FC Bayern von 1:5 auf 8:2 gegen Barca: Fünf Faktoren erklären die Wandlung

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Champions League: Von 1:5 auf 8:2: Fünf Faktoren, die das Bayern-Wunder erklären

Der FC Bayern München walzt mit 8:2 über den FC Barcelona und erreicht das Champions-League-Halbfinale gegen Olympique Lyon. Es ist die wundersame Wandlung derselben Mannschaft, die im Herbst 2019 mit 1:5 von Eintracht Frankfurt filetiert wird. Fünf Faktoren erklären das Bayern-Wunder.

 

 
 

 

Von allen ungeschickten Sätzen, die Niko Kovac beim FC Bayern hinterließ, war dies einer der ungeschicktesten. Ende Oktober 2019 hatten die Münchner im Pokal beim Zweitligisten Bochum mit Ach und noch mehr Krach gewonnen, danach wartete das Spiel gegen Eintracht Frankfurt, und Kovac kam eine Idee, um das Gejaule ob Bayerns uninspiriertem Gebolze zu ersticken.

“Man muss die Spielertypen haben”, sagte er trotzig. “Man kann nicht versuchen, 200 km/h auf der Autobahn zu fahren, wenn sie nur 100 schaffen.”

Ein paar Tage später verlor Bayern gegen Frankfurt mit 1:5.

Einen weiteren Tag später verlor Kovac erneut: seinen Job.

Ein Dreivierteljahr später flitzten die Bayern-Spieler wie Formel-1-Boliden über die Autobahn von Lissabon, Tempolimit aufgehoben oder inexistent. 8:2 im Champions-League-Viertelfinale gegen Barcelona, ein Epos.

1:5 in Frankfurt: Neun Bayern-Spieler aus Barca-Startelf

In der Startformation standen neun Profis, die in einer sehr, sehr grauen Vorzeit angeblich mal 1:5 in Frankfurt verloren: Manuel Neuer, Alphonso Davies, David Alaba, Jérôme Boateng, Joshua Kimmich, Thiago, Serge Gnabry, Thomas Müller, Robert Lewandowski. Einzige Änderungen waren Leon Goretzka und Ivan Perisic anstelle von Philippe Coutinho und Benjamin Pavard.

Es wurde eine Fußballnacht, an die “wir uns noch lange erinnern”, huldigte Vorstandsmitglied Oliver Kahn. Genauer: Bayerns 19. Pflichtspielsieg in Serie, das Double ist längst perfekt, das Triple ganz nah. Mit demselben Personal von Frankfurt, abzüglich Kovac, dessen Autobahn-Analogie mittlerweile wie Komik wirkt.

Wie, um alles in der Welt, ist das möglich?

Bayern-Erfolgsfaktor 1: Flick

Münchner Metamorphose. “Seitdem Hansi Flick das Team übernommen hat, hat sich alles komplett verändert”, sagt Vorstandboss Karl-Heinz Rummenigge zu Sky. Kovac-Nachfolger Flick, der Übervater bayerischer Triumphmonate, habe “eine Erziehungsform gefunden, die ich liebevoll-konsequent nenne”, bemerkt Ex-Fußballer Mehmet Scholl via “Bild”.

Tatsächlich agiert Flick fordernd, aber nicht so schroff wie Louis van Gaal und bei weitem nicht so manisch wie Pep Guardiola. Offensichtlich brauchen die Bayern-Stars diese Führung, allerdings mit empathischen Zügen, ähnlich denen von Jupp Heynckes; beim gemütlichen Carlo Ancelotti und dem irgendwie zaudernden Kovac ging’s jedenfalls schief.

Flick schwärmt von Gala-Bayern – dann zeigt er seine größte Stärke

Flicks Art bedinge, “dass sich die Spieler wohlfühlen”, sagt Scholl. “Und Spieler fühlen sich wohl, wenn es um sie geht, um ihre Position, wenn sie gerne zum Training kommen, wenn sie Spaß haben und nicht permanent rumgeschoben werden im hierarchischen Gebilde oder im Mannschaftsgefüge. Ein ganz wichtiger Punkt: Sie werden gemäß ihren Fähigkeiten eingesetzt.”

Das beste von vielen guten Beispielen ist sicher Müller, gegen Barca nicht nur Doppel-Torschütze, sondern sehr viel mehr.

Bayern-Erfolgsfaktor 2: Teamgeist

Flick verkörpert den kleinsten gemeinsamen Nenner, der 55-Jährige wird respektiert, als Typ wie Trainer und auch von jenen, die hintendran sind. “Es herrscht eine Chemie, wie ich sie selten erlebt habe”, schwärmt Rummenigge. Schon auffällig, wie Müller den Gemeinschaftsgedanken betonte, weil er die Basis schafft für Vertrauen, Vereinbarung, Sozialhygiene. Sprich: für Siege. Eine Fußballmannschaft ist ja ein komplizierter Haufen.

“Wie wir zusammengespielt haben, etwa Robert beim ersten Tor – da geht mir das Herz auf”, sagte Müller mit Blick auf Lewandowskis selbstlose Ablage gegen Barcelona. “Am schönsten ist eigentlich, wenn man sieht, dass die Spieler, die reinkommen, den gleichen Impact haben, die gleiche Freude, die gleiche Einstellung. Einfach Teamwork! Wichtig ist, dass jeder sich quält.”

Bayern-Erfolgsfaktor 3: Physis

Das tun sie, und wenn Ex-Bayern-Coach Felix Magath richtig liegt mit seiner empirisch unwiderlegbaren These, dass Qualität originär von Qual stammt, ergibt’s sogar Sinn. Derzeit zehren die Bayern von einer körperlichen Verfassung, die anderen überlegen ist. Sie konnten zulegen, während Barcelona abfiel. “Flick hat hier noch einmal eine Schippe draufgelegt”, sagt Scholl. “Bayern hat in den vergangenen Jahren hart trainiert, aber jetzt noch härter.”

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Bayern-Erfolgsfaktor 4: Stil

So steuern sie über nationale und internationale Autobahnen, mit dosiertem Vollgas. Eher: vorausschauendes Fahren. Der Flick-Fußball ist keine Raketenwissenschaft wie bei Guardiola, der teils drei Systeme pro Spiel exerzieren lässt – und trotzdem krachend an Olympique Lyon scheitert.

Unter Flick spielen die Münchner eigentlich immer gleich, im 4-2-3-1 und quasi-identem Personal, aber sie zermalmen ihre Konkurrenten mit intensivem und diszipliniertem Anlaufen, also Arbeit gegen den Ball, wie es neudeutsch so schrecklich schön heißt.

Bayern-Erfolgsfaktor 5: Gier

Pressing, Ballbesitzpassagen, Positionswechsel, die Bayern-Mechanik greift. Und wer den nüchternen, nahezu technokratischen Ansatz sah, dieses monumentale 8:2 gegen Barcelona einzuordnen, mag erahnt haben, dass die Gier ungesättigt ist. “Wir sind gefräßig”, sagte Kahn, als er noch Torwart war. Hat sich gehalten, die Maxime. “Überwältigt bin ich nicht”, sagte Müller zum 8:2.

Das nächste Spiel ist immer das nächste. Und, möglicherweise: das schwerste. Mittwoch, Lyon, nicht Manchester. Trügerisch machbar.

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