Fehlplanung bei DHL? Warum viele Pakete verspätet kommen – oder auch gar nicht

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“Gepackte Pakete werden nicht ausgeliefert”: Fehlplanung bei DHL? Warum viele Pakete verspätet kommen – oder auch gar nicht

 Der Bundesverband Onlinehandel hat die DHL scharf für die Stornierung von Abholfahrten kritisiert und ihr “Fehlplanung” vogeworfen. Der Paketdienst gibt am Montag Engpässe zu. Um die Probleme zu lösen, will DHL die Sonntagszustellung ausweiten.

Angesichts der Corona-Krise und der strengen Auflagen, die viele Geschäfte zum Schließen zwangen, kaufen mehr und mehr Deutsche bei Onlinehändlern ein. Damit verschiebt sich urplötzlich ein Großteil der Umsätze von den Filialen auf die Straße: Manche Paketdienste können die riesigen Paketmengen kaum noch bewältigen.

DHL etwa verzeichnet mittlerweile acht Millionen Sendungen pro Tag – das liegt weit über dem Jahresdurchschnitt von rund 5,2 Millionen Sendungen pro Tag. Der Paket-Dienstleister musste sogar einzelne Sonder-Abholfahrten bei Onlinehändlern angesichts der hohen Auslastung stornieren.

“Mussten aus dem Kaltstart auf Vorweihnachtsniveau hochfahren”

“Derzeit erleben Deutsche Post und DHL mit rund neun Millionen Paketsendungen pro Tag ein Aufkommen wie sonst nur an den stärksten Tagen vor Weihnachten”, sagte ein Post-Sprecher. Das sei eine Steigerung von mehr als 40 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr um diese Zeit. Man arbeite aber mit Hochdruck daran, der Nachfrage nachzukommen, heißt es vonseiten der DHL weiter.

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Allerdings war man offensichtlich überhaupt nicht auf diese Ausmaße vorbereitet: “Wir mussten aus dem Kaltstart auf Vorweihnachtsniveau hochfahren”, so der Sprecher weiter. In den vergangenen zwei Wochen habe man daher rund 2000 neue Mitarbeiter eingestellt. Außerdem habe man an Händler appelliert, Verständnis dafür zu haben, wenn einige, wegen hoher Nachfrage zusätzlich georderte Abholfahrten ausfallen müssten.

“Pakete stehen beim Händler und werden nicht ausgeliefert”

Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) will sich mit den Erklärungen nicht zufrieden geben. Er hatte zuvor beklagt, dass DHL die Stornierungen ohne Vorwarnung vollzogen habe. “Es haben uns verschiedene Händler extrem besorgt angerufen, weil Paket-Logistiker wie DHL die zusätzlichen Abhol-Fahrten beim Händler ersatzlos storniert haben”, beklagte Verbandspräsident Oliver Prothmann in einer Mitteilung. “Hätten die Paketdienstleister rechtzeitig auf den Engpass hingewiesen, hätten die Händler den Verkauf drosseln können. Jetzt stehen die gepackten Pakete beim Händler und werden nicht ausgeliefert.” Auf eine Nachfrage des Verbandes hätte die DHL nicht reagiert, heißt es in der Mitteilung weiter.

DHL räumt Verzögerungen auf seiner Homepage ein. “Aufgrund der anhaltend sehr hohen Paketmenge und der nach wie vor hohen Sicherheitsvorkehrungen kommt es leider aktuell zu Kapazitätsengpässen in einigen Bereichen unseres Paketnetzwerks in Deutschland”, heißt es auf der Homepage von DHL. “Dies führt auch zu Verzögerungen bei der Abholung von Paketen bei unseren Geschäftskunden (z.B. Onlineshops) sowie bei der Auslieferung.”

Bei der Zustellung von Briefen innerhalb Deutschlands sowie dem Leistungsangebot in Filialen und DHL Paketshops gebe es jedoch keine wesentlichen Einschränkungen.

DHL warnt vor Kollaps des Paketsystems und will auch Sonntags liefern

Um der hohen Menge an Paketen Herr zu werden, bemüht sich die Deutsche Post weiter um eine Sondererlaubnis, die es gestatten würde, Pakete auch am Sonntag zuzustellen. “Es wäre hilfreich, wenn wir einen weiteren Tag bekommen könnten”, sagte der für das Bundesgebiet zuständige Betriebschef der Deutschen Post DHL, Thomas Schneider, der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung” vom Montag.

Dafür habe das Unternehmen in Regionen mit besonders starker Nachfrage – etwa Berlin – bereits entsprechende Anträge bei den Behörden gestellt und erwäge nun Anträge in weiteren Bundesländern. Es gehe darum, in einer besonderen Situation “einen Kollaps des Paketsystems zu vermeiden”.

In Bayern wurden am Sonntag 50 Lastwagen-Ladungen zugestellt

In Bayern gab es eine solche Ausnahmeregelung am vergangenen Sonntag zum ersten Mal in der Geschichte der DHL: Rund 400 Mitarbeiter waren am vergangenen Sonntag unterwegs, um mehr als 50.000 Pakete an private Haushalte auszuliefern, wie das Unternehmen mitteilte. Das Bayerische Arbeitsministerium habe eine entsprechende Genehmigung erteilt. Mit der Aktion seien Transportkapazitäten von rund 50 Lastwagen-Ladungen freigeworden, teilte das Unternehmen mit.

Der BVOH ist dennoch sauer auf die DHL. “Es ist in keiner Weise zu akzeptieren, dass die DHL in der aktuellen Situation, nach vier Wochen Lockdown, nicht in der Lage ist, die Kapazitäten richtig zu planen”, kritisiert Prothmann. “Die KMUs im Onlinehandel mussten auch extreme Anpassungen vornehmen, um den Bedarf für den Verbraucher zu decken. Es gibt keine Ausreden wegen mangelnden Kapazitäten bei Transport oder Personal. Hier kann es sich nur um Fehlplanung handeln.”

DHL moniert zu wenig Zeit, sich auf den Ansturm einzustellen

Auch DPD und GLS bestätigten gegen Ende der vergangenen Woche einen starken Anstieg bei der Abfertigung von Paketvolumen, verneinten aber Engpässe. Meldungen verschiedener Händler, dass DPD-Pakete vor den Verteilzentren länger auf ihren ersten Scan warten würden, wollte ein Pressesprecher nicht bestätigen.

Für etwas Entspannung könnten nun die Lockerungen sorgen: Da ab dieser Woche in den meisten Bundesländern etliche, vor allem kleinere Geschäfte wieder öffnen dürfen, könnte die Nachfrage nach Produkten aus dem Onlinehandel abnehmen.

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sh/mit dpa

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