweise die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg gemacht. Die Fed hielt den dreißigjährigen Zins bei zwei Prozent und ließ die Inflationsrate deutlich darüber steigen. Unterstützt durch das anziehende Wirtschaftswachstum, sank die Schuldenquote und man bekam die Staatsverschuldung wieder in den Griff.

MONEY: Und die andere Variante?

Mayer: Das ist eine Währungsreform. Nach dem Ersten Weltkrieg hat man in Deutschland die Inflation zunächst laufen lassen, bis es 1923 zur Hyperinflation kam. Dann hat man 1924 eine Währungsreform durchgeführt. Die Rentenmark löste die wertlose Reichsmark ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man 1948 die Preise kontrolliert. Dadurch staute sich das Geld auf und es entstand ein sogenannter Geldüberhang. Die Leute hatten viel Geld in der Tasche, haben dafür aber außer auf dem Schwarzmarkt keine Waren bekommen. Der Geldüberhang wurde dann durch einen Währungsschnitt eliminiert. Ähnlich lief es beim Untergang der DDR. Das sind die historischen Beispiele.

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Die Kaufkraft des Euro wird erodieren

MONEY: Beide Varianten klingen nicht gerade verlockend. Wie kann man als Privatanleger vor diesem Hintergrund sein Vermögen am besten schützen? Cash auf dem Konto halten oder sogar zu Hause unterm Kopfkissen? Oder helfen nur Aktien oder Gold? Und sollte man den Euro lieber ganz meiden?

Mayer: Wie nach der Lehman-Pleite das Geld vorsorglich ins Kopfkissen stopfen müssen Sie bestimmt nicht. Die Banken werden einem immer Geld geben. Die Frage ist nur, was können Sie dafür noch kaufen? Wenn wir aus dem aktuellen Krisenszenario herauskommen, müssen wir damit rechnen, dass die Kaufkraft des Geldes erodieren wird. Mit einer Hyperinflation wie nach dem Ersten Weltkrieg rechne ich zwar nicht, aber eine trabende Inflation oder vielleicht sogar eine galoppierende wie in den 70er-Jahren könnte ich mir in manchen Ländern sehr gut vorstellen. Man sollte daher Kasse nur für konkrete Zwecke halten. Also wenn man Vermögenswerte umschichten will oder Zahlungen, wie zum Beispiel auf Hypothekenschulden oder als Anzahlung für ein neues Auto, leisten muss. Am Ende bleibt eigentlich nur der Rat, gut diversifiziert in reale Vermögenswerte zu investieren und auf weniger inflationsanfällige Währungen zu setzen.

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Auf Währungen mit Tradition setzen – US Dollar statt Euro

MONEY: Haben Sie ein paar konkrete Tipps für uns?

Mayer: Ein breit diversifiziertes globales Aktienportfolio halte ich für eine gute Basis. Denn wenn der globale Aktienmarkt komplett abstürzt, müssten wir den Planeten abschreiben – das wird nicht passieren. Dazu kommen, stabile Währungen. Und da steht natürlich Gold obenan. Ich halte Gold  nicht für einen Rohstoff, sondern es ist eine der ältesten und stabilsten Währungen der Welt. Ansonsten würde ich auf Währungen setzen, die eine lange Tradition haben und tief verwurzelt sind. Wenn Sie sich den US-Dollar anschauen, der hat schon einiges überstanden und hat immerhin noch eine sehr robuste Wirtschaft hinter sich.

Gold in Euro
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Außerbörslich

MONEY: Nun ist Gold zu Beginn der Krise zunächst ja auch abgestürzt, wie viele andere Asset-Klassen. Ist es wirklich der sichere Hafen, den sich viele Anleger versprechen?

Mayer: Zunächst bestand ein enormer Bedarf an Liquidität. Es wurde verkauft, was sich verkaufen ließ – und das war neben US-Staatsanleihen oder deutschen Bundesanleihen eben auch Gold. Dann setzte sich aber bei einer zunehmenden Zahl von Marktteilnehmern die Ansicht durch, dass die weltweit extrem expansive Geld- und Fiskalpolitik über kurz oder lang zu Inflation führen wird. Daher drehte der Goldpreis nach der kurzen Verkaufswelle nach oben. Gold ist eine der besten Versicherungen gegen den Vertrauensverlust ins Papiergeld. Früher war diese Versicherung mit Kosten verbunden, weil Gold keine Zinsen bringt und Lagerkosten entstehen. In Zeiten der Negativzinsen bringt die Versicherung nun sogar Kostenvorteile.

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MONEY: Wie hat sich Gold eigentlich historisch in Phasen mit hoher Inflation geschlagen?

Mayer: Grundsätzlich sehr gut. Denken Sie an die deutsche Hyperinflation von 1923. Da brachte Gold – und der damals ans Gold gebundene US-Dollar – die perfekte Absicherung. Oder denken Sie an die inflationären 1970er-Jahre. Da brachte nur Gold eine brauchbare Absicherung, weil US-Präsident Nixon die Golddeckung des Dollar 1971 aufgehoben hatte.

Euro – eine junge Währung mit immensen Konstruktionsfehlern

MONEY: Könnte es bald zu einer Flucht aus Papiergeld kommen?

Mayer: Kurzfristig halte diese Entwicklung noch für wenig wahrscheinlich. Langfristig ist das allerdings ein Szenario, mit dem wir rechnen müssen. Vor allem der Euro bereitet mir Sorgen.

MONEY: Warum?

Mayer: Der Euro ist eine relativ junge Währung mit immensen Konstruktionsfehlern. Der Konstruktionsfehler, der jetzt den Euro besonders verwundbar macht, ist, dass die Euro-Zone aus einer Zentralbank und 19 Regierungen besteht. Weil viele Staaten überschuldet sind, kommt es zur vertragswidrigen Vergemeinschaftung der Schulden auf der Bilanz der Europäischen Zentralbank (EZB). Politiker nutzen die Krise, um moralischen Druck aufzubauen, die Vergemeinschaftung der Schulden auf die Staatsbilanzen auszuweiten. Statt Euro-Bonds nennt man die Schuldtitel Corona-Bonds, damit Widerspruch unmoralisch wirkt.

MONEY: Die gemeinsame europäische Schuldenaufnahme ist ja ein sehr umstrittenes Thema. Worin liegt denn die langfristige Gefahr einer solchen Maßnahme – insbesondere für den deutschen Steuerzahler?

Mayer: Lassen Sie mich das anhand eines Beispiels erläutern. Stellen Sie sich die 19 Regierungen als eine Gruppe von Arbeitskollegen vor, die zusammen ein Restaurant besuchen. Jeder bestellt zunächst, was er will, und hinterher beschließen sie, die Rechnung in gleiche Teile aufzuteilen. Nun profitiert natürlich derjenige, der sich das teuerste Gericht bestellt hat. Derjenige, der bescheiden war und sich zurückgehalten hat, zahlt für seine Zeche dagegen einen überproportionalen Anteil. Das heißt, es entsteht ein Anreizsystem, das jeden Einzelnen dazu ermuntert, möglichst viel zu bestellen. Und am Ende müssen sie dann feststellen, dass die Rechnung vielleicht so groß geworden ist, dass sie niemand mehr bezahlen kann. Der Euro leidet unter diesem falschen Anreizsystem, wenn jetzt die Schulden vergemeinschaftet werden. Im Dollar läuft das anders.

MONEY: Inwiefern?

Mayer: Der Wähler hat dort die Möglichkeit, die regierenden Politiker bei der nächsten Wahl zur Verantwortung zu ziehen. Als Einwohner des Euro-Raums können Sie das nicht tun. Als deutscher Wähler können Sie zwar hier ihre Stimme abgeben und als italienischer in Italien. Aber Sie haben überhaupt keinen Einfluss darauf, was die Politiker in anderen Staaten bestellen, um bei diesem Bild zu bleiben. Am Ende zahlen Sie dennoch die Rechnung. Ich denke, dass der Devisenmarkt irgendwann begreifen wird, dass, wenn wir die Schulden vergemeinschaften, sich eigentlich jeder aus der Gemeinschaftskasse frei bedienen kann. Als Anleger möchte ich diese Gemeinschaftskasse dann auf keinen Fall mehr finanzieren.

Gemeinschaftswährung Euro – das nächste Opfer der Pandemie?

MONEY: Nun beliefen sich Italiens Schulden bereits vor Corona auf gigantische 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. Jetzt sind alle Grenzen für neue Kreditaufnahme gefallen. Wird der Euro vielleicht das nächste Opfer der Pandemie, wenn nun alles aus dem Ruder läuft?

Mayer: Diese Gefahr besteht. Man versucht daher, die Schulden zu vergemeinschaften, und hofft dann, über eine gefügige EZB die monetäre Finanzierung zu bekommen. Man muss ja nur genügend Schulden auflaufen lassen und die EZB dazu bringen, diese zu kaufen. Dann haben Sie im Prinzip einen Geldautomaten, für den Sie keine PIN mehr brauchen.

MONEY: Was wären die Folgen?

Mayer: Wenn wir diesen Weg weitergehen, befürchte ich, dass der Euro irgendwann als Weichwährung betrachtet wird. Das Problem ist: Die Devisenmärkte reagieren nicht graduell oder kontinuierlich. Eine ganze Weile kann nichts passieren und man wähnt sich in Sicherheit. Aber auf einmal kracht es gewaltig. Dann realisieren die Märkte: Meine Güte, da ist ja keiner, der die Verschuldung und die Monetarisierung der Verschuldung stoppt. Und plötzlich haben Sie lateinamerikanische Verhältnisse in der Euro-Zone und jeder will nur raus aus dem Euro. Ich könnte mir vorstellen, dass das über kurz oder lang zum Thema wird.

“Müssen den Euro auf neue Grundlage stellen”

MONEY: Können wir die Gemeinschaftswährung überhaupt noch retten?

Mayer: Die Corona-Pandemie ist sozusagen über Nacht über uns hereingebrochen. Da kann man es niemandem vorwerfen, wenn er in Schulden gerät. Wir brauchen aktuell viel Geld, um diese Krise zu bewältigen, und werden dazu die Bilanz der EZB enorm ausweiten. Das ist nun einmal so. Entscheidend ist aber, was wir danach tun. Wenn wir die Verschuldung einfach vergemeinschaften und weitermachen wie bisher, wird der Euro lateinamerikanisiert und stürzt ab. Wir müssen die Währung daher auf eine neue, stabilere Grundlage stellen. Und da werbe ich bereits seit einiger Zeit dafür, dass man den alten Chicago-Plan von 1933 mit der Digitalisierung der Währung verknüpft. Damals hatten US-Ökonomen der Roosevelt- Administration vorgeschlagen, vom bestehenden Geldsystem der fraktionalen Reservehaltung zu einem Vollgeld zu wechseln. Das heißt, nicht mehr die Banken schaffen durch Kreditvergabe neues Geld, sondern das Geld wird einzig von der Zentralbank erzeugt und durch Forderungen an den Staat unterlegt. Die Geldmenge wächst daher nur in dem Maß, in dem die Forderungen an den Staat ausgeweitet werden. Man könnte nun eine große Menge Staatsanleihen auf der Bilanz der EZB akkumulieren und sie dann als Deckungsstock für das Giralgeld nehmen.

Gold könnte digitalisiert werden – Handel über Blockchain möglich

MONEY: Wäre so ein System denn stabiler? Was sollte die Staaten daran hindern, immer mehr Geld zu produzieren?

Mayer: Die Umstellung muss natürlich ein einmaliger Vorgang bleiben.

MONEY: Wie könnte man das sicherstellen? Wie man an den Europäischen Verträgen sieht, werden Vereinbarungen von den Staaten ja immer wieder gebrochen.

Mayer: Exakt. Deshalb sollte man diese Verträge nicht auf Papier schreiben, das man zerreißen kann, sondern in einen digitalen Euro fest einbauen. Mit sogenannten Smart Contracts kann man ein für alle Mal festlegen, wie diese Kryptowährung geschaffen wurde und welchen Anspruch sie verkörpert. Man hätte eine Währung mit digitalem Wasserzeichen, die die Staaten nicht mehr manipulieren könnten. Der digitale Euro könnte dann mit anderen Währungen konkurrieren. Auch Gold könnte übrigens digitalisiert und über Blockchain gehandelt werden. Eine digitale Goldwährung könnte sehr populär werden. Vielleicht würde sie ja wieder zu einer Weltwährung, wie in der Zeit vor der Auflösung der Anbindung des Papiergelds an Gold.

Alle Informationen zum Coronavirus finden Sie  im News-Ticker von FOCUS Online

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Darauf muss man beim Kauf von physischem Gold achten

Hier steht, welche Aspekte beim klassischen Kauf von Barren und Münzen wichtig sind.

  • Weltweit akzeptiert. Anlagemünzen (Bullion-Coins) wie der südafrikanische Krügerrand oder der kanadische Maple Leaf sowie Barren, die gewissen Standards entsprechen, sind weltweit anerkannt und fungibel. Grundsätzlich gilt: Je größer die Einheit ist, umso niedriger fällt das Aufgeld aus – also die Differenz zwischen dem reinen Materialwert des Goldes und dem Preis, den ein Anleger für die Münze oder den Barren zahlt. Das Gleiche gilt für die Spanne zwischen An- und Verkaufspreisen von Barren und Münzen (Spreads). Anleger sollten aber auch bedenken, dass im Fall von extremen Krisen kleinere Stückelungen möglicherweise leichter eingesetzt werden können. Derzeit fallen Aufgelder und Spreads überdurchschnittlich hoch aus, weil der Goldpreis sehr stark schwankt und die Händler einen Sicherheitspuffer einbauen müssen. Allerdings ist es derzeit ohnehin nicht immer möglich, die gewünschten Stücke zu ergattern. Denn selbst die Online-Shops vieler Edelmetallunternehmen sind momentan aufgrund von Lieferengpässen geschlossen.
  • Die Frage der Aufbewahrung. Die Käufer müssen sich auch Gedanken machen, wo sie ihr Gold lagern möchten. Für den heimischen Tresor spricht die jederzeitige Möglichkeit des Zugriffs auf das Gold. Doch sollte man zuvor mit dem Versicherungsberater besprechen, welche Sicherheitsklasse der Safe aufweisen muss und welche weiteren Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit das Gold effektiv und in ausreichender Höhe versichert ist. Aktuell sind aufgrund der Corona-Krise viele Bankfilialen geschlossen und der Zugang nur eingeschränkt möglich (oft nur nach Terminvereinbarung). Ähnliches gilt für Schließfächer bei Goldhändlern, die ebenfalls ihre Filialen schließen mussten. Viele Goldbesitzer bevorzugen die Aufbewahrung bei Pro Arum, Goldkontor Hamburg & Co., da diese außerhalb des Bankensektors operieren und nicht von möglichen Bankruns im Fall von Großkrisen betroffen sein könnten.
  • Auch Sparpläne sind möglich. Mehrere Goldhandelsfirmen in Deutschland bieten Sparpläne für Gold an, bei denen die Käufer zum Beispiel monatlich einen festen Betrag investieren und so, ähnlich wie bei einem Fondssparplan, von temporären Kursrückgängen des Edelmetalls profitieren. Auch der Erwerb von Unzenbruchteilen ist möglich. Bei einem Test von FOCUS-MONEY haben unter anderen die Sparpläne der Anbieter Granvalora und Solit hervorragend abgeschnitten. Vorteil: Wie bei den Goldzertifikaten müssen sich Käufer hier keine Gedanken über die Lagerung machen.

Matthias Dworak

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