Fall Maddie McCann: Eltern dementieren “unbewiesene Berichte” nach Spekulationen

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Das Wichtigste zum Fall Maddie in Kürze:

  • Mordermittlungen gegen 43-jährigen Deutschen im Fall Maddie McCann
  • Maddie verschwand im Jahr 2007 spurlos in Portugal
  • Verdächtiger Christian B. ist mehrfach vorbestraft, auch andere Vermisstenfälle werden im Zusammenhang mit B. überprüft
  • BKA arbeitet Hunderte neuer Hinweise ab – Staatsanwaltschaft erläutert Mordverdacht aus taktischen Gründen nicht

Neue Beweise gegen Maddie-Verdächtigen Christian B.: Badeanzüge, USB-Sticks und grausige Bilder

18.58 Uhr: Neue Erkenntnisse im Fall Maddie nähren die Hoffnung auf eine späte Klärung des mysteriösen Falls. Nachdem die deutschen Ermittler den derzeit in Kiel wegen eines Drogendelikts einsitzenden Christian B. ins Visier genommen haben, tauchen immer mehr Hintergrundinformationen auf.

Neue Spuren, die in einer „Spiegel TV“-Reportage enthüllt wurden, führen Jahre zurück und zeigen Verbindungen zu weiteren Vermisstenfällen. Bei der Suche nach der am 2. Mai 2015 verschwundenen Inga Gehricke stießen die Ermittler laut des Berichts bereits vor vier Jahren in einer alten Kistenfabrik in Neuwegersleben bei Magdeburg auf ein Wohnmobil, das B. bei einer Zwangsversteigerung gekauft haben soll. Das neun Meter lange Gefährt könnte den 43-Jährigen jetzt überführen. Die Funde in dem Wohnmobil verstärken die immer erdrückendere Beweislast gegen B.

In der „Spiegel TV“-Reportage sind Fotos von drei getragenen Mädchen-Badeanzügen zu sehen – darunter ein roter Badeanzug mit deutschem Schwimmabzeichen. Erst Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig noch erklärt: „Wir haben einen beweisgestützten Verdacht, dass der Beschuldigte 43-jährige Deutsche Madeleine McCann getötet hat.“

Zu den weiteren gefundenen Gegenständen zählen auch Speichermedien, die B. schwer belasten sollen, unter anderem eine Plastiktüte mit USB-Sticks und Speicherkarten. Darauf sollen Bilder und Videos schweren Missbrauchs von Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen zu finden sein. 8000 Dateien sind laut der Reportage bereits gesichtet worden. Auf rund 100 Bildern soll Christian B. zu sehen sein.

Spekulation um Maddies Tod: Eltern dementieren “unbewiesene Berichte”

Mittwoch, 17. Juni, 10.06 Uhr: Neue Erkenntnisse im Fall Maddie nähren die Hoffnung auf eine späte Klärung – sie führen aber auch zu Berichten, denen die Eltern des Mädchens entschieden widersprechen. Am Dienstag dementierten sie britische Medienberichte, wonach ihnen in einem Schreiben deutscher Ermittler der Tod ihrer Tochter als bewiesen dargestellt wurde. Dies sei falsch, teilten Kate und Gerry McCann am Dienstag auf ihrer Webseite mit.

“Wie viele andere unbewiesene Berichte in den Medien, hat das bei Freunden und Familie unnötige Besorgnis verursacht und unser Leben ein weiteres Mal durcheinandergebracht”, schrieben die Eltern in ihrem Statement.

Im Fall der seit mehr als 13 Jahren verschwundenen Maddie hatten deutsche Ermittler erneut Kontakt zu ihrer Familie in Großbritannien aufgenommen. “Wir haben den Eltern noch einmal geschrieben”, sagte Staatsanwalt Hans Christian Wolters in Braunschweig der Deutschen Presse-Agentur. Und weiter: “Die Staatsanwaltschaft hat sich zum Inhalt des Schreibens zu keinem Zeitpunkt geäußert und wird dies auch nicht tun.”

Mehr als 13 Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens teilten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anfang Juni überraschend mit, dass ein wegen anderer Delikte inhaftierter 43-jähriger Deutscher unter Mordverdacht stehe. Dazu hatte es in der ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY… ungelöst” einen erneuten Zeugenaufruf gegeben.

Vor der Ausstrahlung habe sich die Staatsanwaltschaft Wolters zufolge auch schon an die Eltern gewandt, um sie über den Aufruf und die Mordermittlungen zu informieren. Diese Kontakte seien aber nicht direkt, sondern liefen über die britische Polizei, erläuterte er. “Soweit der vermeintliche Inhalt in verschiedenen Medien kursiert, stammen diese Informationen nicht von der Staatsanwaltschaft”, sagte Wolters.

Maddie-Verdächtiger: Landgericht Braunschweig soll über Haftentlassung von Christian B. entscheiden

Dienstag, 16. Juni, 13.36 Uhr: Innerhalb der deutschen Justiz läuft derzeit die Klärung, wer für den vom Verdächtigen im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen Maddie eingereichten Antrag auf vorzeitige Haftentlassung entscheiden soll. Das Landgericht im schleswig-holsteinischen Kiel verwies die Entscheidung darüber nach eigenen Angaben vom Dienstag an das Landgericht im niedersächsischen Braunschweig zurück. Nach eigener Auffassung sei es „örtlich nicht zuständig“.

Über eine Aussetzung der restlichen Strafe müssten nach Meinung der Kieler Strafvollstreckungskammer die Kollegen in Braunschweig entscheiden, hieß es. Vor seiner Verlegung in ein Gefängnis in Kiel sei der Beschuldigte im niedersächsischen Wolfenbüttel inhaftiert gewesen. In dieser Zeit habe sich das Braunschweiger Gericht schon mit einem Antrag auf vorzeitige Entlassung befasst.

Die deutsche Justiz ermittelt gegen den mehrfach vorbestraften 43-jährigen Christian B. seit Anfang Juni wegen des Verdachts, das 2007 an der portugiesischen Algarve verschwundenen britischen Mädchens Madeleine „Maddie“ McCann ermordet zu haben. B. wurde im Lauf seines Lebens wiederholt verurteilt, unter anderem wegen sexuellen Kindesmissbrauchs. Derzeit verbüßt er eine Haftstrafe in einer anderen Sache in einer Justizvollzugsanstalt in Kiel.

Lesen Sie auch: “Totaler Quatsch”: Im Fall Maddie weist Staatsanwalt brisante Briten-Berichte zurück

Fall Maddie McCann: Staatsanwaltschaft prüft Verbindung zum Fall Tristan

16.36 Uhr: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft überprüft einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Fall Maddie und dem Fall Tristan. „Wir prüfen, ob es Querverbindungen geben kann“, sagte ein Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Montag. Zuvor hatte die „Frankfurter Neue Presse“ darüber berichtet.

Vor einer Woche hatten das Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Braunschweig überraschend mitgeteilt, dass der wegen anderer Delikte inhaftierte Christian B. im Fall Madeleine McCann unter Mordverdacht steht. Das damals dreijährige britische Mädchen verschwand 2007 aus einer Apartmentanlage im portugiesischen Praia da Luz.

Es sei „eigentlich eine Routinemaßnahme“, in solchen Fällen zu schauen, ob des Parallelen geben kann, sagte Oberstaatsanwalt Noah Krüger der dpa. Es sei zu früh, „um zu spekulieren“. Die verstümmelte Leiche des 13-jährigen Tristan Brübach wurde 1998 im Frankfurter Stadtteil Höchst gefunden. Der Fall konnte bis heute nicht aufgeklärt werden.

Gegenüber der “Bild” verwies Krüger auf ein Phantombild, das damals nach dem Verschwinden von Tristan angefertigt wurde.: “Tathergang und Phantombild aus dem Tristan-Fall könnten Ähnlichkeiten aufweisen.“

“Indiz deutet zu 100 Prozent auf Mord hin”: Ermittler hoffen auf neue DNA-Spuren im Fall Maddie

Montag, 10.07 Uhr: Die portugiesische Polizei soll im Besitz von DNA-Spuren sein, die den von deutschen Ermittlern des Mordes an Maddie verdächtigten Christian B. zusätzlich belasten könnten. Dies berichtet die britische “Sun”. Bei den Spuren soll es sich angeblich um eine “Flut von Missbrauchsangriffen gegen britischer Mädchen” zwischen 2004 und 2006 handeln. Die portugiesische Polzei habe zwar in den Fällen ermittelt, die allesamt in Ferienressort an der Algarve registriert worden seien, wo auch Maddie am 3. Mai 2007 verschwand. B. wohnte damals bereits seit vielen Jahren unweit des “Ocean Club” in Praia da Luz, aus dem Maddie in ihrem Appartement verschwand. Doch sie sollen die Informationen nicht an die Ermittler weitergeleitet haben, die die Hintergründe von Maddies Verschwinden aufzuklären versuchen, berichtet das Blatt.

Die “Sun” beruft sich unter anderem auf Hans Christian Wolters, den Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, die im Fall Maddie gegen B. ermittelt. Wolters habe bestätigt, dass es in Portugal “eingemottete DNA-Spuren” gäbe, die DNA von B. enthalten könnten. Einige der angegriffenen britischen Mädchen sollen berichtet haben, dass der Angreifer “Englisch mit einem ausländischen Akzent” gesprochen habe.

Obgleich Wolters kurz zuvor dem “Mirror” gesagt hatte, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass Maddie noch lebt, weil es noch keinen Beweis für ihren Tod gäbe, zeigte sich der Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft der “Sun” gegenüber, dass Maddie umgebracht worden sei. Es sei ein “einziges Indiz”, dass ihn zu “100 Prozent sicher macht”, dass die dreijährige Maddie umgebracht worden sei. Trotz allem reiche dieses Indiz als Beweis der Tat nicht aus.

“Das ist Spekulation”: Staatsanwaltschaft gibt Hoffnung auf lebende Maddie nicht auf

Sonntag, 14. Juni, 11.57 Uhr: Im Fall des vor 13 Jahren verschwundenen britischen Mädchens Maddie hat ein Braunschweiger Staatsanwalt gegenüber dem britischen „Mirror“ eingeräumt, dass man keine sichere Kenntnis über den Tod des Mädchens habe. Zuvor hatte er in einem Statement gesagt, dass man davon ausgehe, dass das Mädchen tot ist.

Ein Freund von Maddies Eltern, Kate und Gerry McCann, habe bei der Staatsanwaltschaft in Braunschweig angerufen und sich beschwert, erzählt Staatsanwalt Hans Wolters. Der Freund der Familie habe zu ihm gesagt: „Sie hätten das nicht sagen sollen, wenn sie sich nicht verdammt sicher wären.“ Die Familie habe sich durch die Aussage des Staatsanwalts neuen Qualen ausgesetzt gesehen.

Wolters sagte gegenüber des „Mirror“, dass es tatsächlich keine forensischen Beweise für den Tod von Maddie gebe. Die Aussage, dass man davon ausgehe, dass Maddie tot sei, sei nur „eine persönliche Meinung und Spekulation“ gewesen. Da es keine forensischen Beweise für Maddies Tod gebe, wolle die Staatsanwaltschaft die Hoffnung nicht begraben.

Wolters zeigte sich überrascht über die heftigen Reaktionen aus Großbritannien, nachdem er gesagt hatte, dass man in Deutschland Mordermittlungen führe. Er stellte klar: „In Deutschland ist es normaler, dass wir in einem solchen Fall einen Mord untersuchen. Es ist nicht so wichtig.“

Der Staatsanwalt erklärte im Gespräch mit der britischen Zeitung auch, warum die Polizei den Verdächtigen, Christian B., noch immer nicht verhört habe. Man wolle ihm keine Gelegenheit geben, Zeugen zu beeinflussen, so Wolters. Es sei noch nicht der richtige Zeitpunkt für einen Verhör. „Wir glauben nicht, dass er sagen wird, dass er es war. Also müssen wir ihm alle unsere Beweise vorlegen.“ Es gäbe zwar „starke Beweise“, dass B. hinter Madeleines Verschwinden steckt – aber nicht genug, um ihn anzuklagen.

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