Finanz-Krise: Esprit-Tochtergesellschaften zahlungsunfähig – Dax zurück im Plus

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Dow Jones knüpft an Erholung der Vorwoche an – Dax zurück im Plus

Topmeldung (15.38 Uhr): Die US-Börsen sind am Montag solide in die neue Woche gestartet. Während die Krise mit global steigenden Coronavirus-Infektionszahlen weiter ihren Lauf nimmt, ist der Leitindex Dow Jones mit einem Plus von 0,92 Prozent auf 21.835 Punkte in den Handel gestartet. Er setzte damit seine in der Vorwoche begonnen Erholung fort. Die starken US-Börsen verhalfen auch dem Dax wieder ins Plus. Der deutsche Leitindex legte zuletzt um 0,27 Prozent auf 9658 Punkte zu.

Nachrichtlich bleiben zu Wochenbeginn alle Augen auf die Corona-Krise gerichtet, die eigentlich weiter Grund zur Sorge gibt. US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner auf dramatische Opferzahlen vorbereitet. Er befürchtet, dass die vom Virus ausgelöste Lungenkrankheit in den USA 100.000 Menschen das Leben kosten könnte. Wenn es gelinge, die Todeszahl auf 100.000 zu begrenzen, “dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht”, sagte er.

Mehrere Esprit-Tochtergesellschaften zahlungsunfähig

15.06 Uhr: Dass sich gerade der Großteil der Bevölkerung wegen des Coronavirus zuhause befindet, setzt der Mode-Branche merklich zu. Mit Esprit verkündet nun ein großer Name in Deutschland: Wir halten das nicht durch.

Mehrere deutsche Tochtergesellschaften von Esprit sind zahlungsunfähig, wie der Konzern per Mitteilung erklärte. Man habe Schutzschirmverfahren beantragt, um sich vor Forderungen der Gläubiger zu schützen. Dabei habe ein gerichtlich bestellter Sachverwalter die Aufsicht, während die Unternehmensführung weiterhin die Kontrolle behalten soll. Im Rahmen des Verfahrens sollen Verbindlichkeiten und Mietverträge «neu strukturiert» werden.

«Dies ist der richtige Schritt für Esprit, da die Coronavirus-Pandemie dramatische Auswirkungen auf unser Geschäft hat», sagte Esprit-Chef Anders Kristiansen. Um die Gehälter der Mitarbeiter sicherzustellen, sollen nach Angaben des Unternehmens teilweise auch staatliche Hilfsgelder zum Einsatz kommen.

Schon lange vor der Corona-Krise schrieb der Konzern, der in Ratingen sitzt, aber in Hongkong an der Börse notiert ist, rote Zahlen – für das Ende Juni abgeschlossene Geschäftsjahr 2018/2019 zuletzt 2,14 Milliarden Hongkong Dollar (etwa 248 Mio Euro). Zudem sollten im vergangenen Jahr in Deutschland mehrere Hundert Stellen abgebaut und unrentable Filialen geschlossen werden. Zuvor arbeiteten am Sitz in Ratingen mehr als 1100 und in den Filialen rund 1500 Menschen.

Top-Ökonom: Mieter sollen Miete für bis zu zwölf Monate stoppen dürfen

Der Bundestag hatte ein Gesetz verabschiedet, wonach Mieter wegen Zahlungsrückständen infolge der Pandemie drei Monate lang nicht gekündigt werden können. Die Regelung bezieht sich auf Wohn- und Gewerbemieten und gilt zunächst bis Ende Juni. Marcel Frattzer, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, fordert einen noch radikaleren Schritt. Fratzscher schrieb auf Twitter: “Eine pauschale Stundung aller Mietzinszahlungen für Privatpersonen für sechs bis zwölf Monate ist unvermeidbar. Wohnkosten sind für die meisten Menschen der größte Kostenblock, viele geben mehr als 25 % oder sogar 30 % fürs Wohnen aus.”

Alle weiteren Entwicklungen im Live-Ticker:

Top-Banker: Sonderkreidte werden vielen Firmen nicht viel nutzen

17.11 Uhr: Das KfW-Sonderkreditprogramm wird vielen Firmen nach Einschätzung von Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis zur Bewältigung der Corona-Krise wenig nutzen. Er sei sich zwar sicher, “dass die Zahl der Kreditanträge für die verschiedenen Förderprogramme von Bund und Ländern noch exponentiell ansteigen wird”, sagte Schleweis dem “Handelsblatt” in einem am Montag online veröffentlichten Interview. “Klar ist aber auch: Manchen Unternehmen wird man mit den bestehenden Förderprogrammen nicht helfen können.”

Seit dem 23. März können Firmen Mittel aus dem KfW-Sonderprogramm bei ihrer Hausbank beantragen. Die staatliche Förderbank – und damit die öffentliche Hand – übernimmt den Großteil des Risikos für den Fall, dass Unternehmer das Geld nicht zurückzahlen können. Je nach Kredit bleiben 10 bis 20 Prozent des Risikos bei der jeweiligen Bank oder Sparkasse. Bis einschließlich Freitag lagen der KfW 742 Anträge über insgesamt gut 8,2 Milliarden Euro vor.

Commerzbank streicht Dividende – Online-Hauptversammlung geplant

16.06 Uhr: Die Commerzbank streicht angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten infolge der Coronavirus-Pandemie die Dividende für das Geschäftsjahr 2019. Der Vorstand werde der diesjährigen Hauptversammlung keine Gewinnausschüttung vorschlagen, teilte der MDax -Konzern am Montag in Frankfurt mit. Zudem soll das Aktionärstreffen als Online-Veranstaltung ausgerichtet werden.

Geplant war bisher, dass die seit Jahren gebeutelten Aktionäre des seit der Finanzkrise teilverstaatlichten Instituts für 2019 zumindest wieder eine Mini-Dividende von 15 Cent je Anteilsschein bekommen. “Für das laufende Geschäftsjahr 2020 wird der Vorstand solange keine Dividendenzahlung vorsehen, bis die Unsicherheiten durch Covid-19 beendet sind”, teilte die Bank zudem mit. “Danach wird er darüber gegebenenfalls neu entscheiden.”

Die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) und der deutschen Finanzaufsicht Bafin hatten die Banken aufgefordert, vorerst auf die Ausschüttung von Gewinnen zu verzichten. Größter Anteilseigner der Commerzbank ist seit der Rettung mit Steuermilliarden in der Finanzkrise 2008/2009 der deutsche Staat.

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Inflation sinkt – außer bei Nahrungsmitteln

15.52 Uhr: Die Inflation in Deutschland ist angesichts gesunkener Energiepreise in der Coronakrise auf dem Rückzug. Im März stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat nur noch um 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden anhand erster Daten mitteilte. Im Januar und Februar hatte es jeweils einen Zuwachs um 1,7 Prozent gegeben.

Haushaltsenergie und Kraftstoffe wurden binnen Jahresfrist um 0,9 Prozent billiger. Mit dem weitgehenden Stillstand der Wirtschaft in vielen Ländern verringert sich auch die Nachfrage nach Rohöl. Die Folge: die Preise sinken. Hinzu kommt ein Preiskampf zwischen wichtigen Öl-Förderstaaten.

Für Nahrungsmittel mussten Verbraucher hingegen 3,7 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Damit beschleunigte sich der Preisanstieg etwas, im Februar hatten sich Nahrungsmittel um 3,3 verteuert. Dies sei aber wohl nicht auf höhere Preise von Gütern zurückzuführen, die zuletzt krisenbedingt stärker nachgefragt wurden, vermutete Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. Hamsterkäufe hatte es unter anderem bei Desinfektionsmitteln, Toilettenpapier aber auch bei haltbaren Lebensmitteln gegeben.

Experte: Die Ölpreise werden wohl noch weiter fallen

13.37 Uhr: Michel Salden, Senior Portfolio Manager bei Vontobel Asset Management, schreibt in einem Marktkommentar zum Ölprise: “Die gegenwärtigen Ölpreise werden angesichts der Überversorgung des Marktes und der begrenzten Lagerkapazitäten noch weiter einbrechen. Es wird einfach keine Käufer auf dem Spotmarkt geben, selbst wenn Saudi-Arabien sein Öl zu stark vergünstigten Preisen verscherbelt. Der Grund dafür ist, dass die globale Lagerhaltung bald seine maximale Kapazitäterreicht haben wird, was es unmöglich macht, Öl selbst zu stark reduzierten Preisen zu kaufen, zu lagern und in 3 bis 6 Monaten wieder zu verkaufen. Daher müssen Saudi-Arabien und Russland erkennen, dass das Fluten des Markts mit Öl einfach nur Druck auf das vordere Ende der Futures-Kurve ausübt, ohne dass dies für sie von Vorteil wäre. Jetzt, da die verkauften Mengen zurückgehen, wird der Druck auf die saudischen und russischen Finanzhaushalte weiter zunehmen. Aus diesem Grund denken wir, dass der Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien, Russland und den USA in den kommenden Monaten ein Ende finden wird.”

Ex-SPD-Chef Gabriel: Staat soll Firmen bei Schuldentilgung helfen

12.30 Uhr: Der ehemalige SPD-Chef Sigmar Gabriel hat angesichts der Coronavirus-Krise einen staatlichen Hilfsfonds gefordert, der Unternehmen die Tilgung ihrer Schulden ermöglichen soll. “Möglicherweise werden wir auch so etwas wie einen Altschulden-Tilgungsfonds brauchen, mit dem der Staat einen Teil dieser neuen Belastungen den Unternehmen abnimmt”, sagte er im Gespräch mit der “Augsburger Allgemeinen”.

Mit Blick auf das bereits laufende staatliche Rettungskreditprogramm sagte Gabriel: “Ich fürchte, das hilft vielen Unternehmen nicht, weil sie nicht wissen, wie sie die neuen Schulden zurückzahlen sollen.”

Wirtschaftsweiser: “Die Politik muss Ausstiegsszenarien ausarbeiten”

11.23 Uhr: Für die Wirtschaftsweisen hat der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung Vorrang. Dazu Feld: „Voraussetzung für eine Rückkehr auf den Wachstumskurs ist die Eindämmung der Corona-Infektionen, sodass sich das soziale und wirtschaftliche Leben normalisiert.“ Dennoch mahnt Volker Wieland in der Pressekonferenz an: “Die Politik muss auch heute schon verschiedene Ausstiegsszenarien aus dem Shutdown ausarbeiten.” Wann diese dann in Kraft träten, bleibe von der Entwicklung der Fallzahlen abhängig.

In der Zwischenzeit kann zur Stabilisierung der Erwartungen an den Finanzmärkten laut Feld vor allem klare Kommunikation beitragen: „Senden die Mitgliedstaaten des Euro-Raums ein klares Signal, bei Bedarf zusätzliche fiskalische Ressourcen über bereits bestehende Instrumente wie den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) ab sofort zur Verfügung zu stellen, können sie darüber die Erwartungen auf den Finanzmärkten stabilisieren.“

Die Politik muss die Erholung laut Wirtschaftsweisen nach dem konjunkturellen Einbruch auf dreifache Weise unterstützen:

Erstens sollten unternehmerische Kapazitäten über den Einbruch hinweg erhalten bleiben. Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung, mit dem Beschäftigte und Unternehmen vor den Auswirkungen der Krise geschützt werden sollen, sei deshalb zu begrüßen und komme zur richtigen Zeit. Es zielt laut den Sachverständigen darauf ab, den Einbruch der Wirtschaftsleistung schnell und effektiv einzudämmen und einen stärkeren Einbruch zu vermeiden.

Zweitens sollten die wirtschaftspolitischen Maßnahmen laut Wirtschaftsweisen dazu beitragen, die Einkommen zu stabilisieren. Hierzu zählten die bewährten automatischen Stabilisatoren in Deutschland sowie direkte Zuschüsse für besonders stark betroffene Haushalte oder Selbständige.

Nehme die Wirtschaft nach dem Ende der einschränkenden, gesundheitspolitischen Maßnahmen nicht rasch Fahrt auf, könnten fiskalische Nachfrageimpulse zu einer schnelleren Erholung beitragen. Solange die Einschränkungen wirtschaftlicher Aktivitäten andauern, seien klassische konjunkturpolitische Maßnahmen allerdings wenig Erfolg versprechend.

Würden diese jedoch für die Zeit nach den Einschränkungen angekündigt, könnten sie die Erwartungen von Haushalten und Unternehmen positiv beeinflussen.

Drittens, sollte die Zeit, während der die gesundheitspolitischen Maßnahmen in Kraft sind, laut den Sachverständigen bestmöglich genutzt werden, um die Erholung und die langfristige wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. Beispielsweise könnten Weiterbildungen über entsprechende Angebote und Anreize gefördert werden. In der Bauwirtschaft könnten diejenigen Bauprojekte priorisiert werden, die sich aufgrund aktuell geringerer Auslastung schneller realisieren lassen.


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