Fall Maddie McCann: Christian B. rastete aus und rief: “Das Kind ist jetzt tot”

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Hat ein Deutscher im Jahr 2007 die kleine Maddie entführt? Plötzlich kommt wieder Bewegung in den 13 Jahre alten Fall des verschwundenen britischen Mädchens Madeleine McCann. Doch die Beweislage ist noch eher dünn. Alle Informationen im News-Ticker von FOCUS Online.

  • Mordermittlungen gegen 43-jährigen Deutschen im Fall Maddie McCann
  • Maddie verschwand im Jahr 2007 spurlos in Portugal
  • Verdächtiger Christian B. ist mehrfach vorbestraft

Britische Polizei hat 400 neue Hinweise im Fall Maddie

12.57 Uhr: Die britische Polizei hat etwa 400 neue Hinweise im Mordfall Maddie erhalten. Sie seien telefonisch oder per E-Mail eingegangen, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag in London mit. Ein 43-jähriger Deutscher soll am 3. Mai 2007 die kleine Madeleine McCann aus einer Ferienanlage in Portugal entführt haben. Die Ermittler in Deutschland sind überzeugt, dass das Kind tot ist.

Die britische Polizei geht hingegen auch nach 13 Jahren weiter von einem Vermisstenfall aus. “Es gibt keinen endgültigen Beweis, dass Madeleine noch lebt oder tot ist”, so der Sprecher von Scotland Yard.

Ehemalige Mitarbeiterin über Verdächtigen: “Er rief: Das Kind ist jetzt tot”

Sonntag, 7. Juni, 07.46 Uhr: Eine ehemalige Mitarbeiterin des Kiosks, den Christian B. betrieb, hat gegenüber der “Bild“-Zeitung eine Begegnung mit dem Mordverdächtigen im Fall Maddie beschrieben. “Er rastete einmal völlig aus, als wir mit Freunden im Kiosk saßen und über den Fall Maddie sprachen. Er wollte, dass wir mit dem Thema aufhören”, erzählt die 34-Jährige der Zeitung. Demnach habe der Verdächtige gerufen: “Das Kind ist jetzt tot und jetzt ist das gut so! Eine Leiche kann man schnell verschwinden lassen! Schweine fressen ja auch Menschenfleisch!” Der Verdächtige hatte 2014 einen Kiosk in Braunschweig betrieben, dieser hielt sich jedoch nicht lange.

Die Bekanntgabe der Mordermittlungen im Fall Maddie hat derweil eine neue Welle internationaler Berichte ausgelöst. Nach dem internationalen Medienecho erhoffen sich die Ermittler Hinweise aus der Bevölkerung, die doch noch zum Durchbruch führen. Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatten am Mittwoch überraschend bekanntgegeben, dass der 43-jährige Deutsche in dem Fall unter Mordverdacht steht. Zeitgleich gab es einen erneuten Zeugenaufruf zur verschwundenen Maddie in der ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY… ungelöst”.

„Das ist der Mann“: Britische Zeugin will deutschen Verdächtigen erkannt haben

15.35 Uhr: Eine britische Zeugin hat nach einem Bericht der Boulevardzeitung „Sun“ den 43-jährigen verdächtigen Deutschen wiedererkannt. Er soll sich damals in der Nähe des Appartements der Familie McCann merkwürdig verhalten haben.

Die Zeitung beschreibt die Frau als „glaubwürdige Zeugin“, die den Mann schon wenige Stunden nach dem Verschwinden des kleinen Mädchens in der Ferienanlage in Portugal beschrieben haben soll. Als ihr nun ein Bild von dem Verdächtigen gezeigt wurde, sagte sie der „Sun“ zufolge: „Das ist der Mann, den ich gesehen habe.“ Scotland Yard wollte den Bericht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Samstag nicht kommentieren.

Kriminalist über den Fall Maddie: „Könnte auch sein, dass der Zeuge an der Tat beteiligt war“

13.44 Uhr: Nach 13 Jahren gibt es einen neuen Verdächtigen im Fall Madeleine „Maddie“ McCann: ein 43 Jahre alter Mann aus Deutschland. Die Ermittler suchen nun nach dem Zeugen, der mit dem Verdächtigen zum ungefähren Tatzeitpunkt telefoniert hatte. Im Gespräch mit dem Nachrichtenportal “watson” sagt Kriminalist Axel Petermann: „Es besteht die Hoffnung, dass sich aus dem Gespräch ein weiteres Indiz ergibt.“

Ob ein Zeuge sich nach über einem Jahrzehnt noch zuverlässig an den Inhalt des Telefongesprächs erinnern könnte – das hinge letztlich vom Inhalt des Gesprächs ab, meint Petermann: „Wenn Ihnen jemand vor 13 Jahren gesagt hätte, ‚Du übrigens, ich wollte einbrechen, hab’ aber ein Kind gefunden und das ist jetzt tot‘, ist das natürlich einprägsamer als ein Gespräch übers Wetter.“

Petermann hält es zudem für möglich, dass der Verdächtige nicht allein gehandelt habe: „Es könnte auch sein, dass der Zeuge an der Tat beteiligt war.“ Dadurch bleibe er jedoch kein Zeuge, sondern wäre auch „Mittäter oder Gehilfe“.

Dass die Ermittler erst vor Kurzem die Telefondaten ausgewertet und so den Verdächtigen ermittelt haben, könne laut Petermann daran liegen, dass zunächst ein anderer Ermittlungsansatz verfolgt worden ist: „Wenn der Chefermittler eine Zeit lang dachte, die Eltern selbst sind die Täter, rückt die Suche nach anderen möglichen Verdächtigen erstmal in den Hintergrund. Dann kann es passieren, dass wichtige Indizien wie Telefondaten beispielsweise erst einmal außen vor gelassen werden.“

Fall Maddie: Nun prüfen Ermittler auch Zusammenhang mit verschwundenem deutschen Jungen

Samstag, 06. Juni, 07.28 Uhr: Im Fall des vor 13 Jahren verschwundenen Mädchens Madeleine “Maddie” McCann prüfen die Ermittler einem Medienbericht zufolge einen Zusammenhang zum Verschwinden eines deutschen Jungen in Porutgal 1996. Wie der “Kölner Stadt-Anzeiger” berichtet, geht die Polizei Hinweisen nach, wonach der heute 43-jährige deutsche Tatverdächtige auch für die Entführung des damals sechsjährigen René Hasee in einem portugiesischen Badeort verantwortlich sein könnte.

Der sechsjährige René aus Elsdorf bei Bergheim war dem Bericht zufolge im Jahr 1996 an einem Strand an der portugiesischen Algarve verschwunden, als seine Mutter und ihr Lebensgefährte ihn kurz aus den Augen gelassen hatten. Der Fall ereignete sich elf Jahre vor dem weltweit Aufsehen erregenden Verschwinden des damals dreijährigen Mädchens Maddie im Algarve-Ort Praia da Luz. 

Renés Vater Andreas Hasee sagte dem “Kölner Stadt-Anzeiger“, er hoffe, dass er nun womöglich bald Gewissheit über das Schicksal seines Sohnes haben werde. Er glaube aber nicht, dass René noch am Leben sei.

 

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Fall Maddie Mordermittlungen gegen den 43-jährigen verurteilten Sexualstraftäter Christian B. eingeleitet hat, der wegen anderer Sache in Haft sitzt. B. soll zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gelebt haben.

Wie die “Magdeburger Volksstimme” und der “Spiegel” berichteten, prüfen die Ermittler auch einen Zusammenhang zum Fall Inga aus Sachsen-Anhalt. Das fünfjährige Mädchen war vor fünf Jahren im Landkreis Stendal verschwunden. Den Medienberichten zufolge gibt es Hinweise darauf, dass der Verdächtige womöglich in der Nähe gewesen sein soll, als Inga verschwand.

Verdächtiger Christian B. tauchte bei ihm unter: Nun spricht der ehemalige Mitbewohner

13.28 Uhr: Die kriminelle Karriere von Christian B. ist lang – so viel steht fest. Nun hat sich ein ehemaliger Mitbewohner des Verdächtigen im Fall Maddie zu Wort gemeldet. Er soll Christian B. in dem Zeitraum kennengelernt haben, als die kleine Maddie verschwand. Der „Bild“-Zeitung sagte der ehemalige Mitbewohner: „Das BKA durchsuchte schon 2018 meine Wohnung.“ Er habe von den Straftaten von Christian B. im Detail keine Ahnung gehabt.

Während eines Urlaubs im Sommer 2018 habe das BKA die Wohnung durchsucht, berichtet das Blatt. Er habe „die Erlaubnis gegeben, dass sie meine Wohnung durchsuchen dürfen wegen eines Kapitalverbrechens.“ Die Ermittler fanden auf seinem Rechner unter anderem das Bild des Jaguar XJR 6, den das BKA nun veröffentlichte – mit der Hoffnung auf weitere Hinweise. Der Nachbar berichtet, dass er nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub auch befragt worden sei. Ein Jahr später hätten ihn die Ermittler auch auf Maddie angesprochen.

Mehr zum Thema: „Völlig abartig“: So denken Ex-Kumpane über Christian B.

Fall Maddie McCann: In einem Chat schrieb Christian B., er wolle etwas “Kleines einfangen”

12.10 Uhr: Wer ist der Mann, der nach Ansicht der Ermittler vor rund 13 Jahren die kleine Madeleine McCann getötet haben könnte? Immer mehr Einzelheiten werden über den Deutschen bekannt. Er hatte zahlreiche Vorstrafen. Nun berichtet der „Spiegel“ über Ermittlungsakten der Polizei Stendal, aus denen ein Chatprotokoll hervorgeht. In dem Chat soll er 2013 mit einem Bekannten über sexuellen Missbrauch fantasiert haben. So soll er dem Bekannten geschrieben haben, er wolle „etwas Kleines einfangen und tagelang benutzen“. Auf die Erwiderung, dies sei doch gefährlich, soll Christian B. entgegnet haben: „Och, wenn die Beweise hinterher vernichtet werden.“

Verdächtiger im Fall Maddie: Christian B. kam wegen Justizpanne frei

11.26 Uhr: Der 43-jährige Deutsche, der jetzt als Hauptverdächtiger im Fall der verschwundenen Maddie McCann gilt, wurde vor knapp zwei Jahren in Schleswig-Holstein aus der Haft entlassen. Er konnte sich anschließend frei in Europa bewegen und reiste nach Italien. Seine Freilassung erfolgte allerdings nicht, weil die Justiz nichts mehr gegen ihn in der Hand gehabt hätte. Sondern nur, das zeigen Recherchen der “Süddeutschen Zeitung“, weil die Staatsanwaltschaft Flensburg zu spät handelte.

Im August 2018 verbüßte der damals 41 Jahre alte Christian B. eine Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Wenige Tage bevor diese Strafe am 31. August auslaufen sollte, wurde die Staatsanwaltschaft Flensburg aktiv. Die Juristen wollten verhindern, dass Christian B. auf freien Fuß kommt. Es gab dazu eine Möglichkeit – Christian B. hatte noch eine alte Strafe offen, es ging um Drogenhandel auf Sylt. Das Amtsgericht im nordfriesischen Niebüll hatte ihn dafür bereits am 6. Oktober 2011 zu einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Antrag viel zu spät gestellt

Ursprünglich war diese Strafe zur Bewährung ausgesetzt worden. Um diese ältere Strafe nun zu vollstrecken, musste die Staatsanwaltschaft Flensburg aber erst die Justiz in Portugal um ihr Einverständnis bitten. Denn aus Portugal war Christian B. zuvor – im Juli 2017 – nach Schleswig-Holstein ausgeliefert worden. Bei dem Antrag auf Auslieferung hatte die deutsche Justiz damals das alte Urteil wegen Drogenhandels nicht erwähnt. Ohne Einverständnis Portugals durfte die deutsche Justiz nun wegen des sogenannten Spezialitätsgrundsatzes nicht darüber hinausgehen.

Einen solchen Antrag stellte die Staatsanwaltschaft Flensburg aber sehr spät, wie der Bundesgerichtshof festgestellt hat. „Da dies nicht rechtzeitig erfolgte, wurde der Angeklagte am 31. August 2018 aus der Strafhaft entlassen“, schrieben die Richter im April dieses Jahres. „Am 18. Oder 19. September 2018 reist er in die Niederlande aus und begab sich später nach Italien.“ Erst am 27. September 2018 konnte Christian B. dann wieder festgenommen werden. Vier Wochen: So lange dauerte es, bis die Flensburger Staatsanwaltschaft erneut einen Europäischen Haftbefehl erwirkt und die italienischen Behörden Christian B. gefasst hatten.

Bericht: Gegen Christian B. wurde auch im Fall der verschwundenen Inga ermittelt

9.10 Uhr: Gegen Christian B. wurde offenbar im Februar 2016 auch im Fall der verschwundenen Inga ermittelt. Das berichtet die “Volksstimme“. In der Ortschaft Neuwegersleben besitzt der Verdächtige ein altes verfallenes Grundstück. Dort hätten die Beamten dem Bericht zufolge einen Datenstick mit Kinderpornos gefunden.

Auch der “Spiegel” berichtet, dass Christian B. damals etwa 90 Kilometer entfernt von der Einrichtung lebte, aus der die kleine Inga verschwand. Neben dem kinderpornografischen Material hatten die Ermittler in einem Wohnwagen von auf dem Grundstück von B. auch Kinderkleidung für ein Mädchen gefunden.

Nur einen Tag vor dem Verschwinden von Inga im Mai 2015 hatte der Verdächtige auf einem Autobahnrastplatz bei Helmstedt einen Unfall. Die Anwältin von Ingas Familie fordert nun neue Ermittlungen.

Lesen Sie hier alles Weitere zu dem Fall:

Bei dem Beschuldigten handele es sich um einen mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter, der unter anderem auch wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt worden ist, teilte das Bundeskriminalamt am Mittwochabend mit. Derzeit verbüßt der Beschuldigte in anderer Sache eine längere Haftstrafe.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig sagte am Donnerstag bei einem kurzen Pressestatement, dass seine Behörde wegen Mordverdachts gegen den Mann ermittle. Der Grund: Man gehe davon aus, dass Madeleine “Maddie” McCann tot ist. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ist zuständig, da der Verdächtige hier zuletzt einen festen Wohnsitz hatte.

Mann soll 72-Jährige vergewaltigt haben – im selben Ort, in dem Maddie verschwand

Bereits am Mittwochabend war bekannt geworden, dass das Landgericht Braunschweig den 43 Jahre alten Verdächtige für die Vergewaltigung einer 72-jährigen Amerikanerin in Portugal verurteilt hatte. Dieser Vorfall ereignete sich anderthalb Jahre vor dem Verschwinden der kleinen Maddie, im September 2005, am selben Ort.

Der Angeklagte soll die Frau mit einem gezückten, 30 Zentimeter langen Säbel und mit Sturmmaske vermummt in ihrem Haus überfallen und vergewaltigt haben. Der 43-Jährige fesselte und misshandelte sein Opfer und schlug es mit einem Metallgegenstand, wie aus dem Urteil hervorgeht, das FOCUS Online vorliegt. Die Amerikanerin erlitt ein Kiefertrauma, Verletzungen an der Schulter und Schürfwunden.

Nach der Vergewaltigung erbeutete der Täter noch 80 bis 100 Euro von dem Opfer und verließ das Haus. Eine DNA-Analyse führte zu dem Angeklagten, von dem ein Haar auf dem Bett im Schlafzimmers des Opfers sichergestellt wurde. Das schon im Zuge der früheren Ermittlungen in Portugal sichergestellte Haar konnte erst Jahre später mit dem Angeklagten in Verbindung gebracht.

Lesen Sie auch: Akten zeigen die üble Vergangenheit von Christian B.

Zeitung: Verdächtiger erzählte Freund “alles”, was mit Maddie McCann passiert ist

Im Zuge der neuen Erkenntnisse tauchen immer mehr Hinweise zu dem Verdächtigen auf. Die britische Zeitung “Mail Online” berichtet über einen Freund des Beschuldigten, den habe er in einer  Bar getroffen. Auf dem Fernseher des Lokals lief offenbar ein TV-Bericht über “Maddies” Verschwinden. Da brüstete sich der Beschuldigte damit, “alles darüber zu wissen”, was mit dem Mädchen passiert ist. Anschließend habe ihm der jetzt Mordangeklagte ein Video von einer Vergewaltigung gezeigt.

Hinweis auf Vergewaltigungsvideo führt zu Ermittlung

Obwohl dieses Video nie aufgetaucht ist, führte es zu Ermittlungen in Braunschweig. Die Vorsitzende Richterin: „Durch die von ihnen geschilderte Vergewaltigung einer älteren Frau sind die Ermittlungen überhaupt erst aufgenommen worden.“

Im Dezember 2019 sei der Mann vor dem Braunschweiger Landgericht zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist dem Bericht zufolge bislang nicht rechtskräftig – der Angeklagte werfe der Justiz Rechtsfehler im Auslieferungsverfahren vor und sprach damals von einem „reinen Willkürurteil“. Der Verdächtige verbüßt derzeit eine Haftstrafe in der JVA Kiel, wie FOCUS Online erfuhr. Grund dafür ist, dass der 43-Jährige vor dem Urteil im Dezember am Landgericht Braunschweig in einer anderen Sache in Schleswig-Holstein 2011 verurteilt worden war. Dabei ging es um Handel mit Betäubungsmitteln. Zuvor hatte auch die Deutsche Presse Agentur darüber berichtet.

Bereits in den 90er-Jahren saß der Verdächtige in seiner Heimatstadt Würzburg in Haft. Er war damals wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden.

Maddie McCanns Familie äußert sich

Die Familie von Maddie McCann äußerte sich inzwischen und sprach von einer “bedeutenden Entwicklung”, wie “Sky News” berichtet. Die Familie habe nie aufgegeben. Zuvor hatte die Familie auf Maddies Facebook-Seite geschrieben: “Alles, was wir immer gewünscht haben, ist, sie zu finden, die Wahrheit aufzudecken und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.”

Nachbarin spricht über mordverdächtigen Deutschen

Eine frühere Nachbarin aus Portugal beschreibt den Verdächtigen in einem Interview als aggressiv. “Er war immer ein bisschen wütend, ist die Straße schnell hoch und runter gefahren und eines Tages, so um 2006, verschwand er ohne ein Wort”, berichtete die Frau dem britischen Sender Sky News. Madeleine “Maddie” McCann, die mit ihren Eltern im Jahr 2007 Urlaub in Portugal machte, verschwand abends spurlos aus einer Ferienanlage.

Etwa ein halbes Jahr nach dem Verschwinden des Mannes sei sie gebeten worden, beim Aufräumen der Unterkunft zu helfen, berichtete die Frau. “Es war eklig.” Überall hätten beschädigte Sachen wie Computer gelegen. In einem Müllbeutel seien Perücken und seltsame Kleidungsstücke – möglicherweise für Kostümierungen – gewesen.

Die frühere Nachbarin gab an, dass der Verdächtige die Unterkunft damals von einem Briten gemietet habe. Polizisten aus Großbritannien hätten sie im vergangenen Jahr zu dem Verdächtigen befragt. In diesem Jahr seien dann portugiesische Ermittler aufgetaucht. Die Polizei geht davon aus, dass sich der Mann nach dem Verlassen der Unterkunft noch weiterhin in der Umgebung aufgehalten hat.

Auch ein Nachbar aus Deutschland hat nicht viel Gutes über Christian B. zu berichten. In Braunschweig wohnte er neben dem heute 43-Jährigen. „Er war öfter sehr aggressiv. Mit Frauen ist er sehr schlimm umgegangen. Er hatte eine minderjährige Freundin, die stammte aus dem Kosovo. Die hat er immer wieder geschlagen. Einmal hatte sie sogar Würgemale am Hals“, sagte er gegenüber der “Bild“-Zeitung.

Wie landet der Fall vor einem Braunschweiger Gericht?

Warum landet ein Fall aus Portugal überhaupt vor einem Braunschweiger Gericht? “Es gibt mehrere Arten eine Zuständigkeit zu begründen – etwa Tatort, Wohnort oder Ergreifungsort. Gemäß Paragraph 8 der Strafprozessordnung ist auch das Gericht, bei dem der Angeklagte seinen Wohnsitz hat, zuständig”, erklärte Maike Block-Cavallaro, Pressesprecherin und Richterin am Landgericht.

Mordverdächtiger im Fall “Maddie” beschäftigt auch den BGH

Der deutsche Tatverdächtige hat eine aktuelle Haftstrafe fast zu zwei Dritteln verbüßt und stand damit kurz vor der Entscheidung über eine mögliche Freilassung auf Bewährung. Das geht aus zwei Beschlüssen des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 21. April hervor (Az. 6 StR 41/20). Bei den Strafrichtern der Leipziger BGH-Außenstelle ist die Revision des 43-Jährigen in einem anderen Strafverfahren anhängig. Dabei geht es um die Vergewaltigung der damals 72-jährigen US-Amerikanerin in Portugal.

Das Landgericht Braunschweig hatte den Deutschen deshalb am 16. Dezember unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dieses Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Derzeit sitzt der Mann in Kiel eine alte Haftstrafe ab, die das Amtsgericht Niebüll bereits 2011 gegen ihn verhängt hatte. Dabei ging es um Handel mit Betäubungsmitteln. Parallel ist wegen der Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn Untersuchungshaft angeordnet.

Von der BGH-Entscheidung wäre mit abhängig, ob diese U-Haft Bestand hat und damit nahtlos die verbüßte Haftstrafe ablöst. Weil es bei der Revision rechtlich um die Vollstreckung eines europäischen Haftbefehls geht, hat der BGH das Verfahren ausgesetzt und dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorgelegt. Das geht aus den veröffentlichten Beschlüssen hervor.

Rechnerisch hätte der Mann demnach am 7. Juni zwei Drittel seiner Haft verbüßt. Ein Gericht müsste dann entscheiden, ob er weiter im Gefängnis bleibt. Aufgrund dieses Termins hatte der BGH den EuGH um eine Entscheidung im Eilverfahren gebeten. Diese scheint im Moment noch auszustehen.

Fall Madeleine “Maddie” McCann: Verdächtiger lebte an der Algarve

“Der Beschuldigte lebte zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve, unter anderem für einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz”, heißt es in der Mitteilung des BKA. Nach hier vorliegenden Erkenntnissen ging er in dieser Zeit im Raum Lagos mehreren Gelegenheitsjobs, unter anderem in der Gastronomie, nach. “Es besteht Grund zu der Annahme, dass es neben dem Verdächtigen noch andere Personen gibt, die konkrete Kenntnisse über den Tathergang und vielleicht auch über den Ort, an dem die Leiche hinterlassen wurde, haben”, sagte eine BKA-Sprecherin gegenüber BBC Radio.

Weitere Anhaltspunkte legen nahe, dass er seinen Lebensunterhalt zudem durch die Begehung von Straftaten, darunter Einbruchdiebstähle in Hotelanlagen und Ferienwohnungen sowie Drogenhandel, bestritt.

Es ermittelt unter anderem die Staatsanwaltschaft Braunschweig. Der Beschuldigte hatte dort vor seinem Auslandsaufenthalt seinen letzten Wohnsitz.

Belohnung für Hinweise ausgelobt

Das BKA hat zudem Bilder veröffentlicht und eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgelobt für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen.

In der ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY… ungelöst” forderte der BKA-Beamte Christian Hoppe die Zuschauer auf,  sachdienliche Hinweise zu dem Fall an das BKA oder jede Polizeidienststelle zu melden. Auch Madeleines Eltern Kate und Gerry McCann waren schon 2013 in der Sendung zu Gast.

Die Angaben der Ermittler im Fall Maddie

BKA und Staatsanwaltschaft veröffentlichten detaillierte Angaben:

“Der Tatverdächtige nutzte zur tatkritischen Zeit einen dunkelfarbenen Jaguar XJR 6, über die konkrete Zulassung vor der Tat liegen keine Erkenntnisse vor, die letzte bekannte Zulassung nach dem Tattag war von der Stadt Augsburg, sowie einen weiß-gelben VW T3 Westfalia mit portugiesischer Zulassung. Es liegen Hinweise vor, wonach er eines dieser Fahrzeuge zur Begehung der Tat genutzt haben könnte.

Darüber hinaus nutzte er im fraglichen Tatzeitraum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die portugiesische Mobilfunknummer + 351 912 730 680. Mit einer bislang unbekannten Person wurde am 03.05.2007 zu einer tatrelevanten Zeit im Bereich von Praia da Luz ein Telefonat geführt. Der Gesprächsteilnehmer nutzte hierbei die portugiesische Rufnummer + 351 916 510 683. Der Nutzer dieser Nummer kommt als wichtiger Zeuge in Betracht, hielt sich während des Telefonats aber nicht in dem Bereich auf.”

Das sind die konkreten Fragen der Ermittler

  • Können Sie Angaben zu den vom Tatverdächtigen genutzten Fahrzeugen machen bzw. haben Sie diese Anfang Mai 2007 gesehen oder haben Kenntnis über ihre Abstellorte im genannten Zeitraum?
  • Können Sie Angaben zu den genannten Rufnummern bzw. deren Nutzern im Mai 2007 machen?
  • Können Sie Angaben zu den abgebildeten Häusern, Zimmern oder sonstigen Anlaufpunkten machen?
  • Haben Sie sich Anfang Mai 2007 an der Algarve aufgehalten und verfügen ggf. noch über Bildmaterial wie Urlaubsfotos oder Videos?
  • Standen Sie in Kontakt zu einer Person, welche in Verbindung zu den gezeigten Fahrzeugen, Gebäuden und Telefonnummern stand und können Sie Angaben zu dessen Aufenthalt Anfang Mai 2007 machen?
  • Wurden Sie möglicherweise selbst Opfer einer Straftat durch diese Person?
  • Weiterhin besteht Anlass zur Annahme, dass es neben dem Täter selbst noch weitere Personen gibt, welche über konkretes Wissen zum möglichen Tathergang und ggf. Ablageort der Leiche verfügen. Diese Personen bitten wir ausdrücklich, sich zu melden und ihr Wissen mitzuteilen.

 

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ter/hej/jmü/cba/cvh/mit Agenturmaterial


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