Fall Maddie McCann: Im Chat offenbarte Christian B. seine pädophilen Neigungen

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Mordermittlungen gegen 43-jährigen Deutschen im Fall Maddie McCann
  • Maddie verschwand im Jahr 2007 spurlos in Portugal
  • Verdächtiger Christian B. ist mehrfach vorbestraft, auch andere Vermisstenfälle werden im Zusammenhang mit B. überprüft
  • BKA arbeitet Hunderte neuer Hinweise ab
  • Staatsanwaltschaft erläutert Mordverdacht aus taktischen Gründen nicht

In Chat schrieb Verdächtiger Christian B., er wolle “etwas Kleines einfangen und tagelang benutzen”

Mittwoch, 10. Juni, 08.02 Uhr: Der Tatverdächtige im Fall Maddie, Christian B., soll in einem Skype-Chat seine pädophile Neigung gezeigt haben. In dem Verlauf, den “Spiegel TV” zeigt, schreibt B. unter den Namen “wahnsinnderholger”, er “will endlich ne kleine ficken.” Weiter schreibt er: “Etwas Kleines einfangen und tagelang benutzen, das wärs.” In dem nicht datierten Chatverlauf kündigt er zudem an, er werde “genaustens dokumentieren wie sie gequält wird” und er wolle “nicht nur reden, sondern auch machen.”

Wurden im Fall Maddie Fehler gemacht? Landtag erörtert Justizverhalten gegen Tatverdächtigen

22.53 Uhr: Der Landtag Schleswig-Holstein befasst sich am Mittwoch mit dem deutschen Tatverdächtigen Christian B. im Fall der seit gut 13 Jahren verschwundenen Maddie. Schleswig-Holsteins Innenminister Claus Christian Claussen (CDU) und Vertreter der Flensburger Staatsanwaltschaft werden in Kiel dem Innen- und Rechtsausschuss Rede und Antwort stehen.

Es geht um die Frage, ob der Mann 2018 wegen einer Justizpanne der Staatsanwaltschaft Flensburg vorübergehend für etwa vier Wochen freigekommen war. Dabei soll es um eine versäumte Frist gehen, so dass der Mann aus der damaligen Haft wegen Kindesmissbrauchs entlassen wurde. Damals ging es nicht um Maddie, sondern einen anderen Fall.

Der mehrfach straffällig gewordene Deutsche sitzt zurzeit wegen eines Drogendeliktes in Kiel im Gefängnis. Der 43-Jährige gilt inzwischen als Tatverdächtiger im Fall des 2007 in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Maddie.

Fall Maddie McCann: Jetzt rollt auch die niederländische Polizei einen alten Fall neu auf

19.33 Uhr: Im Fall der vermissten Maddie prüft die Polizei in den Niederlanden, ob der tatverdächtige Deutsche etwas mit dem Verschwinden eines niederländischen Jungen zu tun gehabt haben könnte. Der seinerzeit siebenjährige Jair Soares war zuletzt im August 1995 am Strand von Monster südlich von Den Haag gesehen worden. Seitdem fehlt jede Spur von ihm.

Die Haager Polizei verfolge die Ermittlungen in Deutschland aufmerksam und werde mit den deutschen Kollegen Kontakt aufnehmen, sagte ein Sprecher am Dienstag. Er bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitung “De Telegraaf”. Die damals dreijährige Maddie war am 3. Mai 2007 aus einer Apartmentanlage im portugiesischen Ferienort Praia da Luz verschwunden. Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig geht derzeit dem Verdacht nach, dass ein 43-jähriger Deutscher das Kind entführt und umgebracht hat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den in Kiel wegen einer anderen Sache hinter Gittern sitzenden Mann wegen Mordverdachts.

Satellitenbild könnte VW-Bus von Christian B. nur Stunden nach Maddies Verschwinden zeigen

17.32 Uhr: Ein spanischer Ermittler hat nach mehreren Tagen Sichtung von Satellitenbildern einen möglicherweise wichtigen Fund gemacht, der Christian B. zusätzlich belasten könnte. Der Ermittler hat seinen Kollegen vom BKA und Scotland Yard ein Bild übermittelt, das möglicherweise den VW-Bus des Typs Westfalia von B. zeigt, den dieser zu jener Zeit fuhr. Das Bild solle einem Bericht der britischen Zeitung “Sun” zufolge vom Satelliten nur wenige Stunden später entstanden sein, nachdem Maddie am Abend des 3. Mai 2007 spurlos aus den Ferienappartement im “Ocean Club” in Praia da Luz verschwunden war. Der Wagen, der von oben durchaus einem VW-Bus ähnelt, steht schätzungsweise 20, 25 Meter von dem Landhaus entfernt, in dem B. mehrere Jahre gehaust hatte, nicht weit von einem Brunnen entfernt.

Staatsanwaltschaft im Fall Maddie: Mordverdacht wird aus taktischen Gründen nicht erläutert

17.04 Uhr: Die Staatanwaltschaft Braunschweig, die gegen Christian B. wegen Mordverdachts an Maddie McCann ermittelt, will aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht über die Hintergründe sprechen, die zur dem Mordverdacht führten. “Alle Hinweise, die wie haben und über die ich nichts sagen kann, weisen darauf hin, dass Madeleine tot ist”, sagte Hans Christian Wolters, Sprecher der Staatsanwaltschaft, dem Sender Sky News in einem Interview. Zudem gebe es auch keinerlei Hinweise darauf, dass Maddie noch am Leben sei, so Wolters. Was als Beweis fehle, sei die Leiche des kleinen Mädchens.

Ex-Beziehung des Tatverdächtigen: Bekannte offenbart erschreckende Details

14.29 Uhr: Eine Ex-Angestellte des Maddie-Verdächtigen Christian B. hat im Gespräch mit der “Bild”-Zeitung erschreckende Details über dessen frühere Beziehung verraten. So soll B. seine frühere Freundin geschlagen haben, nachdem diese offenbar Kinderpornos auf dessen PC gefunden hatte. Die damals 17-Jährige sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, jedoch nicht zur Polizei gegangen.

Das Blatt zitiert B.’s ehemalige Angestellte mit den Worten: „Sie war 17 Jahre alt. Sie war zart und schlank – Kind-ähnlich. Man hat sie damals auch gefragt: ,Bist du dir sicher? Er ist doch so viel älter!’ Sie sagte: ,Ja, wo die Liebe hinfällt, ich lieb ihn, alles ist schön. Er gibt mir, was andere Männer mir nicht geben können‘.“ Die Beziehung zu B. sei erst in die Brüche gegangen, als er sie gewürgt habe. Laut “Bild” habe die Polizei die heute 25-Jährige vor rund einer Woche vernommen.

Verdächtiger im Fall Maddie McCann: Christian B. wird auch im Fall Peggy überprüft

10.39 Uhr: Vor 19 Jahren ist die damals neunjährige Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg verschwunden. Jetzt untersuchen die bayerischen Ermittler eine mögliche Verbindung zu Christian B., dem Verdächtigen im Fall Maddie McCann. Es lägen zwar derzeit keine Erkenntnisse vor, “dass der Tatverdächtige im Fall ‘Ma­ddie’ auch als Täter im Fall ‘Peggy’ in Betracht kommt”, sagte Bayreuths Leitender Oberstaatsanwalt Martin Dip­pold gegenüber der “Bild“. “Er wird jedoch nunmehr auch im Fall ‘Peggy’ überprüft.”

Nach ersten Ermittlungen gibt es jedoch keine Hinweise, dass der Tatverdächtige im Fall Maddie etwas mit dem Verschwinden von Peggy aus Oberfranken zu tun haben könnte. “Wir haben keinerlei Erkenntnisse, dass hier ein Zusammenhang besteht”, sagte Martin Dippold von der Staatsanwaltschaft Bayreuth am Dienstag. Es seien beides junge, blonde Mädchen, die verschwunden seien. Doch darüber hinaus gebe es bislang “weder einen zeitlichen, örtlichen, noch persönlichen Bezug”. Medien hatten über einen möglichen Zusammenhang der beiden Vermisstenfälle spekuliert. Bei der aktuellen Überprüfung handele es sich um “rein routinemäßige Ermittlungen”, die bei solchen Straftaten im Falle eines neuen Verdächtigen üblich seien.

Irin wurde 2004 in Portugal vergewaltigt – und vermutet Christian B. als Täter

09.52 Uhr: Ein irisches Vergewaltigungsopfer hat die Ermittler im Fall „Maddie McCann“ gebeten, ihren Fall neu aufzurollen – das geht aus einem Bericht des „Guardian“ hervor. Die Frau namens Hazel Behan habe in Portugal gelebt, nur 30 Minuten Fahrt von dem Ort entfernt, von dem Maddie vor über zehn Jahren verschwand. 2004 sei sie in ihrer Wohnung missbraucht worden, der Täter sei nie gefasst worden. Zu dieser Zeit habe Behan als Urlaubsvertretung in einem Ferienressort gearbeitet. Als sie im Zusammenhang mit Maddies Verschwinden vom Verdächtigen Christian B. erfahren habe, der 2005 eine damals 72-Jährige US-Amerikanerin vergewaltigte, sei sie hellhörig geworden. Die Methoden, die B. verwendet haben soll sowie die Werkzeuge hätten Behan an ihr eigenes Erlebnis erinnert. „Ich musste mich übergeben, als ich davon gelesen habe“, sagte sie dem „Guardian“.

Dann schildert sie den Abend ihrer Vergewaltigung: „Ich bin gegen ein Uhr morgens schlafen gegangen, bis mich jemand weckte, der meinen Namen sagte“, so Behan. Sie habe sich umgedreht und einen Mann in Strumpfhosen gesehen, der eine Machete in der Hand gehabt und eine Maske getragen haben soll. Laut Behan habe der Mann Englisch mit einem deutschen Akzent gesprochen. Aufgefallen sei ihr aber auch etwas, das wie ein Tattoo oder Narben an der Hüfte ausgesehen habe. Über Christian B. ist bekannt, dass er an dieser Stelle Muttermale hat. Der Mann, der Behan vergewaltigt haben soll, habe eine Tasche mit Peitschen und Ketten dabei gehabt und sie geknebelt, bevor er sich an der Frau vergangen haben soll.

Nach dem Angriff sei Behan von der Polizei verhört und zur gynäkologischen Untersuchung ins Krankenhaus gebracht worden. „In den vergangenen 16 Jahren hatte ich wenig Hoffnung, dass der Mann, der mir das angetan hat, gefunden wird“, sagte sie dem „Guardian“. Dann habe sie von dem Fall der 72-jährigen Frau gehört. Behan ist wütend über die Polizei: “Ich denke, wenn die Polizei ihren Job getan und herausgefunden hätte, wer mich vergewaltigt hat, wenn das wirklich derselbe Mann ist, der die Amerikanerin angegriffen und Madeleine entführt hat, dann würde Madeleine heute zu Hause bei ihren Eltern sein.“ Behan habe die Metropolitan Police in London kontaktiert. Diese hätten geantwortet, sie würden ihren Fall ernst nehmen – und sich mit der portugiesischen Polizei in Verbindung setzen.

Fall Maddie McCann: BKA arbeitet Hunderte neuer Hinweise ab

08.24 Uhr: Beim Bundeskriminalamt (BKA) sind seit Mitte voriger Woche Hunderte von neuen Hinweisen auf den Fall des vor 13 Jahren verschwundenen Mädchens Madeleine “Maddie” McCann eingegangen. Das sagte der Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, Hans Christian Wolters, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Die ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY… ungelöst” vom vergangenen Mittwochabend habe die erwartete große Resonanz gefunden. Die Hinweise würden nun abgearbeitet. “Erfahrungsgemäß wird die Auswertung dieser Hinweise zumindest mehrere Wochen, wenn nicht Monate in Anspruch nehmen.”

Bekannte des Verdächtigen: “Als Christian B. auftauchte, verschwand ein minderjähriges Mädchen”

06:25 Uhr: Gemeinsam mit seiner damaligen Lebensgefährtin Nicole F. lebte Christian B., der Verdächtige im Fall Maddie McCann, mehrere Jahre lang in Portugal. Nicole F. hatte über eine gemeinnützige Organisation schwer erziehbare Kinder nach Portugal gebracht und sollte sich dort um sie kümmern. Das berichtet die “Bild“. “Etwa 4000 Euro pro Kind und Monat hat sie dort meiner Erinnerung nach bekommen dafür”, erklärt ein Bekannter des Paares aus Portugal gegenüber der “Bild”. Allerdings habe Nicole F. die Kinder vernachlässigt, häufiger sollen laut “Bild” fremde Männer auf das Grundstück gekommen sein.

Das Sozialamt nahm Nicole F. die Kinder schließlich weg – zuvor hatte sie diese auch ihrem Freund Christian B. überlassen, erinnert sich der Bekannte: “Er hat mit ihnen gespielt. Es wirkte nach Außen alles normal und er war ein freundlicher Mensch. Wenn ich heute die ganzen Geschichten zu Christian kenne, dann wird einem ganz anders.” Und Nicole F.s damalige Vermieterin erklärt gegenüber “Bild”: “Als Christian B. hier bei uns im Dorf das erste Mal auftauchte, verschwand plötzlich ein minderjähriges Mädchen, um das sich eigentlich Nicole hätte kümmern sollen.” Kurze Zeit später sei das Mädchen wieder aufgetaucht – schwanger. Christian B. habe nach ihr gesehen. “Die Menschen hier haben sich vor dem Mann gefürchtet. Ich habe mich dem Haus auch nicht mehr genähert”, sagt die Vermieterin.

Dann verschwand Christian B. Seine Bekannten aus Portugal hörten erst etwas über seinen Verbleib, als die Ermittler anriefen, um sie zu befragen.

Weitere Meldungen zum Fall Maddie aus diesem Newsticker finden Sie auf der nächsten Seite

 

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