EZB: Lagarde sendet Rede aus Arbeitszimmer – und fällt mit obskurem Buch auf

0
95
Werbebanner

Für Harun Yahya gibt es viele Bezeichnungen. Erst einmal heißt er gar nicht Harun Yahya, sondern eigentlich Adnan Oktar. Der Türke könnte im harmlosesten Fall einfach als Autor und Publizist beschrieben werden. Er war Moderator im türkischen Fernsehen und hat einige Filme produziert. Die weniger schmeichelhaften Bezeichnungen für Yahya hingegen lauten: Sektenführer, Kreationist, Tele-Evangelist und Holocaust-Leugner.

Der 64-Jährige hat über 300 Bücher veröffentlicht, in denen er die muslimische Schöpfungsgeschichte über die Evolutionstheorie stellt. Sein bekanntestes „Opus Magnum“ wiegt stolze sechs Kilogramm in der gebundenen Version und heißt der „Atlas der Schöpfung“. Darin beschreibt Yahya, dass sich Pflanzen und Tiere anders als von der Evolutionstheorie behauptet, seit Jahrmillionen nicht verändert hätten. Er versucht das mit Bildern von Fossilien und lebenden Tieren und Pflanzen nachzuweisen, doch sehr oft benutzt er dafür unterschiedliche Spezies.

Kreationist verschickte tausende seiner Bücher

Nicht nur deswegen gilt sein großes Werk in der Forschungswelt als höchst unwissenschaftlich. Und so erregte es durchaus Aufsehen, als ein Exemplar des „Atlas der Schöpfung“ diese Woche im Hintergrund eines Videos zu sehen war, dass die EZB-Chefin Christine Lagarde von ihrem privaten Arbeitszimmer aus sendete und in dem sie über die Folgen der Corona-Pandemie auf die europäische Geldpolitik sprach. Offenbar ging es Lagarde damit auch nicht besser wie vielen tausend anderen Arbeitnehmern im Home Office die vergessen, bei Video-Konferenzen ihren Hintergrund zu prüfen.

EZB-Chefin Lagarde vergaß das Buch offenbar

Gerade in der Türkei sorgte das für Aufsehen. Doch es ist unwahrscheinlich, dass Lagarde das Buch jemals aufgeschlagen hat. Yahya schickte tausende Kopien seines Werkes an Prominente und einflussreiche Persönlichkeiten in aller Welt. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg will von Lagardes Assistenten erfahren haben, dass auch die heutige EZB-Chefin 2007 ein Exemplar bekam, es einfach in ihr Regal legte und dort vergaß. Die EZB wollte sich auf Anfrage von Bloomberg nicht dazu äußern.

Laut Bloomberg hat Yahya aber nicht nur versucht, Entscheidungsträger zum Lesen seines Buches zu bringen. So soll Yahya auch versucht haben, in einigen Schulsystem in manchen europäischen Ländern zu platzieren. In Frankreich habe das Bildungsministerium bereits angeordnet, die Bücher aus Schulen zu entfernen, denn „es erfüllt keine der Qualitätsansprüche, die für den Unterricht nötig sind“.

Autor wartet auf Prozess in der Türkei

Autor Yahya selbst hat derzeit auch andere Probleme, als seine Werke bei der EZB und anderen Institutionen zu verbreiten. 2018 wurde der umstrittene Evangelist in Istanbul zusammen mit hunderten seiner Anhänger festgenommen. Die Anklage lautet auf Gründung einer kriminellen Vereinigung und „Betrug durch Missbrauch von Glauben und religiösen Gefühlen“. Einzelnen Mitgliedern seiner seit den 1990er-Jahren existierenden Sekte werden auch Kindesmisshandlungen, sexuelle Übergriffe, Entführung, Erpressung und Spionage vorgeworfen.

Sollte Yahya dafür verurteilt werden, wäre es nicht sein erster Gefängnisaufenthalt. 2008, ein Jahr, nachdem er den „Atlas der Schöpfung“ verschickte, wurde Yahya schon einmal wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung verurteilt. Seine dreijährige Haftstrafe wurden 2010 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Allerdings befand ihn das Berufungsgericht für psychisch krank und schickte ihn für zehn Monate in eine psychiatrische Klinik.

Folgen Sie dem Autor auf Facebook

Folgen Sie dem Autor auf Twitter

So kommentierten FOCUS Online-Leser diesen Beitrag:

“Warum muss man sich über alles ständig aufregen? Es ist ein Buch, das wohl niemand, der sich gerade aufregt, jemals gelesen hat. Das gleiche passiert übrigens mit anderen Büchern auch. Der Koran ist zum Beispiel ganz schlimm, wenn man diesen Empörten glaubt. Gelesen haben ihn die wenigsten, nicht mal diejenigen, die ihn in Fußgängerzonen verteilen. Bibel und Talmud teilen das gleiche Schicksal. Jeder weiß, dass das ganz schlimme Literatur ist, ohne auch nur einen Blick hineingeworfen zu haben. Auch wenn man diese Bücher nicht mag oder sich vom Inhalt distanziert, kann man sie im Bücherregal stehen haben. Das zeugt dann sogar eher von Intelligenz, wenn man sich damit auseinandersetzen kann.”

“Ist schon seltsam. Warum stellt sie ein Buch in ihr Regal, das jemand ungefragt und unerwünscht an sie geschickt hat? Normalerweise verweigert man dann die Annahme. Was will Lagarde verbergen?”

Mehr Börsen-News



[Coustom ad_2]
Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

Krypto-Nachrichten ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Werbebanner

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

6 − zwei =